Im Herbst hatte er noch zu Protokoll gegeben, dass ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes lediglich Ausdruck einer "Rechtsauffassung" sei, er selbst könne ruhig eine andere haben, und auch praktizieren. Anlass für diese öffentliche Missachtung eines deutschen Verfassungsorgans war die Feststellung, dass der Bundestrojaner verfassungswidrig gestaltet ist.
Diese Woche ging es in einem neuen Interview (Link) um die Beobachtung der halben Bundestagsfraktions der Linkspartei durch den Verfassungsschutz. Friedrich hatte Pech, dass er an einen Interviewer geraten war, der ihn nach Strich und Faden bloß stellte. Kostproben:
Kapern: Herr Friedrich, wie gefährlich ist Gregor Gysi oder Petra Pau, die Vizepräsidentin des Bundestages, für Deutschland?Heißt: Wenn es nach sechzehn Jahren immer noch keine Befunde gibt, dann muss man immer weiter suchen. Die Anstrengungen womöglich forcieren und z.B. Ressourcen von der Beobachtung der NSU abziehen.
Friedrich: Also Die Linke wird seit 1995 beobachtet, also inzwischen schon über 16 Jahre. Insofern ist die Aufregung, die jetzt da künstlich erzeugt wird, nicht verständlich.
Kapern: Und wie gefährlich sind Gregor Gysi und Petra Pau für Deutschland?Heißt: Es geht vor allem um Diffamierungen, die Wähler und potenzielle Mitglieder abschrecken sollen. Z.B. in Bayern.
Friedrich: Also es geht nicht um Personen, es geht um Strukturen, es geht ...
Herr Kapern lenkt Friedrich danach erst so richtig aufs Glatteis. Fragt, ob eine Bedrohung unserer freiheitlichen Grundordnung schon dann vorliegt, wenn man im Amt befindliche Diktatoren wie Assad oder Castro öffentlich in Schutz nimmmt. Und zieht dann einen interessanten Vergleich:
Kapern: Herr Friedrich, ich habe das Beispiel Assad/Syrien ins Gespräch gebracht - Sie haben Castro/Kuba hinzugefügt -, weil ich mich an Zeiten erinnern kann, wo CSU-Politiker Diktatoren in Südafrika und in Chile hofiert haben. Wie hätte Ihre Partei damals reagiert, wenn damals die Schlapphüte ausgerückt wären, um die CSU zu beobachten?Treffer!
Friedrich: Also man muss das jetzt nicht ins Lächerliche ziehen.
1 Kommentar:
Dieser Herr Friedrich ist einfach ein, pardon, entsetzlich dümmlicher Mensch. (Man höre etwa seine Guttenberg-Verteidigungsrede im Bundestag vom letzten Frühjahr. Lol, rofl.)
Schlimm, daß ein derartiger Hochkaräter durch eine fatale Laune der Geschichte ausgerechnet Bundesinnenminister werden mußte...
Was ich nicht verstehe: der Mann ist promovierter Jurist. Wie zur Hölle hat der das fertiggebracht? A'la Guttenberg?
"Ein Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand" - das war wohl von Ludwig Thoma.
Allerdings habe ich einige Juristen in meiner Bekanntschaft und weiß daher, daß ein "Prädikatsexamen" (meist Voraussetzung für die Diss.) eine erkleckliche Menge Gehirnschmalz und Fleiß voraussetzt.
Wie zur Hölle hat dieser Geistestitan mit lockichtem Haar das fertiggebracht? Da kann doch was nicht stimmen, oder?
PS.: Nur weiter so. Gestalten wie unser Held Friedrich gereichen der CSU zur Ehre und zur Zierde, gerade im Hinblick auf 2013...
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