29 Januar 2011

Spatenstich am Leipziger Platz

Nach drei Jahren willkommener Vertögerung haben gestern die Bauarbeiten am Leipziger Platz begonnen:

Hier stand das berühmte Kaufhaus Wertheim mit seiner traurigen Geschichte von der Arisierung bis zum Rechtsstreit zwischen den Nachkommen der Familie Wertheim, dem Karstadtkonzern und dem Land Berlin.

26 Januar 2011

10 Jahre Umzug nach Berlin - 2001

Wir nähern uns unserem zehnjährigem Berlinjubiläum. Im Dezember 2000 hatte ich einen der vielen glücklichen Momente in jenem Jahr voller Visionen und Aufbruchsstimmung gehabt: Ich hatte im April den Job gewechselt und im Dezember musste ich als neuer Internetberater bei einer Angebotspräsentation einspringen. Es ging um ein Projekt bei einem Berliner Energieunternehmen. Und es ging um mein Kernthema. Ich war motiviert und gut drauf und bekam gutes Feedback. Wenig später erfuhren wir, dass wir den Zuschlag bekommen hatten. Hurra. Nach den Reisen nach Wien und immer wieder Hamburg war endlich Berlin dran. Da das Projekt lange dauern sollte, war da die Frage: Im Hotel wohnen, oder die Gelegenheit beim Schopfe packen und richtig umziehen? Die Wahl viel auf ein möblierte Zimmer in der zweitschönsten Straße Charlottenburgs: der Mommsenstrasse.

Das Projekt sollte im Februar beginnen. Glücklicherweise feierte ein Kollege von mir im Januar in der drittschönsten Straßen Charlottenburgs, der Schlüterstraße, Wohnungseinweihung. Am nächsten Tag schauten wir uns ein möbliertes Apartment um die Ecke an, Mommsen Ecke Leibnitz. Sah gut aus und passte. Die Entscheidung fiel schnell...

Wir planten einen Umzug in zwei Schritten. Ich machte die Vorhut. Ich werde die Fahrt im ICE durch das weiße, vereiste Flachland nie vergessen. Gedanken an all that you can't leave behind und an das, was vor uns liegen sollte. Ich stieg am Bahnhof Zoo aus und fuhr mit der S-Bahn zurück bis Savignyplatz. Damit sind auch schon zwei Dinge genannt, die es heute nicht mehr so gibt: ICE-Halte am Zoo und eine funktionierende S-Bahn.

Ich war mit der Vermieterin verabredet. Wir hatten telefonisch verabredet, dass wir erstmal den Mietvertrag unterschreiben und alles andere, wie z.B. die Kautionszahlung, später nachholen wollten. Ich wollte erstmal den Schlüssel, um unseren Brückenkopf beginnen zu können. Aber schon am ersten Tag lernte ich, dass man in Berlin alles schriftlich machen muss. Die Dame wollte Cash sehen. Also ging ich zum Kudamm, stieg in den Bus, um zur Dresdner Bank an der Gedächtniskirche zu fahren. Die Dame wusste keinen näheren Geldautomaten, sie kannte die Filialen am Olivaer Platz nicht..

Jedenfalls ging der Spaß im Bus gleich weiter. Eine Station weiter stieg ein aggressiver Besoffski ein und fing eine Schlägerei an. An der nächsten Haltestelle am Kudamm, flüchteten wir alle aus dem Bus. Ich werde auch dieses Gefühl der Unsicherheit nie vergessen: Eigentlich wäre es ein Leichtes gewesen, den Mann zu zweit unschädlich zu machen. Aber man weiß ja nicht, was der noch alles in seiner Manteltasche hat. Nur der Busfahrer bewies Mut und griff den Typen an. Ich rannte in den Porzellanladen an der Haltestelle und bat den Verkäufer, die Polizei zu rufen. Der ließ mich das jedoch lieber selbst machen. Als ich wieder raus kam, hatten Polizisten den Mann schon überwältigt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich fast vergessen, warum ich eigentlich unterwegs war...

Gut, irgendwann war alles geregelt. Ich bekam den Schlüssel für unsere erste Wohnung in Berlin. In der Mommsenstreet, wie wir sie bald nannten. Ich war zufrieden und voller Aufbruchstimmung. Einen Tag später machte ich mich mit dem Bus auf den Weg zum Projektstart und las im Tagesspiegel vom Berliner Bankenskandal. Einen Monat später, meine bessere Hälfte war inzwischen dabei, auch ihre Aktivitäten nach Berlin zu verlagern, hörten wir vom Zusammenstoß eines amerikanischen Spionageflugzeugs mit einem chinesischen Kampfjet im südchinesischen Meer und den äußerst aggressiven Reaktionen des neuen US-Präsidenten George W. Bush. Ich weiß noch, wie wir die Tagesthemen schauten. Ich schlief dabei ein. Mein letzter Gedanke vor dem Einschlafen war die Vision, dass wir diesen Bush bestimmt irgendwann in olivgrüner Uniform sehen würden.

Im Februar 2001 sah Berlin noch anders aus:
- Der Palast der DDR stand noch.
- Zoo war noch Fernbahnhof, Charlottenburg Regionalbahnhof.
- Tempelhof war noch Stadtflughafen.
- Das Schimmelpfeng-Haus am Breitscheidtplatz stand noch.
- Den Hauptbahnhof gab es noch nicht.
- Das Bundeskanzleramt war noch nicht eingeweiht.
- Die Loveparade fand jährlich auf der Straße des 17. Juni statt.
- Unternehmen wie Pixelpark und ID-Media prägten die Szene.

Auch die Welt war noch eine andere:
- Die WTC-Türme in New York standen noch. Wir hatten sie im Oktober 2000 besucht und hatten dasselbe für Oktober 2001 geplant.
- Das Internet eroberte die Wirtschaft.
- Die New Economy Blase war im Begriff zu platzen.Auf meinem Nachttisch lag ein Buch, dass ich aus den USA mitgebracht hatte: "The coming internet depression"

24 Januar 2011

Wer sind die CO2-Sünder?

Ist es sinnvoll die CO2-Länder an deren schierer Emissionsmenge zu messen? Will sagen, ist es fair immer auf die größten Emittenten zu verweisen und dann zu sagen: Wenn USA und China voran gehen, weil die am meisten emittieren, dann machen wir mit?

Ich glaube nicht.

Ich finde, man sollte die "CO2-Intensität" auf die Bevölkerungszahl oder Fläche eines Staates beziehen. Man stelle sich vor, der gesamte amerikanische Kontinent sei ein einziger Staat mit den gleichen CO2-Emissionen wie heute. Dann wäre er der Menge nach der größte CO2-Emittent. Aber die Forderung an ihn, mit CO2-Senkungen voran zu gehen wäre von der Absicht her das gleiche, als würde man heute von allen Regierungen erwarten, dass sie sich erstmal einigen, ihr CO2 zu senken, bevor man selbst an Einsparungen denke.

Um ein CO2-Senkungspotenzial eines Kontinents zu realisieren, muss man entweder an eine große oder an viele kleine Staaten appellieren. Beides sollte gleichwertig sein.

23 Januar 2011

Die tiefere Ursache des Dioxonskandals

Indiens Staatspräsident sagte in seinem Grußwort zur Grünen Woche in Berlin:

"Eine Ursache für den Dioxinskandal in der deutschen Landwirtschaft sehen wir in der Zunahme des industriellen Lebensstandards in Deutschland, den wir mit dem Stichwort Second Meal zusammenfassen können."

Kann es sein, dass er damit Bezug auf eine Rede von Merkel 2008 genommen hat?

22 Januar 2011

Die Psychopathencheckliste von Robert Hare

Habe lange nichts mehr über Führungsqualität geschrieben. Aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage heute aber mal wieder ein Eintrag. Der kanadische Kriminalpsychologe Robert Hare hat sich mit den Erscheinungsformen und Ursachen der Psychopathie beschäftigt. Darunter versteht man die Unfähigkeit, sich in andere Menschen versetzen zu können oder auch Mitleid oder Mitgefühl empfinden zu können. Dieser Typus ist mit 6% dreimal so häufig unter Führungskräften und Investmentbankern zu finden, wie in der normalen Bevölkerung, hat Hare herausgefunden. Er führt sogar die unfassbaren Entscheidungen von Investmentbankern, Schrottpapiere zu verbriefen und weiterzuverkaufen, wohl wissend, was sie damit anrichten werden, auf Psychopathie zurück.

Hare hat folgende Psychopathy Checklist Revised entwickelt, mit der man Psychopathen erkennt. Die Liste findet man bei Wikipedia:

Faktor 1: Persönlichkeit "Aggressiver Narzissmus"
- Oberflächlicher Charme/guter Redner
- Überhöhtes Selbstbild
- krankhafter Lügner
- manipulativ
- Unfähigkeit Reue zu empfinden
- Unfähigkeit tiefer Gefühle
- Fehlende Empathie
- Unfähigkeit Verantwortung zu übernehmen

Faktor 2: Fallstudie "Sozial abweichender Lebensstil"
- schnell gelangweilt auf der Suche nach einem 'Kick'
- Lebt gern auf Kosten anderer Leute
- schlechte Selbstbeherrschung
- promiskes Sexualverhalten
- Fehlen realistischer langfristiger Ziele
- Impulsivität
- Verantwortungslosigkeit
-Jugendkriminalität
- Frühe Verhaltensprobleme
-Bewährungsversagen

21 Januar 2011

GRÜNE Bauingenieurskunst: Der neue Pankower Knoten

Die Kultur vieler IT-Projekte ist jetzt auch bei den Berliner Bauingenieuren angekommen: Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG haben in Pankow die Straßenbahnoberleitungen tiefer gehängt, um sie an Normen anzupassen. Gleichzeitig verabreichte das Tiefbauamt der Straße unter einer S-Bahnbrücke einen neuen, dickeren Straßenbelag, weil unter ihr neue Leitungen verlaufen. Das Baustellengetöse quälte die Anwohner des Pankower Bahnhofs anderthalb Jahre lang. Jetzt ist die Baustelle fertig.

Ergebnis: Die BVG Doppeldeckerbusse passen nicht mehr unter der Brücke durch. Sollte das ein Busfahrer vergessen, wird er nicht an der Brückenkante hängen bleiben, sondern mit seiner Antenne in der Oberleitung.

Verantwortlich für das Tiefbauamt und die Koordination der Baumaßnahmen, die dem ÖPNV dienen sollten, ist Jens-Holger Kirchner, Mitglied der GRÜNEN. Auf das Malheur vom Tagesspiegel angesprochen antwortete er: Ach wissen Sie, auf dieser Brücke lastet schon immer ein Fluch..

20 Januar 2011

Phantomvibrieren und das digitale Leben

Wieso hatte ich damals so hohe Telefon- und Handyrechnungen? 1997 zog ich nach Essen und um mit meinen Freunden aus Dortmund in Kontakt zu bleiben, telefonierte ich viel. Call-by-call war in und Dank Arcor sparte ich im Regio50 Tarif so viel, dass ich mir zusätzlich ein Handy leisten konnte. Das Siemens S4 mit einem Vertrag bei Talkline.

Inzwischen brauche ich kein Handy mehr, außer wenn ich verabredet bin und sicher gehen will, dass Tom nicht am falschen U-Bahn Ausgang wartet. Aber ansonsten telefoniere ich überhaupt nicht gerne. Weder beruflich noch privat. Es fängt damit an, dass der Anrufer den Zeitpunkt für den Angerufenen aus Unwissenheit fast immer unglücklich wählt. Als Anrufer weiß ich das und der erste Satz dreht sich immer darum, ob es dem anderen gerade passt. Ich versuchte früher auch, den Zeitpunkt abhängig davon zu wählen, wie lange das Gespräch wohl dauern würde. Alte Freunde aus dem Pott oder Hamburg rufe ich nicht kurz vor der Mittagspause an. Und wenn ich abends anrufe, sind sie doch gerade im Auto auf dem Heimweg und können nicht gut sprechen.

Ich nutze auch Zugfahrten nicht zum Telefonieren. Nicht nur, weil die Verbindung in der niedersächsischen Steppe so schlecht ist. Es gibt auch so gut wie kein Gesprächsthema, dass ich nicht lieber führen würde, wenn ich allein im Raum bin. Geschäftlich, wie privat.

Umgekehrt: Wenn ich im Büro angerufen werde, werde ich immer aus einer gedanklichen Konzentration gerissen. Aufgabenwechsel kosten immer Zeit. Es kann auch sein, dass ich nicht im Büro bin, sondern im Zug oder in Wolfsburg. Viele Fragen müssen nicht hier und sofort gelöst werden. Das will höchstens der Anrufer. Die einzige angenehme Kommunikation vie Handy ist die SMS.

Das alles geht doch schriftlich viel angenehmer. Früher war schriftlich blöd, weil langsam. Dann kam Fax, und die Zeit, wo man vor dem Gerät im Büro Schlange stand. Dann kam Email, der Segen.

Wenn es um mehr geht als "Ich bin hier, und Ihr so?" dann ist die zeitversetzte, schriftliche Kommunikation die produktivste. Jedenfalls für mich. Ein iPhone ohne Phone aber mit Datenkommunikation wäre für mich das Ideale.

Andererseits: Konzentrierte Arbeitstage am vernetzten Schreibtisch, in Zeiten lange vor dem Abgabetermin, müssen auch nicht unbedingt konzentriert sein. Das Netz kann ein Fluch sein, und immer wieder zur Ablenkung verführen.

Von einem Zeitungsredakteuer hörte ich auf Bayern 2, er schaffe es höchstens einen Absatz zu schreiben, bevor er wieder den Drang verspürt, Emails zu checken oder auf SPIEGEL Online nachzugucken.

Dass Zeit vergangen ist, erkennt man daran, dass es auf unseren Favoritenseiten eine neue Überschrift gibt, dass sich die Börsenkurse bewegt haben oder die Gebote in der Auktion, die wir verfolgen. Das vermisse ich aber nicht, wenn ich dann wieder offline bin. Zu viele Bürotage am Stück machen unruhig. Es tut dann gut, zu Terminen zu reisen.

Doch unterwegs erlebe ich immer öfter ein neues Phänomen, von dem ich bis gestern glaubte, dass es nur mich betrifft:

Das Phantomvibrieren.

Ich habe mein Handy in der Manteltasche. Es ist für eintreffende Anrufe und SMSen auf Vibration eingestellt. Einmal am Tag spüre ich es vibrieren. Ich schaue nach, aber da ist nichts. Keine neue SMS. Manchmal sogar gar kein Handy! Neulich hatte ich es zum ersten mal am Schreibtisch. Mein Handy lag da und auf einmal hörte ich es vibrieren - aber es war Einbildung.

Ich traue mich nur aus einem Grund, dass hier online zu schreiben: Der Redakteur, der in dem Podcast interviewt wurde, hatte davon erzählt. Da waren wir schon zwei. Und dann erzählte er, er habe zum Thema Onlinesucht Schulklassen befragt, und da gingen beim Thema Phantomvibrieren etliche Hände hoch. Bei Jugendlichen ist das bekannt!

Naja, Onlinesucht. Man könnte es auch Akzeptanz nennen. Schreibt, liest und kommentiert man regelmäßig Blogs und Twitter entstehen mit der Zeit neue Bekannte, die man eigentlich nur online kennt. Und später irgendwann auch real kennen lernt. Aber auch umgekehrt: Mit vielen Exkollegen und Freunden maile ich eigentlich seit Jahren nur noch. Ich empfinde das nicht als zweitklassig. Man kann sich schriftlich genau so viel Mühe geben, wie im Gespräch.

Ein Höhepunkt aber ist zur Zeit die sonntägliche Twitterei wenn #Tatort läuft. Da hauen Tatortfans, Nachwuchsschauspieler, Filmstudenten, Hobbydrehbuchautoren usw. ihre Kommentare in den Raum. Auch verfolgen die Zuschauer des Livestreams und der Ausstrahlung in Österreich und Schweiz den Tatort mit einem Zeitvorsprung. Da wirds richtig lustig :-) Das ganze wirkt anziehend, weil es echt ist und live. Gerade, dass man einander nicht sieht, sondern nur liest, sorgt hier für Spannung. Das ist eine Wiedergeburt des Schriftlichen. In meinen Augen ist das Kultur.

15 Januar 2011

Brüderles Zahlenpropaganda

Mal angenommen, Ihr Investmentfonds, in den Sie für Ihre Rente sparen, hatte bis Ende 2009 einen Verlust von 50% erlitten. Um wieviel Prozent muss er von dort wieder steigen, um auf den ursprünglichen Wert zu kommen?

Die Propagandaabteilung der Bundesregierung würde ohne rot zu werden sagen: Na, um 50%.

Tatsächlich aber muss er dann um 100% steigen. Ging es nur um 10% runter, also z.B. von 100 auf 90, muss er um 10/90 wieder steigen, das sind 11%.

2009 war unsere Wirtschaftsleistung um 4,7% gesunken. 2010 um 3,6% gewachsen. Also mal sehen, nehmen wir das Jahr 2008 als 100:

2009: 100 - 4,7 = 95,3

2010: 95,3 * 1,036 = 98,7

Prognose für 2011: 2,3% Wachstum.

2011: 98,7 * 1,023 = 101.

Also liegen wir Ende dieses Jahres wieder etwas über dem Niveau vor der Krise.

Hätten wir 2009 bis 2011 jährlich 2% Wachstum gehabt, lägen wir dann bei 106,1.

Daran erkennt man, wie relativ die derzeit beeindruckenden Wachstums-"XXL"-Zahlen von Rainer Brüderle sind. Er schreibt sich lediglich den Rebound des scharfen Abschwungs zugute.

Solche Rebounds kennt man an der Börse zu genüge. Je steiler es hoch ging, desto schärfer wird der Fall. Aber eben auch umgekehrt. Das hängt mit den Übertreibungen zusammen, für die solche steilen Verläufe ein Ausdruck sind. Hat man es mit dem Sparen übertrieben, hat sich ein Nachholbedarf angestaut. Hat man es mit den Anschaffungen übertrieben, genährt von einer linearen Fortschreibung eines außergewöhnlichen Aufschwungs, stellt sich ganz plötzlich ein Überfluss ein. Oder: Wurde eine schlechte Nachricht überinterpretiert, korrigiert der Markt sein Verhalten, sobald sich die Erkenntnis darüber eingestellt hat.

Tip für Auto- und Wohnungsbesichtigungen

Vorsicht, wenn der Verkäufer oder Makler Sie nach Ihrer Handynummer fragt. Das sind die unorganisierten oder undisziplinierten Typen. Zumindest in Berlin.

Die nehmen sich das Recht raus, Ihnen 10 Minuten vor dem Termin noch abzusagen, weil sie den Wohnungsschlüssel nicht ausfindig machen können, der gegenwärtige Besitzer noch mit dem Auto herumfährt oder plötzlich noch seine Tante in Süddeutschland besuchen muss oder der Verkäufer sich offen halten will, ob er am Samstagmorgen Lust auf den Termin hat.

Geben Sie also nur Ihre Festnetznummer an. Wenn der Verkäufer dann drängelt, auch Ihre Mobilfunknummer haben zu wollen, vergessen Sie den Termin am besten ganz.

Die fünf häufigsten Fehler bei Patenrecherchen

Die gravierendsten Fehler bei der Patentrecherche:

1. Prioritätsdaten prüfen
Bevor recherchierte Patente tiefer überprüft werden, immer deren (und das der zugehörigen Patentfamilie) Prioritätsdatum auf Relevanz checken.

2. Rechtschreibfehler (und Kopierfehler) bzw. Schreibweisen
Rechtschreibfehler im Namen des Patentanmelders oder Erfinders passieren schnell. Das kann übrigens auch dem Anmelder selbst unterlaufen! Häufig vorkommende Firmennamen oder -teile führen dazu, dass man die volle Schreibweise inkl. der Gesellschaftsform benötigt. Dann kommt es darauf an, korrekt darzustellen, dass man die "Müller Saft GmbH" sucht. Schon hier braucht man tiefere Kenntnisse über die Formulierung der Datenbankabfrage. Schreibt man den Namen einfach so ins das Suchfeld der Einsteigerabfrage, werden die drei Begriffe als ver-ODER-t interpretiert. Da es sehr viele GmbH's unter den Patentanmeldern gibt, fällt es einem u.U. nicht auf, dass das wichtigste Unternehmen, der gesuchte Anmelder, sich gar nicht in der Trefferliste befindet. Auch in Patentaktenzeichen sind Vertipper fatal.

3. Das genaue Verständnis des Kundenwunsches
Patentrecherchen benötigen sehr unterschiedliche Strategien, wenn es um die Neuheitsrecherche für eine Erfindung geht oder um die Identifizierung von möglicherweise relevanten Schutzrechten in einem Technikfeld. Für erstere genügen wenige Treffer, um die Annahme zu Fall zu bringen, eine Erfindung sei neu. Im zweiten Fall kommt es darauf an, möglichst alle relevanten Schriften zu finden. Achtung, es könnte auch um nur bestimmte Märkte, also Länder, gehen,

4. Die richtigen Quellen durchsuchen
Keine Patentdatenbank weiß alles. DEPATISNET vom deutschen Patentamt ist ziemlich gut, aber weiß auch nicht alles. Bei internationalen Recherchen, die alle wichtigen Märkte (Europa, USA, Japan, China, Korea, Südamerika) abdecken sollen, sollte man verschiedene Datenbanken befragen. Und Achtung: Sollte der Klient ein eigenes Patentinformationssystem im Hause benutzen, wird auch dieses für bestimmte Zwecke konfiguriert sein. Man sollte um dessen blinde Flecken wissen. Auch wenn es um die Recherche von Rechtsständen ganz bestimmter Patente in bestimmten Ländern geht, sollte man in der Quelle des Landes suchen, um das es geht.

5. Zeitläufe
Natürlich haben auch Patentrechercheprojekte Abgabetermine, die man einhalten sollte. Das ist das eine. Das andere ist: Wenn zwischen dem Ende der Recherche und dem Präsentationstermin mehrere Monate liegen, kann es neue Offenlegungen geben, die man dann nicht mit drin hat. Das kann leicht passieren, wenn z.B. Sie die Recherche machen, aber andere die Bewertung der Treffer (Reviews), was sich empfiehlt. Um sicher zu gehen, sollte man das seinem Klienten vorher sagen und man sollte Termine festlegen.

Quelle: Intellogist
Gefunden bei: LinkedIn.com

13 Januar 2011

Der einzig "linke" Porsche

Da sind wir wieder. Das ganze pseusoprogressive, weibische Getue um sanfte Elektroautos ist passé. Wir sind aus Detroit zurück und wissen, dass alle Autos, die wir lieben, schon lange gebaut sind und kloppen uns wieder um die letzten und wichtigsten Fragen in Deutschland: Darf ein Linker Porsche fahren?

Ich sage: Natürlich. Aber nicht jeden. Da ist das ganz feine Gefühl für die Unterschiede gefragt. Gleichmacherei sorgt hier nur für Fehlzündungen. Der Elfer der 70er z.B. war was für Fussballspieler. Der Elfer seit 2000, also seit Wiedeking, nur noch was für bürorockende Rechtsanwälte. Dazwischen war aber noch was. War die Zeit - genau wie heute- wo der Mittelstand den ganzen Laden retten musste: Der 924er. Als Porsche am Boden lag, nach der Ölkrise, da musste was Zeitgemäßes her: Ein sparsamer Porsche. Also ein 4 Zylinder. Ein ausgeglichener Typ, den keine Krise aus der Ruhe bringt. Also mit exakter Gleichverteilung des Gewichts auf Vorder- und Hinterachse. Also ein Frontmotor - Heckgetriebler, ein Transaxle.


Achtung Baby, Rot heißt hier: Leistungsgesellschaft

Ein Porsche, den man bezahlen kann. Und benutzen, d.h. mit Kofferraum, wenn die Familie mal in Urlaub will.

Warum weiß Klaus Ernst das alles nicht? Warum weiß er nicht, dass der einzige Porsche für den Vorstand der Linkspartei ein abgerockter 924 wäre? Ein Porsche, der vom Establishment verpönt, weil nicht verstanden wurde? Einer, der im vorigen Jahr seinen Wert fast verdreifacht hat? Der in der Krise an Nachfrage gewinnt, weil alle kapieren: "Mensch, die intelligenz liegt in der Performance, nicht in der Power." Wehe, ich hör' jetzt einen sagen: "Frauenauto, den soll die Lötzsch fahren!" Der hat wieder nix kapiert.

Der 924 ist das Auto für über Land, vor allem für die Rally Havelland, wo magnetische Straßenlage, auch bei plötzlichen Unebenheiten oder Wildschweinhindernissen Überleben bedeutet.



Das wichtigste aber -gerade doch für einen Linken - ist: Dass der Benz des Maklernachbarn einen mit dem Arsch nicht anguckt - oder wir ihn:


Also:
Reih' Dich ein in die Arbeitereinheitsfront
Weil Du auch ein Arbeiter bist..





OK? Wichtig ist noch ein kleines Detail: Der 2,0 Liter ist das Modell für Linke. Für sozialliberale SPDler kommt natürlich nur der modellgepflegte, ausgereifte 924S in Frage. Also, der bei dem Porsche nicht nur das Grundprinzip ist, nicht nur das Fahrwerk, sondern auch die Quelle der Wertschöpfung: Der Motor! 2,5 Liter sind hier angesagt.


Ist das jetzt allen klar? Wenn der Klaus das jetzt auch verstanden hat, dann lade ich ihn gerne mal auf eine Probefahrt ein. Er darf fahren.

Die CSU setzt die richtigen Kriterien

Ramsauer lässt Bahnchaos Bahnchaos sein und kümmert sich lieber um seine Taskforce gegen Anglizismen in seinen Ordnern. Und Aigner lässt Dioxin Dioxin sein und kümmert sich um nicht funktionierende digitiale Radiergummis.

12 Januar 2011

Wenn Du zur Arbeit gehst, am frühen Morgen..



Wenn ich morgens auf dem Weg ins Berliner Büro oder nach Wolfsburg meine Podcasts abhöre, bringt mir das oft etliche Themen ins Bewusstsein, über die ich schon längst mal geschrieben haben wollte. Wenn ich aber dann abends den Browser starte und die Apple News sehe oder nur mal kurz auf Twitter gehe, dann habe ich vergessen, warum ich eigentlich den Browser gestartet habe.

Ähnlich gehts mir mit Musik und Büchern und Filmen. Wenn ich mir keinen Zettel mache, dann bringt mich die reale Angebotsflut davon ab, was ich mal wollte.

Heute morgen habe ich dann aber endlich verstanden bekommen (sic!), warum das so ist. Erklärt wurde das von einem Berliner Philosophieprofessor (seinen Namen habe ich vergessen..), der von Jürgen Wiebeke auf WDR 5 in einem Sitzungssaal der Sparkasse Detmold interviewt wurde. Da ging es um Gefühle und Verstand. Und warum man sich nicht selbst analysieren kann. Weil alles was wir denken, tun und aufschreiben ein Kind der momentanen Verfassung ist. Morgen kann das schon irrelevant und überholt sein. Wir ändern permanent unsere Stimmung und Prioritäten. Mit und ohne Einfluss von außen.

Aber wäre es der Gedanke nicht trotzdem wert gewesen, aufgeschrieben zu werden? Über die verblüffenden Ähnlichkeiten zwischen heute und.. nein, nicht Weimar, sondern der Zeit vor dem 1. Weltkrieg, die Stefan Zweig so anschaulich beschrieben hat? Darüber, dass der Fall der Eliten vom hohen Ross unmittelbar bevorstehen muss? Dass wir die Moral nicht den Konservativen überlassen dürfen, sondern dies eine zutiefst soziale Kategorie ist? Über den BMW X6, der mir immer besser gefällt, weil er die Verkörperung der richtigen Antwort auf den Affront der zumutenden Großstadt ist. Über den hohen Anteil der Psychopathen im Management, über Psychopathie als Bedingung zur Zugehörigkeit zum Management überhaupt? Über die Erkenntnis, dass hinter jedem großen Reichtum ein Verbrechen stecken MUSS (an Menschen oder Tieren)? Dass wir kein anderes System brauchen, sondern andere Leute an der Spitze? Dass Prozesse der erfolglose Versuch waren, die Qualität des Arbeitsergebnis von der Qualität der Akteure zu entkoppeln und dass man das hätte ganz oben und nicht im Callcenter anfangen müssen? Über die Wohltat des normalen Lebens in der Kraft der Ruhe, nach der Verabschiedung aller fremden Zielvorgaben? Darüber, dass ich mich über Menschen freue, die mir sofort auf meine Email antworten (so, wie ich das nach Möglichkeit auch tue..)? Und noch mehr über Emails zum Porsche 924S? Dass ich nicht mehr die WAZ lese, sondern nur noch die Barone?
Und so weiter.

Es ist eine Folge der Medialisierung unserer Zeit, dass wir nicht mehr ausführen oder zu Ende denken, was wir angefangen hatten, zu denken sondern sogleich abgelenkt werden, wenn wir ins Handeln kommen. Die Startseite im Browser ist die Wurzel dieses Übels. Und die Favoritenliste gehört dazu.

11 Januar 2011

Umweltpolitik a la Röttgen

Im Benzin haben wir den doppelten Anteil von Bioethanol. Und im Fleisch haben wir dioxinhaltiges Maschinenöl. Umgekehrt wäre es gesünder.

06 Januar 2011

Plötzliches Massensterben von Tieren



Das ist die Google Weltkarte (Link) mit Fundorten, an denen massenweise tote Tiere (Vögel, Fische, Pinguine) gefunden wurden. Nicht über Jahrzehnte gesammelt, sondern ziemlich aktuell.

Ist das nun ein Wahrnehmungseffekt oder steckt etwas dahinter? Der Effekt ist nicht zum ersten in der Geschichte aufgetreten, man findet bei Google auch Meldungen aus 2007. Es geht um verschiedene Tierarten und verschiedene Länder auf verschiedenen Kontinenten.

Ich werd hier nicht alle Spekulationen wiedergeben und auch nicht selbst schlaumeiern. Aber ich bin sehr gespannt, ob wir demnächst Erklärungen bekommen.

04 Januar 2011

Berlin, Potsdamer Platz



Anfang Januar am Potsdamer Platz. Nur leicht bewölkter Himmel über Berlin. Es ist halb fünf aber noch hell. Das fällt mir sofort auf, als ich aus den Einkaufsarkaden komme. Auf den Gesichtern der Passanten Entspannung. Darüber, dass die Festivitäten nun alle vorbei sind und man wieder dem normalen Alltag nachgehen kann. Dass alle sozialen Pflichten erledigt sind, und die Geschäfte wieder geöffnet. Der Dezember ist immer eine Abfahrt auf dem Rodelhang Richtung Ziel bei dem man unterwegs andauernd zu einem "besinnlichen" Beisammensein eingeladen wird. Die Art von Beisammensein, wo man zwar zusammensitzt, aber in Gedanken daran, an was man noch denken muss. Mit zwischendurch verstohlen Blicken aufs iPhone, ob es von irgendwem irgendetwas neues gibt.. Die Feste geben diesem dunklen Monat wenigstens einen Sinn und ein schönes Licht. Wer Glück hat, kommt dazu, etwas zu lesen oder zu hören. Alle geistreichen Deutschen aus unserer Geschichte haben irgendwann etwas zu Weihnachten oder Silvester oder die Zeit "zwischen den Jahren" (die formloseste aller Zeiten) aufgeschrieben. Da kann man mal sehen, wie wenig sich doch in den letzten hundert Jahren in Berlin verändert hat. Zwischendurch war es mal komplett anders. Aber jetzt ist es eigentlich fast wieder so, wie es bei Tucho steht.

Und dann kommt der Januar. Alle Erwartungshaltung fällt von einem ab. Eine Zeit im hier und jetzt. Es liegt Schnee und man freut sich schon, wenn es mal nicht minus zehn Grad hat sondern nur null. Und wenn die Wege geräumt sind. Am Potsdamer Platz räumen Arbeiter die letzten Gestelle der Rodelbahn ab. Ein Tieflader steht quer über dem Platz. An den Straßenrändern hohe Berge von dreckigem Schnee. Das letzte Jahr war gar nicht schlecht, wenn man mal ehrlich ist. War seit langem das erste ohne größere Befürchtungen, Ärger und Stress. Und für das neue ist man noch ein bisschen optimistischer. Sagen auch andere. Traut man sich als Deutscher fast gar nicht mehr. Sind jahrelang nur von Ängsten getrieben worden. Doch jetzt zum ersten mal das bewusste Gefühl, das vielleicht erstmal abgeschüttelt zu haben. Ein Gefühl der Aufgeräumtheit, Souveränität und Erwachsenheit. Wie kann es nur so sein, dass unsere Eltern auf alten Fotos schon im Alter von fünfzehn so ernst und erwachsen aussehen und die meisten Typen in der Berliner S-Bahn so um ende dreißig immer noch infantil wirken? Machte Angst früher erwachsen und heute unmündig? Ich kann es mir nicht erklären.

Es dauert immer eine Zeit, bis man den Potsdamer Platz komplett überquert hat. Die Ampelschaltungen in Berlin sind so, dass man als Fussgänger nicht beide Fahrbahnen in einer Ampelphase schafft. Außerdem muss man höllisch aufpassen. Man kann es sich hier überhaupt nicht leisten, den Verkehr aus den Augen zu lassen. Autofahren oder zu Fuss unterwegs sein und in Gedanken woanders, das sollte man sich in Berlin abgewöhnen. Die Sitten sind hier inzwischen so verroht, dass einem nicht nur was passieren kann, aus Unachtsamtkeit der anderen. Nein, immer mehr legen es darauf bewusst an, die Kreuzung zu beherrschen. Wer ihnen nicht ausweicht, wird angefahren. Und dann wird weitergefahren. Und wenn der Typ doch erwischt wird, kriegt er Rückendeckung von irgendeiner deutschen Gesetzeslücke. Da kommt dann von irgendwo ein Zwillungsbruder daher und erklärt die Vereinbarkeit von Maserati und Hartz IV.

Womit wie beim peinlichsten Berliner des Jahres 2010 sind: Harald Ehlert, der Erfinder des Unwort "Social Profit". Der ein Unternehmen darauf gegründet hat, öffentliche Fördermittel aus dem Sozialhaushalt Berlins auf sich zu lenken, zu verteilen und sich selbst einen großzügigen Obulus einzustecken. Er hatte verstanden, was es mit der normativen Kraft des Faktischen auf sich hat. "Social Profit" - gib dem Kind einen Namen, dann klingt das so, wie etwas selbstverständliches und modernes. Es ist und bleibt aber Abzocke öffentlicher MIttel. (Ehlert steht damit aber in einer Reihe mit den Vorständen einer Hypr Real Estate, Depfa oder Deutsche Bahn.)

Irgendwann ist man dann endlich drüben. Hier, am Leipziger Platz, der sich in östlicher Richtung entlang der Leipziger Straße unmittelbar an den Potsdamer Platz anschließt, war während der DDR nüschte. Nur das Sechseck blieb immer erkennbar. Heute stehen hier wieder ein paar Bürohäuser. Die Baulücken waren lange Zeit mit Attrappen gefüllt. Die sind jetzt entfernt worden. Denn es soll dieses Jahr ernst werden mit dem Wiederaufbau des Kaufhaus Wertheim. Davon ist schon seit drei Jahren die Rede, aber dann kam die Finanzkrise dazwischen. Da bin ich mal gespannt.

02 Januar 2011

Porsche 959 auf der Paris - Dakar 1986

Gestern ist die DAKAR Rally gestartet. In Buenos Aires, weil sie inzwischen nach Südamerika verlegt wurde. Aus Sicherheitsgründen. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht an stundenlange, sandbraune Fernsehbilder von ZDF sport extra aus der westafrikanischen Wüste? Die Strecke führte damals von Paris über Algier nach Dakar (Senegal).

Blicken wir zurück nach 1986. Ein tragisches Jahr für die Dakar, denn ihr Erfinder Thierry Sabine verunglückte während ihr mit einem Hubschrauber in einem Sandsturm. Die Dakar Rally galt und gilt als eine der härtesten. Zum einen wegen der Gesamtlänge ihrer Wertungsstrecken zwischen 6.000 und 13.000 km (schwankte jedes Jahr stark mit der Streckenführung). Zum anderen wegen der vielen Unfälle und Todesfälle, sowohl unter den Fahrern als auch Zuschauern als auch Organisatoren.

Porsche hat diese Rally 1984 und 1986 gewonnen. 1986 ging man mit drei Rallyversionen des 959 an den Start, dessen Markteinführung für das selbe Jahr anstand. Einer der Fahrer war der legendäre Belgier Jacky Ickx. Ein paar technische Daten:

- Motor: 2,85 Liter mit Doppelturbolader, wassergekühlten Zylinderköpfen und luftgekühltem Motorblock.
- Leistung auf 400 PS gedrosselt, um mit Normalbenzin auszukommen.
- Das Sechsgang-Getriebe mit elektronisch gesteuertem Vierradantrieb (automatische Drehmomentverteilung an Vorder- und Hinterachse)
- 330-Liter-Treibstofftank.

Der 959 war übrigens nicht als Rally-affiner Wagen erdacht. Sondern als der zu der Zeit schnellste straßenzugelassene Sportwagen mit etlichen Neuerungen. SUVs wurden damals erst erfunden, der erste Dakar Sieger fuhr einen Range Rover. Heute starten Porsche Rallyfahrer mit einem Cayenne, von dem es eine Sonderausführung "Transsyberia" nach der gleichnamigen Rally gibt.

Porsche tritt seit langem nicht mehr mit Werksfahrern bei Rallys an. Volkswagen unternimmt das mit seinen Race Touaregs. Sie haben voriges Jahr die Dakar gewonnen. Als härtester Konkurrent in diesem Jahr gilt der BMW X3.

Ich habe zwei Videos von der Dakar herausgesucht:





Quellen: Wikipedia, Porsche.com und YouTube

Kondratieff'sche Konjunkturwellen

Bis gestern war ich mir nicht bewusst, dass ich mit Elektrotechnik sozusagen das Gründungsfach der deutschen technischen Universitäten studiert habe. Ich war mir auch noch nicht bewusst, dass damit in Zukunft wohl nicht mehr viel zu reißen sein wird.

Denn gestern habe ich Erik Händeles Buch "Kondratieffs Welt" (Leseprobe) zu Ende gelesen. Und wie immer nach dem Gewinn neuer Erkenntnisse und Einsichten frage ich mich, warum erst jetzt und warum erst durch andere? Ich konnte meine Kritik an den uns beherrschenden "Eliten" in Wirtschaft und Politik bisher auch deshalb nicht griffig formulieren, weil ich den Gesamtzusammenhang auf keinen gemeinsamen Nenner bringen konnte - und wich deshalb oft auf Polemik aus. Es war auch schon lange her, dass ich mich für eine neue Idee oder Erkenntnis begeistern konnte. Ich hatte mich mittlerweile so eingerichtet, dass ich schon zufrieden war, wenn ich schmerzfrei war. Trotzdem war die Erkenntnis, solange nichts ändern zu können, solange mir die neue Stoßrichtung nicht klar sein würde, unbefriedigend. Solange würde ich hinnehmen müssen, dass diejenigen, die uns in eine Misere geritten hatten, mir die Rechnung dafür hinlegen würden. Und danach weitermachen wie bisher, inkl. ihres nicht mehr zu legitimierenden Wohlstands- und Einflussniveau.

"Wirtschaft ist eine Kulturleistung" halte ich für den Kernsatz in Händeles Werk. Kulturleistung heißt: Es ist das Ergebnis all der Motive, Entscheidungen und Handlungen, die unsere gesamte Grundlage unserer menschlichen Existenz und Gesellschaft ausmachen. Auf dem Markt sind wir keine rein rational handelnden Akteure. Schon überhaupt nicht, treffen wir unsere Kauf- und Angebotsentscheidungen in Abhängigkeit von Zinssätzen und Steuertarifen und sonstigen geldpolitischen Randbedingungen. Das tun allenfalls Steuerquittungssammler und Fondsgebührenoptimierer. Nein, wir sind letztenendes von nicht rationalen Impulsen getrieben und kaufen heute diese Ware und morgen jene Marke. Unsere Politik beeinflussen tun aber die quittungssammelnden Volkswirte (auch "Weise" oder "führenden Konjunkturforschungsinstitute) genannt, die inzwischen so schlecht geworden sind, dass sie ihre "Prognosen" laufend anpassen und allen Ernstes dafür immer noch große Aufmerksamkeit und Respekt erwarten. Nach dem Motto: "Hm, bisjetzt war es nur mein Eindruck, aber wenn es jetzt auch die großen Weisen aus dem Abendland verkünden." Nein, das sind allesamt nacheilende Propheten.

Anderes Beispiel: Kannten Sie 1996 auch Kollegen, die Ihnen zum Kauf einer Immobilie in Ostdeutschland rieten? Und zwar ausschließlich mit dem Argument, das sei doch "steuerlich gefördert"? Und dann selbst blind zugriffen, meistens ohne ihr Objekt vorher auch nur einmal selbst besucht zu haben. Oder kennen Sie auch Leute, die ihre Investmentfonds, in die sie für ihre "Altersvorsorge" sparen, in erster Linie nach den Fondsgebühren und steuerlichen Absetzbarkeiten auswählen? Sehen Sie, solche glauben auch, dass der beste Moment für die Schaltung eines Werbespots dann ist, wenn Sie gerade in erregter Hochspannung mit ihren Gedanken ganz woanders waren..

Diese Leute dominieren unser Wirtschaftsgeschehen mit einer mechanischen Denke, die inzwischen überholt ist. In der Physik wäre das so, als wisse man bis heute nichts von Einsteins Relativitätstheorien und beschränke sich immer noch einzig auf die lineare Himmelskörpermechanik von Kopernikus. Wenn ich "Controller" kritisieren, dann meine ich diese Erbsenzähler, die nichts unternehmerisches im Unternehmen zulassen wollen.

Diese Leute erklären uns übrigens auch, dass die tiefere Ursache für die Finanzkrise falsche Zinssätze und Geldmengen der amerikanischen Notenbank gewesen seien.. Ich glaube denen kein Wort mehr.

So, jetzt noch eine eigene Kritik, die ich seit fünfzehn Jahren mit mir herumschleppe: Ich habe damals immer die Amerikaner für ihren Enthusiasmus für das Internet bewundert. Bill Clinton, Jeff Bezos (Person of the year 1999) usw. verkörperten, nutzten und demonstrierten die neuen Möglichkeiten des Internet. Jeder US-Amerikaner konnte zumindest abends im Fernsehen sehen, dass ein neues Zeitalter anbrach, aber vermutlich erlebte er das sowieso täglich an seinem Arbeitsplatz. Unsere Bundeskanzler Kohl und Schröder habe ich aber nie vor einem Internetrechner sitzen gesehen oder mit einem Handy in der Hand. Beide demonstrierten mir damit, dass sie nichts über das Wesen von Vitalität, wirtschaftlicher Dynamik, Innovation und der inneren Begeisterung für ein neues Zeitalter wissen. Beide waren und sind dafür zu sehr Juristen und Schreibtischhengste. Wir haben seit Schröders Amtsantritt bis heute über zehn Jahre Debatten über die Reform unseres Sozialstaates geführt und alle neuen Möglichkeiten, uns grundlegend aus dem Sumpf zu ziehen, dabei fahren lassen. Ich kann Worte wie "Hartz-Gesetze", "Reform" usw. nicht mehr hören. Ich kann auch die damit zusammenhängenden Politiker nicht mehr sehen. Währenddessen verpassen wir da draußen strategisch wichtige Fragen z.B. über die Versorgung unserer Industrie mit wichtigen Rohstoffen oder der Entwicklung neuer Stoffe.

Ein sibirischer Gulag im Jahr 1938:
Der russische Ökonom Nikolai Kondratieff, ein erklärter Gegner der marxistischen Wirtschaftstheorie, wartet auf seine Hinrichtung. Mit ihm droht auch sein Lebenswerk - die Theorie der langen Konjunkturwellen - unterzugehen. Demnach stecken hinter dem langfristigen Auf und Ab der Wirtschaft grundlegende Erfindungen wie die Eisenbahn oder zuletzt der Computer. Sie breiten sich zu ihrer Zeit aus und bringen die Konjunktur auf Trab, bis sie die gesamte Gesellschaft durchdrungen haben – dann aber tritt die Wirtschaft auf der Stelle und es kommt zu Krisen. Doch die Theorie bietet auch Antworten auf die Frage, wie es dann weitergeht.
E. Händele

Das haben wir alle zumindest schon mal als Stichwort gehört: Kondratieff begründete Konjunkturzyklen -und damit auch die wahren Quellen von Aufschwüngen- mit Basisinnovationen, deren Entwicklung und Anwendung neue Arbeitsplätze, höhere Löhne, neue Gewinne und Steuereinnahmen erzeugen. In der Geschichte haben die heute wichtigsten Industrienationen jeweils mindestens eine Kondratieffwelle angeführt: Die Engländer das Zeitalter der Dampfmaschine und Eisenbahn. Die Deutschen das Zeitalter der Elektrifizierung. Die Japaner haben Computer in Produktionsanlagen und Robotern eingesetzt. Wer war am produkivsten beim Aufbau und der Anwendung des Internet? Beim Aufbau sicherlich die Amerikaner. Ich würde sagen: Auch bei der Anwendung. Ich kenne aus meiner Projektarbeit niemanden, der Email und Web so selbstverständlich und meistens mit Vertrauensvorschuss einsetzt wie sie.

Kondratieff sagt: Der Aufschwung startet mit einer Basisinnovation, die einen vorherigen Produktivitätsengpass beseitigt hat. Dann wird diese Innovation produziert und angewendet. Irgendwann geht die Anwendung in Sättigung über und alle sind damit versorgt und niemand erzielt damit mehr einen Produktivitätsvorteil. Dafür begegnet man bald einem neuen Engpass. Für diesen werden dann die Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen erhöht, bis jemand eine neue Basisinnovation schafft.

Dieses Modell erklärt auch, warum wichtige Erfindungen manchmal gleichzeitig an mehreren Orten gemacht werden: Weil alle an die Entwickler den gleichen Auftrag erteilen. Vor allem aber erklärt es unser Wirtschaftsgeschehen mit gesundem Menschenverstand und von der wertschöpfenden Seite her, nicht der Geldpolitik, wie es die Neoliberalen so schick finden.

Was ist derzeit unser Engpass, der uns vom nächsten Produktivitätssprung abhält? Nach Händeles Meinung ist das unser Umgang mit der Informationsvielfalt und besonders die Art und Weise, wie wir in Projektgruppen damit umgehen. Wir deutschen Ingenieure und Informatiker würden besonders damit kämpfen, in Gruppen mehr als die Summe ihrer Teile zu produzieren. Die Tradition des deutschen Ingenieurs sei die Hierarchie (stimmt, erlebe ich bis heute!) und die Rechthaberei (erlebe ich nur bei Leuten ab Mitte dreißig). Wer sich von denen in ein sog. Netzwerk begebe, oder von seinem Chef die Erlaubnis dazu bekomme, dies zu tun, erwarte einen sofortigen Nutzeneffekt. Auch das habe ich erlebt. Meine frühere Agenturchefin hatte mir das auch mal mit auf den Weg gegeben: "OK, geh mal dahin und berichte mir anschließend, welchen Return Du da bekommen hast..." Sie hatte nicht verstanden, wie Arbeitsbeziehungen funktionieren: Man steckt erstmal rein, bevor man etwas rausbekommt. Das ist im übrigen überall so..

Ein weiterer Engpass ist Qualität: Führungsqualität. Beziehungsqualität, Produktqualität, Lebensmittelqualität, Servicequalität. Wir brauchen von allem weniger, aber dann mit hoher Qualität.

Als mich vor zehn Jahren der Hype erfasste, arbeitete ich 12, manchmal 13h am Tag. Und zwar vor allem deshalb, weil ich und meine Projektkollegen, später mein Projektteam, viel improvisieren mussten. Weil wir nicht die Experten waren, als die uns unser Teamleiter an den Kunden verkauft hatte. Der weltweite IT-Marktführer investierte nämlich nichts in die Expertisen seiner Mitarbeiter. Jedenfalls interpretierten die Manager seiner deutschen Dependance das so: Schulung gibts erst, wenn der Auftrag dafür da ist. Doch als der Auftrag da war (was schwierig genug war!), gab es keine Zeit mehr dafür, eine Schulung zu besuchen. Im Privatleben führte ich "To-Do Listen", um den Überblick über mein, später unser Leben zu behalten. Es gab nichts besseres, als hier einen Punkt abhaken zu können. Dafür gingen alle privaten Beziehungen den Bach runter und wurden durch mehr oder weniger oberflächliche, hin und wieder aber auch richtig gute, neue Kollegenbeziehungen ersetzt. Was wir so brauchten, bestellten wir online. Zu Weihnachten 2000 bekamen wir erstmals mehr Weihnachtspost von irgendwelchen Firmen als von Freunden und Verwandten.

Dieser Rausch ist vorbei. Ich arbeite heute für ein gutes Ergebnis viel weniger als früher. Ich muss aber immer wieder neu dafür kämpfen, dort eingesetzt zu sein, wo ich gut bin. Weil meine Hierarchie diesen Zusammenhang zwischen Expertise und Qualität nicht versteht. Deshalb versuche ich dort, wo ich bleiben will, eine Beziehung zwischen dem Kunden und mir und nicht zwischen ihm und meinem Arbeitgeber zu entwickeln. Ich bemühe mich, zu jedem wichtigen Projektpartner auch eine menschliche Beziehungsebene zu entwickeln. Wenn ich das Glück habe, dass die anderen auch so denken, dann fluppt es. Dann fließen Informationen und Arbeitspakete. Dann freut man sich auch wirklich gemeinsam über den Erfolg. Dann gibt es vor allem auch Vertrauen. Ich schreibe dann keine großartigen Projektpläne und -berichte mehr, außer zu dem Zweck mir selbst über die Projektstruktur klar zu werden. Fehlendes Vertrauen durch Formalismen ersetzen zu müssen, ist mir zu aufwendig. Wenn ein Hierarch von mir nach dem Projekterfolg noch die Erfüllung von tausend Formalien erwartet, dann tue ich so, als würde ich das befolgen. Fehlendes Vertrauen zu der Außenwelt eines Unternehmens haben immer diejenigen, die nur Innendienst machen. Also der Verwaltungsleiter, der IT-Leiter, die Controller und der Vertriebsleiter, der die Vertriebsprozesse macht.. (Zum Ausgleich fangen manchmal manche von ihnen an, von den Projektleuten als ihren "internen Kunden" zu sprechen..)

Wir beseitigen den Engpass des effizienten Informationsaustausches nicht mit Prozessen sondern mit den richtigen Leuten. Mit guten Leuten kann man jeden schlechten Prozess kompensieren. Umgekehrt geht das nicht. Aber gegen diese Windmühle reiten alle Manager mit dem Abschluss eines Meisters der Geschäftsverwaltung (MBA). Richtige Leute sind die, die etwas Vernünftiges gelernt haben, seitdem weiter lernen und im Umgang mit anderen Leuten keine sozialen oder emotionalen Defizite kompensieren müssen. Also die, mit einem natürlichen Selbstbewusstsein.

Händele sieht das Thema Gesundheit als die nächste Kondratieff'sche Welle. Wir pumpen immer mehr Geld ins System, aber irgendwie werden wir dadurch nicht gesünder. Gleichzeitig erleben wir bei den beruflich bedingten Krankheiten eine Verschiebung von mechanischen Verletzungen hin zu psycho-somatischen Krankheiten (ausgelöst -s.o.- durch schlechte Führungsqualität. Oder in der Sprache der Manager, die von Humanressourcen sprechen: Schlechte Qualität des Führungsmaterials). Und zu diesem Thema fallen mir als wichtiger Beitrag die neuesten Erkenntnisse aus der Plazebo- und Noceboforschung ein: Ziel der Gesundheitslehre muss es wieder werden, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren. Den Glauben der Patienten, wieder gesund zu werden. Und nicht die stille Hoffnung, sich mit dem Krankenschein noch ein wenig länger dem Horror ihrer Arbeitshierarchie entziehen zu können.

01 Januar 2011

Das Handicap der Elektromobilität

Bis heute sind die allermeisten Erfindungen rund ums Auto zuerst in LKWs und Bussen eingesetzt worden. Bevor es Serien-PKW gab, gab es LKW und Busse. PKW waren reine Luxusgegenstände. Die allermeisten Komfortfunktionen wie Servolenkung und Bremskraftverstärker wurden zunächst für diese Nutzfahrzeuge entwickelt. Da diese höhere Stückpreise haben, durfte die Einführung solcher Techniken -zumindest was die Teilepreise anging- zu Beginn auch teurer sein als es der Wirtschaftlichkeit eines PKW entsprochen hätte.

Elektro- und Hybridantrieb wurden derzeit jedoch ZUERST für den Einsatz im PKW entwickelt und DANACH ging man an einen Einsatz in Nutzfahrzeugen. Die Faktoren, die eine Erfindung möglichst schnell rentabel machen, sind bei Nutzfahrzeugen normalerweise günstiger, denn diese haben eine viel höhere Jahreskilometerleistung. Die einzigen PKW, die da mithalten können, sind die Modelle, die auch als Taxis genutzt werden. (Auch deshalb ist es für einen PKW-Hersteller vorteilhaft, wenn er es schafft, mindestens ein Modell als Taxi zu etablieren.) Hat sich da nun ein Paradigma ins Gegenteil verkehrt?

Schauen wir mal:

Beispiel Start-Stop -Automatik: Lieferwagen von Paketzustellern verbringen die gesamte Schicht im Stop and Go. Das gilt für den Innenstadtverkehr und zusätzlich für das Anhalten, Aussteigen, Paket raussuchen und zum Empfänger bringen. Also ideal für eine StartStop Automatik? Nicht so sehr, wie es scheint. Denn sobald der Fahrer das Fahrzeug verlässt, muss es in einem sicheren Zustand sein. Es darf nicht versehentlich anspringen, während der Fahrer gerade im Haus ist. Aber es verbleiben genügend Kiometer Stadtverkehr, die StartStop für Lieferwagen interessant machen. Ähnliche, wenn nicht bessere Bedingungen gelten für Stadtbusse, die Haltestellen anfahren. StartStop für Nutzfahrzeuge ist inzwischen auf dem Weg, startete aber NACH den PKW. Allerdings sind Nutzfahrzeuge grundsätzlich mit Dieselmotoren angetrieben. Diese haben größere Hubräume für gleiche Leistung und brauchen eine wesentlich höhere Verdichtung, was den Leistungsbedarf des Anlassers erhöht. Deshalb wurden Dieselhybride erst später entwickelt. Mit Auswirkungen auf die Nutzfahrzeuge.

Beispiel Nutzbremsung. Sobald man eine größere elektrische Maschine an Bord hat, kann man Bremsleistungen für das Aufladen der Batterie nutzen. Also, auch wenn nicht vorgesehen ist, auch elektrisch fahren zu können, haben einige Fahrzeugtypen eine größere E-Maschine, nämlich nur um beim Bremsen sozusagen den Dynamo auf die Räder zu schalten. Je höher aber die Bremsleistung, desto höher der Nutzeffekt. Die Bremsleistung steigt mit der Geschwindigkeit von der gebremst wird und mit der Masse, die gebremst wird. Bergab steigt die benötigte Bremsleistung zusätzlich. Das ist auch für LKW interessant. Sogar doppelt, weil die Bremsbeläge in dem Maße entlastet werden, wie der Dynamo mitarbeitet. Das verlängert die Lebensdauer der Bremsbeläge.

So, bis hier hin haben wir über viel Leistungselektronik gesprochen, ohne einen Meter elektrisch gefahren zu sein. Deshalb nennt man diese Funktionen auch "Mikrohybrid". Ein Mikrohybrid sollte sich auch für kleine und große Nutzfahrzeuge rechnen, die hauptsächlich im Stadtverkehr eingesetzt werden. Für Sprinter auf der Autobahn rechnet es sich bei weitem weniger.

Ob sich auch die "normalen" Hybridvarianten für Nutzfahrzeuge rechnen, hängt natürlich auch von deren geplantem Einsatz ab. Sprinter und LKW bewegen sich meistens zwischen weit entfernten Gewerbegebieten und stehen auf dem Weg häufig im Stau. Lohnt sich dafür die Verfügbarkeit eines reinen Elektroantriebs? Für die meisten nicht. Das gilt erst recht für reine Elektro-LKW.

Deshalb muss sich die Elektromobilität anders als viele andere Techniken direkt über den PKW am Markt durchsetzen. Damit hat sie es aus Kostensicht vergleichsweise schwer. Und das könnte die Zeit bis zur endgültigen Etablierung deutlich verlängern.

Der Spot des Jahres: Die Sonntagsfahrer von Daimler

Happy New Year 2011

Berlin hat das alte Jahr ganz entspannt verabschiedet. Das Regierungsviertel wurde wie gewohnt unter Beschuss genommen. Aber weniger als sonst. Das passte zum zu Ende gegangenen Jahr. Es war irgendwie freundlich und entspannt.

Gut, dann mal auf ein neues. Die ungeraden sind die besten, sagen die Chinesen. Frohes neues Jahr Euch allen!