Montag, 10. August 2009

Midlife-Euphorie

Die vergangene Woche war voller Probefahrten. Unter der Woche: dienstlich begründet. Am Samstag: Privater Spaß.

Am Lausitzring fand am Samstag der Porsche Sports Cup statt. Unter den Fahrern u.a. Sohnemann Wendelin Wiedeking junior.



Der Porsche Vertrieb nutzte das Rennen für einen Kundenevent der besonderen Art: Fahrertag für Kunden aus Berlin, Potsdam und Cottbus. Einen halben Tag die neu gepflegten Modelle mal Probe fahren. Und sich danach dem Bundesligastart widmen. Ich dachte: Was will man mehr?! Also, Wecker auf sechs Uhr gestellt - früh raus zum Lausitzring.



Porsche hat vor kurzem die Leistungen aller Modelle gesteigert, die Verbräuche gesenkt und LED-Leuchten verbaut. Die Basismodelle verbrauchen jetzt nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus weniger als 10 Liter pro 100km. Dies gelang mit Hilfe der neuen Direkteinspritzung und variabler Ventilgänge. Das beruhigt das Gewissen.

Ich war schon lange neugierig auf den neuen Boxster, den ich bis jetzt nur als Beifahrer kannte. Der Automechaniker meines Vertrauens am Flughafen Tempelhof fährt auch einen Boxster. Ich sehe ihn öfter. Und wie Ex-Kollege Sirko mal sagte: "Wir beginnen zu begehren, was wir täglich sehen." Bei mir reichten dafür die Werkstatttermine alle paar Monate..

Man kennt Roadster. Und manch einer kennt es, dass das, was einem gefällt, nicht passt. Z.B. ein Mazda MX 5. Das erste mal im MX5 war wie die Anprobe eines italienischen Designeranzuges. Ich fuhr 1998 und '99 zwei Sommer lang täglich mit dem MX5 zu meinem RWE-Callcenterprojekt in Brühl. Die kurvenreiche A3 macht Spaß. Aber der Wagen war zu klein. Man ärgert sich solange über die provozierend schmal geschnittenen Modelle bis man sie hängen bzw. stehen lässt. Dann sagt der Verkäufer: "Probierense doch mal nen Porsche. Der passt bestimmt." Und genau so war es dann, als mich ein Ex-Kollege in Stuttgart mal zum Flughafen brachte. Und sobald die Größe stimmt, kann man sich aufs Wesentliche konzentrieren.

Es geht um die Art sich auf etwas zu oder von etwas weg zu bewegen und dabei Sonne und Fahrtwind zu spüren. Sei es die tgliche Fahrt zum Projekt, die letzte Rückfahrt vom alten Büro, die Fahrt in den Sonnenuntergang an Havel oder Lago Maggiore. Oder zum Bergrennen zwischen Linthal und Klausenpass.

Foto: Porsche-Werbung


Der Boxster
Also testeten wir am Samstag zuerst den Boxster. Einsteigen. Das Zündschloss ist links, die Handbremse rechts. Man passt gut rein, aber ich hatte ihn eigentlich geräumiger in Erinnerung. Jetzt starten: Röhrr. Durch die Fußgänger des Fahrerlagers schlängeln. Durch den Tunnel unter der Ostkurve und auf die Landstraße. Die Sonne scheint, Hochsommer, 32°C. Es ist herrlich, offen zu fahren. Dann auf die Autobahn A13. Man ist im Nu auf 100 und ich würde ihn gerne gleich ausfahren. Aber der Fahrtwind ist nur bis Tempo 120 auszuhalten. Also fahren wir am nächsten Parkplatz gleich wieder runter und schließen das Heck. Sowas geht heute vollautmatisch. Man muss nicht einmal still stehen dafür. Dach zu und gleich wieder rauf auf die Bahn. Gas. Der Boxster beschleunigt, ich schalte durch die sechs Gänge. Im unteren Bereich merkt man, dass der Boxster mit 255 PS zwar ordentlich, aber nicht übermäßig motorisiert ist. Erst ab Tempo 150 fängt die Beschleunigung an, Spass zu machen. Dann setzt das Porschegefühl ein. Heidewizka! Kaum haben wir uns dran gewöhnt, kommt die geplante Ausfahrt. Cruisen über Land ist angesagt. Brandenburgs Landstraßen sind schmal und rauh. Man braucht hier kein Sportfahrwerk. Wir fahren langsam, um das Verdeck wieder zu öffnen. Wir cruisen durch die Dörfer der Lausitz. Der Boxster wirkt etwas zu groß, um ganz entspannt zu sein. Vorne und hinten hat man viel Karosserie, die man nicht ganz überblickt. Es macht Spaß. Aber die Sensation bleibt aus, ehrlich gesagt. Wir biegen ab auf den Lausitzring. Man kann sich an den Boxster gewöhnen. Aber geflasht hat er uns nicht.



Der Cayenne Diesel
Als wir zurückkamen, waren alle anderen spannenden Modelle unterwegs: Die 911 Carreras und Cabrios. Die Cayenne standen dafür unbenutzt in der Sonne. Naja. Cayenne braucht man nicht, will keiner mehr, dachte ich. Aber interessant wäre mal, wie sich der neue Sechszylinder Diesel fährt. Soll ja der Geheimtip der Saison sein: Besonders sparsam und der günstigste Listenpreis, den Porsche im Angebot hat. Wir steigen ein. Mann, wir steigen auf, würde es genauer treffen. Wie ein LKW, oder Traktor. Und dermaßen geräumig! Alles um einen herum ist Platz. Wir bekommen die Fahrwerkwechseloptionen erklärt und all das andere Pipapo, von dem ich mich frage, um wieviel günstiger ein Porsche ohne all das sein könnte. Nur die Klimaanlage braucht man bei der Hitze. Für den Cayenne gibt es auch ein Panoramadach mit quasi drei Schiebedächer hintereinander.
Wir machen uns auf Richtung Autobahn. Wie schnell ist der Diesel? Und wie werden sich die über 500 Nm Drehmoment anfühlen, die uns bei der Einweisung verkündet wurden?
Und tatsächlich: Der Diesel mit seinen 260 PS beschleunigt aus dem Stand wie nix. Automatikgetriebe: Kickdown, und es geht ab! Das PDK schaltet in Millisekunden durch die Gänge. Aber bei Tempo 220 ist dann allmählich Schluss. Aber mehr brauchen wir eigentlich nicht, weil dieser Cayenne eher zum Cruisen anregt. Also runter von der Autobahn, rauf auf die Holperstrecken. Und hier spielt der Cayenne seine Stärken aus: Musik an, und jetzt mal ganz gemütlich und dennoch zügig. Der Cayenne macht Spaß: Die Rallye Brandenburg ist das Metier des Cayenne. Hier braucht man zuverlässige Technik, viel Raum und ein bisschen Komfort. Sehr praktisch ist z.B. die Autoholdfunktionen, die einen am Hand automatisch festhält, bis man wieder anfährt. Wir sind begeistert und hätten Lust, mit dem Cayenne Diesel in Urlaub zu fahren. Mit diesem Teil sind sowohl Sommer- als auch Winterurlaub sicher der reine Spaß.



Der 911er
Das beste zum Schluss, dachten wir: Jetzt noch einen 911er Targa testen. Die Basismotorisierung, wenn man die hier so nennen darf, leistet 345 PS. Auf der Autobahn merkt man, wofür man die braucht: Für den Sprint von 200 auf 280. Unter 200 fällt die Tachonadel nie, wenn es der Verkehr zulässt. Wir fliegen 911. Waaahnsinn. Später auf der Landstraße merken wir, dass das Targadach schon viel ausmacht. Braucht man für den Sommerspaß unbedingt einen Roadster? Ich bin nicht mehr sicher. Das offene Targadach erlaubt viel höhere Geschwindigkeiten, als der offene Wagen. Der 911 ist edel aufgemacht: Außen grün, innen hellbraunes Leder. Klassische Rundinstrumente. Navi mit Touchscreen. Etc. Macht viel Spaß. Ist aber kein MUSS.




Noch mehr Elfer gab es dann beim Abschlusstraining auf dem Ring.







Unser Fahrertag ging dem Ende zu. Positiv überrascht bin ich von dem Modell, das wir vorher nicht auf der Rechnung hatte: Dem Cayenne Diesel.

Sonntag, 9. August 2009

Tesla Motors zum ersten mal profitabel

Ich reich die Meldung mal so weiter, wie sie gerade reinkommt:

Tesla erlangte die Gesamtunternehmensrentabilität und entwickelte gleichzeitig die vollständig elektrisch betriebene Limousine Model S weiter und eröffnete regionale Verkaufs- und Servicezentren. Die Rentabilität ergab sich hauptsächlich aus einer verbesserten Bruttogewinnspanne beim Roadster 2, der zweiten Auflage des preisgekrönten Sportwagens von Tesla.

Tesla lieferte im Juli mit 109 Fahrzeugen die bisher größte Zahl von Fahrzeugen aus und konnte sich über einen Anstieg beim Verkauf des neuen Roadsters freuen. Im dritten Quartal wird das in privater Hand befindliche Unternehmen maßgebliche Lieferungen an europäische Kunden tätigen und gleichzeitig seine Präsenz in verschiedenen Ländern ausbauen.

Die Firma Tesla, die im Juni ein Niedrigzinsdarlehen von 465 Millionen US-Dollar des Energieministeriums bewilligt bekam, befindet sich mitten in der Entwicklung des Model S. Die vollständig elektrisch betriebene Limousine wird zu einem Grundpreis von 49.900 US-Dollar erhältlich sein, etwa dem halben Preis des Roadsters. Die Reduzierung der Stückkosten beim Roadster hilft Tesla dabei, das Model S auf einem deutlich niedrigeren Preisniveau am Markt einzuführen und so den Weg für serienmäßig gefertigte Elektrofahrzeuge für den Durchschnittskäufer zu ebnen.

Neben den Bemühungen um das Model S entwickelt Tesla gemeinsam mit Daimler eine Elektroversion des beliebten Smarts. Die ersten Modelle einer ersten Testflotte von 1.000 Elektro-Smarts werden voraussichtlich Ende 2009 auf die Straße gebracht.


Quelle: Tesla Motors, Inc., Gefunden bei Businesswire

Von Berlin nach Warschau - mit nur einem Tank


Copyright: Top Gear

Pferdestärken

Seit Montag vor einer Woche weiß ich, dass man sich der Frage der Pferdestärken mal wieder puristisch nähern sollte. So wie man als Blogger oder Redakteur den ursprünglichen Bedeutungen der Begriffe nachgehen muss, um auf die richtige Spur zu kommen. So sollte man sich als Autofreund hin und wieder mit der Pferdestärke an sich beschäftigen. Ich hab das gestern getan. Auf dem Rücken eines Haflingers. Und ich wette, da ist keiner unter uns, der bei der Bändigung schon einer Pferdestärke nicht so etwas wie tiefe Zufriedenheit und "Freude am Fahren" empfindet. Wenn ein Pferd mal richtig loslegt, ist es nicht der Fahrtwind, der die Euphorie auslöst, sondern das Zusammenspiel zwischen Ross und Reiter. Und die Konzentration darauf im Hier und Jetzt. Der Angestellte nennt das Urlaub. Der Pferdebesitzer "Konzentration aufs Wesentliche".

Foto: Golfressort Semlin


"These days, days, days
Run away like horses over the hill."


Bald wünscht man sich dann, dass das Pferd in die elektronische Begrenzung ginge.. Doch die gibt es hier nicht, man muss "zügeln". Die Stärke des Pferdes ist die eigenwillige Freude an der Bewegung, die es seinem Reiter vermitteln will. Das Pferd will und es rennt selbst. Das ist was anderes als selbst Gas zu geben. Auf dem Rücken eines Pferdes war der Mensch zum ersten mal schneller als er selbst laufen kann. Ein puristisches Erlebnis.
Die Zeit verfliegt. Genau wie der Urlaub. Schon ist man wieder am Ausgangsort der Frage, aber um eine Perspektive reicher. Ein PS genügt im Prinzip zum Cruisen.

Die Haflinger auf dem Foto übrigens sind so eigenwillig wie Porscheaufsichtsräte. An einem schönen Sommertag standen sie in Reih und Glied an einem Zaun, der ihre Koppel vom Golfplatz Semlin abgrenzt. Es sah aus, als würden sie das Golfspiel der Urlauber studieren. Am nächsten Morgen, vor Öffnung des Platzes, wurde dann klar, dass sie in Wahrheit Fluchtmöglichkeiten untersucht hatten. Sie rannten den Zaun an seiner schwächsten Stelle nieder und flüchteten über den Golfplatz in die Freiheit. Der Grennkeeper konnte geistesgegenwärtig noch ein Foto machen.

Dienstag, 4. August 2009

Start-Stop is Automatic for the People

In dieser Woche testen wir einige Start-Stopp ausgerüstete Microhybride. Die Start-Stopp Automatik simuliert ja einen der wichtigsten Vorteile des Elektroantriebs im Stop-and-Go-Verkehr: Wenn er steht, geht er aus und verbraucht nichts. So viel Benzin und Diesel wie in diesen Tagen habe ich selten gespart ;-)

Am Anfang hat es mich an meine unseligen Erlebnisse mit unserem Porsche 924S erinnert. Man rollt auf die rote Ampel zu, steht fast still, kuppelt aus und... Motor aus!

Alte Reflexe greifen. Will aufspringen und die Motorhaube öffnen und die Impulsgeber richten. Aber nein Mann, bleib sitzen, hier soll das so sein! Und ein Tritt auf die Kupplung genügt und er springt wieder an. Wirklich! Ganz anders als die Bosch L-Jetronic seinerzeit.

Ein absterbender Motor mitten in der Rushhour ist der Traum von so ziemlich jedem Autofahrer. Fahrer älterer Autos kennen es. Ich höre es immer wieder von Fahrern verschiedener Marken. Mich würde mal interessieren, wie diese Klientel psychologisch mit einer Start-Stopp-Automatik zurecht kommt ;-)

Aaaber: Man kann richtig sparen mit ihr. Und zwar um so mehr, je weniger man die Kultur der vorausschauenden Fahrweise pflegt. Deshalb war BMW ja einer der ersten Start-Stopp-Anbieter. In Berlin KANN man diese Kultur allerdings nicht pflegen, weil hier auf jeder langen Straße eine rote Welle geschaltet ist. Deshalb haben sich die Autohersteller und Stromversorger ja auch Berlin ein Mekka für Elektro- und Hybridautos ausgeguckt. Wir sparen mit diesen Techniken in den Szenarien Sprit, die sich der Senat ausgedacht hat, um uns das Autofahren auszutreiben.

Ein Elektromotor verbraucht nichts, wenn er still steht. Dieses Verhalten einem Verbrennungsmotor so beizubringen, dass es in jedem erdenklichen Szenario sicher funktioniert, ist ein sehr komplexes Unterfangen.

Nie wieder DHL

Die Berliner Post ist kundenfeindlich

Ich bin immer noch stinksauer auf die Berliner Post / DHL. Ich hatte bei amazon Geburtstagsgeschenke bestellt - an meine Adresse, denn ich wollte sie persönlich übergeben. Zwei Bücher direkt von amazon und ein Set von einem Drittanbieter - also zwei Sendungen.

Beide male lieferte der DHL Zusteller direkt an die Abholstationen. Ich weiß dies, weil ich in der Lieferungswoche Urlaub hatte und wegen des schlechten Wetters zu Hause war. Der Zusteller lieferte die beiden Sendungen an zwei verschiedene Abholshops. Ich bekam von amazon eine Email mit einem Link zu DHL, der mir sagen soll, wo ich meine Lieferung abholen kann, aber der Link funktioniert nicht. Also muss ich auf die Benachrichtigungskarten warten. Die DHL Benachrichtigungskarten werden inzwischen nämlich nicht mehr von den Fahrern direkt in den Briefkasten eingeworfen, sondern per Post geschickt. Das ist ein unfassbar kundenunfreundlicher Prozess, denn so verstreichen 2 weitere Tage, die man auf seine Sendung wartet. Kurzum, meine Geburtstagsgeschenke, die ich abends überreichen wollte, bekam ich 2 Tage zu spät.

Die Post und DHL machen mit vereinten Kräften die Komfort- und Zeitvorteile zunichte, die der Onlinehandel geschaffen hat.

Ich bin inzwischen kein Kunde mehr bei amazon, weil es nicht das erste mal, dass mich die Berliner Post so gefoppt hat. Es grenzt für mich an Betrug. Ich unterstelle dem Management der Berliner Post und DHL, dass sie von diesen Frechheiten ihrer Zusteller weiß, aber nichts dagegen unternimmt, weil sie so ihre Kosten senken kann.
Wenn sie nun hingehen, und das Filialnetz weiter ausdünnen, verlängern sich auch die Wewge der DHL und Postkunden, die ihre Benachrichtigungskarten einlösen müssen. Das werde ich mir nicht mehr antun.

Ich vermeide deshalb ab jetzt Onlinehändler, die mit DHL versenden.

Montag, 3. August 2009

Blau und weiß

Da werd ich aus Solidarität echt zum Schalker:

Mohammed war ein Prophet,
der vom Fußballspielen nichts versteht.
Doch aus all der schönen Farbenpracht
hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht.

Freitag, 31. Juli 2009

Standortnachteil Führungsqualität

Nach all den Vorstellungen, die der eine oder die andere in den letzten Monaten zum besten gegeben hat, will ich nie wieder Kritik am Lohn- und Gehaltsniveau von Arbeitern und Angestellten hören. Diese haben in den vergangenen Jahren echten Verzicht geleistet, und damit ihren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit.

Was jedoch die Mitarbeiter mancher Unternehmen an Wert schaffen, reißt die sogenannte Funktions- und Machtelite mit ihren Hintern wieder um.

Wir haben in Deutschland keinen Lohn- und Gehaltskostennachteil mehr gegenüber dem globalen Wettbewerb. Wir haben inzwischen ein Problem mit der Führungsqualität von Managern und Unternehmerwitwen. Von Ex-McKinseys in Bankvorständen, von Möchtegernbankern in Landesbanken. Von triebhaften Bankern. Von raubenden Berater.
Die überschuldete Witwe im Nerz und die "verarmte" Witwe, die auf ihre Festspiele verzichten muss sind zu Symbolen kostspieliger Inkompetenz zu Lasten unseres Gemeinwesens geworden.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Tesla stellt ein

Bin nur mal so durch all die empfangenen aber noch nicht gelesenen Newsletter gegangen. Unter all den Last Minute Angeboten von Travelzoo, Deutsche Bahn und Lufthansa dann Neuigkeiten von Tesla Motors. Und zwar erfreuliche:

Die Auftragseingänge steigen. Und Happy Customers werden zitiert. Und man expandiert. Am Anfang an die Ostküste. Inzwischen auch an die Goldküste in Zürich (wo wir es bisher nur zu zwei halbstündigen Blockaden auf Linksabbiegerspuren gebracht haben) und nach München. Und man sucht Personal. Für den Verkauf...


Foto: Tesla Motors Inc.

... und für den Service ("Denken Sie daran: Bei uns gibt es keine langweiligen und dreckigen Routinearbeiten wie Öl- und Auspuffwechsel."). Und zwar jeweils den Besten für jede Funktion aus dieser Branche. Wer es genau wissen will: Hier. Einen europäischen Patentingenieur für ihre 40 Anmeldungen brauchen sie verständlicherweise noch nicht.

Aber ein Anfang ist das schon mal.. In den USA sitzen attraktive Unternehmen an attraktiven Orten. In Deutschland ist das ja eher umgekehrt proportional - bis auf Berlin natürlich.

Und by the way: Auch Betterplace sucht Verstärkung, einen Netzwerkplaner (STROMnetz), einen Projektmanager, einen Verkäufer und einen Contentmanager. Alle für Palo Alto. - Und hey, warum nicht?

Was Tesla in Kalifornien, ist Ruf in Pfaffenhausen. Hier werden Porsches elektrifiziert. Auch die stellen ein: Einen Lackierer und einen Logistiklehrling. Patente? Nur eines, das nächstes Jahr ausläuft.

Ich hätte damals in der Vorlesung bei Oberretl nie gedacht, dass es mal so weit kommen würde. ("Elektrische Maschinen sind seit langem ausgereift. Nur wenn sie bei einem Maschinentransformator in Krümmel noch ein halbes Prozent Wirkungsgrad herauskitzeln rechnet sich Ihre Kostenstelle.")

Markus Pfleger hat schon berichtet, dass der Roadster S ("Sports") im Anmarsch ist. Wo Firmen wie Porsche mit variablen Ventilöffnungszeiten und -gängen werben, betont Tesla die "handgewickelte Statorwicklung" (das könnte man mal den Zumwinkels und Mehdorns als Entspannung anbieten, als Substitut für Ayuverdaübungen). Die ist dichter gewickelt für geringere Widerstandsverluste und so mehr Drehmoment.

Bedienfreundliches Elektroauto

Das Project Better Place stimuliert nicht nur den Aufbau von Ladestationen für Elektroautos. Shai Agassi sorgt auch für kundenfreundliche Bedienung: Nissan präsentiert am 01. August seinen neuen Zero Emission.

Und weil das Vertrauen in und die Kontrolle über den Batterieladezustand ein kritischer Faktor für die Akzeptanz beim Kunden ist, hat Nissan in eine bedienfreundliche Oberfläche investiert. Der Ladezustand der Nissan Batterie lässt sich über das iPhone überwachen. Es zeigt auch die berechnete Zeit an, die zum vollständigen Aufladen benötigt wird. Der Ladevorgang lässt sich auch über das iPhone starten bzw. programmieren, um z.B. günstige Tarife in besonderen Zeitabschnitten nutzen zu können.

Nissan hat auch eine Navigationsdarstellung entwickeln lassen, die den Reichweitenradius für den aktuellen Ladezustand anzeigt.

Jetzt werden wieder einige Tekkies nörgeln, was denn daran so besonderes sei. Freunde, es ist die Sensibilität dafür, wie sich die Unsicherheit aus Kundensicht darstellt und die Kreativität, wie man diese möglichst einfach abbaut.

Nissan präsentiert Reichweitenradius und iPhone Steuerung für Elektroauto

Das Project Better Place stimuliert nicht nur den Aufbau von Ladestationen für Elektroautos. Shai Agassi sorgt auch für kundenfreundliche Bedienung: Nissan präsentiert am 01. August seinen neuen Zero Emission.

Und weil das Vertrauen in und die Kontrolle über den Batterieladezustand ein kritischer Faktor für die Akzeptanz beim Kunden ist, hat Nissan in eine bedienfreundliche Oberfläche investiert. Der Ladezustand der Nissan Batterie lässt sich über das iPhone überwachen. Es zeigt auch die berechnete Zeit an, die zum vollständigen Aufladen benötigt wird. Der Ladevorgang lässt sich auch über das iPhone starten bzw. programmieren, um z.B. günstige Tarife in besonderen Zeitabschnitten nutzen zu können.

Nissan hat auch eine Navigationsdarstellung entwickeln lassen, die den Reichweitenradius für den aktuellen Ladezustand anzeigt.

Jetzt werden wieder einige Tekkies nörgeln, was denn daran so besonderes sei. Freunde, es ist die Sensibilität dafür, wie sich die Unsicherheit aus Kundensicht darstellt und die Kreativität, wie man diese möglichst einfach abbaut.

Dienstag, 28. Juli 2009

Agenda 2010+

Gesellschaftlich betrachtet ist die Finanzkrise eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.
Die Wirtschaft wird längst wieder laufen, wenn der Staat immer noch die Schulden abbauen wird, die er zur Schadensregulierung der Funkes und Konsorten aufgenommen hat. Dann erst wird es die sozialen Spannungen geben, die seit längerem an die Wand gemalt sind. Wir stehen dann vor der Wahl: Inflation oder drastische Sozialkürzungen.

Und es werden die Herren aus Frankfurt und München sein, die dann für die Sozialkürzungen plädieren werden. Arbeitgeberpräsident Hundt hat heute schon mal einen Vorgeschmack gegeben: Er plädiert für Lohnsenkungen.

Die Schäden, die Marodeure von Hypo "Real" Estate, Dresdner Bank, NordLB, BayernLB etc. in unserem Gemeinwesen angerichtet haben, stellen allerdings alle Diskussionen um Sozialmissbrauch in den Schatten. Den größten Sozialmissbrauch aller Zeiten begehen die Ex-Bankenvorstände und Ex-McKinsey Berater, die aus der Wüste in die sie geschickt wurden, auf die Zahlung ihrer Gehälter und Boni klagen. Wie ein ertappter Ladendieb, der bei seiner Abführung im Laden noch mal triebhaft in die Regale greift.

Die am häufigsten zitierten Patente gehören... wem?

"Die Top 2% der am häufigsten zitierten Patente gehören individuellen Erfindern in kleinen und mittleren Unternehmen."
Phil McKinney, Vortrag auf der Erfindermesse Maker's Fair (Link).

Dies ist der Grund, warum Phil auf dieser Messe auftritt. Man vergleiche das mit der Geringschätzung, mit der man hierzulande freien Erfindern und kleinen Unternehmen begegnet.

Vergessen Sie Marktforschung

Ich soll eine Präsentation erstellen, die einen Manager von einer neuen Technik überzeugen soll. Oder zumindest einen Bedarf für eine bestimmte Technik belegen soll. Früher habe ich dafür die Präsentationen in der Konzerndatenbank (Marketing und Investor Relations) durchwühlt. Damit kann man den Tag gut verbringen. Am Ende des Tages hat man dolle Grafiken von wichtigen Leuten zusammen. Der beste Beweis für die Einführung einer neuen Technik überhaupt. Oder..?

Falsch. Vergessen Sie Marktforschung wie man sie Ihnen täglich vorsetzt. Ein guter Beobachter liest keine Zeitung oder Intranets. Er geht selbst in den Markt. Oder "auf den Markt". Leute beobachten. Die Gründe erfahren, warum Männer dies und Frauen das kaufen.

Noch einfacher: Freunde und Verwandte befragen. Beispiel: Was tut Ihr, wenn ein Gerät kaputt geht oder nicht funktioniert?

Männer: Basteln, telefonieren mit Freunden, surfen durch Foren. Wollen gewinnen. Gegen die Technik.

Frauen: Geben dem Gerät zwei Chancen. Funktioniert es zweimal nicht, geht das Gerät zum Service. Es wird nicht zerlegt. Es wird zum Händler, zum Service oder zur Post gebracht.

Was bedeutet das für die Produktplanung eines technischen Gerätes? Was muss der Produktmanager beachten, der die weibliche Hälfte dieses Planeten als neue Kunden gewinnen will..???

Patentierungskosten fördern lassen?

Kleine und mittlere Unternehmer aufgepasst! Unter bestimmten Bedingungen werden die Kosten für Patentierungen öffentlich gefördert.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt mit dem Programm SIGNO Hochschulen, Unternehmen und freie Erfinder bei der rechtlichen Sicherung und wirtschaftlichen Verwertung ihrer innovativen Ideen.

Im Rahmen der KMU-Patentaktion werden folgende Maßnahmen gefördert:
– Recherche zum Stand der Technik,
– Kosten-Nutzen-Analyse,
– Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt,
– Vorbereitung für die Verwertung einer Erfindung,
– Rechtsschutz im Ausland.

Wer unter welchen Voraussetzungen antragsberechtigt berechtigt ist, kann man auf der Website der Förderdatenbank ablesen:

Link

Montag, 27. Juli 2009

Albtraum eines Akademikers



Ich bin einem Phänomen auf der Spur, von dem ich jahrelang dachte, dass es nur mich beträfe: Nämlich dem Albtraum, mein Studium nicht zu Ende gebracht zu haben. Im Traum stutze ich plötzlich, weil ich mich daran erinnere, zwar die Diplomarbeit geschrieben zu haben, aber nicht daran, alle Prüfungen absolviert zu haben. Bzw. eine bestimmte, die ich beim ersten mal nicht bestanden hatte. Dann die beunruhigende Frage: Habe ich die eigentlich jemals nachgeholt? Wann denn? Ich kann mich nicht erinnern. Ich erinnere mich nur daran, dass ich oft Zeitnot hatte, weil ich neben dem Studium gearbeitet habe.

Tagsüber konnte ich mich dann damit beruhigen, dass ich meine Diplomurkunde schwarz auf weiß habe. (Aber könnte es nicht trotzdem sein, dass sie mir die irrtümlich...?). Ich hatte diesen Traum vor einigen Jahren öfter, dann verschwand er.

Ich war nicht schlecht überrascht, als uns dann eine Freundin im letzten Sommer ebenfalls von solchen Träumen erzählte. Sie habe diesen Traum derzeit mehrmals, sagte sie. Das interessierte mich natürlich, vor allem die Frage, ob es bei uns beiden eine gleiche Ursache dafür gebe. Irgendwann stellten wir fest, dass die einzige Gemeinsamkeit war, dass wir in der Abschlussphase unserer Studiengänge nebenbei viel gearbeitet hatten, und es einen eher fließenden Übergang vom Studium in den Beruf gab.

Seitdem stelle ich diese Frage bei Gelegenheit jedem, der ein Studium absolviert hat. Und überraschenderweise kennen doch viel mehr diesen Traum, als ich je gedacht hätte. Bei einem Freund bezog sich der Traum allerdings nicht auf den Studienabschluss, sondern das Abitur. Aber die Ursache war doch gleich: Er hatte seinerzeit viel gejobbt, und auch Schwierigkeiten, Prüfungen und Arbeit vernünftig auf die Reihe zu kriegen. Ein weiterer Ex-Kommilitone stimmte in das Lied ebenfalls ein: "Ich war felsenfest überzeugt, noch eine Prüfung machen zu müssen." Haargenau so war es bei mir auch.

Und schließlich interviewte ich den vierten Spezi, der in das Lied mit einstimmen konnte. Aus dem gleichen Grund.

Ausschlaggebend ist ist wohl die Tatsache, dass wir in einer wichtigen Phase unseres Lebens, mit mehreren wichtigen Dingen beschäftigt waren, denen wir gleich hohe Prioritäten einräumten. Außerdem ging eine der beiden Aktivitäten, der Job, noch weiter, nachdem die andere beendet war. Aber es gab keine Zeremonie oder ähnliches, die eine Grenze markiert hatte. Man holte sich sein Diplomzeugnis aus dem Prüfungsamt ab und das war es. Jeder für sich. Plötzlich war das Studium so anonym zu Ende wie es begonnen hatte... Da sieht man doch mal, wie wichtig offizielle Rituale sind, die wichtige Meilensteine zu einem Erlebnis machen, an das man sich später erinnern kann.

Freitag, 24. Juli 2009

Bedienoberflächen und Displays als Geschmacksmuster schützen?

Für Software gibt es mehrere Möglichkeiten des Schutzes:

- Der Entwickler/Codierer ist immer und automatisch der Urheber. Die Verwertungsrechte am Code hat er als Selbständiger selbst, als Angestellter gibt er sie per Arbeitsvertrag an seinen Arbeitgeber ab.

- Wenn der Entwickler mittels seines Codes besondere und neue technische Methoden umsetzt, sind diese u.U. patentierbar. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist bei technischen Umgebungen (embedded systems) höher als bei der Umsetzung rein kaufmännischer Prozesse.

- Das, was ein Rechner sichtbar macht, z.B. Bedienoberflächen oder Visualisierungen von Informationen, können unter bestimmten Bedingungen als Geschmacksmuster schützbar sein. Hierzu müssen sie neu und "eigenartig" sein.

Wulffs Triumpf wird von kurzer Dauer sein

Denn -wie unten schon geschildert- die neue EU-Kommission wird gegen das nur oberflächlich geänderte VW-Gesetz Klage einreichen. Geht es nach der Gesetzeslage in der EU kann der Europäische Gerichtshof nur so entscheiden, dass die Privilegien des Aktionärs Niedersachsen untergehen.

Dann wird VW ein ganz normales Unternehmen. Für eine Sperrminorität werden keine 20% der Stimmen genügen sondern 25%. Wulff müsste dann entweder für teuer Steuergeld die Anteile aufstocken. Oder sich den Realitäten fügen. Wulff's Strippenziehen wird der CDU nur noch bei der Bundestagswahl nützen. Bei der nächsten Landtagswahl 2013 nicht mehr.

Es wird alles so kommen, wie von Wiedeking und Härter geplant. Nur werden sie nichts mehr davon haben.

Das Patentrecht wird überarbeitet

Viele haben es schon gehört, wenige gelesen. Das Bundesjustizministerium hat Änderungen im Patent- und im Arbeitnehmererfindungsgesetz erarbeitet.

Einei wichtige Neuerung: Arbeitgeber müssen eingereichte Erfindungsmeldungen nicht mehr per Erklärung in Anspruch nehmen. Künftig gilt die Erfindung automatisch in Anspruch genommen, wenn sie nicht frei gegeben wurde. (sog. "Inanspruchsnahmefiktion").

Hier ein Link zum BMJ/Patentrechtsmodernisierung: Link

Donnerstag, 23. Juli 2009

Managerdeutsch

An folgenden Begriffen habe ich mich satt gehört. Sie brauchen deshalb nicht mehr verwendet werden:

Logik, industrielle. Bläh- und Spreizwort für Plausibilität. Wird von Vorständen und neuerdings Ministerpräsidenten (Wulff) verwendet, wenn ihre Unternehmensentscheidung ausnahmsweise einmal einen Sinn hat.

Gut aufstellen. Aufgestellt, wir sind dort gut ... Vorgeblich sportlich gemeinte Vokabel, die die Perspektive eines Trainers auf sein -Achtung:- Team suggerieren soll. Weist oft auf eine statische Unternehmenskultur und ein auf Auswahl reduziertes Führungsverständnis mit diffus verteilter Verantwortung hin.

Sicht, auf ... fahren. Euphemismus für den eigentlich gewöhnlichen Umstand, dass Manager heutzutage nicht mehr sehen, als die ihnen anvertrauten Unternehmensinsassen.

Absichern. Den Erfolg..., das Geschäft.... Beruhigungspille für Mitarbeiter. Unrealistisches Ziel, das das Topmanagement dem mittleren Management vorgibt.

Vorne, nach ... schauen. Trotzige Weigerung -oder schlicht Unfähigkeit-, aus der Erfahrung, besonders der unangenehmen, zu lernen und Hinweis auf den inneren Beschluss, die eigenen Fehler lieber wiederholen zu wollen.

Optimieren. Euphemismus für Perfektionieren, der eingeführt wurde, weil Perfektionismus von Pyschologen negativ belegt wurde, weil er eine Zwanghaftigkeit kennzeichnet.

Vernetzen, Du musst Dich... Aufforderung an Mitarbeiter, die Defizite der internen Kommunikation durch Belästigung anderer, vorzugsweiser einem selbst unebekannte, Mitarbeiter zu kompensieren. Beispiel: "Dass Du unsere Erwartungshaltung nicht kennst, zeigt nur, dass Du schlecht vernetzt bist."

Gezielt. Spreizwort, mit dem entweder Zielstrebigkeit vorgetäuscht, oder eine selbstverständliche wichtigtuerisch betont werden soll. z.B. "Haben wir gezielte Maßnahmen ergriffen." (Gab es daneben oder bisher auch ungezielte Maßnahmen?)

Schritt. Den nächsten ... machen. Eine an Persönlichkeitsspaltung grenzende Zustimmung zu einem Karriereschritt, zu dem man eigentlich nur den Kopf schütteln kann.

Aufpassen, Du musst... Diffuse Warnung an einen Kollegen, die Mitgefühl vortäuschen soll, wegen ihrer Ungenauigkeit aber meist nur die Pferde scheu macht. Ist außerdem eine besonders subtile Kombination aus Distanziertheit, kalter Neugier und Überlegenheitsgefühl bei vollem Pflichtgefühl für die bestehenden Regeln und Hierarchien, also die Ursachen für die markierte Gefahr.

Spannend. Das ist ja ... Dokumentiert den höchstmöglichen Empathiegrad, zu dem der Adressat einer privaten, positiven Botschaft fähig ist. Spannend ist auch politisch korrekt. Aber leider völlig unbeteiligt, denn es ist die Art Spannung gemeint, die man auch im Kino oder vor dem Fernseher empfinden kann. Unterhaltend und wohlig. Kann auch gönnerhaft gemeint sein in dem Sinne: "Das ist ja schön, dass Sie ausnahmsweise mal was spannendes erleben." ..

Ich danke Wolf Schneider für seine Inspiration ;-)

Sonntag, 19. Juli 2009

"Revolutionary Road"



PS: Im Rückspiegel wirkt die Vergangenheit manchmal näher als sie ist: TwitterPic

Christian Wulff ist am Ziel

Wendelin Wiedeking hat keinen Denkfehler gemacht, den er sich nachträglich vorwerfen müsste. Ausschlaggebend war vielmehr, woran Strategen oft scheitern: Eine der Annahmen, von denen Wiedeking und seine Mitstreiter ausgingen, war falsch:

Nämlich die, dass er sich auf eine objektive EU-Kommission verlassen könne, die sich an ihre eigenen Gesetze hält. Sie hätte gegen das oberflächlich "novellierte" VW-Gesetz eigentlich wieder klagen müssen. Der niedersächsische Ministerpräsident und privilegierte VW-Großaktionär Wulff hat es aber hinbekommen, dass dies nun erst nach der Bundestagswahl passieren wird. Im November wird sich die neue Kommission konstituiert haben. Danach wird das VW-Gesetz "von oben" (so wird Wulff es dann nennen) zu Fall gebracht. Eine evtl. dann schwarz-gelbe Bundesregierung wird sich nicht schwer tun, das VW-Gesetz erneut zu ändern. Und nachdem das VW-Gesetz gefallen sein wird, wird VW zu einem der attraktivsten Unternehmen an der Börse. Die VW-Aktien werden steigen. Auch zur Freude von Wulff. Er kann sich dann überlegen, ob er laufende Dividendeneinnahmen bevorzugt oder Kursanstiege zum Verkauf des Tafelsilbers nutzen wird. Immerhin macht ihm ja das Unternehmen, in dem die zweite Ehefrau dieses "Christ"demokraten früher Pressereferentin war, auch noch Sorgen und bedarf evtl. der einen oder anderen Unterstützung.

Im übrigen waren auch die scharfen CO2-Vorgaben der EU-Kommission ein wichtiger Beweggrund für Porsche, sich an VW zu beteiligen. Kommissar Verheugen sagte hierzu wörtlich: "50% plus 1 Aktie genügen, um die CO2- Emissionen von Flotten miteinander verrechnen zu können."

Wiedeking wird für ihn selbst zu spät Recht bekommen. Er wird aber weder auf das Niveau eines Hartz noch das eines Rotlichtbezirkes sinken. Vielleicht steigt er ja an anderer Stelle ins Elektroautogeschäft ein?

Samstag, 18. Juli 2009

Meine erste Fahrt im Tesla Roadster

Yep, ich bin doch noch zu meiner Mitfahrt in dem Objekt der Begierde gekommen. Ich hatte meinen schweizer Blogger Kollegen Markus Pflegerl von wattgehtab.com berichtet. Er gab mir den Tip, Craig Davis, Sales and Marketing Director bei Tesla Motors, mal anzusprechen. Habe ihn dann angetwittert und es klappte. Danke für den Tip und Gruß in die Schweiz bei der Gelegenheit :-)



Craig nahm mich mit auf eine Runde um den Block. Das ist leicht untertrieben gesagt. Denn was man in diesem Teil erlebt, das hat man vorher noch nicht erlebt. Kaum sind wir eingestiegen, schon rollen wir lautlos vom Sony Center auf die Potsdamer Strasse. Ein Kollege von Craig ruft uns noch zu: "Beeilt Euch! Bono ist im Anmarsch - für eine Probefahrt." Ach ja, heute Abend steigt ein U2 Konzert im Olympiastadion.. Nächste Ampel rechts ab. Craig sagt: "So, and now I accelerate him." Und Mann, geht der ab. Aus dem Stand heraus pumpt uns ein Drehmoment nach vorne, dass ich nur mit meinem ersten Start in einer Düsenmaschine vergleichen kann. Unwiderstehlich zieht der Tesla an der Leine. Und schade, dass wir hier "innerorts" nicht so dürfen, wie wir könnten...

Dann wieder rechts in die Lennestraße Richtung Ministergärten und Brandenburger Tor. Dann wieder warten vor der roten Ampel. Was mir schon nach wenigen Minuten auch auffällt: Man gewöhnt sich sehr schnell daran, dass ein Elektroauto im Stand wirklich ruhig ist. Es sind die anderen Autos mit Leerlaufgeräuschen, die auffallen. Und die mich plötzlich anmuten als Technik aus dem vorigen Jahrhundert.

Doch dann schaltet die Ampel auf Grün und wir biegen auf den 17. Juni ein. Full Acceleration. Maximum Torque! Und ganz schnell sehen wir das Brandenburger Tor nur noch im Rückspiegel.



Angenehm kühler Fahrtwind weht an uns vorbei. Das Regierungsviertel reduziert sich auf eine Rolle als Kulisse für dieses Erlebnis. Ich kann es nicht anders sagen: Dieser Wagen ist geil. Alle intellektuellen Bedenken, ob ein Elektroauto wirklich ein Sportwagen sein kann. Ob man nicht das Motorengeräusch vermisst. Ob es nicht einer brüllenden Maschine bedarf, um ein Roadsterfeeling zu bekommen? Klare Antwort: Nein. Überhaupt darf man an diese Frage nicht intellektuell herangehen...

Wir unterhalten uns darüber und Craig sagt: "Das einzig wirklich Erstaunliche ist doch, dass es die Technik für diesen umweltfreundlichen Spass schon seit Jahren gibt." Ich will noch was sagen, doch da biegen wir schon wieder ins Sony Center ein.

Jetzt doch: Meine erste Fahrt im Tesla Roadster... Wow!

Yep, ich bin doch noch zu meiner Mitfahrt in dem Objekt der Begierde gekommen. Ich hatte meinen schweizer Blogger Kollegen Markus Pflegerl von wattgehtab.com angesprochen. Er gab mir den Tip, Craig Davis, Sales and Marketing Director bei Tesla Motors, anzusprechen. Habe diesen dann angetwittert und es klappte. Danke für den Tip und Gruß in die Schweiz bei der Gelegenheit :-)



Craig nahm mich mit auf eine Runde um den Block. Das ist leicht untertrieben. Denn was man in diesem Teil erlebt, das hat man vorher noch nicht erlebt. Kaum sind wir eingestiegen, schon rollen wir lautlos vom Sony Center auf die Potsdamer Strasse. Ein Kollege von Craig ruft uns noch zu: Beeilt Euch! Bono ("Daddy's gonna pay for your crashed car") sei für eine Probefahrt im Anmarsch.. Wir biegen an der nächsten Ampel rechts ab. Und dann sagt Craig: "So, and now I accelerate him." Und Mann, geht der ab. Aus dem Stand heraus pumpt uns ein Drehmoment nach vorne, dass ich nur mit meinem ersten Start in einer Düsenmaschine vergleichen kann. Unwiderstehlich zieht der Tesla an der Leine. Und schade, dass wir hier "innerorts" nicht so dürfen, wie wir könnten...



Dann wieder rechts in die Lennestraße Richtung Ministergärten und Brandenburger Tor. Danach wieder warten vor der roten Ampel. Was mir schon nach wenigen Minuten auch auffällt: Man gewöhnt sich sehr schnell daran, dass ein Elektroauto im Stand wirklich ruhig ist. Es sind die anderen Autos mit Leerlaufgeräuschen, die auffallen. Und die mich plötzlich anmuten als Technik aus dem vorigen Jahrhundert.

Doch dann schaltet die Ampel auf Grün und wir biegen auf den 17. Juni ein. Full Acceleration. Maximum Torque! Und ganz schnell sehen wir das Brandenburger Tor nur noch im Rückspiegel.



Angenehm kühler Fahrtwind weht an uns vorbei. Das Regierungsviertel reduziert sich auf eine Rolle als Kulisse für dieses Erlebnis. Ich kann es nicht anders sagen: Dieser Wagen ist geil. Alle intellektuellen Bedenken, ob ein Elektroauto wirklich ein Sportwagen sein kann. Ob man nicht das Motorengeräusch vermisst. Ob es nicht einer brüllenden Maschine bedarf, um ein Roadsterfeeling zu bekommen? Klare Antwort: Nein. Überhaupt darf man an diese Frage nicht intellektuell herangehen...

Wir unterhalten uns darüber und Craig sagt: "Das einzig wirklich Erstaunliche ist doch, dass es die Technik für diesen umweltfreundlichen Spass schon seit Jahren gibt. Es gibt zu viele Skeptiker, die nur statisch denken, die sich Veränderungen nicht vorstellen können." Ich will noch was sagen, doch da biegen wir schon wieder ins Sony Center ein. Ein kleiner Junge in der Warteschlange fürs Legoland sieht uns und ruft: "Geiler Wagen!". Mein Adrenalin ist auf Euphorieniveau. Ich bin infiziert. Ich sage: "Eines Tages will ich so einen haben."

Mittwoch, 15. Juli 2009

Mitfahrt im Tesla Roadster kostet 50 EURO

California Dreaming: Der Tesla Roadster



RWE hat heute morgen im Sony-Center am Potsdamer Platz in Berlin seine Roadshow "e-mobility" gestartet. „Wir wollen, dass die Elektro-Mobilität in der Mitte der Gesellschaft ankommt“, sagte Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstand der RWE AG auf einer Pressekonferenz im extra eingerichteten Messestand. Partner des Projekts sind der Automobilclub ADAC, der Autovermieter Sixt, Siemens als Ausrüster und Betreiber der Ladestationen und Deutschlands grösster Parkraumanbieter APCOA.

„Es geht nicht allein darum, Benzin durch Strom zu ersetzen. Es geht drum, die erneuerbaren Energien auf die Straße zu bringen“, beschreibt Rolf Martin Schmitz die Vision der Elektro-Mobilität. "Jede neue Windenergieanlage und jede neue Solarenergieanlage verbessern die Klimabilanz des Elektro-Autos, da sie sauberen Strom ins Netz einspeisen. Schon heute – mit dem aktuellen Strommix in Deutschland – fahren Elektro-Autos klimaschonender als jeder Benziner."

Das stimmt - anders als noch vor 15 Jahren beim Großversuch auf Rügen. Und mit dem Brandenburger Windstrom, der aber ins Eon-Netz einspeist, könnte man 200.000 Elektroautos durch Berlin fahren lassen.

RWE geht davon aus, dass schon 2020 auf Deutschlands Strassen bis zu 2,5 Millionen Elektro-Autos fahren werden. Das halte ich für vorsichtig geschätzt. In Berlin hat RWE bereits 56 Ladepunkte für Elektro-Autos aufgestellt, bis Mitte 2010 sollen es 500 sein.

Sixt bietet im Sony-Center bis Sonntag Mitfahrten gegen "Spende an die RWE Stiftung" an: Einen eRUF, einen eRUF Greenster und einen Tesla Roadster. Schade, dass die Mitfahrt (selbst fahren ist nicht drin) im Tesla satte 50 EURO kosten soll.



"Ich bin sicher, in naher Zukunft schon werden die heute noch ungewohnten Ladepunkte im Straßenbild ein Markenzeichen der umweltgerechten Metropole Berlins sein," sagte Maria Krautzberger, Staatssekretärin für Verkehr und Stadtentwicklung bei der Pressekonferenz. Was interessant ist. Denn voriges Jahr behauptete noch Dr. Annette Rauterberg-Wulff aus der Senatsverwaltung Umwelt von Frau Lompscher, Elektroautos seien weit davon entfernt, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.



Das Objekt der Begierde, der Tesla Roadster aus Kalifornien, zog viele Hobbyfotografen an:



Der bislang einzige rein elektrisch angetriebene Porsche kommt von Meister Ruf:



Die weiteren Termine der Roadshow:
Berlin 16.07.-19.07. Sony Center Potsdamer Platz
Essen 31.07.-08.08. Willy-Brandt-Platz (gegenüber Hauptbahnhof)
Düsseldorf 15.08.-19.08. Tonhallen-Ufer (Oberkasseler Brücke)
Hamburg 28.08.-02.09. Deichtorhallen, Deichtorstraße 1
Frankfurt/Main 15.09.-27.09. IAA Messe Frankfurt Agora Fläche Ludwig-Erhard-Anlage 1
München 09.10.-14.10. Details folgen
Mainz 23.10.-28.10. Adenauer-Ufer (Ecke Stresemann-Ufer)

Dienstag, 14. Juli 2009

Mehr als heiße Luft: Das Projekt DESERTEC

Das Wüstenstromprojekt DESERTEC muss nicht verkehrt sein, nur weil es von Konzernmanagern organisiert wird ;-)


Foto: DESERTEC

Schaut man auf eine Weltkarte, ist es so nahe liegend: Die Hitze und Unbewohntheit der Sahara für die Erzeugung von Strom zu nutzen:


Grafik: DESERTEC

Und zwar nicht nur Strom für Europa, sondern vor allem für Afrika selbst. Wer die Informationen der DESERTEC Stiftung etwas genauer liest, versteht den Zweck des Ganzen: Es ist eigentlich egal, WER CO2-freien Strom verbraucht, denn in der Atmosphäre spielen nationale Grenzen keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass für diese Menge Strom eben kein CO2 erzeugt wird.

DESERTEC soll zuerst den afrikanischen Kontinent mit Strom versorgen. Es soll Meerwasser entsalzen. Nur ein Teil des erzeugten Stromes soll über mehrere Routen nach Europa transportiert werden.

Es ist wie mit den Elektroautos: Die Technik dafür ist schon lange ausgereift. Projekte dieser Art haben schon viele erfunden und gefordert. Aber erst, wenn die grauen Herren aus Deutschlands Konzernvorstandsetagen etwas verstanden haben und wollen, bewegt sich etwas. Darüber können locker 15 Jahre vergehen. So alt ist die Idee von DESERTEC nämlich. "Damals" war ein gewisser Professor Povh aus Erlangen der FACTS-Papst (FACTS=Flexible AC Transmission).

Auch an der Universität Dortmund rechneten Prof. Edmund Handschin, sein Nachfolger Christian Rehtanz sowie Dirk Westermann u.v.a. aus, wie man mit Hilfe von Leistungselektronik wirtschaftlich Lastflüsse über große Entfernungen bewerkstelligen kann. Gut, damals hatte man mit dem Projekt "Global Link" weniger die Sahara im Visier, als vielmehr die Wasserkraftreserven Sibiriens. Aber dann privatisierte Russland seine Gaswirtschaft, es kam der 11. September usw. Die politischen Randbedingungen verschoben sich.

Übrigens sollen in der Sahara keine Solarzellen installiert werden. Sondern Solarthermische Kraftwerke(Concentrating Solar Thermal Power Plants, CSP). Diese fokussieren Sonnenlicht in Gefäße, in denen Flüssigkeiten erhitzt werden so dass der klassische thermische Kraftwerksprozess zum Tragen kommt. Im Unterschied zu Solarzellen können diese Kraftwerke auch nachts noch Strom erzeugen, wegen der Wärmespeicherfähigkeit von Wasser.

Kurzum: Das Projekt hat Hand und Fuß und ist sinnvoll. Erstaunlich finde ich nur, wie plötzlich einige Bluechips mit diesem Projekt um die Ecke kommen. Wenn sogar die Münchner Rückversicherng hier mitmacht, muss etwas dran sein. Denn die haben ein Interesse daran, klimabedingte Versicherungsfälle im Zaum zu halten. David Schraven postete hierzu, die Münchner hätten auch einen milliardenschweren Investmentfonds im Angebot, den es jetzt zu pushen gelte. Mag sein, aber deshalb wird daraus kein schlechtes Projekt.

Links:
DESERTEC Stiftung
FACTS
Prof. Christian Rehtanz, TU Dortmund
David Schraven (Ruhrbarone)

Donnerstag, 9. Juli 2009

Manager, die wir gerne hätten...

Phil McKinney hat ja inzwischen bei HP angeheuert. Er hat sich dort zu David Cochran durchgefragt für ein Interview in seinem Podcast (übrigens, genau DAS war damals auch meine Idee beim Fraunhofer HHI: Die Erfinder vors Mikro holen, hat aber nur mit Einem geklappt. Dafür gleich zwei mal;-). David Cochran ist der Erfinder des ersten Taschenrechner.

"David, erzähl: Wie lief das damals bei Euch? Wer gab den Impuls, einen Taschenrechner zu entwickeln?" - Und David erzählt. Von den Gründern Packard, der hauptsächlich Lobbyarbeit im Regierungsviertel betrieb, und Hewlett, dem Technikfreak.

Hewlett managte die Entwicklung ohne Budgets! Unvorstellbar heutzutage. Wozu? - erklärt David. Wir waren eh da. Und das Labor war auch eh da. Und Hewlett ließ uns machen. Wenn wir eine Entwicklungsspur verfolgten, die ihm sinnvoll erschien, feuerte er uns an.

Nette Geschichte aus der Vorentwicklung. Eines Tages forderte Hewlett von David und seinen Entwicklern: "Baut mir in sechs Monaten einen Rechner, der auf meinen Schreibtisch passt." Nach sechs Monaten passte der Rechner nicht ganz auf den Tisch. Was machten die Kreativen? Sie bauten eine Kopie des Chef Schreibtisches, in einer halben Nummer größer. Da passte der Rechner dann drauf!
Der Boss merkte, was ablief. Aber er fand die Idee so gut, dass er mitspielte - und akzeptierte ;-)

Der Witz bei der Erfindung des Taschenrechners war: Die Marktforschung sah keinen Markt. Aber die Entwickler. Sie brauchten so ein Ding zumindest für ihre eigene Arbeit. Also bauten sie sich eins. Und legten den Grundstein für eine echte Killerinnovation.

Sonntag, 5. Juli 2009

Sei kreativ. Sei Berlin ;-)

Hier noch ein paar Fotos:

Ging voll mit: Das Publikum im Radialsystem V



Jim Rakete sagt: "Der Künstler muss auf leisen Sohlen voran gehen."


Noch ein Fotos vom Podium: "Wo ist denn Ihr Fotomodell?"





Mit Frank-Walter Steinmeier:



Geschafft: Sonnenuntergang überm Roten Rathaus:

Noch mehr Fotos...

Hier noch ein paar Fotos:

Ging voll mit: Das Publikum im Radialsystem V



Jim Rakete sagt: "Der Kreative muss auf leisen Sohlen voran gehen."


Noch ein Fotos vom Podium: "Wo ist denn Ihr Fotomodell?"




Mit Frank-Walter Steinmeier:



Geschafft: Sonnenuntergang überm Roten Rathaus:

Samstag, 4. Juli 2009

Sei kreativ. Sei Berlin ;-)

Klaus Wowereit hatte im Mai einen bundesweiten Kreativwettbewerb zum Thema "Heimat Metropole" ausgerufen (Link zu YouTube). Wer Lust hatte, konnte Werke einreichen, die sein Gefühl für seine Heimatmetropole ausdrücken. Als Schirmherr und Chef der Jury wurde Jim Rakete engagiert, bekannt als Künstler, zu dessen Fotos Bands wie Spliff, Nena oder auch Jimi Hendrix tolle Soundtracks geschrieben haben ;-)

Für Mimi und mich war das die Aufforderung, ein eigenes Statement abzugeben:

Mimi's Heim

"Wir Arbeiterkinder aus dem Ruhrgebiet sind im Regierungsviertel ankommen."

Am Mittwoch bekam ich die Nachricht, dass ich unter den Preisträgern sein würde. Ob ich Zeit hätte, am Freitag zum Kongress zu kommen, auf dem die Preisverleihung stattfinden solle. Na und ob ich Zeit haben würde. Und mein Fotomodell auch :-) Wir also gestern Abend ins alte Pumpwerk an der Spree Radialsystem V gefahren. Als Ehrengäste empfangen. Auf den Moment wartend, wo Wowereit und Rakete von ihrem Kreativtalk zur Preisverleihung überleiten würden. ... Das ist spannend, wenn dann zuerst der Dritte Preis vergeben wird. Hier werde ich nicht genannt, also: 2. oder gar 1. Unsere Sitznachbarin und ich sind noch im Rennen. Und dann verkündet die Moderatorin den zweiten Preis: für unsere Nachbarin. Yes! Sie geht zur Bühne und erläutert ihr Bild: Ich kriege das gar nicht so richtig mit. Ein Vogel sitzt auf der Skulptur von Marx und Engels vor dem Roten Rathaus. Mimi und ich sind nur noch aufgeregt. Ein schöner Moment!

Und dann darf ich. Jim Rakete die Hand schütteln. Und mein Foto erklären :-) Ob ich denn auch einen kreativen Beruf habe, fragt die Moderatorin. Ja, sage ich. Ich arbeite aber nicht mit Künstlern, sondern mit Erfindern und Softwaredesignern an Hybrid-und Elektroantrieben in Nordcharlottenburg. Applaus im Saal. Das Stichwort kommt gut. Und Kreativität ist etwas, was jeder lernen kann. Aber man muss sich jeden Tag hinsetzen und was tun.



Es war ein echt toller Abend. Jim Rakete hat mich beeindruckt. Ein Rocker, der auf dem Podium sehr deutlich seine Meinung sagt. Und im direkten Kontakt so völlig höflich und freundlich ist.

Es gibt noch mehr zu berichten... Gleich, nach der Werbung :-)

Hey, Kreativwettbewerb!

Klaus Wowereit hatte im Mai einen bundesweiten Kreativwettbewerb zum Thema "Heimat Metropole" ausgerufen (Link zu YouTube). Wer Lust hatte, konnte Werke einreichen, die sein Gefühl für seine Heimatmetropole ausdrücken. Als Schirmherr und Chef der Jury wurde Jim Rakete engagiert, bekannt als Künstler, zu dessen Fotos Bands wie Spliff, Nena oder auch Jimi Hendrix tolle Soundtracks geschrieben haben ;-)

Für Mimi und mich war das die Aufforderung, ein eigenes Statement abzugeben:

Mimi's Heim

"Wir Arbeiterkinder aus dem Ruhrgebiet sind im Regierungsviertel ankommen."

Am Mittwoch bekam ich die Nachricht, dass ich unter den Preisträgern sein würde. Ob ich Zeit hätte, am Freitag zum Kongress zu kommen, auf dem die Preisverleihung stattfinden solle. Na und ob ich Zeit haben würde. Und mein Fotomodell auch :-) Wir also gestern Abend ins alte Pumpwerk an der Spree Radialsystem V gefahren. Als Ehrengäste empfangen. Auf den Moment wartend, wo Wowereit und Rakete von ihrem Kreativtalk zur Preisverleihung überleiten würden. ... Das ist spannend, wenn dann zuerst der Dritte Preis vergeben wird. Hier werde ich nicht genannt, also: 2. oder gar 1. Unsere Sitznachbarin und ich sind noch im Rennen. Und dann verkündet die Moderatorin den zweiten Preis: für unsere Nachbarin. Yes! Sie geht zur Bühne und erläutert ihr Bild: Ich kriege das gar nicht so richtig mit. Ein Vogel sitzt auf der Skulptur von Marx und Engels vor dem Roten Rathaus. Mimi und ich sind nur noch aufgeregt. Ein schöner Moment!

Und dann darf ich. Jim Rakete die Hand schütteln. Und mein Foto erklären :-) Ob ich denn auch einen kreativen Beruf habe, fragt die Moderatorin. Ja, sage ich. Ich arbeite aber nicht mit Künstlern, sondern mit Erfindern und Softwaredesignern an Hybrid-und Elektroantrieben in Nordcharlottenburg. Applaus im Saal. Das Stichwort kommt gut. Und Kreativität ist etwas, was jeder lernen kann. Aber man muss sich jeden Tag hinsetzen und was tun.



Es war ein echt toller Abend. Jim Rakete hat mich beeindruckt. Ein Rocker, der auf dem Podium sehr deutlich seine Meinung sagt. Und im direkten Kontakt so völlig höflich und freundlich ist.

Es gibt noch mehr zu berichten... Gleich, nach der Werbung :-)

Freitag, 3. Juli 2009

Manager, die wir gerne hätten...

Phil McKinney hat ja inzwischen bei HP angeheuert. Er hat sich dort zu David Cochran durchgefragt für ein Interview in seinem Podcast (übrigens, genau DAS war damals auch meine Idee beim Fraunhofer HHI: Die Erfinder vors Mikro holen, hat aber nur mit Einem geklappt. Dafür gleich zwei mal;-). David Cochran ist der Erfinder des ersten Taschenrechner.

"David, erzähl: Wie lief das damals bei Euch? Wer gab den Impuls, einen Taschenrechner zu entwickeln?" - Und David erzählt. Von den Gründern Packard, der hauptsächlich Lobbyarbeit im Regierungsviertel betrieb, und Hewlett, dem Technikfreak.

Hewlett managte die Entwicklung ohne Budgets! Unvorstellbar heutzutage. Wozu? - erklärt David. Wir waren eh da. Und das Labor war auch eh da. Und Hewlett ließ uns machen. Wenn wir eine Entwicklungsspur verfolgten, die ihm sinnvoll erschien, feuerte er uns an.

Nette Geschichte aus der Vorentwicklung. Eines Tages forderte Hewlett von David und seinen Entwicklern: "Baut mir in sechs Monaten einen Rechner, der auf meinen Schreibtisch passt." Nach sechs Monaten passte der Rechner nicht ganz auf den Tisch. Was machten die Kreativen? Sie bauten eine Kopie des Chef Schreibtisches, in einer halben Nummer größer. Da passte der Rechner dann drauf!
Der Boss merkte, was ablief. Aber er fand die Idee so gut, dass er mitspielte - und akzeptierte ;-)

Der Witz bei der Erfindung des Taschenrechners war: Die Marktforschung sah keinen Markt. Aber die Entwickler. Sie brauchten so ein Ding zumindest für ihre eigene Arbeit. Also bauten sie sich eins. Und legten den Grundstein für eine echte Killerinnovation.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Tesla Roadster geht auf Deutschland Tour

Der Blog Basicthinking meldet, dass RWE und Sixt eine Tesla Roadshow planen. Für 10 EUR soll man das Teil mal Probefahren können.

Hier die Termine:

Berlin, Sony Center: 15. bis 19. Juli
Ruhrgebiet: 30. Juli bis 8. August
Düsseldorf: 14. bis 19. August
Hamburg: 27. August bis 2. September
Frankfurt/Main: 10. bis 27. September
Stuttgart: 8. bis 14. Oktober
Mainz: 22. bis 28. Oktober
München: 5. bis 11. November

Zensursulas in Unternehmen

Werbung im Web 2.0 ist ein Dialog unter gleichen.
Andreas Neus, Strategieberater bei IBM

Mein Ex-Kollege bringt damit sehr gut auf den Punkt, warum viele Traditionsunternehmen -und ihre Tochterunternehmen- so einen großen Bogen um das Mitmachinternet machen: "Unter gleichen" geht gar nicht. Nur Hierarchie geht. Und Kontrolle.

Es gibt keine effektivere Kommunikation, keine effektivere Zusammenarbeit als die über Wikis, Tags, Kommentare, Fotos und Videos. Allein, man muss eine Idee haben, wie man die neuen Werkzeuge so einsetzt, dass sie die bisherigen Lücken schließen.

Was ich stattdessen immer wieder erlebe ist: Webfilter für immer mehr Kategorien, ungepflegte Webseiten mit Monate alten "News" und ein Intranet, dass der Selbstdarstellung, Verschleierung und der Beschäftigung mit dem Unwichtigen dient. Die Gründe dafür sind Angst vor Kontrollverlust über die Hierarchie und fehlende Business Creativity.

Montag, 29. Juni 2009

"Wir Geisterfahrer"

Interessantes Interview mit Utz Classen in der WELT anlässlich der Herausgabe seines neuen Buches "Wir Geisterfahrer". Wen er damit meint?

Claassen: Wir sind im Vergleich zu anderen Ländern in besonderer Weise eine machtorientierte Gesellschaft. Wir haben Angst, in diesem Spiel der Machtverhältnisse durch falsch verstandenen Widerspruch an Einfluss zu verlieren. Zudem haben wir aufgrund unserer Geschichte eine relativ schwache Ausprägung einer mündigen Bürgergesellschaft. Wer kennt nicht bei uns Mitläufertum, vorauseilenden Gehorsam und Obrigkeitshörigkeit?

WELT ONLINE: Wenn viele Spitzenmanager so schlecht sind wie Sie sagen, warum schlagen sich viele deutsche Industrieunternehmen dann eigentlich noch so gut?

Claassen: Weil die deutschen Belegschaften in der Breite sehr gut qualifiziert sind. Dass deutsche Autobauer über Jahrzehnte so erfolgreich waren, liegt neben technischen Ausnahmetalenten wie Ferdinand Piech, an den guten Ingenieuren und Facharbeitern. Sie haben Deutschland stark gemacht. Das duale Ausbildungssystem ist die größte Stärke des Landes überhaupt. All das kommt in der Industrie stärker zum Tragen als in den Banken. In der Top-Elite allerdings sind uns die Engländer und Amerikaner oft überlegen, da verfügen sie über eine breitere Schicht an exzellenten Leuten.


An anderer Stelle analysiert er:
WELT ONLINE: Aber sind nicht fehlende moralische Werte das Hauptproblem? Sie schreiben in Ihrem Buch: Je höher Chefs in der Hierarchie eines Unternehmens rücken desto stärker achten sie darauf, ihr Mittagessen nicht selber zahlen zu müssen.


Anm.: Davon habe ich auch gehört.

Claassen: Geld gewinnt anscheinend ausgerechnet für diejenigen immer mehr an Bedeutung, die es am wenigsten brauchen, weil sie schon so viel davon haben.


Zum WELT-Interview: Link

Und noch ein Interviewvideo bei amazon.de: Link

Sonntag, 28. Juni 2009

Manager, die wir gerne hätten...

Die deutsche Wirtschaftspresse (FTD, FAZ) stichelt gegen den Apple Gründer Steve Jobs genauso gerne wie gegen US-Präsident Obama. Sie übertreibt dann gerne die herausragenden kreativen und rhetorischen Fähigkeiten ins Lächerliche, um die gesamte Person in Frage zu stellen.

Dass Kunden und Wähler auf passionierte und begabte Führungspersönlichkeiten abfahren, wird gerne als irrational diffamiert. Analysten sehen sogar einen Nachteil in herausrragenden Unternehmerpersönlichkeiten, denn schließlich sind deren Unternehmen dann ja besonders abhängig von ihnen. Wer kommt danach? Einen formalisierten „Prozess zur Sicherstellung herausragender Führungsqualität“, den noch der am einfachsten strukturierte Analyst nachvollziehen könnte, gibt es nicht.

Die Wirtschaftsredakteure werten Jobs und Obama aus zwei Gründen ab: Sie müssen bei ihren Lesern den Neid all derer bedienen, die nicht so sind wie diese beiden. Und sie wollen Einfluss auf die Wahrnehmung durch Kunden und Angestellte nehmen. In Managersprache: "Erwartungsmanagement" betreiben (viele Manager sagten mir, meine wichtigste Rolle als Projektleiter sei es, die Erwartungen des Kunden nach unten zu managen).

Diese Wirtschaftsredakteure also nehmen sich vor, „übertriebene“ Erwartungen deutscher Kunden und Angestellten an deren eigene Topmanager nach unten zu managen.

Jeder Angestelle, der an der Führungsqualität seines eigenen Vorgesetzten leidet, träumt von einem Manager a la Jobs. Oder Phil McKinney. Managern, die sich mit ihren Produkten und Unternehmen –zumindest nach außen hin- identifizieren. Die Passion für das zeigen, was ihre Mitarbeiter entwickeln und ihre Kunden kaufen.

Davon gibt es nicht so viele. Mittlere Manager achten normalerweise früh darauf, dass sich solche Abweichler nicht etablieren, um womöglich neue Maßstäbe zu setzen und die Mitarbeiter mit Feuer und Flamme zu entfachen. Mehr vom gleichen heißt die Philosophie solcher Manager. In Bezug auf ihre Mitarbeiter und auf ihre Produktideen.
Deshalb bezeichnet man das mittlere Management in den meisten Unternehmen ja auch als Lähmschicht.

Der gesamte Schmeichelzirkus, den Berater und Medien für die auf ihren Business Class Flug wartenden Leser veranstalten, transportiert vor allem die Botschaft, dass es ein enormes Risiko sei, einen Jobs an der Spitze seines Unternehmens zu haben. Denn so ein Typ ist unersetzlich und unentbehrlich. Ganz anders als die Lähmschicht.

Montag, 22. Juni 2009

Am Freitag war großer "Verfallstag". FTD und FAZ berichteten die ganze Woche darüber, wie dramatisch dieser Tag für Porsche und die VW-Aktie werden würde. Man wusste zwar nichts genaues, aber die VW-Aktie könne durchaus auf 50 EUR (ihren "fairen") Wert sinken. Und was passierte am Freitag? - Gar nichts.

Heute schreibt ein Schlaumeier in der FAZ, dass dies "nicht überraschen kann".

Mit den Analysten ist es so gesehen wie mit den linken Chaoten aus Friedrichshain-Kreuzberg
Mangels eigener Qualitäten lenkt niemand das Rampenlicht auf sie. Deshalb benutzen sie das Rampenlicht anderer. In der Hoffnung, dass der Leser von der Größe ihrer Opfer oder Gegner auf ihre eigene Größe schließt. Doch schaut man genauer hin, ist da gar nichts. Ärzte nennen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Staatsanwälte nennen es Stalking. Die Patienten aus dem Friedrichshain zieht es nach Tempelhof. Die Stalker aus Frankfurt und Hamburg zieht es nach Zuffenhausen.

Am Freitag hat sich die deutsche Wirtschafts- und Finanzpresse jedenfalls gründlich blamiert. Verfallen ist lediglich ihr Ansehen.

Samstag, 20. Juni 2009

LKA Chef sinniert über die Beweggründe der Autobrandtsifter

In Berlin toben zur Zeit sogenannte "Actionweeks". Frustrierte Mittelklassekinderchen spielen nachts Revolutionäre und zünden Autos an. Die vom Personalabbau gebeutelte Berliner Polizei hat Mühe, dieser Anschlagsserie Herr zu werden. Das liegt am Personalmangel. Aber auch daran, dass Innensenator Körting (SPD), Polizeipräsident Glietsch und jetzt auch noch LKA - Präsident Haeberer ihre Rolle eher als Kindergärtner interpretieren. Sie fordern vor allem Verständnis für das "gesellschaftliche Anliegen" dieser hormonell übersteuerten Irren.

in einem Interview mit der Berliner Morgenpost äußert LKA Chef Haeberle nun sogar Zweifel an, dass man diesen Terror als "politisch motiviert" einstufen sollte (Link).

Zitat:
Haeberer: Nur etwa 20 bis 40 Prozent der Taten folgen Selbstbezichtigungsschreiben, die restlichen werden politisch nicht vereinnahmt. Das sagt doch eine Menge aus und lässt zumindest die Vermutung zu, dass es in vielen Fällen nicht politisch motivierter Vandalismus ist. Es brennen auch Mittelklassewagen, die von Familien genutzt werden. Die linksextreme Szene diskutiert den Einsatz von Gewalt, will aber angeblich Unbeteiligte nicht treffen. Wo ist der poltisch-revolutionäre Ansatz, wenn ein Kombi brennt?


Wen interessieren solche "Bekennerschreiben"? Ich lasse mir eine so genannte "gesellschaftliche" Diskussion nicht von Extremisten aufzwingen, die wie Faschisten brandstiftend durch die Straßen ziehen. Ich nehme deren "Erklärungen" schlicht nicht zur Kenntnis. Das einzige was mich an denen interessiert ist, dass ich mich darauf verlassen kann, sie bald hinter Gittern zu sehen. Herr Haeberer scheint auch noch nicht ganz in diesem Jahrhundert angekommen zu sein, wenn er sein 70er Jahre Beuteschema zum Maßstab macht, nachdem jedem Anschlag ein schreibmaschinengetipptes Bekennerschreiben in hochtrabendem Ideologendeutsch beizulegen wäre.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Phil McKinney: "Kreativität ist ein Skill, den jeder hat."

Jeder kann kreativ sein, muss es aber trainieren. So Phil McKinney, Chefinnovator bei HP, in einem FORBES Interivew.

Er sagt: Es fängt damit an, die richtigen Fragen zu stellen. Die Qualität der Ideen hängt von der Qualität der Fragen ab. "Gehet hin und überlegt Euch neue Produkte" geht nicht. Ist eh nie so ernst gemeint. Wir kennen das: Kaufleute schauen auf Techniker herab. Techniker schauen auf Designer herab.

Also hat McKinney eine Sammlung von "richtigen", oder wie er sie nennt: Killerfragen, aufgeschrieben. Er behandelt diese Fragen seit drei Jahren in seinem Podcast und Blog. Ich bin seit Februar 2006 dabei :-)

Machen wir die Probe aufs Exempel:

Frage #1: Auf welchen Annahmen betreiben wir unser heutiges Fahrzeuggeschäft?
Genauer gesagt: "betrieben wir"?

Antwort #1:
1. Auf der Annahme, dass die meisten Leute beim Kauf ihres Autos keinen Wert auf Design, aber viel Wert auf elektronische Features legen (schließlich fließen die meisten FuE Aufwendungen in die Fahrzeugelektronik).
2. Auf der Annahme, dass Kunden für ihr Auto ein Budget zur Verfügung haben, das bis zur Hälfte des Budgets für eine Immobilie betragen kann.

So, und was passiert, wenn das Gegenteil dieser Annahmen wahr ist?

1. Wir müssten die Budgets für Elektronikentwicklung kürzen und jene fürs Design erhöhen.
2. Wenn die Kunden weniger Budget haben, und nicht mehr nur subventionierte Dienstwagen das Neuwagengeschäft ausmachen sollen, müssen die Entwicklungsausgaben insgesamt gekürzt werden. Das kann zu einer Reduktion von Varianten führen oder zu einer Reduktion der Ausstattung. Damit sinkt das Budget für die Elektronikentwicklung aber noch stärker.



Sources: www.killerinnovations.com

Phil McKinney: "Kreativität ist ein Skill, den jeder hat."

Jeder kann kreativ sein, muss es aber trainieren. So Phil McKinney, Chefinnovator bei HP, in einem FORBES Interivew.

Er sagt: Es fängt damit an, die richtigen Fragen zu stellen. Die Qualität der Ideen hängt von der Qualität der Fragen ab. "Gehet hin und überlegt Euch neue Produkte" geht nicht. Ist eh nie so ernst gemeint. Wir kennen das: Kaufleute schauen auf Techniker herab. Techniker schauen auf Designer herab.

Also hat McKinney eine Sammlung von "richtigen", oder wie er sie nennt: Killerfragen, aufgeschrieben. Er behandelt diese Fragen seit drei Jahren in seinem Podcast und Blog. Ich bin seit Februar 2006 dabei :-)

Machen wir die Probe aufs Exempel:

Frage #1: Auf welchen Annahmen betreiben wir unser heutiges Fahrzeuggeschäft?
Genauer gesagt: "betrieben wir"?

Antwort #1:
1. Auf der Annahme, dass die meisten Leute beim Kauf ihres Autos keinen Wert auf Design, aber viel Wert auf elektronische Features legen (schließlich fließen die meisten FuE Aufwendungen in die Fahrzeugelektronik).
2. Auf der Annahme, dass Kunden für ihr Auto ein Budget zur Verfügung haben, das bis zur Hälfte des Budgets für eine Immobilie betragen kann.

So, und was passiert, wenn das Gegenteil dieser Annahmen wahr ist?

1. Wir müssten die Budgets für Elektronikentwicklung kürzen und jene fürs Design erhöhen.
2. Wenn die Kunden weniger Budget haben, und nicht mehr nur subventionierte Dienstwagen das Neuwagengeschäft ausmachen sollen, müssen die Entwicklungsausgaben insgesamt gekürzt werden. Das kann zu einer Reduktion von Varianten führen oder zu einer Reduktion der Ausstattung. Damit sinkt das Budget für die Elektronikentwicklung aber noch stärker.



Sources: www.killerinnovations.com

BMW Mitarbeiter bevorzugen Fremdfabrikate

Eine Ursache für die Krise bei BMW scheint die Beliebtheit mancher Fremdfabrikate bei den Mitarbeitern zu sein. So jedenfalls muss man eine Postkartenaktion auf den Werksparkplätzen werten, über die die Süddeutsche berichtet. Tenor: "Lieber Kollege, wenn Du schon gerne bei uns arbeitest, warum kaufst Du nicht unser Produkt?"

Vertrieb, Personalabteilung und Betriebsrat zeigen hier vereint, dass sie die Produktstrategie ihres Unternehmens nicht verstanden haben: BMW baut emotionale Autos. Design und Motorisierung sind die Motive von BMW-Käufern. Aber arbeitet bei BMW nur die eigene Zielgruppe? Oder bei sonst einem deutschen Konzern?

Klare Antwort: Nein. Bestes Beispiel war Hartmuth Mehdorn, der erklärtermaßen lieber in ein Flugzeug stieg als in seinen ICE. Auch andere Manager dieses Konzerns, die z.B. für den Service verantwortlich sind, fahren offensichtlich nie Zug.

Es kann natürlich auch sein, dass die Beliebtheit fremder Marken im Hause BMW ein solches Ausmaß angenommen hat, dass man nun mit einer Kampagne gegensteuern muss. Wenn das so wäre, würde der Vertrieb aber auch einen Fehler begehen. Dann stellte sich nämlich die Frage nach dem WARUM und der eigenen Produktstrategie.

Dienstag, 16. Juni 2009

Megaanmeldungen

Großunternehmen gehen dazu über, in ihren Patentanmeldungen besonders viele Ansprüche zu formulieren. Anmeldeschriften mit mehr als 100 DIN A 4 Seiten sind keine Seltenheit mehr.

Das Kalkül dieser Anmelder: Zeitgewinn durch lange Prüfzeiten. Da bereits die Anmeldung eines Patentes dem Anmelder gewisse Rechte verleiht, hat der Zustand der Unsicherheit über die Erteilungschancen mehr Wert, als ein negativer Prüfbericht oder die Ablehnung. Für Wettbewerber kann dies Anlass genug sein, andere Entwicklungspfade einzuschlagen. Und das bezweckt dieser Anmelder.

Sonntag, 14. Juni 2009

Peugeot feiert Gesamtsieg in Le Mans

"Never change a winning system" könnte man im Nachhinein dem Audi Rennteam raten. Denn Peugeot hat heute einen Doppelsieg in Le Mans errungen. Im Gegensatz zu Audi ging Peugeot mit den in den vergangenen Jahren eprobten Wagen an den Start. Diesmal sollte es klappen. Audi kam mit von 12 auf 10 Zylinder "down-gesizten" neuen Dieseln und wurde mit dem neuen R15 immerhin Dritter.


Photo: Peugeot

Trotzdem geht für Audi ein äußerst erfolgreiches Le Mans Jahrzehnt zu Ende. Sage und schreibe achtmal hieß es am Ende: "Vorsprung durch Technik". Genauer: durch Dieseltechnik. Audi hat den Diesel rennfähig gemacht und geht damit in die Geschichte des Rennsport ein. Kann auch sein, dass die Ära der puren Antriebe bald zu Ende geht. Angeblich arbeiten einige Konstrukteure hinter den Kulissen schon an Hybridprototypen für den Renneinsatz. Es wäre die logische Weiterentwicklung der Taktik, mit der Audi so erfolgreich war. Der verbrauchsarme Diesel reduziert ganz einfach die Anzahl der nötigen Tankstopps.

Ein Hybridantrieb ermöglicht es, beim Bremsen die Batterie eines Elektroantriebes zu laden und die gespeicherte Energie beim nächsten Beschleunigen als Drehmoment abzurufen. Der Verbrennungsmotor kann dann entsprechend etwas schwächer ausgelegt werden und verbraucht weniger Kraftstoff.

Auch der andere deutsche Kontrukteur, Porsche, fährt mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause. Porsche gewann mit dem Spyder im LMP2 Classement (das ist die etwas leistungsschwächere Prototypenklasse). Auch den von Michelin gestifteten "Green Challenge" für das beste Verhältnis aus Rundenzahl und Kraftstoffverbrauch gewann der Porsche RS Spyder. Und das dürfte etwas Balsam auf die geschundene Seele sein... Doch im seriennahen LMGT2 Classement fielen die 911 GTS leider reihenweise aus. Sinnigerweise ging einer der 911er mit Benzinleitungsproblemen aus und sprang nicht mehr an...

So oder so. Das Peugeot-Team freute sich verdient und herzlich. In Frankreich wird heute gefeiert.

Freitag, 12. Juni 2009

Morgen gehts los!

Die Zeit zwischen zwei Rennen nennt man warten.
Steve McQueen in "Le Mans".

Morgen ist das Warten vorbei. Früher waren Porsche (Chefkonstrukteur: Ferdinand Piech) und Ferrari die Rivalen der Rennbahn. Heute sind es die Dieselspezialisten Audi und Peugeot.


Szene aus "Le Mans"

Mittwoch, 10. Juni 2009

Mit GM werden hoffentlich auch die schlechten Manieren abgewrackt

GM ist gescheitert. Seine Kultur im Umgang mit Zulieferern und Kunden können wir als überholt ansehen. Prof. Hans-Erich Müller von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht hat für die Hans-Böckler-Stiftung die Lieferantenbeziehungen von GM untersucht. Und deren Beitrag zum Misserfolg des Unternehmens.

GM kaufte zum einen andere Fahrzeughersteller und deren Marken auf. Dann vereinheitlichte es die Fahrzeugtechnologien "unter der Haube" über die Marken hinweg. Und beraubte die einst wertvollen Marken ihrer Identitäten und damit ihres Wertes. Außerdem sourcte GM eine Produktion aus und bündelte seine Entwicklung (z.B. bei OPEL in Rüsselsheim).

GM gliederte seine früher eigene Fertigung nicht nur aus. Es setzte seine neu gegründeten Zulieferer auch sofort unter Preisdruck und nutzte seine Quasimonopolstellung aus, z.B. bei Delphi. Müller beschreibt in seiner Studie, wie GM mit schlechten Manieren die Beziehungen zu seinen Zulieferern verschliss.

Die Gegenstrategie der Zulieferer war, die Abhängigkeit vom einzigen Kunden GM zu reduzieren. Man investierte immer weniger in die speziell für GM notwendigen Anlagen. Das ging zulasten der Qualität.

Die Outsourcingstrategie a la GM - ausgliedern und auspressen - basierte auf einer Fehlinterpretation der Strategien japanischer Hersteller. Auch diese hatten outgesourct. Allerdings nicht hauptsächlich um eigene Einkaufskosten durch direkten Preisdruck zu sparen. Sondern um die Expertisen besser zu sortieren. Toyota -so Müller- pflegt seine Lieferantenbeziehungen intensiv. So entstehen lange Jahre der Zusammenarbeit auf allen Unternehmensebenen. Auf beiden Seiten ist man sich der gegenseitigen Abhängigkeiten sehr bewusst.

Quelle: www.boecklerimpuls.de

Die Manieren, die sich die GM-Manager über die Jahre im Umgang mit anderen angeeeignet hatte, haben sie kürzlich auch bei einem Treffen mit der Bundesregierung offen gelegt. Sie handeln immer noch von oben herab. Und wollen nicht anerkennen, dass ihre Zeit abgelaufen ist.

Montag, 8. Juni 2009

20 Jahre nach dem Mauerfall: Das KaDeWe schließt

Das KaDeWe ist die einzige Karstadtfiliale, in der wir in den letzten Jahren eingekauft haben (hüstel..). Es kann nichts für die Unfähigkeiten seiner Konzernmanager, geht jetzt aber mit den Bach hinunter.

Die Westberliner sind fassungslos. Erst schloss der Bahnhof Zoo. Dann der Flughafen Tempelhof.

Westberlin is nich mehr...

Sonntag, 7. Juni 2009

Firmenstrom

Genauso wird es in vielen Büros kommen, dank Lithium-Ionen Technik: Akkus im Büro aufladen, zuhause entladen ;-)

(Link zum Dilbert bei VDI-N)

Freitag, 5. Juni 2009

Der betörende Glanz der Dummheit

Wäre Koch-Mehrin ein Einzelfall, wäre alles nicht so schlimm. Ich weiß aus früherer Arbeit in der FDP aber leider: Es gibt sie überall. Penetrant, berechnend, gnadenlos, unpolitisch und faul. Sie kandidieren für bezahlte Parteiämter und sobald sie den Laden etwas kennen, nennen sie das "politische Kompetenz". Fragt man sie nach ihrem Programm, ihrer politischen RIchtung, wird es richtig peinlich.

Es kostet viel Mühe, solche Leute in Schach zu halten, um Schaden von der Integrität eines Verbandes abzuwenden. Auffallend oft sind es Leute ohne Berufsabschluss oder Freiberufler, denen ihre Aussichtslosigkeit in ihrem Beruf klar geworden ist. Da wird die Parteikarriere als allerletzte Chance begriffen. Und man glaubt als Außenstehender nicht, wie verwahrlost manche Menschen innerlich sind, die sich allen ernstes zum "bürgerlichen Lager" zählen.

Ein dummer Mensch ist unorginell, unkreativ, humorlos und gegenüber anderen - in die er sich ja mangels Feingefühl nicht hineinversetzen kann - mitleidlos, rücksichtslos und intolerant.

Es gibt keine phantasielosen, unsensiblen Kinder. Wie phantasievoll einer im späteren Leben sein wird, ist - stark vereinfacht - abhängig von der Quantität und Qualität der Anregungen, die seine angeborene Phantasie erhält; wie viel Sensibilität er entwickelt, von der Quantität und Qualität der Verletzungen, die man seiner Psyche zufügt.

Hier liegt vermutlich der Schlüssel zur geringeren Intelligenz außerordentlich schöner Menschen: Sie werden seltener verletzt.

Esther Vilar 1990

Dienstag, 2. Juni 2009

Namensvorschläge für Berlins neuen Flughafen gesucht

Der Tagesspiegel hat einen Namenswettbewerb angeleiert, den er nicht mehr los werden wird (Link).

Hier meine Vorschläge:

Deep-Space-Nein Airport

Der Internationale

Umwelt-Zoni-Flughafen

Schall-Mauer-Flughafen


Sonntag, 31. Mai 2009

Perhappies :-)

Eine frühere Kollegin erzählte mal vor Jahren, dass es bei Verabredungen ihrer Tochter im Teenageralter immer erst fünf Minuten vor dem Termin klar sei, ob dieser tatsächlich stattfinde. Es könne nämlich passieren, dass man fünf Minuten vor der Zeit feststelle, dass es noch etwas besseres gebe wo man hingehen könne, oder dass man einfach keine Lust habe. Und per SMS sei es ja technisch einfach, die anderen über das eigene Befinden auf dem Laufenden zu halten.

Inzwischen sind diese Teenager im Berufsleben angekommen. Und sie haben ihre Kultur mitgebracht. Statt SMS nutzen sie heute MS Outlook (weil SMS im Corporate Network nicht funktioniert). Und ihre Eltern haben sie inzwischen auch von den Vorteilen ihrer Sitte überzeugt: Der Anteil von "Unter Vorbehalt"-Zusagen auf Outlookeinladungen hat sich in den letzten 6 Jahren verdoppelt.

Soziologen nennen diese Leute "Perhappies". Weil sie immer nur mit perhaps antworten, und dabei glücklich sind.

Erfinder dieser Kultur des sich nicht festlegens ist Franz Beckenbauer ("Schaun mer mal" - so hätte man eigentlich den Button im Outlook bezeichnen müssen).

Perhappies nerven Leute, die etwas zu planen und zu organisieren haben. Perhappies sind aber auch eine Antwort auf das gebrochene Committment der Autoritäten. Wo Manager ihre Fehler von Mitarbeitern ausbaden lassen und ihre Verantwortung auf anonyme Instanzen ("Märkte", "Krise") abwälzen oder prinzipiell ablehnen, da lehnen dann irgendwann auch die Mitarbeiter ihre Verbindlichkeit ab. Sie sagen unterschriebene Arbeitsverträge einen Tag vor dem Einstieg ins Unternehmen ab. Sie sagen ihre Mitarbeit am Projekt kurzfristig ab. Immer, weil sie kurzfristig etwas besseres gefunden haben.

Wären Perhappies konsequent, würden sie das Angestelltenverhältnis an sich ablehnen, und sich als Freiberufler mit einer Fülle von Gelegenheiten umgeben. Doch die müssten erarbeitet werden. Und man müsste überhaupt Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Und das lehnen Perhappies wiederum strikt ab. Das sehen sie genau so wenig ein, wie ihre Manager. Beide beziehen ja ihre Identität und behaupten ihren Marktwert daraus, dass man ihnen überhaupt Gelegenheiten bietet. Erfüllen müssen sie diese aber nur selten, weil sie immer auf dem Sprung sind. Sie bringen selten Ergebnisse, weil sie etwas immer nur anfangen. Sie müssen nur einen guten Start in einem Projekt mit viel Renommee hinlegen. Ausbaden können das dann diese altmodischen Typen, die sich früh auf etwas festlegen können (weil man denen, aus Sicht der Perhappies, wohl keine Angebote macht).

Und so sind Perhappies am Ende des Tages genau die richtigen Angestellten für große Konzerne.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Beruf und Berufung

Dass es mit dem materiellen Wohlstand wirklich bergab gehen wird, erkennt man auch daran, dass die kreativen, kulturellen Werke besser werden. Ich wühle mich gerade durch die Reze(n)sionen der Cannes Filmfestspiele. "Das weiße Band" und "Antichrist" interessieren mich besonders.

Die Zeit unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkrieges hatte ja schon einmal Stefan Zweig mit seiner "Welt von gestern" sehr lebhaft eingefangen. Haneke, wie Zweig Österreicher, hält die Kamera in "Das weiße Band" hingegen auf die alltägliche, selbstverständliche Gewalt. Die irre Vorstellung von Psychopathen, über andere Menschen verfügen zu können als Haupttriebfeder in Politik, Wirtschaft und Familie. Gut, dass wir das heute überwunden haben.

Nebenbei erstaunte mich ein Interview mit Charlotte Gainsbourg: Ihr Job hat mit meinem so viele Gemeinsamkeiten:

Wie hat von Trier Ihnen Ihre Rolle vor dem Dreh erklärt? Und wie haben Sie sich vorbereitet?

Er hat gar nichts erklärt! Ich habe mich selbst vorbereitet, allerdings nicht völlig auf eigene Faust, sondern mit einem Schauspielcoach, den ich schon kannte, per Telefon. Ich war am Anfang extrem nervös, denn Lars hat wirklich keine einzige meiner Fragen beantwortet. Er sagte immer wieder, er wisse es auch nicht - er war so vage! Und man konnte sehen, dass er damit sehr viel Spaß hatte. Er hatte Vergnügen daran, sich dumm zu stellen. Aber ich musste mit irgendjemandem sprechen und meine Ideen teilen. Für diese Diskussionen brauchte ich einen Vertrauten. Das half mir sehr, mir den Passionsweg in seinen ganzen emotionalen Stufen klarzumachen,...

(Quelle: FAZ)

Berufene brauchen keine Coaches

Dass es mit dem materiellen Wohlstand wirklich bergab gehen wird, erkennt man auch daran, dass die kreativen, kulturellen Werke besser werden. Ich wühle mich gerade durch die Reze(n)sionen der Cannes Filmfestspiele. "Das weiße Band" und "Antichrist" interessieren mich besonders.

Die Zeit unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkrieges hatte ja schon einmal Stefan Zweig mit seiner "Welt von gestern" sehr lebhaft eingefangen. Haneke, wie Zweig Österreicher, hält die Kamera in "Das weiße Band" hingegen auf die alltägliche, selbstverständliche Gewalt. Die irre Vorstellung von Psychopathen, über andere Menschen verfügen zu können als Haupttriebfeder in Politik, Wirtschaft und Familie. Gut, dass wir das heute überwunden haben.

Nebenbei erstaunte mich ein Interview mit Charlotte Gainsbourg: Ihr Job hat mit meinem so viele Gemeinsamkeiten:

Wie hat von Trier Ihnen Ihre Rolle vor dem Dreh erklärt? Und wie haben Sie sich vorbereitet?

Er hat gar nichts erklärt! Ich habe mich selbst vorbereitet, allerdings nicht völlig auf eigene Faust, sondern mit einem Schauspielcoach, den ich schon kannte, per Telefon. Ich war am Anfang extrem nervös, denn Lars hat wirklich keine einzige meiner Fragen beantwortet. Er sagte immer wieder, er wisse es auch nicht - er war so vage! Und man konnte sehen, dass er damit sehr viel Spaß hatte. Er hatte Vergnügen daran, sich dumm zu stellen. Aber ich musste mit irgendjemandem sprechen und meine Ideen teilen. Für diese Diskussionen brauchte ich einen Vertrauten. Das half mir sehr, mir den Passionsweg in seinen ganzen emotionalen Stufen klarzumachen,...

(Quelle: FAZ)

Sonntag, 24. Mai 2009

Sportliche VW-Vorstände

Während VW Aufsichtsrat Piech und Vorstandschef Winterkorn eine Runde im Autokorso des Deutschen Meisters drehten, stieg Entwicklungsvorstand Hackenberg gleich in einen Rennwagen: Er steuert einen der Erdgas-Sciroccos GT24-CNG (Compressed Natural Gas) auf dem 24h-Rennen am Nürburgring.

In einem Interview mit Sport Auto erklärt er, welche Rolle Erdgasantriebe demnächst bei VW spielen werden (Link).

Mehr Infos über den Renn Scirocco gibt es bei Volkswagen-Motorsport.com.

Live verfolgen kann man das Rennen auf DSF.

Samstag, 23. Mai 2009

Es läuft und läuft und läuft...

Wolfsburg wird Meister!

In meinen Mittagspausen beim Gifhorner Griechen habe ich folgendes gelernt: In Niedersachsen geht man entweder zur EIntracht (Braunschweig) oder zu 96. Vom Vfl Wolfsburg erzählt man sich noch heute, dass man auf der Straße Freikarten für DFB-Pokalspiele verteilte, um in der Sportschau nicht allzu trostlos auszusehen. Erst gaanz allmählich, und nur wegen der beharrlichen Förderung von VW sei das was herangewechsen.

Nicht glauben konnte ich, dass VW vor zig Jahren der Eintracht mal die Sponsorenschaft angeboten hatte, von der heute der VfL so profitiert. In Braunschweig habe man dankend abgelehnt. Vielleicht schaut man heute dort sehr nachdenklich nach Wolfsburg.

Auf dem Porscheplatz wird's heute rund gehen. Die Stadt ist ja sehr praktisch organisiert. Das Stadion liegt am Mittellandkanal (wie das VW-Werk). Auf der anderen Kanalseite liegt der Bahnhof und dahinter beginnt die City. Kurze Wege also für die Meistermannschaft.

Und die Bayern?

Zitat der Woche

The ultimate innovation 'aha' moment is that initial observation of an undiscovered need and knowing you're the first to recognize it.

Phil McKinney auf Twitter

Beam uns jetzt rauf, Schrotti

Wohin mit dem abgewrackten Schrott?

Schrott ist Kunst. Während man am Rathenauplatz in Wilmersdorf noch dem einzelnen Cadillac huldigt, sind wir in Mitte schon weiter: Etliche Schätze der Baureihen Kadett, Golf I und Ford Escort sind hier in sehr kompakter Form in einem Kaufhaus in der Friedrichstrasse zu besichtigen. Es türmt sich vom Untergeschoss bis zur Decke. Unten kann man seine Abwrackprämie gleich in einen Espresso eintauschen.

Mahnmal der Abwrackprämie

Und nur wenige Hausnummern weiter bietet die VW-Niederlassung "Unter den Linden" Innovationen für alle an.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Happy trades

There once was a startup in Berlin
Who knew more trade secrets than Merlin.
But when it acquired
The spirits required
People would not give a sterlin'.