Computer und Smartphones kauft man ja gerne kurz nach deren Aktualisierung. So maximiert man den Zeitraum, bis das Gerät wegen gewachsener Ansprüche der Software so erlahmt ist, dass man neu kaufen muss.
Ich schiebe seit Juni die Anschaffung eines neuen iMac Desktop vor mir her, weil es hieß: Update in Sicht. Konkret: Mindestens ein neuer Prozessor. Da ja auch ein Betriebssystem angekündigt ist, wollte ich ressourcenmäßig auf dem neuesten Stand aufsetzen. Hoffnung gaben mir die Sonderangebote für konfigurierte iMacs (z. B. mit Fusion Drive) bei Gravis, sonst immer ein Zeichen für anstehende Aktualisierungen.
Doch da wurde ich gestern Abend enttäuscht. Bei den iMacs tut sich nichts. Kein Update, kein Hinweis, kein Wort. Was jetzt? Weiter warten oder kaufen?
Davon mal ab, was hat Apple gestern eigentlich an Neuigkeiten verkündet? Das alte iPhone 5 heißt jetzt "c" - wie Colour und kommt mit farbigen Gehäusen. Ok. Aber warum hat Apple Gerüchte von einem "Billig"-iPhone laufen lassen, wenn dieses jetzt gerade mal 100 Euro weniger kostet? Soll man jetzt 600 Euro hinblättern, um mit Signalfarbe zu verkünden, dass es nur für ein Billig iPhone gereicht hat?
Das neue iPhone 5 heißt "s" und kommt mit einem neuen Prozessor (gut, siehe oben). Weitere Neuigkeiten:
- ein Bewegungssensor
- ein Fingerabdrucksensor.
Das auf einen internationalen Markt zu bringen traut sich Apple inmitten weltweiter Empörung über die NSA und ihre commonweltlichen Schwestern, die jeden Rechner, jedes Smartphone, jeden Backbone abhören. Mit dem neuen iPhone "s" unterstützt man die Dienste noch besser: Wann ruht er, wann fährt er? Und: ist es wirklich "er"? Das kann man künftig anhand des Fingerabdrucks prüfen. Vielleicht reicht es bei der US Einwanderungsbehörde künftig, sein iPhone einmal kurz an einen Bluetooth Erfasser zu halten und schon darf man durch.
Fazit: Apple spielt voll auf Ballhöhe. Die Botschaft: Datenschutz ist 80ies - kapiert das endlich!
Das "s" im neuen iPhone könnte für "Spy" stehen.
NACHTRAG am Abend:
Ich bin nicht der einzige, der enttäuscht ist: Die Apple Aktie verliert heute 6% bzw. 25 EUR.
Mittwoch, 11. September 2013
Sonntag, 8. September 2013
Hoimar von Dithfurth, der einzig wahre Öko
Ich ahne, dass wir so etwas wie ein Revival (wenn man das in dem Zusammenhang so nennen kann) des Weltalls bekommen werden. Nicht nur der neue Clooney Film "Gravity" deutet darauf hin. "Melancholia" von Lars von Trier ging bereits in diese Richtung:
Die ersten Bilder von der Erde im All und dann die Livebilder vom ersten Mann auf dem Mond gaben der damaligen Ökobewegung einen Schub: Die Erde ist unsere Oase im Weltall, sie ist kostbar und einzigartig. Es löste einen kollektiven Beschützerinstinkt aus, der zur Gründung von Greenpeace und den Grünen führte.
Das Problem: Die genannte Ökos lagen etwas neben der Sache. Sie verkannten die Dynamik des Weltalls, all die Effekte und Einflüsse, die Leben erst entstehen ließen. Radioaktivität z. B. ist nicht des Teufels. Sie ist Motor der Mutation und Evolution auf der Erde. Sie auch der Brennstoff der Sonne. Welch eine Ignoranz, die Sonne als Ökoenergie zu vergöttern, und Kernenergie zu verteufeln. Die Sonne ist nichts anderes als ein großer nuklearer Reaktor. Alle Stoffe jenseits des Wasserstoffs gibt es überhaupt nur, weil nukleare Reaktionen in Sternen ein Element nach dem anderen erbrütet habem.
Der Öko westlichen Typs prangert jeden an, der im Leben etwas gestalten will, oder der das Leben selbst voran bringen will. Der Westöko ist stockkonservativ. Er gibt sich rational, doch sein Sozialverhalten spricht dagegen. Nichts bereitet ihm mehr Wonne, als anderen zu verbieten, das Leben zu gestalten oder -noch schlimmer- zu genießen.
Aber diese Ära könnte bald hinter uns liegen. Hoimar von Ditfurth hatte diese Erkenntnis schon vor dreißig Jahren. Wir treiben nicht einsam im Weltall. Wir sind aufs wesentlichste verbunden mit dem All. Der Sonnenwind treibt so weit an die Ränder unseres Sonnensystems, dass man sagen muss, dass wir uns in einer Atmosphäre der Sonne bewegen. Diese hält uns wie eine Kugel gefährliche Strahlung aus dem All vom Leib. Doch auch für uns wäre der Sonnenwind gefährlich, träfe er ungebremst auf die Erde. Doch davor sind das Magnetfeld und unsere Atmosphäre, die die Sonnenwinde ablenken und bremsen.
Doch in immer kürzeren Abständen bricht unser Magnetfeld zusammen. Sei es durch Meteoreinschläge oder andere Gründe. Jedenfalls gelten diese Zeiten als Beschleuniger der Mutation auf der Erde, weil uns mehr Radioaktivität trifft.
Und so weiter und so fort. Wichtige Erkenntnis ist: Wir sind mit dem Weltall verbunden und keine isolierte Insel. Da draußen herrschen nukleare Energie, die Gewalt von Kollisionen zwischen Himmelskörpern und die kreative Zerstörung durch radioaktive Strahlung. Kurz: Das Leben handelt von Aktion, Energie und Umgestaltung. Das ist das ganze Gegenteil grünen Lifestyles.
Irgendwann wird sich das herumsprechen.
Die ersten Bilder von der Erde im All und dann die Livebilder vom ersten Mann auf dem Mond gaben der damaligen Ökobewegung einen Schub: Die Erde ist unsere Oase im Weltall, sie ist kostbar und einzigartig. Es löste einen kollektiven Beschützerinstinkt aus, der zur Gründung von Greenpeace und den Grünen führte.
Das Problem: Die genannte Ökos lagen etwas neben der Sache. Sie verkannten die Dynamik des Weltalls, all die Effekte und Einflüsse, die Leben erst entstehen ließen. Radioaktivität z. B. ist nicht des Teufels. Sie ist Motor der Mutation und Evolution auf der Erde. Sie auch der Brennstoff der Sonne. Welch eine Ignoranz, die Sonne als Ökoenergie zu vergöttern, und Kernenergie zu verteufeln. Die Sonne ist nichts anderes als ein großer nuklearer Reaktor. Alle Stoffe jenseits des Wasserstoffs gibt es überhaupt nur, weil nukleare Reaktionen in Sternen ein Element nach dem anderen erbrütet habem.
Der Öko westlichen Typs prangert jeden an, der im Leben etwas gestalten will, oder der das Leben selbst voran bringen will. Der Westöko ist stockkonservativ. Er gibt sich rational, doch sein Sozialverhalten spricht dagegen. Nichts bereitet ihm mehr Wonne, als anderen zu verbieten, das Leben zu gestalten oder -noch schlimmer- zu genießen.
Aber diese Ära könnte bald hinter uns liegen. Hoimar von Ditfurth hatte diese Erkenntnis schon vor dreißig Jahren. Wir treiben nicht einsam im Weltall. Wir sind aufs wesentlichste verbunden mit dem All. Der Sonnenwind treibt so weit an die Ränder unseres Sonnensystems, dass man sagen muss, dass wir uns in einer Atmosphäre der Sonne bewegen. Diese hält uns wie eine Kugel gefährliche Strahlung aus dem All vom Leib. Doch auch für uns wäre der Sonnenwind gefährlich, träfe er ungebremst auf die Erde. Doch davor sind das Magnetfeld und unsere Atmosphäre, die die Sonnenwinde ablenken und bremsen.
Doch in immer kürzeren Abständen bricht unser Magnetfeld zusammen. Sei es durch Meteoreinschläge oder andere Gründe. Jedenfalls gelten diese Zeiten als Beschleuniger der Mutation auf der Erde, weil uns mehr Radioaktivität trifft.
Und so weiter und so fort. Wichtige Erkenntnis ist: Wir sind mit dem Weltall verbunden und keine isolierte Insel. Da draußen herrschen nukleare Energie, die Gewalt von Kollisionen zwischen Himmelskörpern und die kreative Zerstörung durch radioaktive Strahlung. Kurz: Das Leben handelt von Aktion, Energie und Umgestaltung. Das ist das ganze Gegenteil grünen Lifestyles.
Irgendwann wird sich das herumsprechen.
Samstag, 7. September 2013
Juchostraße, Wambel
Der holländische Psychologieforscher Douwe Draaisma hat in seinem Buch "Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird" auf einen interessanten Effekt hingewiesen: Wir versäumen, die alltäglichen Dinge zu fotografieren, die bestimmte Lebensabschnitte repräsentieren. (Meine Rezension: Wie Nostalgieeffekte entstehen).
Zu diesen Dingen gehört in meinem Leben die Juchostraße in Dortmund Wambel. Ich bin in unmittelbarer Nähe des Borsigplatzes geboren. Meine allerersten Sinneswahrnehmungen waren durchdrungen von Lärm. Stahlwerke, Autos, Straßenbahn. Aber auch das Rauschen der Pappeln im Hoeschpark.
Später zogen wir in die Rüschebrinkstraße, die den Hellweg mit dem Hoesch Werk Westfalenhütte verband. Westlich von uns lagen Maschinen- und Stahlfirmen. Östlich die Wohnungen und Häuser der Wambeler Arbeiter und Angestellten.
Wenn es Herbst wurde, radelten wir die Kastanienbäume ab. Besonders üppige standen an der Juchostraße, Ecke Hellweg. An der Juchostraße lagen und liegen eine Maschinenfabrik, Autohändler, eine Niederlassung eines LKW-Herstellers. Aber vor allem: Eine Gruppe von Kastanienbäumen, alt und hochgewachsen. Wir nannten diesen Ort "Kastanienplatz". Dahinter lag das Grundstück einer alten Villa. Stand man unter den Kastanienbäumen und schaute hoch, sah man keinen Himmel sondern die undurchdringlichen, rostbraun gefärbten Kronen der Bäume. Übersäht von leuchtend grünen Kastanien, die darauf warteten von uns mit Knüppeln, alten Fahrradlenkern und Fußbällen runtergeholt zu werden. Der Vorteil war, dass man hier auf nichts Rücksicht nehmen musste, außer darauf, dass einem niemand die Beute klaute, die nach einem erfolgreichen Wurf klackend vom Himmel fiel. Von diesen Erlebnissen existiert kein Foto.
Zehn Jahre später wurde die Juchostraße wieder interessant für mich. Als ich einen Praktikumsplatz für mein Studium suchte. Der Vater eines Freundes hatte Beziehungen zu "Holstein und Kappert". So hieß die Maschinenfabrik, ein Hersteller von Getränkeabfüllanlagen. Mein Kumpel und ich gingen dort drei Monate in die Lehre. Genauer gesagt in die Lehrwerkstatt. Drehbank, Schweißgerät, Schaltschränke waren mein Programm. Wenn wir morgens mit dem Fahrrad über den Hellweg zur Juchostraße fuhren, kamen wir an einer der größten Baustellen Dortmunds vorbei: Dem unterirdischen Ausbau der B236, der die Rüschebrinkstraße entlasten sollte. Die B236 sollte den Schwerverkehr aufnehmen, der von der B1 - und nicht zuletzt vom Hoesch Werk Phoenix in Hörde zur Westfalenhütte wollte. Als die B236 irgendwann fertig war, beschloss Hoesch, sein Phoenix Werk nach China zu verkaufen.
Wir aber radelten morgens vorbei an endlosen Schlangen von Betonmischern, die den Tunnel unter Wambel versorgen sollten. Auch aus dieser Zeit, in der das Gesicht von Wambel erheblich verändert wurde: Kein Foto.
Holstein & Kappert ("Holstein, es klappert") wurde später von KHS (Link) übernommen. Heute ist die Firma eine der letzten größeren Industrieunternehmen in Dortmund, die in alle Welt exportieren, und sie liegt in Wambel. Aber wie das so ist, wer nicht auf sie angewiesen ist, den kümmert sie auch nicht weiter. Die Altwambeler sind schon lange ab von Stahl, Maschinen und so Zeugs. Deshalb sieht die SPD auch keine Not, einem etwas ungewöhnlichen Antrag von KHS nachzukommen. Die Firma ist gewachsen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo früher nur Lager, waren, ist ausgebaut worden. Das Kreuzen der Straße wird immer hinderliche, und jetzt sind noch neue Gesetze hinzugekommen, die für die Anlagenhersteller im Nahrungsmittelsektor eine lückenlose Kontrolle und Sicherheit bei der Produktion vorschreiben. Deshalb hat KHS beantragt, die Juchostraße "einzuziehen" und ein durchgängiges Firmengelände daraus zu machen (Link: Lokalkompass). Der Kastanienplatz wäre davon übrigens nicht betroffen.
Die Anwohner der Rüschebrinkstraße sind dagegen, weil sie den Verkehr der Juchostraße übernehmen müssten. Ich bin gespannt, wie sich die SPD entscheidet und wer in ihr die Mehrheit hat: Arbeiter und Angestellten oder Rentner.
Zu diesen Dingen gehört in meinem Leben die Juchostraße in Dortmund Wambel. Ich bin in unmittelbarer Nähe des Borsigplatzes geboren. Meine allerersten Sinneswahrnehmungen waren durchdrungen von Lärm. Stahlwerke, Autos, Straßenbahn. Aber auch das Rauschen der Pappeln im Hoeschpark.
Später zogen wir in die Rüschebrinkstraße, die den Hellweg mit dem Hoesch Werk Westfalenhütte verband. Westlich von uns lagen Maschinen- und Stahlfirmen. Östlich die Wohnungen und Häuser der Wambeler Arbeiter und Angestellten.
Wenn es Herbst wurde, radelten wir die Kastanienbäume ab. Besonders üppige standen an der Juchostraße, Ecke Hellweg. An der Juchostraße lagen und liegen eine Maschinenfabrik, Autohändler, eine Niederlassung eines LKW-Herstellers. Aber vor allem: Eine Gruppe von Kastanienbäumen, alt und hochgewachsen. Wir nannten diesen Ort "Kastanienplatz". Dahinter lag das Grundstück einer alten Villa. Stand man unter den Kastanienbäumen und schaute hoch, sah man keinen Himmel sondern die undurchdringlichen, rostbraun gefärbten Kronen der Bäume. Übersäht von leuchtend grünen Kastanien, die darauf warteten von uns mit Knüppeln, alten Fahrradlenkern und Fußbällen runtergeholt zu werden. Der Vorteil war, dass man hier auf nichts Rücksicht nehmen musste, außer darauf, dass einem niemand die Beute klaute, die nach einem erfolgreichen Wurf klackend vom Himmel fiel. Von diesen Erlebnissen existiert kein Foto.
Zehn Jahre später wurde die Juchostraße wieder interessant für mich. Als ich einen Praktikumsplatz für mein Studium suchte. Der Vater eines Freundes hatte Beziehungen zu "Holstein und Kappert". So hieß die Maschinenfabrik, ein Hersteller von Getränkeabfüllanlagen. Mein Kumpel und ich gingen dort drei Monate in die Lehre. Genauer gesagt in die Lehrwerkstatt. Drehbank, Schweißgerät, Schaltschränke waren mein Programm. Wenn wir morgens mit dem Fahrrad über den Hellweg zur Juchostraße fuhren, kamen wir an einer der größten Baustellen Dortmunds vorbei: Dem unterirdischen Ausbau der B236, der die Rüschebrinkstraße entlasten sollte. Die B236 sollte den Schwerverkehr aufnehmen, der von der B1 - und nicht zuletzt vom Hoesch Werk Phoenix in Hörde zur Westfalenhütte wollte. Als die B236 irgendwann fertig war, beschloss Hoesch, sein Phoenix Werk nach China zu verkaufen.
Wir aber radelten morgens vorbei an endlosen Schlangen von Betonmischern, die den Tunnel unter Wambel versorgen sollten. Auch aus dieser Zeit, in der das Gesicht von Wambel erheblich verändert wurde: Kein Foto.
Holstein & Kappert ("Holstein, es klappert") wurde später von KHS (Link) übernommen. Heute ist die Firma eine der letzten größeren Industrieunternehmen in Dortmund, die in alle Welt exportieren, und sie liegt in Wambel. Aber wie das so ist, wer nicht auf sie angewiesen ist, den kümmert sie auch nicht weiter. Die Altwambeler sind schon lange ab von Stahl, Maschinen und so Zeugs. Deshalb sieht die SPD auch keine Not, einem etwas ungewöhnlichen Antrag von KHS nachzukommen. Die Firma ist gewachsen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo früher nur Lager, waren, ist ausgebaut worden. Das Kreuzen der Straße wird immer hinderliche, und jetzt sind noch neue Gesetze hinzugekommen, die für die Anlagenhersteller im Nahrungsmittelsektor eine lückenlose Kontrolle und Sicherheit bei der Produktion vorschreiben. Deshalb hat KHS beantragt, die Juchostraße "einzuziehen" und ein durchgängiges Firmengelände daraus zu machen (Link: Lokalkompass). Der Kastanienplatz wäre davon übrigens nicht betroffen.
Die Anwohner der Rüschebrinkstraße sind dagegen, weil sie den Verkehr der Juchostraße übernehmen müssten. Ich bin gespannt, wie sich die SPD entscheidet und wer in ihr die Mehrheit hat: Arbeiter und Angestellten oder Rentner.
Sonntag, 1. September 2013
amazon kindle für Pendler?
Mein Plan war: Wenn ich schon täglich mindestens zwei Stunden im ICE sitze, muss ich die Zeit so effektiv wie möglich verbringen. Inzwischen sitze ich täglich vier Stunden im Zug. Nur, Papierkram und Post habe ich nicht mehr so viel wie früher. Also heißt "effektiv" für mich vor allem Lesen. Seitdem wir WLAN zu Hause haben, lese ich abends so viel wie nie. Allerdings keine Bücher, sondern im Internet.
Wieder mehr Bücher lesen, war also mein Plan. Nur ist es so, dass ich meinen Bürolaptop oft dabei habe. Denn ich habe meist direkt morgens oder direkt vor Feierabend Termine, bei denen ich ihn brauche. Also schleppe ich ihn mit. Und da fängt buchstäblich die Abwägung an. Laptop und Kabel sind schwer genug, jetzt noch zusätzlich ein Buch mitschleppen? Nein. Also habe ich mich eingelesen ins Thema ebook Reader, übrigens insbesondere beim Literaturcafe.de (Link).
Ich entschied mich für den amazon kindle Fire (7 Zoll /17cm, Link). Denn den kann ich auch zu Hause zum Surfen und für ein paar Apps benutzen. Er ist quasi Reader und Tablet (mit WLAN). Ich entschied mich dann gegen den Rat eines Bekannten, der auf den kindle Paperwhite schwört.
Der kindle Fire kam, und nach dem Auspacken wirkte er edler als erwartet. Die ersten ebooks, die ich runter lud waren aus der kostenlosen Sammlung klassischer Literatur (vor allem Nietzsche war eine Entdeckung). Meine ersten Eindrücke vom kindle Fire waren und sind:
Wieder mehr Bücher lesen, war also mein Plan. Nur ist es so, dass ich meinen Bürolaptop oft dabei habe. Denn ich habe meist direkt morgens oder direkt vor Feierabend Termine, bei denen ich ihn brauche. Also schleppe ich ihn mit. Und da fängt buchstäblich die Abwägung an. Laptop und Kabel sind schwer genug, jetzt noch zusätzlich ein Buch mitschleppen? Nein. Also habe ich mich eingelesen ins Thema ebook Reader, übrigens insbesondere beim Literaturcafe.de (Link).
Ich entschied mich für den amazon kindle Fire (7 Zoll /17cm, Link). Denn den kann ich auch zu Hause zum Surfen und für ein paar Apps benutzen. Er ist quasi Reader und Tablet (mit WLAN). Ich entschied mich dann gegen den Rat eines Bekannten, der auf den kindle Paperwhite schwört.
Der kindle Fire kam, und nach dem Auspacken wirkte er edler als erwartet. Die ersten ebooks, die ich runter lud waren aus der kostenlosen Sammlung klassischer Literatur (vor allem Nietzsche war eine Entdeckung). Meine ersten Eindrücke vom kindle Fire waren und sind:
- Man kann auf dem kindle Fire gut lesen und blättern.
- Toll finde ich die Möglichkeit, interessante Textstellen anzumarkern. Eine Konfigeinstellung erlaubt zu sehen, welche anderen Textstellen von anderen wie oft markiert wurden.
- Auch für den Rechner gibt es eine App, die das Lesen von ebooks erlaubt. Die Bücher und die Textmarkierungen werden synchronisiert.
- Man kann auch PDFs lesen und textmarkieren. Man kann sich auch von anderen PDFs auf seine kindle Email schicken lassen. Das hat sich als sehr praktisch erwiesen.
- Er ist das einzige Tablet ohne Kamera (wichtige Voraussetzung, um ihn mit ins Werk nehmen zu dürfen. Gängige Smarthphones und Tablets mit Kamera sind verboten.)
- Der Akku hält mehrere Tage, wenn man die WLAN Funktion nur einschaltet, wenn man sie braucht und ansonsten auf "Flugmodus" stellt.
- Der Silk Browser ist elend schlecht. Er erkennt nicht automatisch mobile Webseiten. Es gibt keine Favoritenleiste, für jede neue Adresse öffnet man einen neuen Tab und wählt aus der Historie aus.
- amazon schränkt die Liste der verfügbaren Apps stark ein. Z. B. habe ich keinen Railnavigator der Bahn installieren können.
- Die amazon Cloud funktioniert gut. In meinem Mac Finder bekomme ich ein Ordnersystem, in das ich Fotos und PDFs schiebe. Diese werden mit dem kindle synchronisiert.
- Filme von LOVEFILM sind nur streambar, was für Zugfahrten über Land sehr schlecht ist. Nutze ich nicht.
Alles gute Eigenschaften. Jedoch gib es einen -entscheidenden- Malus, der mich davon abhält, es täglich mitzunehmen: Sein Gewicht von 440g. Das ist das Doppelte eines reinen kindle Reader. Selbst das iPad Mini ist 100g leichter.
Ich steckte es deshalb zunächst nur an solchen Tagen in die Tasche, an denen ich ohne Laptop war. Das war eine Zeit, in der ich viele Bücher schaffte. Das heißt, erheblich mehr Geld für neue Bücher ausgab, als früher.
Ein weiterer Nachteil eines ebooks ist nämlich: Man kauft es in der Regel zum Neupreis eines Hardcovers. Es gibt keine zeitversetzten Taschenbuchausgaben oder gebrauchte ebooks (obwohl dafür längst ein Geschäftsmodell und Technologie erfunden sind, ich berichtete darüber).
Was ich in der ersten Klasse der Bahn inzwischen auch zu schätzen weiß: Die überregionalen Tageszeitungen, die im Preis inbegriffen sind. Ich lese wieder mehr Zeitung, und zwar die viel reichhaltigeren Printausgaben von FAZ und SZ. Seitdem habe ich wieder mehr das Gefühl, auf Ballhöhe zu sein.
Stehen somit Bücher und Zeitungen in Konkurrenz um meine Reisezeit? Gewonnen haben die Zeitung und mein Laptop. Was ich während des Hochwasserfahrplans nämlich auch schätzen gelernt habe: Viele Bahnkunden sind inzwischen abgesprungen. Ich habe manches mal ein 1. Kl. Abteil für mich. Mit Tisch und Klima. Besser kann man nicht arbeiten: Konzentriert, ohne störendes Telefon, ohne hereinstürzende oder ablenkende Kollegen. Und vor allem: Ohne Internet und Email.
Meine Empfehlung für Bahnpendler ist deshalb der ebook Reader mit dem geringsten Gewicht und der größten Buchauswahl. Für meine Begriffe ist das der normale amazon kindle (170g). Danach käme das iPad mini (200g) mit der App für den amazon Bookstore.
Ich werde demnächst umsatteln, weiß aber noch nicht, auf was.
Sonntag, 25. August 2013
Weltbühne lesen (großes Deja vu)
Hatte ich über Friedhelm Greis' Buch "Weltbühne lesen" schon berichtet? Ich lese es immer noch. Ich muss das Buch immer wieder zur Seite lesen, weil ich nicht fassen kann, wie sehr sich die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, in Deutschland die Weimarer Republik, und die heutige ähneln. Nur ein paar Beispiele:
- Die europäischen Länder gerieten in eine Finanzkrise wegen Kriegsschulden. Der erste Weltkrieg war auf Pump finanziert, mit Anleihen, die später stark beschnitten oder gleich ganz entwertet wurden ("Haircut").
- Die europäischen Regierungen suchten händeringend nach Lösungen, berieten über Schuldenmoratorien und Umschuldungen.
- Deutschland stand besonders im Rampenlicht, weil es zusätzlich Reparationszahlungen leisten sollte. Diese wurden komplett mit Krediten finanziert. Deutschland schaffte es nie, einen Exportüberschuss zu erzielen, aus denen man den Versailler Vertrag hätte bedienen können. Das erinnert doch stark an den Vorschlag des heutigen EZB Direktors Asmussen, Griechenland solle seine Anleihen zurückkaufen, finanziert über Kredite.
Ich ging in dieses Buch rein, weil ich mich seit der Oberstufe für die Weimarer Republik interessiere und die Weltbühne einem die Entwicklung von Woche zu Woche widerspiegelt. Ich bin zugegebenermaßen auch ein Tucholsky-"Fan". Ich hatte nur nie Zugriff auf die Weltbühne, und die Einzelhefte durchzusehen wäre mir zuviel gewesen. Jetzt habe ich verstanden, dass es sich bei der EURO-Krise um eine Kapitalismuskrise handelt. Nein, das ist nicht "einseitigen" Perspektiven der Weltbühneautoren geschuldet.
Es ist die Einsicht, dass die von der Bundeskanzlerin gebrachte These, der EURO sei eine Frage von Krieg und Frieden so zu verstehen ist, dass sich die europäischen Eliten immer nur so lange für Frieden als Modus Operandi zur Mehrung ihrer Vermögen entscheiden, wie er billiger und sicherer ist als Krieg. Aber auch nur so lange.
Die Weltbühne erweitert den Horizont in unserer Systemkrise.
- Die europäischen Länder gerieten in eine Finanzkrise wegen Kriegsschulden. Der erste Weltkrieg war auf Pump finanziert, mit Anleihen, die später stark beschnitten oder gleich ganz entwertet wurden ("Haircut").
- Die europäischen Regierungen suchten händeringend nach Lösungen, berieten über Schuldenmoratorien und Umschuldungen.
- Deutschland stand besonders im Rampenlicht, weil es zusätzlich Reparationszahlungen leisten sollte. Diese wurden komplett mit Krediten finanziert. Deutschland schaffte es nie, einen Exportüberschuss zu erzielen, aus denen man den Versailler Vertrag hätte bedienen können. Das erinnert doch stark an den Vorschlag des heutigen EZB Direktors Asmussen, Griechenland solle seine Anleihen zurückkaufen, finanziert über Kredite.
- Die deutschen Arbeitgeber hatten über Jahre die Löhne gedrückt, so dass sie irgendwann auf eine reine Exportstrategie umschwenkten. Aktionäre und Manager verdienten ihre Gewinne und Dividenden nicht mehr im heimischen Markt, immerhin dem größten Europas, sondern im Ausland.
- Banken werden auf Steuerzahlerkosten gerettet. Davor und danach treten die Banker als größte Kritiker des Staates auf.
- Über private Verbindungen fließen auch ganz direkt öffentliche Gelder von Staatskassen in private. ("Osthilfe" nannte Reichspräsident Hindenburg die Geldflülle in die Taschen der ostelbischen Landjunker. Vergleiche "Solidaritätszuschlag")
Ich ging in dieses Buch rein, weil ich mich seit der Oberstufe für die Weimarer Republik interessiere und die Weltbühne einem die Entwicklung von Woche zu Woche widerspiegelt. Ich bin zugegebenermaßen auch ein Tucholsky-"Fan". Ich hatte nur nie Zugriff auf die Weltbühne, und die Einzelhefte durchzusehen wäre mir zuviel gewesen. Jetzt habe ich verstanden, dass es sich bei der EURO-Krise um eine Kapitalismuskrise handelt. Nein, das ist nicht "einseitigen" Perspektiven der Weltbühneautoren geschuldet.
Es ist die Einsicht, dass die von der Bundeskanzlerin gebrachte These, der EURO sei eine Frage von Krieg und Frieden so zu verstehen ist, dass sich die europäischen Eliten immer nur so lange für Frieden als Modus Operandi zur Mehrung ihrer Vermögen entscheiden, wie er billiger und sicherer ist als Krieg. Aber auch nur so lange.
Die Weltbühne erweitert den Horizont in unserer Systemkrise.
Mittwoch, 7. August 2013
Don't get amazoned - Kapitalismuskritik in der FAZ
Steve Jobs rettete die Musikindustrie vor dem Ruin, indem er die Vorteile digitalisierter Musik in Produkte und Service umsetzte. Für den Musikkunden hieß das vor allem: Vereinfachung der Beschaffung und Kompilierung von Musik. Jobs schaffte, worüber Dieter Gorny nur redete.
Jeff Bezos brachte den Buchhandel in Schwung, indem er die Vorteile digitalisierter Bücher in Produkte und Service umsetzte. Für den Leser hieß das vor alle,: Vereinfachung der Beschaffung von Büchern. Bezos brachte auch den in Deutschland nur dümpelnden Einzelhandel in Schwung. Er schaffte, worüber der DIHK nur redete.
Seitdem ich auf digital umgestellt habe, höre und kaufe ich wieder mehr Musik. Ich kaufe auch wieder mehr Bücher, vor allem neue. Mit dem Lesen komme ich allerdings nicht so schnell nach.
Bücher lese ich zur Anregung, Musik höre ich zur Entspannung. In der Bahn kann ich beides, morgens reizt mich aber am meisten die Zeitung, die im ICE ausliegt. Ich lese immer noch gerne Zeitung, und das geht natürlich zu Lasten von Musik und Büchern.
Nur: Wenn ich nicht Zug fahre, dann habe ich auch keine Zeitung. Ich wäre immer bereit, für sie zu zahlen. Artikelweise oder für die ganze Ausgabe. Allerdings ist die Lektüre eines PDFs, dessen Layout der Druckausgabe entspricht unpraktisch, das habe ich eine Zeit lang mal mit der ZEIT gemacht, dann wieder dran gegeben.
Ich würde mir am liebsten die Zeitung auf den kindle laden und benutzerfreundlich durch die Zeitung navigieren können. Ich will unterwegs kein Mobilfunknetz brauchen müssen, ich will die Zeitung zu Hause aufs Gerät laden. Oder im WLAN des Zuges.
Ich hoffe, dass wir uns nun also auf Jeff Bezos verlassen können, und der bei der Washington Post die Wende bringen wird. Umso weniger habe ich das Lamento in der heutigen FAZ über Bezos verstanden (Link):
Jeff Bezos brachte den Buchhandel in Schwung, indem er die Vorteile digitalisierter Bücher in Produkte und Service umsetzte. Für den Leser hieß das vor alle,: Vereinfachung der Beschaffung von Büchern. Bezos brachte auch den in Deutschland nur dümpelnden Einzelhandel in Schwung. Er schaffte, worüber der DIHK nur redete.
Seitdem ich auf digital umgestellt habe, höre und kaufe ich wieder mehr Musik. Ich kaufe auch wieder mehr Bücher, vor allem neue. Mit dem Lesen komme ich allerdings nicht so schnell nach.
Bücher lese ich zur Anregung, Musik höre ich zur Entspannung. In der Bahn kann ich beides, morgens reizt mich aber am meisten die Zeitung, die im ICE ausliegt. Ich lese immer noch gerne Zeitung, und das geht natürlich zu Lasten von Musik und Büchern.
Nur: Wenn ich nicht Zug fahre, dann habe ich auch keine Zeitung. Ich wäre immer bereit, für sie zu zahlen. Artikelweise oder für die ganze Ausgabe. Allerdings ist die Lektüre eines PDFs, dessen Layout der Druckausgabe entspricht unpraktisch, das habe ich eine Zeit lang mal mit der ZEIT gemacht, dann wieder dran gegeben.
Ich würde mir am liebsten die Zeitung auf den kindle laden und benutzerfreundlich durch die Zeitung navigieren können. Ich will unterwegs kein Mobilfunknetz brauchen müssen, ich will die Zeitung zu Hause aufs Gerät laden. Oder im WLAN des Zuges.
Ich hoffe, dass wir uns nun also auf Jeff Bezos verlassen können, und der bei der Washington Post die Wende bringen wird. Umso weniger habe ich das Lamento in der heutigen FAZ über Bezos verstanden (Link):
Bezos ist ein Händler, der Preise drückt, ein Monopolist, der die Buchbranche vernichtet, ein Verkäufer, der in Tagesfrist die Ware zum Kunden bringt, koste es die Produzenten, was es wolle. Er beherrscht die Wertschöpfungskette, ohne selbst Werte zu schaffen. Einen Wert aber weiß er zu bedienen wie kein Zweiter: Bezos kennt die Wünsche seiner Kunden, er sagt sie sogar voraus.Nein, ist nicht die taz, die sich hier abreagiert. Michael Hanfield agiert sich hier in der FAZ aus. Verblüfft fragt man sich, was den das frühere Sturmgeschütz des deutschen Liberalismus gegen den technischen Fortschritt und erfolgreiche Unternehmer hat? Gilt für Journalisten nicht, was für Musikverlage, Bürojobs, Stahlarbeiter etc. nicht galt - sich dem Marktgeschehen immer wieder neu stellen müssen? Seine Leistungen und die Hoffnung, die Jeff Bezos neu entfachen kann, beides scheint Hanfield nicht zu wissen oder nicht zu verstehen. Wie "Ruhrbaron" Stefan Laurin gestern meinte, Jeff Bezos hat eine Beziehung zu Texten, sonst hätte er damals nicht mit dem Onlineverkauf von Büchern angefangen. Er hat die WP nicht als Heuschrecke gekauft. Der Mann hat einen Plan, zumindest die Bereitschaft zu Experimenten..
Samstag, 3. August 2013
Wolfsburger Werk bald nicht mehr erreichbar
Wer geglaubt hat, dass dass Bahnmanagement besonders dilettantisch mit dem Elbehochwasser umgeht und die Bahnpendler deshalb die Verlierer unter den Wolfsburgpendlern sind, hat den Ehrgeiz der Baustellenplaner in WOB unterschätzt:
Montag endet der VW-Werksurlaub. Den nehmen die Verantwortlichen der Straßenbauplanung als Startschuss für eine neue Großbaustelle auf der Werksanfahrt A39. Es wird einspurig, wo es zweispurig schon schlecht ging. Und zwar mindestens bis November.
Für die Bahnfahrer heißt das, dass das Auto keine Lösung mehr ist. Für die Autofahrer aber wird die Bahn keine Alternative sein. Eines der größten Industrieunternehmen Deutschlands wird von Verkehrsplanern und -politikern fast still gelegt. Dilettantismus pur. Für die Betroffenen eine Provokation.
Montag endet der VW-Werksurlaub. Den nehmen die Verantwortlichen der Straßenbauplanung als Startschuss für eine neue Großbaustelle auf der Werksanfahrt A39. Es wird einspurig, wo es zweispurig schon schlecht ging. Und zwar mindestens bis November.
Für die Bahnfahrer heißt das, dass das Auto keine Lösung mehr ist. Für die Autofahrer aber wird die Bahn keine Alternative sein. Eines der größten Industrieunternehmen Deutschlands wird von Verkehrsplanern und -politikern fast still gelegt. Dilettantismus pur. Für die Betroffenen eine Provokation.
Donnerstag, 1. August 2013
Prism zeigt die Angst der Regierung vor dem Internet
Ein Vermieter ruft bei Haus & Grund an: "Könnte ich mit der NSA-Software überwachen, ob sich mein Mieter an das Rauchverbot hält..?"
Keine Panik. Man muss sich das mit der Totalüberwachung so vorstellen und dann wird es auch sofort entschärft: Wenn die Polizei auf der Straße Kontrollen durchführt, dann beobachtet sie da ja auch jeden Autofahrer und prüft, ob er hat oder ist was sie suchen. Nur wer rausgewunken wird, weil er irgend ein Suchprofil erfüllt, wird näher untersucht.
So ist das auch mit den Emails. Es wird alles erfasst, aber nur was irgendwie auffällig ist, wird näher untersucht. Z. B. wenn mein iranischer Miterfinder und ich uns per Email über den Prüfbericht unserer Patentanmeldung austauschen. Er ist Iraner, hat eine Emailadresse bei einem amerikanischen Internetgigant, ist Doktor der Physik, versteht etwas von Atomkraftwerken, spricht aber deutsch.
Warum wird nicht jedes Auto untersucht? Wegen der Ressourcenknappheit. Konzentration aufs Wesentliche.
Die NSA liest nicht jede Email. Wie stellen sich die Kritiker das vor, dass "die" NSA alles über uns "weiß"? Wer soll das alles im Kopf behalten, hunderte von Millionen Emails täglich? Als die Stasi damals unterm Dach saß, mit dem Kopfhörer an der Telefonleitung, da konnte man sagen, "die wissen was über mich". Obama aber weiß nichts über uns. Es funktioniert so wie das Profiling bei amazon. Da weiß ja auch kein Angestellter etwas über uns, das ist reine Datenverarbeitung. Und nie persönlich gemeint.
Gut, eine Maschine kann sich auch irren. Wenn sie über "brennende Dornbüsche" schreiben und der Präsident heißt ebenfalls Bush, das kann schief gehen. Das sollte man berücksichtigen und sich entsprechend verhalten. Seien Sie mit Kritik an der Regierung so sparsam, wie mit Ihren Daten. Seien sie schlau, lassen sie andere die Regierung kritisieren..
Ein Prisma nutzt man in der Optik zur Farbdispersion. Man fächert einen weißen Lichtstrahl (alle Autofahrer) auf in seine Farbbestandteile (Bushidos und die übrigen). Interessiert ist man aber meist nur an wenigen politischen oder ideologischen Farben. Man fächert auf, um die meisten, die nicht gemeinten, wegfiltern zu können. So gesehen fördert das Prism den Datenschutz aller Unverdächtigen..
Gut, kritische Geister wenden jetzt ein, dass die Daten ja auch gespeichert werden. Man weiß ja nie, ob etwas noch mal wichtig werden kann. Aber andererseits, Sie kennen das aus der Zeit, als Sie noch Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten haben, oder wenn sie PDFs auf Ihrem PC sammeln: Sie wissen gar nicht, was sie haben und suchen im Archiv erst gar nicht. Sie googeln immer wieder aufs Neue. Und so machen die NSA Beamten das bestimmt auch.
Na na na, wie war das noch mal mit der Forensik und dem genetischen Fingerabdruck? Der wird ja Jahrzehnte später noch gegen die Täter verwendet, obwohl die damals nicht damit rechnen konnten. Ja, aber wollen Sie die Täter deshalb schützen? Da wäre Datenschutz doch wieder mal Tatenschutz.
Ok, dann kommt häufig ein noch schwereres Geschütz: Als IBM den Nazis damals half, aus den Lochkarteninformationen früherer Volkszählungen und Kirchenbüchern Deportationslisten von Juden zu erstellen, das war nun wirklich der Beweis, dass die IT Industrie vor nichts zurückschreckt. Vor allem, wenn Amerikaner und Deutsche zusammen arbeiten. Hier muss man das Credo von Charlton Heston abwandeln: Es gibt keine gute oder böse IT. IT in der Hand von bösen Leuten ist eine böse Sache. IT in der Hand einer patriotischen Behörde bedroht niemanden, außer böse Leute.. - Aber die IT wird doch hier benutzt, um zwischen guten und bösen Leuten zu unterscheiden.
Es gibt da kein Entkommen. Wenn Sie verschlüsseln, erfüllen Sie damit morgen vielleicht schon ein Täterprofil, weil Sie etwas zu verbergen haben. Aus Behördensicht gibt es kein "das geht Sie nichts an". Schon wenn Sie Ihr Handy tagsüber ausschalten, erfüllen Sie ein Profil.
Was der immense Aufwand des Common Wealth in die totale Erfassung belegt, ist nicht die Angst seiner Regierungen vor dem Terror. Sondern vor dem Internet in der Hand ihrer Völker.
Keine Panik. Man muss sich das mit der Totalüberwachung so vorstellen und dann wird es auch sofort entschärft: Wenn die Polizei auf der Straße Kontrollen durchführt, dann beobachtet sie da ja auch jeden Autofahrer und prüft, ob er hat oder ist was sie suchen. Nur wer rausgewunken wird, weil er irgend ein Suchprofil erfüllt, wird näher untersucht.
So ist das auch mit den Emails. Es wird alles erfasst, aber nur was irgendwie auffällig ist, wird näher untersucht. Z. B. wenn mein iranischer Miterfinder und ich uns per Email über den Prüfbericht unserer Patentanmeldung austauschen. Er ist Iraner, hat eine Emailadresse bei einem amerikanischen Internetgigant, ist Doktor der Physik, versteht etwas von Atomkraftwerken, spricht aber deutsch.
Warum wird nicht jedes Auto untersucht? Wegen der Ressourcenknappheit. Konzentration aufs Wesentliche.
Gut, eine Maschine kann sich auch irren. Wenn sie über "brennende Dornbüsche" schreiben und der Präsident heißt ebenfalls Bush, das kann schief gehen. Das sollte man berücksichtigen und sich entsprechend verhalten. Seien Sie mit Kritik an der Regierung so sparsam, wie mit Ihren Daten. Seien sie schlau, lassen sie andere die Regierung kritisieren..
Ein Prisma nutzt man in der Optik zur Farbdispersion. Man fächert einen weißen Lichtstrahl (alle Autofahrer) auf in seine Farbbestandteile (Bushidos und die übrigen). Interessiert ist man aber meist nur an wenigen politischen oder ideologischen Farben. Man fächert auf, um die meisten, die nicht gemeinten, wegfiltern zu können. So gesehen fördert das Prism den Datenschutz aller Unverdächtigen..
Gut, kritische Geister wenden jetzt ein, dass die Daten ja auch gespeichert werden. Man weiß ja nie, ob etwas noch mal wichtig werden kann. Aber andererseits, Sie kennen das aus der Zeit, als Sie noch Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten haben, oder wenn sie PDFs auf Ihrem PC sammeln: Sie wissen gar nicht, was sie haben und suchen im Archiv erst gar nicht. Sie googeln immer wieder aufs Neue. Und so machen die NSA Beamten das bestimmt auch.
Na na na, wie war das noch mal mit der Forensik und dem genetischen Fingerabdruck? Der wird ja Jahrzehnte später noch gegen die Täter verwendet, obwohl die damals nicht damit rechnen konnten. Ja, aber wollen Sie die Täter deshalb schützen? Da wäre Datenschutz doch wieder mal Tatenschutz.
Ok, dann kommt häufig ein noch schwereres Geschütz: Als IBM den Nazis damals half, aus den Lochkarteninformationen früherer Volkszählungen und Kirchenbüchern Deportationslisten von Juden zu erstellen, das war nun wirklich der Beweis, dass die IT Industrie vor nichts zurückschreckt. Vor allem, wenn Amerikaner und Deutsche zusammen arbeiten. Hier muss man das Credo von Charlton Heston abwandeln: Es gibt keine gute oder böse IT. IT in der Hand von bösen Leuten ist eine böse Sache. IT in der Hand einer patriotischen Behörde bedroht niemanden, außer böse Leute.. - Aber die IT wird doch hier benutzt, um zwischen guten und bösen Leuten zu unterscheiden.
Es gibt da kein Entkommen. Wenn Sie verschlüsseln, erfüllen Sie damit morgen vielleicht schon ein Täterprofil, weil Sie etwas zu verbergen haben. Aus Behördensicht gibt es kein "das geht Sie nichts an". Schon wenn Sie Ihr Handy tagsüber ausschalten, erfüllen Sie ein Profil.
Was der immense Aufwand des Common Wealth in die totale Erfassung belegt, ist nicht die Angst seiner Regierungen vor dem Terror. Sondern vor dem Internet in der Hand ihrer Völker.
Mittwoch, 31. Juli 2013
Montag, 29. Juli 2013
.. in den Sommer
"Regen, Regen, Taxi in der Nacht.
Auf der Straße schwimmen Lichter.
Nasse Häuser, nasse Autos, nasse Stadt.
Verwaschene Gesichter.
Ich hab' noch Sand und Meersalz in den Haaren...
und bin auf einmal hier."
In der Sonnenatmosphäre
Seit Hoimar von Ditfurth wissen wir:
Die Atmosphäre der Sonne reicht soweit wie ihre Winde.
Wir leben in der Atmosphäre der Sonne.
Sonntag, 28. Juli 2013
Mondaufgang (Rot-Blau)
"You're on your ear, the ocean's near
The light has started to fade
It's hard to focus on more than what's in front of you
Electron Blue"
Samstag, 27. Juli 2013
Postholidare Traurigkeit (in türkis)
Urlaub am Meer
So weit ins Meer raus gehen,
dass man gerade noch stehen kann.
Dann warten auf die nächste Welle.
Zuerst nur Vorspiel, man bleibt locker stehen.
Dann ein Sog, man steht im Wellental.
Eine Wand baut sich auf, ersetzt den Horizont.
Grün, türkis, darüber Himmelblau.
Dann bricht sie schäumend, überrollend.
Das war der Urlaub.
Montag, 15. Juli 2013
Merkels Wähler verstehen die Botschaft ihres Schweigens
Autoritäres Totschweigen sichert Merkel den Vorsprung in den Meinungsumfragen. Sie hat genau verstanden, wie wir Deutschen in Krisenzeiten ticken. Krieg ist ok, solange wir davon zu Hause nichts mitkriegen. Das gilt auch für Wirtschaftskriege oder kalte Bürgerkriege wie den jetzigen: Angi, es ist ok wenn Du uns abhören lässt und wir unsere Gehaltserhöhungen durch Steuererhöhungen für die Bankenrettungen wieder verlieren. Solange Du uns den islamistischen Terror und das griechische Elend vom Hals hälst. Das sind die. Die sind weit weg. Man muss sehen, wo man bleibt. Da man das nicht aussprechen kann, schweigt man drüber. Merkel hat das verstanden.
Die Frage ist, ob und wann der Wirtschaftskrieg zu uns nach Hause kommt. Solange Chinesen und Russen unsere Autos kaufen halten wir durch. Und seht, Opel könnte es jetzt wieder schaffen. Aber schon brechen die Kollegen von Peugeot ein. Minus fünfzehn Prozent Absatzeinbruch im ersten Halbjahr. Hat sich ein Unternehmen von solchen Zahlen schon mal erholt? Ein Familienbetrieb mit 200.000 Mitarbeitern, davon 100.000 in Frankreich. Das wird brutal. Genau so wie für Fiat. Fiat und Peugeot sind die beiden europäischen Autohersteller, die mangels starker Partner nicht in neue Modell investieren können.
Die Welt hat sich gewandelt, aber wir werden erst später erkennen, in welche Richtung.
Ich spüre den Wandel deutlich. Als sei wieder einmal einer dieser Superzyklen herum, nach denen man nicht mehr derselbe ist. Viele Dinge, die unser heutiges Leben prägen, haben wir vor langer Zeit begonnen. Alles lief, doch auf einmal stottert alles auf einmal. Es versetzt uns nicht in Panik, aber es wird uns gerade bewusst. Zeit für Veränderungen. Change before you have to.
Die Frage ist, ob und wann der Wirtschaftskrieg zu uns nach Hause kommt. Solange Chinesen und Russen unsere Autos kaufen halten wir durch. Und seht, Opel könnte es jetzt wieder schaffen. Aber schon brechen die Kollegen von Peugeot ein. Minus fünfzehn Prozent Absatzeinbruch im ersten Halbjahr. Hat sich ein Unternehmen von solchen Zahlen schon mal erholt? Ein Familienbetrieb mit 200.000 Mitarbeitern, davon 100.000 in Frankreich. Das wird brutal. Genau so wie für Fiat. Fiat und Peugeot sind die beiden europäischen Autohersteller, die mangels starker Partner nicht in neue Modell investieren können.
Die Welt hat sich gewandelt, aber wir werden erst später erkennen, in welche Richtung.
Ich spüre den Wandel deutlich. Als sei wieder einmal einer dieser Superzyklen herum, nach denen man nicht mehr derselbe ist. Viele Dinge, die unser heutiges Leben prägen, haben wir vor langer Zeit begonnen. Alles lief, doch auf einmal stottert alles auf einmal. Es versetzt uns nicht in Panik, aber es wird uns gerade bewusst. Zeit für Veränderungen. Change before you have to.
Sonntag, 14. Juli 2013
Die Autoimmunerkrankung unserer Kommunikationsadern
Was einer behauptet zu sein oder zu haben, ist er nicht, hat er nicht. Wenn Snowden jetzt ankündigen lässt, der Supergau für die US-Geheimdienste drohe erst noch, wenn ihm etwas zustoße, ist klar, dass er sein Pulver verschossen hat. Er mag ein Nerd und Überzeugungstäter sein, ein geschickter Kommunikator ist er nicht. Ernst nehmen muss man aber die Todesangst, die seine Drohung verströmt.
Davon abgesehen, wenn die weltweiten Telekommunikationsnetze so etwas wie die Adern unserer Zivilisation sind, dann droht von PRISM und TEMPORA die Gefahr, vom Immunsystem in eine Autoimmunerkrankung umzukippen. Die vollständige Erfassung unserer Kommunikation leistet so etwas wie die weißen Blutkörperchen, die Krankheitserreger unschädlich machen. Doch eine falsche Programmierung, eine falsche Mustererkennung, und das System bekämpft sein eigenes Gewebe, wird autoimmun.
Das schlimme an unserer vollständigen Erfassung ist die Erkenntnis, nicht souverän zu sein. Wir haben ein fremdes Immunsystem, dass zum Schutze unseres aber vor allem im Dienste eines fremden Körpers agiert. Nicht verwechseln: Anders als Grüne, Linke und Piraten fühle ich mich nicht aufgewertet, wenn mächtige Dienste meine Emails loggen. Anders als jene brauche ich keine großen Gegner, von denen man auf meine eigene Größe schließen möge. Ich falle durch das Raster, denn meine Kommunikationspartner sitzen nicht in Pakistan. Nur wer mit Pakistan oder anderen verdächtigen Staaten verkehrt, dessen Emails könnten gelesen werden. Noch verdächtiger ist, wer Google Maps Screenshots an mehrere Empfänger versendet. Über Google Maps läuft bekanntlich die Zielmarkierung.
Schlimm wird es, wenn uns der behördliche Virenscanner zu sehr lahmt oder wenn man irrtümlich in die Fänge gerät. Das stelle ich mir wie Kafkas "Schloss" vor.
Was die Frage nach der Freihandelszone und der Industriespionage betrifft: Ich hörte im Autoradio unseren Innenminister sagen, er habe seine Gesprächspartner in Washington explizit gefragt, ob sie auch Industriespionage betreiben. Die Antwort sein ein klares 'Nein' gewesen. Wir können also beruhigt sein.
Davon abgesehen, wenn die weltweiten Telekommunikationsnetze so etwas wie die Adern unserer Zivilisation sind, dann droht von PRISM und TEMPORA die Gefahr, vom Immunsystem in eine Autoimmunerkrankung umzukippen. Die vollständige Erfassung unserer Kommunikation leistet so etwas wie die weißen Blutkörperchen, die Krankheitserreger unschädlich machen. Doch eine falsche Programmierung, eine falsche Mustererkennung, und das System bekämpft sein eigenes Gewebe, wird autoimmun.
Das schlimme an unserer vollständigen Erfassung ist die Erkenntnis, nicht souverän zu sein. Wir haben ein fremdes Immunsystem, dass zum Schutze unseres aber vor allem im Dienste eines fremden Körpers agiert. Nicht verwechseln: Anders als Grüne, Linke und Piraten fühle ich mich nicht aufgewertet, wenn mächtige Dienste meine Emails loggen. Anders als jene brauche ich keine großen Gegner, von denen man auf meine eigene Größe schließen möge. Ich falle durch das Raster, denn meine Kommunikationspartner sitzen nicht in Pakistan. Nur wer mit Pakistan oder anderen verdächtigen Staaten verkehrt, dessen Emails könnten gelesen werden. Noch verdächtiger ist, wer Google Maps Screenshots an mehrere Empfänger versendet. Über Google Maps läuft bekanntlich die Zielmarkierung.
Schlimm wird es, wenn uns der behördliche Virenscanner zu sehr lahmt oder wenn man irrtümlich in die Fänge gerät. Das stelle ich mir wie Kafkas "Schloss" vor.
Was die Frage nach der Freihandelszone und der Industriespionage betrifft: Ich hörte im Autoradio unseren Innenminister sagen, er habe seine Gesprächspartner in Washington explizit gefragt, ob sie auch Industriespionage betreiben. Die Antwort sein ein klares 'Nein' gewesen. Wir können also beruhigt sein.
Sonntag, 7. Juli 2013
Ein Sommerfahrtstraum mit dem 924S
Philip Lahm hat mal gesagt: "Ich gebe gerne Gas, aber nur wenn alle Bedingungen stimmen." Solche Bedingungen hatte ich am Wochenende mit dem 924S auf der Autobahn . Und zwar auf Hin- und Rückfahrt. Wenig Verkehr, kaum Baustellen. Ein Traum.
Ölwechsel war diese Woche frisch gemacht, der Öldruckgeber repariert und ich war allein, also mit Idealgewicht ;-)
500 Kilometer auf der A2 Richtung Ruhrgebiet. Keine Störungen, nur ein paar Porsche-BMW-Audi Geschwader unterwegs, mit denen ich ein bisschen mitgeflogen bin. Die haben doppelt so viel Leistung wie meiner. Die vermisse ich aber nur im unteren Bereich, oben geht er bis zur Begrenzung bei knapp 6.000 Umdrehungen voll mit.
Unser neues TomTom misst die Realgeschwindigkeit über GPS. Das ist für mich noch neu (Schuster, Leisten,...). Und siehe da, tatsächlich habe auch ich reichlich Tachoreserve, locker 12-17 km/h.
Die "Geschwader" machten vor mir immer schön den Weg frei. Die Tachonadel ging sage und schreibe bis 240 (noch nie), gemessene Höchstgeschwindigkeit war 227 km/h. Dann kam eine Linkskurve, bei der der Q7 vor mir leider bremste..
Woher kommt soviel Performance aus gerade mal 160 PS? Es ist das Konzept: 2,5 Liter Hubraum mit großer Fläche und kurzem Hubweg. Das macht ihn extrem drehzahlfreudig im oberen Bereich. Ist man bei 140 im fünften Gang angekommen, bekommt man bis 6.000 ein nicht enden wollendes Drehmoment (max. 210 Newtonmeter, die Turboversion bietet 250..). Er zieht und zieht an den Platzmachern vorbei und hängt sich an die Platzhirsche dran.
Vor Autobahnkurven muss einem nicht bang sein. Die hälftige Gewichtsverteilung der 1.190 kg auf Vorder- und Hinterachse (Frontmotor, Heckgetriebe verbunden durch eine Welle mit Motordrehzahl "Transaxle") verleiht optimale Straßenlage.
Die geringe Windangriffsfläche und der gute cw-Wert leisten ihren Beitrag zur Höchstgeschwindigkeit und zum moderaten Verbrauch.
Dafür dann aber auch pro Richtung satt 1 Liter Öl. Der Verbrauch an Superplus lag bei 8,8 Liter.
Samstag, 6. Juli 2013
"Gesundbrunnencenter" (Jean Steam)
Grüße vom Jeans Team aus dem Wedding, aus dem Album "Das ist Alkomerz" !!
Freitag, 5. Juli 2013
Freihandelszone absagen?
Der erreichte technische Fortschritt ermöglicht eine Datenerfassung in einer neuen Dimension. Man spioniert heute nicht mehr gezielt unter der Prämisse einer bestimmten Fragestellung. Man erfasst heute erst einmal alles und geht danach mit immer wieder neuen Fragestellungen in den Datenbestand. Inzwischen bieten Unternehmen wie IBM unter dem Schlagwort Homeland Security auch Software an, die anstelle eines Agenten Fragestellungen und Muster ermittelt.
Von der Bundesregierung haben wir folgendes zur Kenntnis genommen: Als es noch so aussah, als seien "nur" private Bürger betroffen, befand sie, das sei normal. Sie empörte sich erst, als sie selbst betroffen war. Sie, wie die EU-Kommission, will die transatlantische Freihandelszone aber trotzdem verhandeln. Denn da gehe es auch "um Arbeitsplätze".
Um Arbeitsplätze geht es aber auch bei der Industriespionage. Wir sollten nicht unsere Sanktionsinstrumente aufgeben und uns gleichzeitig stehlen lassen, was wir als Tauschmittel verwenden wollen.
Also, erst die Spionage abstellen, dann über Freihandel verhandeln.
Und in dem Zusammenhang mal aufdecken, wie die Finanzkrise und die vollständige Datenerfassung zusammenhängen? Trug die Spionage dazu bei, US-Bürger mit Nummernkonten in der Schweiz zu ermitteln? Haben die USA Erkenntnisse über die Anordnung der Dominosteine der Finanzindustrie? Ist das Argument, Schuldenschnitte zögen "unvorhersehbare" Kettenreaktionen nach sich, schon obsolet?
Von der Bundesregierung haben wir folgendes zur Kenntnis genommen: Als es noch so aussah, als seien "nur" private Bürger betroffen, befand sie, das sei normal. Sie empörte sich erst, als sie selbst betroffen war. Sie, wie die EU-Kommission, will die transatlantische Freihandelszone aber trotzdem verhandeln. Denn da gehe es auch "um Arbeitsplätze".
Um Arbeitsplätze geht es aber auch bei der Industriespionage. Wir sollten nicht unsere Sanktionsinstrumente aufgeben und uns gleichzeitig stehlen lassen, was wir als Tauschmittel verwenden wollen.
Also, erst die Spionage abstellen, dann über Freihandel verhandeln.
Und in dem Zusammenhang mal aufdecken, wie die Finanzkrise und die vollständige Datenerfassung zusammenhängen? Trug die Spionage dazu bei, US-Bürger mit Nummernkonten in der Schweiz zu ermitteln? Haben die USA Erkenntnisse über die Anordnung der Dominosteine der Finanzindustrie? Ist das Argument, Schuldenschnitte zögen "unvorhersehbare" Kettenreaktionen nach sich, schon obsolet?
Fernsehbilder Lisicki in Wimbledon
Nach der Ölkrise, der Atomraketenmodernisierung, Anti-AKW Demos, Terrorismus, Inflation und Retro-Autos begegnet uns auf dem Rückweg von der Spitze der Entwicklung ein weiteres Deja Vu: eine deutsche Wimbledonfinalistin.
Sabine Lisicki ist in den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht zu sehen. Weichen wir deshalb ins Internet aus. SkySportHD zeigt Zusammenfassungen auf YouTube, hat aber das Einbetten in Webseiten deaktiviert. Deshalb nur Links:
Achtelfinale Lisicki vs. Stosur: http://youtu.be/gDnggRwwbCM
Viertelfinale Lisicki vs. Williams: http://youtu.be/xsakHuZLaIs
Sonntag, 30. Juni 2013
Marodeure der Moderne - Heute: Abhörbehörden
Was einer betont zu sein, ist er nicht. Was er in anderen bekämpft, das birgt er selbst. Homophobe Kleriker und Neonazis bekämpfen ihre eigene unterdrückte Neigung, oder verbergen ein besonders verachtendes Frauenbild. Werbung weist oft nicht auf die Stärke eines Produktes sondern seine Schwäche ("Mit der Bahn am Stau vorbei fahren.") "Neid" ist kein Privileg der Unterschicht sondern Handlungsmotiv vieler FDP-Mitglieder. Und Rassismus und Antisemitismus sind besonders verbreitet unter Gutmenschen, darunter Literaturnobelpreisträger.
Einerseits heißt es "Terrorfahndung", andererseits ist das Finanzzentrum Frankfurt ein Angriffsschwerpunkt. Hier könnte man denken: Dann steht die NSA doch auf der richtigen Seite? In den USA hat man schon Banker in Handschellen gesehen, bei uns noch nicht. Oder Steuerhinterziehung, Terrorfinanzierung, Geldwäsche - in der EU wird ja längst nicht jedes große Verbrechen verfolgt.
Warum genau fühlen sich manche EU-Politiker so empfindlich getroffen - haben sie was zu verbergen?
Nach dem gleichen Prinzip lauscht niemand mehr an Nachbars Tür und Wand als der, der Anlass zu übler Nachrede gibt: Staatssicherheit, Geheimpolizisten, Prozesshansel, Denunzianten, Demokratiesimulationen.
Souveräne Zeitgenossen wissen sowohl um ihre eigene Robustheit als auch die Krankheit, die hinter dem Zwang zum Lauschen, Beobachten und Verfolgen steckt. Es verletzt sie nicht gleich. Gleichwohl verbitten sie es sich. Sie fühlen sich durch eine Präsenz in NSA-Blobs auch nicht aufgewertet, wie manche Piraten oder Foristen der linken Tagespresse.
Wer sein eigenes Volk belauscht, hat es vorher betrogen und ausgebeutet. Wer andere Völker belauscht, will Ansätze zu ihrer Manipulation finden. Wer ausländische Industrien belauscht, weiß um die Schwäche der eigenen. Wer andere Regierungen belauscht, verfolgt ob die eigenen Pläne aufgehen.
Was hinter der amerikanischen Paranoia steckt, hat Michael Moore vor zehn Jahren herausgearbeitet und veranschaulicht: Das schlechte Gewissen.
Als der Nachrichtenstand vor einer Woche nur die vollständige Überwachung unserer privaten Telekommunikation hergab, gaben sich Mitglieder unserer Regierung "pragmatisch". Terrorabwehr. Einige im Kanzleramt dachten vielleicht, "unsere Bürger bespitzeln wir immer noch selbst!". Jetzt allerdings wissen sie von ihrer eigenen Überwachung und jetzt verleihen sie den Enthüllungen den Rang eines Eklats.
Unsere Regierung hat mit ihren Verfassungsbrüchen ihr Volk bereits verraten (Bundestrojaner, ESM, die Akzeptanz von Vertragsbrüchen, die Politik der EZB). Ich schließe mich ihrer Empörung deshalb nicht an. Vielmehr hatten wir Grund, den "Dunkelgremien" Schäubles mit eigener Aufklärung etwas nachzuhelfen.
Unsere Regierung hat mit ihren Verfassungsbrüchen ihr Volk bereits verraten (Bundestrojaner, ESM, die Akzeptanz von Vertragsbrüchen, die Politik der EZB). Ich schließe mich ihrer Empörung deshalb nicht an. Vielmehr hatten wir Grund, den "Dunkelgremien" Schäubles mit eigener Aufklärung etwas nachzuhelfen.
Einerseits heißt es "Terrorfahndung", andererseits ist das Finanzzentrum Frankfurt ein Angriffsschwerpunkt. Hier könnte man denken: Dann steht die NSA doch auf der richtigen Seite? In den USA hat man schon Banker in Handschellen gesehen, bei uns noch nicht. Oder Steuerhinterziehung, Terrorfinanzierung, Geldwäsche - in der EU wird ja längst nicht jedes große Verbrechen verfolgt.
Warum genau fühlen sich manche EU-Politiker so empfindlich getroffen - haben sie was zu verbergen?
Samstag, 29. Juni 2013
Jeans Team, "Alkomerz"
Anna R. fährt abweichend auf Gleis 8
Bei Rosenstolz schieden sich die Geister. Schlager mit Stichwortgebern für Verwirrte mit Selbstmitleid? Anna's Stimme klingt eigentlich anspruchsvoller als manche Texte, die sie transportierte. Aber oft genug traf das Duo auch ins Schwarze. Sagen wir, einfach gute Popmusik. Rosenstolz kuriert am Burnout. Dafür fährt Anna jetzt abweichend in Spandau am "Gleis 8". Da kommen wir leider nicht mehr dran vorbei (siehe unten). Ich glaube, wir verpassen da was:
"Marodeure der Moderne" - Heute: Bahnkunden
Teil 1 - In der S-Bahn
Das nehme ich jedoch nur nebenbei wahr. Bis zu dem Moment, an dem der Alte einen markerschütternden Schrei ausstößt. Zweimal. Als wolle ein Steinzeitmensch ein wildes Tier beschwören. Wir Umsitzenden schrecken zusammen. Der Student nimmt seine Tasche und wechselt den Platz. Wir anderen tauschen vielsagende Blicke. Meine Geduld ist aufgebraucht. Noch einmal, denke ich, und ich greife ein.
Er tut es nochmal. Zweimal hintereinander. Sinnlich ist das eine neue Erfahrung. So ein Schrei bewirkt einen Adrenalinausstoß. Jetzt erhebe ich meine Stimme: "Geht's noch?!". Er schaut mich aus den Augenwinkeln an und dann wieder gerade aus. Hat er mich wahrgenommen? Habe ich etwas bewegt? Wir sind in der Anfahrt auf meinen Zielbahnhof. Ich muss irgendwo hin mit meinem Adrenalin. Als er wieder seinen Kopf wackelt, als würde er sich zu einem erneuten Schrei sammeln, stehe ich ruckartig auf, mit einer Bewegung auf ihn zu die einen Schatten auf ihn wirft. Er zuckt. Seine Reflexe funktionieren. Im Rausgehen überlege ich, ob meine Zubewegung auf die Gefahrenquelle auch ein Reflex war.
Teil 2 - Im ICE
In Braunschweig steige ich um in den ICE nach Berlin. Seit drei Wochen geht das schon so. die ICE-Brücke über die Elbe wurde vom Hochwasser unterspült, die Gleise liegen unter Wasser. Die Bahn leitet um über Braunschweig und Magdeburg. In Magdeburg steigt ein Typ in kurzen Hosen ein und kommt an den Vierer mir schräg gegenüber. An diesem sitzt ein Student (würde ich tippen). Tag, ist dann hier noch frei? - Ja. - Also, ich heiße Michael früher war alles besser, als man noch nicht über Uelzen nach Hamburg fahren musste wie heißt Du denn? - Thomas. - Ja die kriegen hier nüschte mehr auf die Reihe ich komme aus Zossen.
Er missbraucht die Höflichkeit des Studenten um ihn hemmungslos vollzuquatschen. Eine Art Sozialmissbrauch. Der Typ packt sein Kofferradio aus, stellt es auf den Tisch und dreht auf. Anschwellendes Radiorauschen, lange nicht mehr gehört sowas. Dann findet er einen Sender mit den Andrew Sisters. Zusammen mit dem Bild, das Magdeburg und sein Bahnbetriebswerk vor dem Fenster bietet, kann man sich jetzt wirklich ans Kriegsende versetzt fühlen. Der Zug ruckelt gemütlich vorbei an mechanischen Signalen. Seit dem Siegeszug des iPod ist Radiohören über Lautsprecherboxen ungewohnt. Ein Rentner steht auf und kommt an den Tisch: Ruhe! - Nein. - Ruhe!! - Ich habe keine Kopfhörer, geht nicht anders. - Radio aus!
Dann legt er nach: In der ersten Klasse sitzen die größten Arschlöcher, ich gehe in die zweite. Macht sich eine Dose Bier auf und rülpst zweimal vernehmlich. Wo kommst du noch mal her, fragt er den Studenten. - Aus Dortmund.
Donnerstag, 27. Juni 2013
"Reisende nach Wolfsburg steigen bitte in Braunschweig um."
Gestern fuhr ich mit dem Auto nach WOB. Zwei Stunden hin, zweieinhalb zurück.
Die Kollegen im 5:48h Zug erlebten folgendes:
Die Kollegen im 5:48h Zug erlebten folgendes:
- Ansage des Zugchefs vor Magdeburg: "Der Anschluss in Magdeburg nach Wolfsburg konnte leider nicht warten. Reisende nach WOB steigen bitte in Braunschweig um."
- In Braunschweig sahen die Kollegen nach WOB gerade abfahren. Drei Minuten Wartezeit waren doch nicht drin.
Mittwoch, 26. Juni 2013
Sonntag, 23. Juni 2013
Wie ICE-Vorstand Berthold Huber Wolfsburgpendler abhängt
Erster Hauptsatz der Lebenserfahrung:
Die Summe aller großen Probleme im Leben ist immer gleich. Und wenn Du glaubst, sie durch Lebenserfahrung überwunden zu haben, denken sich die Manager im Bahntower am Potsdamer Platz etwas Neues aus.Dass ich einmal täglich acht Stunden in Zügen und auf Bahnhöfen verbringen würde um meinem Beruf nachzugehen, hätte ich nicht geglaubt. Zu Beraterzeiten brauchte ich von Gelsenkirchen bis Wien via Flughafen Düsseldorf nicht so lange wie heute mit der Bahn von Berlin nach Wolfsburg.
„Was pendelt Ihr auch so weite Strecken und arbeitet nicht in Berlin?“ - „Weil es in Berlin keine guten Jobs für Ingenieure gibt. Wowereit und sein Senat haben sich nicht gekümmert. Außerdem ist die Bezahlung auf Brandenburgniveau während die Mieten und Abgaben steigen.“ Und mein Bewerbungsgespräch bei Bombardier damals habe ich vom Bahnof Spandau aus abgesagt, weil mein Zug nach Henningsdorf Verspätung hatte. Ich blieb deshalb beim Auto als Berufsgegenstand..
Umsonst früh aufstehen..
4:00 Aufstehen5:15 Letzter Blick auf Bahn.de, ob mein ICE 5:48 pünktlich sein wird. Er wird.
5.30 Ankunft Hauptbahnhof Berlin. Noch Zeit, also ab in die Bahn Lounge. Doch vergeblich, um die Zeit hat sie noch geschlossen.
5:45 „Information für ICE xyz nach Köln. Heute ca. 5 Minuten später.“
5:50 „Information für ICE xyz nach Köln. Heute ca. 10 Minuten später.“
5:55 „Information für ICE xyz nach Köln. Heute ca. 20 Minuten später.“
6:00 „Auf Gleis 13 fährt jetzt ein: ICE abc nach Köln. Ursprüngliche Abfahrt 4:48.“
Wäre ich so früh aufgestanden, nur um hier mehr als eine Stunde herum zu stehen, hätte ich mich als Warlord zum Bahntower aufgemacht. So bin ich nur wütend.
Millionenumsatz - aber keine Infos
Einstieg in den verspäteten ICE. Der Zugchef begrüßt uns als wenn nichts wäre. Erste brauchbare Information nach dem belästigenden Pflichttext: Informationen von der Transportleitung über Anschlüsse in Magdeburg und Braunschweig liegen nicht vor. Diese Anschlüsse sind wichtig, denn die ICEs fahren Wolfsburg nicht mehr an. Obwohl sie könnten. Aber die mindestens 300 Dauerkarteninhaber sind den Bahnvorständen Ulrich Homburg und Fernverkehrs-Chef Berthold Huber egal.800 Pendler x 4.090 EUR/Bahncard100 = 3,3 Mio EUR Jahresumsatz
auf einem Gleisabschnitt von 200km Länge. Das sind 6.135 EUR pro Kilometer. Was müssen wir tun, damit die Manager im Bahntower das erkennen?
Pressekonferenz in der Festung Berlin
Als Bahnpendler muss man Umstiege vermeiden, denn hier verliert man bei Verspätungen am meisten Zeit. Berthold Huber hatte am Mittwoch eine Pressekonferenz zu dem unseligen Thema „Elbehochwasser“ gegeben. Er nutzte den Tag, an dem Berlin Mitte für Barack Obama komplett abgeriegelt war um zu einer PK am Potsdamer Platz einzuladen. Nie konnten sich blöde Rückfragen so gut vermeiden lassen wie an diesem Tag.Einladung zur Pressekonferenz
„Vorstellung Interims-Fahrplan aufgrund der Hochwassersperrungen“ am 19. Juni 2013, 10:00 Uhr, im BahnTower, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, 21. OG
Berlin, 18. Juni 2013
Sehr geehrte Damen und Herren,
durch die andauernde Sperrung der Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin aufgrund des
Hochwassers wird die DB ab Freitag, 21. Juni 2013, interimsweise den Fahrplan der
Fernverkehrszüge nach bzw. von Berlin für die nächsten Wochen anpassen. DB Fernverkehrs-Vorstand Berthold Huber wird Ihnen die Maßnahmen zur bundesweiten Stabilisierung des Zugverkehrs im Einzelnen erläutern und steht für O-Töne zur Verfügung.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Bitte beachten Sie die temporären Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen anlässlich des US-Präsidentenbesuchs rund um den BahnTower. In den Bereichen von Ebertstraße, Bellevuestraße, Lennéstraße, Auguste-Hauschner-Straße, Hansvon-Bülow-Straße, Voßstraße, Ben-Gurion-Straße, Potsdamer Straße und am Potsdamer sowie Leipziger Platz kommt es zu Sperrungen. Der Zugang zum BahnTower ist morgen nur über die kleine Drehtür auf der Westseite (Hintereingang) möglich. Führen Sie bitte Ihren Personalausweis/Pass mit sich und kalkulieren Sie für die Anfahrt mehr Zeit ein.
Für weitere Fragen steht Ihnen Daniela Bals gerne zur Verfügung: Tel. +49 (0) 30 297-60020, daniela.bals@deutschebahn.com.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Kornmann
Die Fahrplaninfos gab die Bahn nicht etwa am Vorabend in die Server, sondern am Freitagmorgen. Am ersten Tag des „Notfahrplans“ ging dann auch alles schief, was schief gehen kann, siehe oben.
Vor Magdeburg
In der vertrödelten Anfahrt auf Magdeburg war für uns spannende Frage: Hier umsteigen oder in Braunschweig? In der Nacht auf Freitag hatte es ein Gewitter gegeben. Zuviel für die Bahn. Alle Signalanlagen entlang der Magdeburgstrecke waren gestört. Wir erduldeten einen Stop-and-Go Verkehr wie sonst mit dem Auto in Berlin Mitte.„Informationen von der Transportleitung liegen mir nicht vor. Achten Sie deshalb bitte auf die Lautsprecheransagen in Magdeburg. Wir danken für Ihre Reise mit der Deutschen Bahn.“ In Magdeburg strömten die Wolfsburgpendler zu den Türen und hielten ihre Köpfe raus, nach Informationen über Anschlüsse lechzend. Doch der einzige Anschluss der angesagt wurde, war der Regionalzug am Nachbargleis Richtung Frankfurt/Oder über: Berlin.
Hieß: Der Zug nach Wolfsburg war abgefahren. Warten auf 300 Pendler schien der Transportleitung unnötig. Die 300 Pendler darüber zu informieren auch.
Reisendeninformationen
Wir waren im informationstechnischen Nirgendwo. Das, obwohl die Bahn am Potsdamer Platz ein großes Projekt „Reisendeninformationen“ betreibt. Aber die Leute dort beschäftigen sich -fern vom Gleis- mehr mit WLAN Hotspots in Fernzügen als mit der Versorgung mitgenommener Pendler mit Reisendeninformationen.Unser Zugchef hatte nicht nur keine aktuellen Anschlussinformationen. Er hatte auch keine Fahrplaninformationen über Anschlüsse auf dieser umgeleiteten Strecke. Im Zug lagen nur die alten Faltblätter aus, die nicht mehr gelten.
In Braunschweig
Hier hatten wir dann mehr Glück. Unser ICE hatte soviel Verspätung herausgefahren, dass wir den nächsten Regionalzug nach Wolfsburg passend erreichten.Aber auch das muss man erlebt haben: Neben Hannover ist Braunschweig die Stadt aus der die meisten Menschen nach Wolfsburg pendlen. Es sind tausende. Aber die Bahn stellt hier einen zweiteiligen Schienenbus auf einer eingleisigen Strecke bereit, den dieser sich mit entgegenkommenden ICEs teilt. Der Schienenbus ist hoffnungslos überfüllt. Nicht nur mit Berufspendlern, sondern auch vielen Berufsschülern bzw. Auszubildenden.
Wenn die Sonne auf diesen unklimatisierten Schienenbus scheint wird es hier drin richtig ungemütlich. Fenster kann man nicht öffnen. „Komforteinbußen“ nennt Ulrich Homburg in Talkshows solche Zumutungen.
Ausgelaugt ankommen
Die Fahrt dauert 30 Minuten, wir steigen in Fallersleben um und nutzen von hier einen Bus. Als wir in Wolfsburg ankommen haben wir fast vergessen, warum wir überhaupt hier sind. Wir fühlen uns gerädert und übermüdet. Aber der Arbeitstag liegt noch vor uns. Dreieinhalb Stunden haben wir gebraucht. Zurück kann es noch länger dauern. Bis dahin beobachten wir mit einem Auge die Bahnwebsite und bekommen wir Angebote von entnervten „Werksfahrern“, die längst aufs Auto umgestiegen sind.Ich entscheide mich trotzdem, auch zurück mit der Bahn zu fahren, denn im Zug kann ich immerhin arbeiten. Denke ich und ahne nicht, dass ich wieder eine falsche Annahme treffe.
Auf der Rückfahrt erleben wir am Hbf Braunschweig erstmal 45 Minuten Verspätung. Ankommt ein ICE aus Köln, der mal ein aus zwei Zugteilen bestand. Eine Hälfte wurde wohl unterwegs aufgerieben, jetzt verteilen sich die Passagiere auf die verbliebene. In den Gängen sitzen bereits -pro Waggon- 20 Leute auf dem Boden. Uns bleiben die Stehplätze in den Übergängen. Es ist so warm und stickig, dass wir beschließen, in Magdeburg wieder auszusteigen, denn dort hält zeitgleich wieder der Regionalzug nach Frankfurt Oder - angeblich am selben Bahnsteig.
Doch als wir ankommen, fährt er ab.
Unterwegs im Güterwagen
Wir bleiben stehen. Schweißperlen rinnen, Ärmel werden hochgekrempelt. Eine Schaffnerin drängelt sich durch mit einem Serviertablet vom Speisewagen in die 1. Klasse. 1. Klasse haben mein Kollege und ich auch, aber wir stehen nicht mal erstklassig. Für die Bahn sind wir nur Fracht. Immer gewesen. Es scheint in die DNA eingewebt zu sein. Wir müssen Platz machen, aufstehen, zusammenrücken, damit der Umsatz mit dem Speisewagen nicht unter den Zumutungen uns gegenüber leidet.Man ermattet äußerlich, wenn man so transportiert wird. Innerlich regt sich immer noch Widerstand. Mir fallen böse Bilder ein. Ich erinnere mich an den „Zug der Erinnerung“. An die Bilder von Güterwagen, die die damaligen Manager der Reichsbahn so kalkuliert hatten, dass der Umsatz maximal und die Kosten minimal waren. Die Bahn knöpft den Initiatoren des Erinnerungszuges Gebühren für Gleise und Bahnhöfe ab. Muss man mehr wissen über das Selbstverständnis der Herren Homburg, Huber, Grube und Co. um ihr Verhalten auch uns gegenüber zu verstehen?
Ja natürlich ist diese Anspielung krass und viele werden es unpassend finden. Was ich meine ist, mir ist das Menschenbild der Bahnvorstände klarer geworden. Dass der Blick der Personenverkehrsvorstände auf die Passagiere der gleiche ist, wie der des Güterverkehrvorstandes auf seine Fracht. Es geht nur um Profit. Abgesichert durch die Eisenbahnversordnung, die bereits 1938 die Transportierten mit minimalen Rechten versehen hat.
Siemens
In der Zeitung lese ich, dass sich Ulrich Homburg über Siemens aufgeregt hat, weil die auf einer Veranstaltung Zugwartung als Dienstleistung angeboten haben. Die WELT schreibt (Link):Die Bahn fühlt sich nun düpiert. "Das würde bedeuten, wir tun nicht alles, um unsere Züge ordentlich in Schuss zu halten. Oder wir sind zu blöd dazu", grollt Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg.So viel Reflexionsvermögen ist man von Ulrich Homburg gar nicht gewöhnt. Zum Thema Klimaanlagen gibt er zum besten (Tagesspiegel):
„Die Klimaanlagen verhalten sich so, wie wir es erwartet haben“, bekennt vielsagend Ulrich Homburg, Personenverkehrs-Vorstand der Deutschen Bahn.Homburg erklärt den Ausfall der Klimaanlagen mit deren Alter. Dass er dafür verantwortlich ist, ist jedem klar außer ihm. Dass die Prüfintervalle verkürzt und die Zulassung der immer komplizierter werdenden Anforderungen des Vorstands an die Züge immer langwieriger werden, auch das verantwortet allein Ulrich Homburg. Wer vor einem Börsengang auf Verschleiß fährt muss sich nicht wundern, wenn ihm anschließend auf die Finger gehauen wird.
Wir Pendler grübeln intensiv über Alternativen. Der Wohnungsmarkt in Wolfsburg ist leergefegt, Braunschweig ist nicht billig. Herziehen wollen wir nicht, und wenn dann nur ein Zimmer. Aber nicht ab 400 EUR.
Das Auto als Alternative
Oder der Umstieg aufs Auto? Leben wir nicht von Autos? Wir können uns so organisieren, dass wir mit Kollegen fahren, mit denen wir eh oft zu tun habe. Besprechungen im Auto. Statt Emails über WLAN im Zug. Oder Telefonate mit Mithörern.Man verfährt pro Auto für die 500 km hin und zurück 50 Liter Sprit. 80 EUR. Zu dritt sind das 27 EURO, zu viert 20 EUR pro Kopf. Zuzüglich Öl und Wartung.
Es wird Zeit, dass wir eine solche Mitfahrerbörse im Intranet organisieren!
Montag, 10. Juni 2013
Hauptsache Wittenberge geht's gut
Was soll dieser Hype um Wittenberge? Ist diese Stadt mehr wert als andere? Flussaufwärts haben einige ganz schöne Opfer gebracht. Manche freiwillig, manche unfreiwillig. Dammbrüche, Polder, Havelrückstauung. Andere Städte wie Rathenow kommen ins Zittern, obwohl sie mit der Elbe überhaupt nichts zu tun haben.
Was Wittenberge auszeichnet: Gestern wurde klar, dass ihr Deich zu niedrig ist. Deshalb erfolgte mal eben ein Aufruf nach Berlin Freiwillige zum Sandsackpacken zu schicken. Leider konnten wir dem nicht folgen, weil wir -wieder mal- von einem Radrennen eingesperrt waren.
Merkel, Platzeck, Kamerateams, Sondersendungen. Hauptsache Wittenberge geht's gut..
Was Wittenberge auszeichnet: Gestern wurde klar, dass ihr Deich zu niedrig ist. Deshalb erfolgte mal eben ein Aufruf nach Berlin Freiwillige zum Sandsackpacken zu schicken. Leider konnten wir dem nicht folgen, weil wir -wieder mal- von einem Radrennen eingesperrt waren.
Merkel, Platzeck, Kamerateams, Sondersendungen. Hauptsache Wittenberge geht's gut..
Samstag, 8. Juni 2013
"You still know nothing 'bout me"
"Run my name through your computerSting
Mention me in passing to your college tutor
Check my records, check my facts
Check if I paid my income tax
Pore over everything in my C.V.
But you'll still know nothing 'bout me
You'll still know nothing 'bout me"
Kennen Sie jemanden, den die Behörden im Rahmen von Zensus 2011 persönlich befragen mussten? Sehen Sie.
Ein Prisma als Veranschaulichung für das Potenzial von Datenanalysen habe ich schon vor zehn Jahren bei IBM verwendet. Allerdings nicht für staatliches Handeln. Man beobachtet das Kundenverhalten, erkennt Muster, bildet Kategorien. Das Ziel ist, jedem das anzubieten, was er typischerweise kauft: Das bekannte "Kunden, die A gekauft haben, kauften auch B." erfordert schon eine konkrete Vorauswahl des Kunden. Die Kunst ist, ihn anhand seines Verhaltens einzuschätzen, bevor er etwas in den Einkaufskorb gelegt hat. Eine Art Rasterfahndung im Marketing.
Solche Analysen und Datenbankabfragen brauchen jedoch immer eine Suchrichtung. Sie beantworten Fragen, die man selbst stellt. Was Geheimdienste jedoch am liebsten hätten ist, den Computer auch die Frage formulieren zu lassen: "Nach welchem Verhaltensmuster muss ich denn suchen?" Auch dafür gibt es längst Ansätze. Riskant wird es, wenn die Verantwortung für die Rasterfahndung an die Algorithmen übergeben wird und man glaubt, an der Intelligenz der Analysten sparen zu können. Dann entstehen die Horrosszenarien aus der Science Fiction: Ein falscher Schritt und man gerät in eine Nummer, aus der man nicht mehr herauskommt. Denn das System irrt sich nicht..
Samstag, 1. Juni 2013
"Zug der Erinnerung" in Wolfsburg und Berlin
Die Deportationsverbrechen der Nazis wären ohne die leistungsfähige Informationstechnik von Hollerith bzw. IBM und die Logistik der Reichsbahn nicht möglich gewesen. Die Millionen von Opfern wurden durch die Verschneidung von Personendaten aus Meldeämtern und Kirchenbüchern identifiziert. In den Güterwaggons der Bahn wurden sie abtransportiert.
Drei Tage in verschlossenen Güterwagen. Stehplätze. Keine Toiletten. Im Sommer brütende Hitze, weil man kein Fenster öffnen kann. Im Winter klirrende Kälte ohne Heizung. Die Menschen wurden als "Fracht" betrachtet, mit der man halt Geld verdient. Und zwar um so mehr, je enger man sie zusammenpfercht. Das sind die Regeln der Bahnwirtschaft.
Vorgestern hielt der "Zug der Erinnerung" am Hbf Wolfsburg. Mit dem VW-Werk im Hintergrund ergab das ein historisches Bild. Thema der Ausstellung in den Waggons sind die "Kinder von Westerbok"in Holland. Von dort deportierte die Bahn vor 70 Jahren Kinder ins Vernichtungslager Sobibor.
Wer meint, dass der Bahnvorstand selbst hier an die Wurzeln seines Geschäftes erinnert, irrt. Das überlässt sie Privaten. Stattdessen verdient sie lieber Geld an ihnen. Für die Benutzung von Gleisen und Bahnhöfen verlangen die Herren Grube, Kefer, Homburg und Co. von dem gemeinnützigen Verein jährlich 10.000 EUR. Man ist von diesen Herren Kaltschnäuzigkeit bei ihren täglichen Zumutungen an Pendler und Reisende gewöhnt. Aber das hier ist und bleibt ein ganz besonderer Skandal.
An diesem Wochenende macht der Zug der Erinnerung Halt am Berliner Hbf. Am 4. Juni steht er am Bf Friedrichstrasse.
Informationen: Zug der Erinnerung e. V.
Drei Tage in verschlossenen Güterwagen. Stehplätze. Keine Toiletten. Im Sommer brütende Hitze, weil man kein Fenster öffnen kann. Im Winter klirrende Kälte ohne Heizung. Die Menschen wurden als "Fracht" betrachtet, mit der man halt Geld verdient. Und zwar um so mehr, je enger man sie zusammenpfercht. Das sind die Regeln der Bahnwirtschaft.
Vorgestern hielt der "Zug der Erinnerung" am Hbf Wolfsburg. Mit dem VW-Werk im Hintergrund ergab das ein historisches Bild. Thema der Ausstellung in den Waggons sind die "Kinder von Westerbok"in Holland. Von dort deportierte die Bahn vor 70 Jahren Kinder ins Vernichtungslager Sobibor.
Wer meint, dass der Bahnvorstand selbst hier an die Wurzeln seines Geschäftes erinnert, irrt. Das überlässt sie Privaten. Stattdessen verdient sie lieber Geld an ihnen. Für die Benutzung von Gleisen und Bahnhöfen verlangen die Herren Grube, Kefer, Homburg und Co. von dem gemeinnützigen Verein jährlich 10.000 EUR. Man ist von diesen Herren Kaltschnäuzigkeit bei ihren täglichen Zumutungen an Pendler und Reisende gewöhnt. Aber das hier ist und bleibt ein ganz besonderer Skandal.
An diesem Wochenende macht der Zug der Erinnerung Halt am Berliner Hbf. Am 4. Juni steht er am Bf Friedrichstrasse.
Informationen: Zug der Erinnerung e. V.
Sonntag, 26. Mai 2013
Better Place ist pleite
Der Traum ist aus. Die von Shai Agassi gegründete Firma Better Place ist insolvent. Mit einem Konzept von Wechselbatteriestationen wollte Better Place Fahrern von Elektroautos die Reichweitenangst nehmen. Agassi argumentierte gegenüber der israelischen Regierung und großen Fonds, dass das Elektroauto Israels Weg aus der Abhängigkeit von arabischen Öl sein könne. Mit Renault als Autopartner an seiner Seite startete er auch in Dänemark und Holland Initiativen.
Skeptiker argumentierten gegen das Konzept. Ein Batterietauschkonzept sei auf einen einheitlichen Batteriestandard angewiesen. Dieser sei ebenso schwierig zu organisieren wie der einheitliche Ladestecker.
Quellen: Better Place, Automobilwoche
Skeptiker argumentierten gegen das Konzept. Ein Batterietauschkonzept sei auf einen einheitlichen Batteriestandard angewiesen. Dieser sei ebenso schwierig zu organisieren wie der einheitliche Ladestecker.
Quellen: Better Place, Automobilwoche
Donnerstag, 23. Mai 2013
Wie die Bahn ihre 1. Kl.-Kunden verhöhnt
Am 08. Mai war sogar die 1. Klasse im ICE so überfüllt, dass man nicht mal drin stehen konnte. Die Zugchefin bestätigte auf Anfrage meine Erwartung, dass ich den Aufpreis von der 2. Kl. in die 1. Kl. erstattet bekomme. Das müssten für meine Strecke ca. 40 EUR gewesen sein. Sie gab mir einen Belegschein mit für's Reisezentrum.
Heute kam die Antwort: 5 EUR bekomme ich als Streckenabonnent der 1. Kl. wenn ich stehen muss oder wegen Überfüllung in die 2. Kl. wechsle. Das halte ich für eine Verhohnepiepelung.
Sehr geehrter Herr xxxx,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 08.05.2013.
Wir haben Ihrem Kundenkonto heute einen Betrag in Höhe von 5,00 EUR gutgeschrieben. Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten die Ihnen durch die Überfüllung der 1. Klasse entstanden sind.
Wenn Sie noch Fragen haben oder wir sonst etwas für Sie tun können, zögern Sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen.
Unsere Mitarbeiter sind Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr gerne für Sie da.
Mit freundlichen Grüßen
Sven Gußmann
Abo-Center Stuttgart
DB Vertrieb GmbH
Postfach 10 10 64, 70009 Stuttgart
Tel. 01805 011 066 *
*14ct./Min. aus dem Festnetz via Vodafone, Tarif bei Mobilfunk max. 42 ct/Min.
Die DB Vertrieb GmbH ist zertifiziert nach DIN ISO 9001,
Heute kam die Antwort: 5 EUR bekomme ich als Streckenabonnent der 1. Kl. wenn ich stehen muss oder wegen Überfüllung in die 2. Kl. wechsle. Das halte ich für eine Verhohnepiepelung.
Sehr geehrter Herr xxxx,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 08.05.2013.
Wir haben Ihrem Kundenkonto heute einen Betrag in Höhe von 5,00 EUR gutgeschrieben. Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten die Ihnen durch die Überfüllung der 1. Klasse entstanden sind.
Wenn Sie noch Fragen haben oder wir sonst etwas für Sie tun können, zögern Sie nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen.
Unsere Mitarbeiter sind Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr gerne für Sie da.
Mit freundlichen Grüßen
Sven Gußmann
Abo-Center Stuttgart
DB Vertrieb GmbH
Postfach 10 10 64, 70009 Stuttgart
Tel. 01805 011 066 *
*14ct./Min. aus dem Festnetz via Vodafone, Tarif bei Mobilfunk max. 42 ct/Min.
Die DB Vertrieb GmbH ist zertifiziert nach DIN ISO 9001,
Der Unterschied zwischen London und Berlin
London. Wieder so eine Wahnsinnstat (Daily Mail). Ein Beil in der Hand und "Gott ist groß" auf den Lippen. Ich sehe das Video und kapiere erst gar nicht, wer das sein soll. Erst allmählich: da stammelt ein von seiner Bluttat berauschter Mörder und Terrorist.
Bei SPON ist die Meldung auf Platz 3, bei der SZ auf Platz 6. Jean-Claude Juncker ist beiden wichtiger. Es kommt eben ganz drauf an. Der NSU-Prozess schafft es bei beiden sogar auf Rang 1, wenn sich weit hinten in der Türkei ein Politiker über das Kruzifix im deutschen Gerichtssaal beschwert.
Die Pose mit dem Beil in der Hand und "Gott ist groß" gab es vor einem Jahr auch in unserer weiteren Nachbarschaft. In der Köthener Straße, östlich vom Potsdamer Platz, neben den Hansa Studios, köpfte Orhan S. seine "unzüchtige" Ehefrau und rief dabei seinen Gott an.
Der Unterscheid zu London: In Berlin kommt nicht die Polizei, um den Täter unschädlich zu machen. In Berlin startet die Fahndung nach einem Gutachter, der uns von der Idee abhalten soll, unruhig zu werden. So ein Gutachter findet sich hier schnell. Von der Schwere und dem Stil des Täters schloss Orhans Gutachter auf dessen Schuldunfähigkeit. Ein Lock-in an dessen Ende die Ergebung in den Wahnsinn steht: Je brutaler der Angriff, desto geringer also der Anlass, sich aufzurappeln und zu wehren.
Die Leserschaft des Tagesspiegel nahm es beruhigt zur Kenntnis.
Bei SPON ist die Meldung auf Platz 3, bei der SZ auf Platz 6. Jean-Claude Juncker ist beiden wichtiger. Es kommt eben ganz drauf an. Der NSU-Prozess schafft es bei beiden sogar auf Rang 1, wenn sich weit hinten in der Türkei ein Politiker über das Kruzifix im deutschen Gerichtssaal beschwert.
Die Pose mit dem Beil in der Hand und "Gott ist groß" gab es vor einem Jahr auch in unserer weiteren Nachbarschaft. In der Köthener Straße, östlich vom Potsdamer Platz, neben den Hansa Studios, köpfte Orhan S. seine "unzüchtige" Ehefrau und rief dabei seinen Gott an.
Der Unterscheid zu London: In Berlin kommt nicht die Polizei, um den Täter unschädlich zu machen. In Berlin startet die Fahndung nach einem Gutachter, der uns von der Idee abhalten soll, unruhig zu werden. So ein Gutachter findet sich hier schnell. Von der Schwere und dem Stil des Täters schloss Orhans Gutachter auf dessen Schuldunfähigkeit. Ein Lock-in an dessen Ende die Ergebung in den Wahnsinn steht: Je brutaler der Angriff, desto geringer also der Anlass, sich aufzurappeln und zu wehren.
Die Leserschaft des Tagesspiegel nahm es beruhigt zur Kenntnis.
Freitag, 17. Mai 2013
Grüße vom Obersalzberg
Angenommen, ein NPD-Funktionär erklärte öffentlich, dass er gedeckten Apfelkuchen mag. Wäre das ein Grund, auf den Genuss von gedecktem Apfelkuchen zu verzichten, um nicht in den Verdacht zu geraten, irgendetwas mit einem NPD-Mann gemeinsam zu haben? Natürlich nicht.
Henryk M. Broder in der WELT
So ist es. Deshalb hatten auch wir keine Gewissensbisse in Berchtesgaden auf den Obersalzberg zu fahren. Man muss die von den Nazis entführten Wahrheiten zurück stehlen. Andernfalls wäre bald mehr tabu, als man ahnt. Nicht nur die Autobahn und Volkes Wagen, der arbeitsfreie 1. Mai. Nicht nur Public Relations, Starkult und etliche Politikerredewendungen ("Sozial ist, was Arbeit schafft.", "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber."), sondern auch der Obersalzberg, womöglich die Alpen an sich.
Leider sind aber auch so schöne Wortkombinationen wie die aus Kraft und Freude tabuisiert. Dabei gibt es diesen Zusammenhang doch. Wir hätten womöglich weniger Burn-out, wenn es mehr Kraft durch Freude im Wortsinn gäbe. Darf man das sagen? Immerhin, "Freude am Fahren" darf man sagen.
Und Kraft braucht es, wenn man durch die Alpen tourt.
Aber geh, ich komm nur von der Fahrbahn ab, wenn ich versuche zu erklären, was ich eigentlich meine.
Großstädter, Berliner vor allem, fühlen sich Leuten vom Lande gern überlegen. Der fehlende Umgang mit Menschengruppen, so die Theorie, verhindert die Sozialisierung des Landmannes. Deshalb müsse man im Umgang mit ihm vorsichtig sein. Und nachsichtig.
Selten so gelacht. Zwar gibt sich der überlegene Großstadtneurotiker gerne "grün", das meint er aber mehr kurativ und anklagend. Oft genug besprochen, ich muss nicht ausholen. Führt unterm Strich dazu, dass man in den Bergen Gott sei Dank nur wenige Grüne findet.
Der Grüne weiß nichts vom heilenden Anblick der Natur und ihrer Erhabenheit, ihrer Freude am Wachstum. Der Blick von oben entrückt ihn nicht. Zu viel Trenker. Und Alpmassiv, Bergsteiger, Nazi ziehen als Begriffskette entlang seines Horizontes. Wäre der Grüne ein Naturfreund, er würde zu allererst seine eigene Natur akzeptieren, die ihm die Kultur eigentlich erst zugänglich macht. Der Grüne sagt: Lebensentwurf, Sozialkonstrukt, Umwelt, Grenze des Wachstums. Der seelisch Gesunde sagt: Liebe, Identität, Natur, Wille zum Leben und Wachsen.
Der Königssee ist umrahmt von Gebirge, nicht mal einen umlaufenden Uferweg gibt es. Man erreicht die Halbinsel Hirschau mit der Kapelle St. Bartholomä nur per Schiff, Fahrtrichtung auf dem Foto von rechts nach links. Übrigens: Elektroantrieb, 4t Batterie! Das Foto vom Königssee ist vom Gipfel des Jenner fotografiert.
Er lehrte uns nicht nur die Schönheit des Frühlings in den Bergen.
Sondern auch, dass der Abstieg schmerzhafter ist, als der Aufstieg. Gut, wir Städter und Angestellten wissen das. Was den Abstieg so schmerzhaft und zehrend macht, ist das permanente Abbremsen der eigenen potenziellen Energie.
Womit wir beinahe wieder in den Niederungen der Politik angekommen wären, aber wir biegen rechtzeitig ab.
Für meinen Geschmack gibt es drei magische Farben: Das Türkis der Cote d' Azur, das Gelb der Forsythien und das helle Grün der Bäume im Frühling. Voila!
Was auch immer wieder beeindruckt: Wie aus einem kleinen Bach bergab ein Strom wird, dem man ab einer bestimmten Strecke nicht mehr widerstehen kann. Und wie gut das Wasser über der Siedlungsgrenze schmeckte. Hier oben trafen wir zig Gleichgesinnte, die nichts sehnlicher wollten, als den Realsatiren der Urbanen zu entkommen.
Freitag, 10. Mai 2013
Ab auf die Couch
Weil es die früheren Klassenverbände (Gewerkschaften, Kirchen, Sportvereine) nicht mehr in dem Maße gibt wie früher, muss jedes Individiuum seine eigene Strategien gegen Überforderung, Überlastung und Ausbeutung finden. Viele landen dann in einer Verweigerungsstrategie ausgelöst durch ihren Körper. Wir nennen das neuerdings Burn Out.Michael Mary, Autor von "Ab auf die Couch - Wie Psychologen immer neue Krankheiten erfinden" in Fragen an den Autor, SR2
Ein paar Beispiele aus dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5), für die man künftig für krank erklärt wird (Burn out allerdings bleibt keine Krankheit, weil sie beruflich bedingt wäre?):
- Nomophobie - Angst, ohne Handy unterwegs zu sein.
- Dysruptive Launenregulationsstörung (erklärt sich selbst)
- Trauerregulationsstörung - Wer länger als zwei Wochen um einen Verstorbenen trauert, gilt als krank
- Pathologisches Glücksspiel (Achtung Uli)
- Die bipolare Störung wird jetzt auch bei Kindern (ab 2 Jahren!) diagnostiziert. Und medikamentös behandelt.
Trotzdem: Ich vermisse mein "Handy Phantombrummen" - die Angst in der Jackentasche einen Anruf zu verpassen.
Donnerstag, 9. Mai 2013
Automarktstatistik 2012 (ADAC)
Der ADAC hat in seiner neuesten Ausgabe der "motorwelt" folgende Marktzahlen für PKW (weltweit) veröffentlicht. Er stützt sich auf Zahlen von Wikipedia und Kraftfahrtbundesamt.
Optische Weltmeister ist der Ford Focus mit 1 Mio Stück. Da es den Focus aber in vier Karosserieformen gibt, die bei anderen Herstellern verschiedene Namen haben, ist eigentlich der VW Golf/Jetta der Sieger. Zusammen kommen sie auf über 1,5 Mio. Interessant: es werden mehr Jettas als Golfe verkauft.
PKW Weltrangliste 2012
1. Ford Focus 1 Mio
2. Toyota Corolla 966 tsd
3. VW Jetta 822 tsd
4. Hyundai Elentra 777 tsd
5. Ford Fiesta 728 tsd
6. VW Golf 726 tsd
7. Toyota Camry 705 tsd
8. VW Polo 704 tsd
Das Handelsblatt veröffentlicht heute die Markenzahlen.
Markenweltrangliste nach Quartalsgewinn Q1 2013
1. Toyota 2,4 Mrd €
2. Volkswagen 1,95 Mrd
3. GM 900 Mio
Beliebteste Autos in Deutschland
1. VW Golf + Jetta 241 tsd (davon 68% gewerblich)
2. VW Passat 89 tsd (90% gew.)
3. VW Polo 77 tsd
4. Mercedes C Klasse 69 tsd
5. Opel Astra 67 tsd
6. BMW 3er 63 tsd
7. Mercedes B Klasse 59 tsd
8. BMW 1er 59 tsd
9. Audi A4 57 tsd (84% gew.)
10. Opel Corsa 55 tsd (72% gew.)
Ich habe nur die höchsten Zahlen rausgeschrieben. Es fällt aber auf, dass Neuwagenkunden zu mehr als der Hälfte gewerblich sind. Die Autonation Deutschland leistet sich kaum noch Neuwagen.
Weltweiter Absatzmarkt
1. China 14 Mio
2. USA 6 Mio
3. Japan 3,5 Mio
4. Deutschland 3,2 Mio
5. Russland 2,7 Mio
6. Brasilien 2,6 Mio
7. Indien 2,5 Mio
8. Frankreich 2,2 Mio
9. Italien 1,9 Mio
10. England 1,9 Mio
11. Iran 1,4 Mio
12. Südkorea 1,2 Mio
Optische Weltmeister ist der Ford Focus mit 1 Mio Stück. Da es den Focus aber in vier Karosserieformen gibt, die bei anderen Herstellern verschiedene Namen haben, ist eigentlich der VW Golf/Jetta der Sieger. Zusammen kommen sie auf über 1,5 Mio. Interessant: es werden mehr Jettas als Golfe verkauft.
PKW Weltrangliste 2012
1. Ford Focus 1 Mio
2. Toyota Corolla 966 tsd
3. VW Jetta 822 tsd
4. Hyundai Elentra 777 tsd
5. Ford Fiesta 728 tsd
6. VW Golf 726 tsd
7. Toyota Camry 705 tsd
8. VW Polo 704 tsd
Das Handelsblatt veröffentlicht heute die Markenzahlen.
Markenweltrangliste nach Quartalsgewinn Q1 2013
1. Toyota 2,4 Mrd €
2. Volkswagen 1,95 Mrd
3. GM 900 Mio
Beliebteste Autos in Deutschland
1. VW Golf + Jetta 241 tsd (davon 68% gewerblich)
2. VW Passat 89 tsd (90% gew.)
3. VW Polo 77 tsd
4. Mercedes C Klasse 69 tsd
5. Opel Astra 67 tsd
6. BMW 3er 63 tsd
7. Mercedes B Klasse 59 tsd
8. BMW 1er 59 tsd
9. Audi A4 57 tsd (84% gew.)
10. Opel Corsa 55 tsd (72% gew.)
Ich habe nur die höchsten Zahlen rausgeschrieben. Es fällt aber auf, dass Neuwagenkunden zu mehr als der Hälfte gewerblich sind. Die Autonation Deutschland leistet sich kaum noch Neuwagen.
Weltweiter Absatzmarkt
1. China 14 Mio
2. USA 6 Mio
3. Japan 3,5 Mio
4. Deutschland 3,2 Mio
5. Russland 2,7 Mio
6. Brasilien 2,6 Mio
7. Indien 2,5 Mio
8. Frankreich 2,2 Mio
9. Italien 1,9 Mio
10. England 1,9 Mio
11. Iran 1,4 Mio
12. Südkorea 1,2 Mio
Abonnieren
Posts (Atom)









































