Samstag, 18. Juli 2009

Jetzt doch: Meine erste Fahrt im Tesla Roadster... Wow!

Yep, ich bin doch noch zu meiner Mitfahrt in dem Objekt der Begierde gekommen. Ich hatte meinen schweizer Blogger Kollegen Markus Pflegerl von wattgehtab.com angesprochen. Er gab mir den Tip, Craig Davis, Sales and Marketing Director bei Tesla Motors, anzusprechen. Habe diesen dann angetwittert und es klappte. Danke für den Tip und Gruß in die Schweiz bei der Gelegenheit :-)



Craig nahm mich mit auf eine Runde um den Block. Das ist leicht untertrieben. Denn was man in diesem Teil erlebt, das hat man vorher noch nicht erlebt. Kaum sind wir eingestiegen, schon rollen wir lautlos vom Sony Center auf die Potsdamer Strasse. Ein Kollege von Craig ruft uns noch zu: Beeilt Euch! Bono ("Daddy's gonna pay for your crashed car") sei für eine Probefahrt im Anmarsch.. Wir biegen an der nächsten Ampel rechts ab. Und dann sagt Craig: "So, and now I accelerate him." Und Mann, geht der ab. Aus dem Stand heraus pumpt uns ein Drehmoment nach vorne, dass ich nur mit meinem ersten Start in einer Düsenmaschine vergleichen kann. Unwiderstehlich zieht der Tesla an der Leine. Und schade, dass wir hier "innerorts" nicht so dürfen, wie wir könnten...



Dann wieder rechts in die Lennestraße Richtung Ministergärten und Brandenburger Tor. Danach wieder warten vor der roten Ampel. Was mir schon nach wenigen Minuten auch auffällt: Man gewöhnt sich sehr schnell daran, dass ein Elektroauto im Stand wirklich ruhig ist. Es sind die anderen Autos mit Leerlaufgeräuschen, die auffallen. Und die mich plötzlich anmuten als Technik aus dem vorigen Jahrhundert.

Doch dann schaltet die Ampel auf Grün und wir biegen auf den 17. Juni ein. Full Acceleration. Maximum Torque! Und ganz schnell sehen wir das Brandenburger Tor nur noch im Rückspiegel.



Angenehm kühler Fahrtwind weht an uns vorbei. Das Regierungsviertel reduziert sich auf eine Rolle als Kulisse für dieses Erlebnis. Ich kann es nicht anders sagen: Dieser Wagen ist geil. Alle intellektuellen Bedenken, ob ein Elektroauto wirklich ein Sportwagen sein kann. Ob man nicht das Motorengeräusch vermisst. Ob es nicht einer brüllenden Maschine bedarf, um ein Roadsterfeeling zu bekommen? Klare Antwort: Nein. Überhaupt darf man an diese Frage nicht intellektuell herangehen...

Wir unterhalten uns darüber und Craig sagt: "Das einzig wirklich Erstaunliche ist doch, dass es die Technik für diesen umweltfreundlichen Spass schon seit Jahren gibt. Es gibt zu viele Skeptiker, die nur statisch denken, die sich Veränderungen nicht vorstellen können." Ich will noch was sagen, doch da biegen wir schon wieder ins Sony Center ein. Ein kleiner Junge in der Warteschlange fürs Legoland sieht uns und ruft: "Geiler Wagen!". Mein Adrenalin ist auf Euphorieniveau. Ich bin infiziert. Ich sage: "Eines Tages will ich so einen haben."

Mittwoch, 15. Juli 2009

Mitfahrt im Tesla Roadster kostet 50 EURO

California Dreaming: Der Tesla Roadster



RWE hat heute morgen im Sony-Center am Potsdamer Platz in Berlin seine Roadshow "e-mobility" gestartet. „Wir wollen, dass die Elektro-Mobilität in der Mitte der Gesellschaft ankommt“, sagte Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorstand der RWE AG auf einer Pressekonferenz im extra eingerichteten Messestand. Partner des Projekts sind der Automobilclub ADAC, der Autovermieter Sixt, Siemens als Ausrüster und Betreiber der Ladestationen und Deutschlands grösster Parkraumanbieter APCOA.

„Es geht nicht allein darum, Benzin durch Strom zu ersetzen. Es geht drum, die erneuerbaren Energien auf die Straße zu bringen“, beschreibt Rolf Martin Schmitz die Vision der Elektro-Mobilität. "Jede neue Windenergieanlage und jede neue Solarenergieanlage verbessern die Klimabilanz des Elektro-Autos, da sie sauberen Strom ins Netz einspeisen. Schon heute – mit dem aktuellen Strommix in Deutschland – fahren Elektro-Autos klimaschonender als jeder Benziner."

Das stimmt - anders als noch vor 15 Jahren beim Großversuch auf Rügen. Und mit dem Brandenburger Windstrom, der aber ins Eon-Netz einspeist, könnte man 200.000 Elektroautos durch Berlin fahren lassen.

RWE geht davon aus, dass schon 2020 auf Deutschlands Strassen bis zu 2,5 Millionen Elektro-Autos fahren werden. Das halte ich für vorsichtig geschätzt. In Berlin hat RWE bereits 56 Ladepunkte für Elektro-Autos aufgestellt, bis Mitte 2010 sollen es 500 sein.

Sixt bietet im Sony-Center bis Sonntag Mitfahrten gegen "Spende an die RWE Stiftung" an: Einen eRUF, einen eRUF Greenster und einen Tesla Roadster. Schade, dass die Mitfahrt (selbst fahren ist nicht drin) im Tesla satte 50 EURO kosten soll.



"Ich bin sicher, in naher Zukunft schon werden die heute noch ungewohnten Ladepunkte im Straßenbild ein Markenzeichen der umweltgerechten Metropole Berlins sein," sagte Maria Krautzberger, Staatssekretärin für Verkehr und Stadtentwicklung bei der Pressekonferenz. Was interessant ist. Denn voriges Jahr behauptete noch Dr. Annette Rauterberg-Wulff aus der Senatsverwaltung Umwelt von Frau Lompscher, Elektroautos seien weit davon entfernt, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.



Das Objekt der Begierde, der Tesla Roadster aus Kalifornien, zog viele Hobbyfotografen an:



Der bislang einzige rein elektrisch angetriebene Porsche kommt von Meister Ruf:



Die weiteren Termine der Roadshow:
Berlin 16.07.-19.07. Sony Center Potsdamer Platz
Essen 31.07.-08.08. Willy-Brandt-Platz (gegenüber Hauptbahnhof)
Düsseldorf 15.08.-19.08. Tonhallen-Ufer (Oberkasseler Brücke)
Hamburg 28.08.-02.09. Deichtorhallen, Deichtorstraße 1
Frankfurt/Main 15.09.-27.09. IAA Messe Frankfurt Agora Fläche Ludwig-Erhard-Anlage 1
München 09.10.-14.10. Details folgen
Mainz 23.10.-28.10. Adenauer-Ufer (Ecke Stresemann-Ufer)

Dienstag, 14. Juli 2009

Mehr als heiße Luft: Das Projekt DESERTEC

Das Wüstenstromprojekt DESERTEC muss nicht verkehrt sein, nur weil es von Konzernmanagern organisiert wird ;-)


Foto: DESERTEC

Schaut man auf eine Weltkarte, ist es so nahe liegend: Die Hitze und Unbewohntheit der Sahara für die Erzeugung von Strom zu nutzen:


Grafik: DESERTEC

Und zwar nicht nur Strom für Europa, sondern vor allem für Afrika selbst. Wer die Informationen der DESERTEC Stiftung etwas genauer liest, versteht den Zweck des Ganzen: Es ist eigentlich egal, WER CO2-freien Strom verbraucht, denn in der Atmosphäre spielen nationale Grenzen keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass für diese Menge Strom eben kein CO2 erzeugt wird.

DESERTEC soll zuerst den afrikanischen Kontinent mit Strom versorgen. Es soll Meerwasser entsalzen. Nur ein Teil des erzeugten Stromes soll über mehrere Routen nach Europa transportiert werden.

Es ist wie mit den Elektroautos: Die Technik dafür ist schon lange ausgereift. Projekte dieser Art haben schon viele erfunden und gefordert. Aber erst, wenn die grauen Herren aus Deutschlands Konzernvorstandsetagen etwas verstanden haben und wollen, bewegt sich etwas. Darüber können locker 15 Jahre vergehen. So alt ist die Idee von DESERTEC nämlich. "Damals" war ein gewisser Professor Povh aus Erlangen der FACTS-Papst (FACTS=Flexible AC Transmission).

Auch an der Universität Dortmund rechneten Prof. Edmund Handschin, sein Nachfolger Christian Rehtanz sowie Dirk Westermann u.v.a. aus, wie man mit Hilfe von Leistungselektronik wirtschaftlich Lastflüsse über große Entfernungen bewerkstelligen kann. Gut, damals hatte man mit dem Projekt "Global Link" weniger die Sahara im Visier, als vielmehr die Wasserkraftreserven Sibiriens. Aber dann privatisierte Russland seine Gaswirtschaft, es kam der 11. September usw. Die politischen Randbedingungen verschoben sich.

Übrigens sollen in der Sahara keine Solarzellen installiert werden. Sondern Solarthermische Kraftwerke(Concentrating Solar Thermal Power Plants, CSP). Diese fokussieren Sonnenlicht in Gefäße, in denen Flüssigkeiten erhitzt werden so dass der klassische thermische Kraftwerksprozess zum Tragen kommt. Im Unterschied zu Solarzellen können diese Kraftwerke auch nachts noch Strom erzeugen, wegen der Wärmespeicherfähigkeit von Wasser.

Kurzum: Das Projekt hat Hand und Fuß und ist sinnvoll. Erstaunlich finde ich nur, wie plötzlich einige Bluechips mit diesem Projekt um die Ecke kommen. Wenn sogar die Münchner Rückversicherng hier mitmacht, muss etwas dran sein. Denn die haben ein Interesse daran, klimabedingte Versicherungsfälle im Zaum zu halten. David Schraven postete hierzu, die Münchner hätten auch einen milliardenschweren Investmentfonds im Angebot, den es jetzt zu pushen gelte. Mag sein, aber deshalb wird daraus kein schlechtes Projekt.

Links:
DESERTEC Stiftung
FACTS
Prof. Christian Rehtanz, TU Dortmund
David Schraven (Ruhrbarone)

Donnerstag, 9. Juli 2009

Manager, die wir gerne hätten...

Phil McKinney hat ja inzwischen bei HP angeheuert. Er hat sich dort zu David Cochran durchgefragt für ein Interview in seinem Podcast (übrigens, genau DAS war damals auch meine Idee beim Fraunhofer HHI: Die Erfinder vors Mikro holen, hat aber nur mit Einem geklappt. Dafür gleich zwei mal;-). David Cochran ist der Erfinder des ersten Taschenrechner.

"David, erzähl: Wie lief das damals bei Euch? Wer gab den Impuls, einen Taschenrechner zu entwickeln?" - Und David erzählt. Von den Gründern Packard, der hauptsächlich Lobbyarbeit im Regierungsviertel betrieb, und Hewlett, dem Technikfreak.

Hewlett managte die Entwicklung ohne Budgets! Unvorstellbar heutzutage. Wozu? - erklärt David. Wir waren eh da. Und das Labor war auch eh da. Und Hewlett ließ uns machen. Wenn wir eine Entwicklungsspur verfolgten, die ihm sinnvoll erschien, feuerte er uns an.

Nette Geschichte aus der Vorentwicklung. Eines Tages forderte Hewlett von David und seinen Entwicklern: "Baut mir in sechs Monaten einen Rechner, der auf meinen Schreibtisch passt." Nach sechs Monaten passte der Rechner nicht ganz auf den Tisch. Was machten die Kreativen? Sie bauten eine Kopie des Chef Schreibtisches, in einer halben Nummer größer. Da passte der Rechner dann drauf!
Der Boss merkte, was ablief. Aber er fand die Idee so gut, dass er mitspielte - und akzeptierte ;-)

Der Witz bei der Erfindung des Taschenrechners war: Die Marktforschung sah keinen Markt. Aber die Entwickler. Sie brauchten so ein Ding zumindest für ihre eigene Arbeit. Also bauten sie sich eins. Und legten den Grundstein für eine echte Killerinnovation.

Sonntag, 5. Juli 2009

Sei kreativ. Sei Berlin ;-)

Hier noch ein paar Fotos:

Ging voll mit: Das Publikum im Radialsystem V



Jim Rakete sagt: "Der Künstler muss auf leisen Sohlen voran gehen."


Noch ein Fotos vom Podium: "Wo ist denn Ihr Fotomodell?"





Mit Frank-Walter Steinmeier:



Geschafft: Sonnenuntergang überm Roten Rathaus:

Noch mehr Fotos...

Hier noch ein paar Fotos:

Ging voll mit: Das Publikum im Radialsystem V



Jim Rakete sagt: "Der Kreative muss auf leisen Sohlen voran gehen."


Noch ein Fotos vom Podium: "Wo ist denn Ihr Fotomodell?"




Mit Frank-Walter Steinmeier:



Geschafft: Sonnenuntergang überm Roten Rathaus:

Samstag, 4. Juli 2009

Sei kreativ. Sei Berlin ;-)

Klaus Wowereit hatte im Mai einen bundesweiten Kreativwettbewerb zum Thema "Heimat Metropole" ausgerufen (Link zu YouTube). Wer Lust hatte, konnte Werke einreichen, die sein Gefühl für seine Heimatmetropole ausdrücken. Als Schirmherr und Chef der Jury wurde Jim Rakete engagiert, bekannt als Künstler, zu dessen Fotos Bands wie Spliff, Nena oder auch Jimi Hendrix tolle Soundtracks geschrieben haben ;-)

Für Mimi und mich war das die Aufforderung, ein eigenes Statement abzugeben:

Mimi's Heim

"Wir Arbeiterkinder aus dem Ruhrgebiet sind im Regierungsviertel ankommen."

Am Mittwoch bekam ich die Nachricht, dass ich unter den Preisträgern sein würde. Ob ich Zeit hätte, am Freitag zum Kongress zu kommen, auf dem die Preisverleihung stattfinden solle. Na und ob ich Zeit haben würde. Und mein Fotomodell auch :-) Wir also gestern Abend ins alte Pumpwerk an der Spree Radialsystem V gefahren. Als Ehrengäste empfangen. Auf den Moment wartend, wo Wowereit und Rakete von ihrem Kreativtalk zur Preisverleihung überleiten würden. ... Das ist spannend, wenn dann zuerst der Dritte Preis vergeben wird. Hier werde ich nicht genannt, also: 2. oder gar 1. Unsere Sitznachbarin und ich sind noch im Rennen. Und dann verkündet die Moderatorin den zweiten Preis: für unsere Nachbarin. Yes! Sie geht zur Bühne und erläutert ihr Bild: Ich kriege das gar nicht so richtig mit. Ein Vogel sitzt auf der Skulptur von Marx und Engels vor dem Roten Rathaus. Mimi und ich sind nur noch aufgeregt. Ein schöner Moment!

Und dann darf ich. Jim Rakete die Hand schütteln. Und mein Foto erklären :-) Ob ich denn auch einen kreativen Beruf habe, fragt die Moderatorin. Ja, sage ich. Ich arbeite aber nicht mit Künstlern, sondern mit Erfindern und Softwaredesignern an Hybrid-und Elektroantrieben in Nordcharlottenburg. Applaus im Saal. Das Stichwort kommt gut. Und Kreativität ist etwas, was jeder lernen kann. Aber man muss sich jeden Tag hinsetzen und was tun.



Es war ein echt toller Abend. Jim Rakete hat mich beeindruckt. Ein Rocker, der auf dem Podium sehr deutlich seine Meinung sagt. Und im direkten Kontakt so völlig höflich und freundlich ist.

Es gibt noch mehr zu berichten... Gleich, nach der Werbung :-)

Hey, Kreativwettbewerb!

Klaus Wowereit hatte im Mai einen bundesweiten Kreativwettbewerb zum Thema "Heimat Metropole" ausgerufen (Link zu YouTube). Wer Lust hatte, konnte Werke einreichen, die sein Gefühl für seine Heimatmetropole ausdrücken. Als Schirmherr und Chef der Jury wurde Jim Rakete engagiert, bekannt als Künstler, zu dessen Fotos Bands wie Spliff, Nena oder auch Jimi Hendrix tolle Soundtracks geschrieben haben ;-)

Für Mimi und mich war das die Aufforderung, ein eigenes Statement abzugeben:

Mimi's Heim

"Wir Arbeiterkinder aus dem Ruhrgebiet sind im Regierungsviertel ankommen."

Am Mittwoch bekam ich die Nachricht, dass ich unter den Preisträgern sein würde. Ob ich Zeit hätte, am Freitag zum Kongress zu kommen, auf dem die Preisverleihung stattfinden solle. Na und ob ich Zeit haben würde. Und mein Fotomodell auch :-) Wir also gestern Abend ins alte Pumpwerk an der Spree Radialsystem V gefahren. Als Ehrengäste empfangen. Auf den Moment wartend, wo Wowereit und Rakete von ihrem Kreativtalk zur Preisverleihung überleiten würden. ... Das ist spannend, wenn dann zuerst der Dritte Preis vergeben wird. Hier werde ich nicht genannt, also: 2. oder gar 1. Unsere Sitznachbarin und ich sind noch im Rennen. Und dann verkündet die Moderatorin den zweiten Preis: für unsere Nachbarin. Yes! Sie geht zur Bühne und erläutert ihr Bild: Ich kriege das gar nicht so richtig mit. Ein Vogel sitzt auf der Skulptur von Marx und Engels vor dem Roten Rathaus. Mimi und ich sind nur noch aufgeregt. Ein schöner Moment!

Und dann darf ich. Jim Rakete die Hand schütteln. Und mein Foto erklären :-) Ob ich denn auch einen kreativen Beruf habe, fragt die Moderatorin. Ja, sage ich. Ich arbeite aber nicht mit Künstlern, sondern mit Erfindern und Softwaredesignern an Hybrid-und Elektroantrieben in Nordcharlottenburg. Applaus im Saal. Das Stichwort kommt gut. Und Kreativität ist etwas, was jeder lernen kann. Aber man muss sich jeden Tag hinsetzen und was tun.



Es war ein echt toller Abend. Jim Rakete hat mich beeindruckt. Ein Rocker, der auf dem Podium sehr deutlich seine Meinung sagt. Und im direkten Kontakt so völlig höflich und freundlich ist.

Es gibt noch mehr zu berichten... Gleich, nach der Werbung :-)

Freitag, 3. Juli 2009

Manager, die wir gerne hätten...

Phil McKinney hat ja inzwischen bei HP angeheuert. Er hat sich dort zu David Cochran durchgefragt für ein Interview in seinem Podcast (übrigens, genau DAS war damals auch meine Idee beim Fraunhofer HHI: Die Erfinder vors Mikro holen, hat aber nur mit Einem geklappt. Dafür gleich zwei mal;-). David Cochran ist der Erfinder des ersten Taschenrechner.

"David, erzähl: Wie lief das damals bei Euch? Wer gab den Impuls, einen Taschenrechner zu entwickeln?" - Und David erzählt. Von den Gründern Packard, der hauptsächlich Lobbyarbeit im Regierungsviertel betrieb, und Hewlett, dem Technikfreak.

Hewlett managte die Entwicklung ohne Budgets! Unvorstellbar heutzutage. Wozu? - erklärt David. Wir waren eh da. Und das Labor war auch eh da. Und Hewlett ließ uns machen. Wenn wir eine Entwicklungsspur verfolgten, die ihm sinnvoll erschien, feuerte er uns an.

Nette Geschichte aus der Vorentwicklung. Eines Tages forderte Hewlett von David und seinen Entwicklern: "Baut mir in sechs Monaten einen Rechner, der auf meinen Schreibtisch passt." Nach sechs Monaten passte der Rechner nicht ganz auf den Tisch. Was machten die Kreativen? Sie bauten eine Kopie des Chef Schreibtisches, in einer halben Nummer größer. Da passte der Rechner dann drauf!
Der Boss merkte, was ablief. Aber er fand die Idee so gut, dass er mitspielte - und akzeptierte ;-)

Der Witz bei der Erfindung des Taschenrechners war: Die Marktforschung sah keinen Markt. Aber die Entwickler. Sie brauchten so ein Ding zumindest für ihre eigene Arbeit. Also bauten sie sich eins. Und legten den Grundstein für eine echte Killerinnovation.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Tesla Roadster geht auf Deutschland Tour

Der Blog Basicthinking meldet, dass RWE und Sixt eine Tesla Roadshow planen. Für 10 EUR soll man das Teil mal Probefahren können.

Hier die Termine:

Berlin, Sony Center: 15. bis 19. Juli
Ruhrgebiet: 30. Juli bis 8. August
Düsseldorf: 14. bis 19. August
Hamburg: 27. August bis 2. September
Frankfurt/Main: 10. bis 27. September
Stuttgart: 8. bis 14. Oktober
Mainz: 22. bis 28. Oktober
München: 5. bis 11. November

Zensursulas in Unternehmen

Werbung im Web 2.0 ist ein Dialog unter gleichen.
Andreas Neus, Strategieberater bei IBM

Mein Ex-Kollege bringt damit sehr gut auf den Punkt, warum viele Traditionsunternehmen -und ihre Tochterunternehmen- so einen großen Bogen um das Mitmachinternet machen: "Unter gleichen" geht gar nicht. Nur Hierarchie geht. Und Kontrolle.

Es gibt keine effektivere Kommunikation, keine effektivere Zusammenarbeit als die über Wikis, Tags, Kommentare, Fotos und Videos. Allein, man muss eine Idee haben, wie man die neuen Werkzeuge so einsetzt, dass sie die bisherigen Lücken schließen.

Was ich stattdessen immer wieder erlebe ist: Webfilter für immer mehr Kategorien, ungepflegte Webseiten mit Monate alten "News" und ein Intranet, dass der Selbstdarstellung, Verschleierung und der Beschäftigung mit dem Unwichtigen dient. Die Gründe dafür sind Angst vor Kontrollverlust über die Hierarchie und fehlende Business Creativity.

Montag, 29. Juni 2009

"Wir Geisterfahrer"

Interessantes Interview mit Utz Classen in der WELT anlässlich der Herausgabe seines neuen Buches "Wir Geisterfahrer". Wen er damit meint?

Claassen: Wir sind im Vergleich zu anderen Ländern in besonderer Weise eine machtorientierte Gesellschaft. Wir haben Angst, in diesem Spiel der Machtverhältnisse durch falsch verstandenen Widerspruch an Einfluss zu verlieren. Zudem haben wir aufgrund unserer Geschichte eine relativ schwache Ausprägung einer mündigen Bürgergesellschaft. Wer kennt nicht bei uns Mitläufertum, vorauseilenden Gehorsam und Obrigkeitshörigkeit?

WELT ONLINE: Wenn viele Spitzenmanager so schlecht sind wie Sie sagen, warum schlagen sich viele deutsche Industrieunternehmen dann eigentlich noch so gut?

Claassen: Weil die deutschen Belegschaften in der Breite sehr gut qualifiziert sind. Dass deutsche Autobauer über Jahrzehnte so erfolgreich waren, liegt neben technischen Ausnahmetalenten wie Ferdinand Piech, an den guten Ingenieuren und Facharbeitern. Sie haben Deutschland stark gemacht. Das duale Ausbildungssystem ist die größte Stärke des Landes überhaupt. All das kommt in der Industrie stärker zum Tragen als in den Banken. In der Top-Elite allerdings sind uns die Engländer und Amerikaner oft überlegen, da verfügen sie über eine breitere Schicht an exzellenten Leuten.


An anderer Stelle analysiert er:
WELT ONLINE: Aber sind nicht fehlende moralische Werte das Hauptproblem? Sie schreiben in Ihrem Buch: Je höher Chefs in der Hierarchie eines Unternehmens rücken desto stärker achten sie darauf, ihr Mittagessen nicht selber zahlen zu müssen.


Anm.: Davon habe ich auch gehört.

Claassen: Geld gewinnt anscheinend ausgerechnet für diejenigen immer mehr an Bedeutung, die es am wenigsten brauchen, weil sie schon so viel davon haben.


Zum WELT-Interview: Link

Und noch ein Interviewvideo bei amazon.de: Link

Sonntag, 28. Juni 2009

Manager, die wir gerne hätten...

Die deutsche Wirtschaftspresse (FTD, FAZ) stichelt gegen den Apple Gründer Steve Jobs genauso gerne wie gegen US-Präsident Obama. Sie übertreibt dann gerne die herausragenden kreativen und rhetorischen Fähigkeiten ins Lächerliche, um die gesamte Person in Frage zu stellen.

Dass Kunden und Wähler auf passionierte und begabte Führungspersönlichkeiten abfahren, wird gerne als irrational diffamiert. Analysten sehen sogar einen Nachteil in herausrragenden Unternehmerpersönlichkeiten, denn schließlich sind deren Unternehmen dann ja besonders abhängig von ihnen. Wer kommt danach? Einen formalisierten „Prozess zur Sicherstellung herausragender Führungsqualität“, den noch der am einfachsten strukturierte Analyst nachvollziehen könnte, gibt es nicht.

Die Wirtschaftsredakteure werten Jobs und Obama aus zwei Gründen ab: Sie müssen bei ihren Lesern den Neid all derer bedienen, die nicht so sind wie diese beiden. Und sie wollen Einfluss auf die Wahrnehmung durch Kunden und Angestellte nehmen. In Managersprache: "Erwartungsmanagement" betreiben (viele Manager sagten mir, meine wichtigste Rolle als Projektleiter sei es, die Erwartungen des Kunden nach unten zu managen).

Diese Wirtschaftsredakteure also nehmen sich vor, „übertriebene“ Erwartungen deutscher Kunden und Angestellten an deren eigene Topmanager nach unten zu managen.

Jeder Angestelle, der an der Führungsqualität seines eigenen Vorgesetzten leidet, träumt von einem Manager a la Jobs. Oder Phil McKinney. Managern, die sich mit ihren Produkten und Unternehmen –zumindest nach außen hin- identifizieren. Die Passion für das zeigen, was ihre Mitarbeiter entwickeln und ihre Kunden kaufen.

Davon gibt es nicht so viele. Mittlere Manager achten normalerweise früh darauf, dass sich solche Abweichler nicht etablieren, um womöglich neue Maßstäbe zu setzen und die Mitarbeiter mit Feuer und Flamme zu entfachen. Mehr vom gleichen heißt die Philosophie solcher Manager. In Bezug auf ihre Mitarbeiter und auf ihre Produktideen.
Deshalb bezeichnet man das mittlere Management in den meisten Unternehmen ja auch als Lähmschicht.

Der gesamte Schmeichelzirkus, den Berater und Medien für die auf ihren Business Class Flug wartenden Leser veranstalten, transportiert vor allem die Botschaft, dass es ein enormes Risiko sei, einen Jobs an der Spitze seines Unternehmens zu haben. Denn so ein Typ ist unersetzlich und unentbehrlich. Ganz anders als die Lähmschicht.

Montag, 22. Juni 2009

Am Freitag war großer "Verfallstag". FTD und FAZ berichteten die ganze Woche darüber, wie dramatisch dieser Tag für Porsche und die VW-Aktie werden würde. Man wusste zwar nichts genaues, aber die VW-Aktie könne durchaus auf 50 EUR (ihren "fairen") Wert sinken. Und was passierte am Freitag? - Gar nichts.

Heute schreibt ein Schlaumeier in der FAZ, dass dies "nicht überraschen kann".

Mit den Analysten ist es so gesehen wie mit den linken Chaoten aus Friedrichshain-Kreuzberg
Mangels eigener Qualitäten lenkt niemand das Rampenlicht auf sie. Deshalb benutzen sie das Rampenlicht anderer. In der Hoffnung, dass der Leser von der Größe ihrer Opfer oder Gegner auf ihre eigene Größe schließt. Doch schaut man genauer hin, ist da gar nichts. Ärzte nennen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Staatsanwälte nennen es Stalking. Die Patienten aus dem Friedrichshain zieht es nach Tempelhof. Die Stalker aus Frankfurt und Hamburg zieht es nach Zuffenhausen.

Am Freitag hat sich die deutsche Wirtschafts- und Finanzpresse jedenfalls gründlich blamiert. Verfallen ist lediglich ihr Ansehen.

Samstag, 20. Juni 2009

LKA Chef sinniert über die Beweggründe der Autobrandtsifter

In Berlin toben zur Zeit sogenannte "Actionweeks". Frustrierte Mittelklassekinderchen spielen nachts Revolutionäre und zünden Autos an. Die vom Personalabbau gebeutelte Berliner Polizei hat Mühe, dieser Anschlagsserie Herr zu werden. Das liegt am Personalmangel. Aber auch daran, dass Innensenator Körting (SPD), Polizeipräsident Glietsch und jetzt auch noch LKA - Präsident Haeberer ihre Rolle eher als Kindergärtner interpretieren. Sie fordern vor allem Verständnis für das "gesellschaftliche Anliegen" dieser hormonell übersteuerten Irren.

in einem Interview mit der Berliner Morgenpost äußert LKA Chef Haeberle nun sogar Zweifel an, dass man diesen Terror als "politisch motiviert" einstufen sollte (Link).

Zitat:
Haeberer: Nur etwa 20 bis 40 Prozent der Taten folgen Selbstbezichtigungsschreiben, die restlichen werden politisch nicht vereinnahmt. Das sagt doch eine Menge aus und lässt zumindest die Vermutung zu, dass es in vielen Fällen nicht politisch motivierter Vandalismus ist. Es brennen auch Mittelklassewagen, die von Familien genutzt werden. Die linksextreme Szene diskutiert den Einsatz von Gewalt, will aber angeblich Unbeteiligte nicht treffen. Wo ist der poltisch-revolutionäre Ansatz, wenn ein Kombi brennt?


Wen interessieren solche "Bekennerschreiben"? Ich lasse mir eine so genannte "gesellschaftliche" Diskussion nicht von Extremisten aufzwingen, die wie Faschisten brandstiftend durch die Straßen ziehen. Ich nehme deren "Erklärungen" schlicht nicht zur Kenntnis. Das einzige was mich an denen interessiert ist, dass ich mich darauf verlassen kann, sie bald hinter Gittern zu sehen. Herr Haeberer scheint auch noch nicht ganz in diesem Jahrhundert angekommen zu sein, wenn er sein 70er Jahre Beuteschema zum Maßstab macht, nachdem jedem Anschlag ein schreibmaschinengetipptes Bekennerschreiben in hochtrabendem Ideologendeutsch beizulegen wäre.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Phil McKinney: "Kreativität ist ein Skill, den jeder hat."

Jeder kann kreativ sein, muss es aber trainieren. So Phil McKinney, Chefinnovator bei HP, in einem FORBES Interivew.

Er sagt: Es fängt damit an, die richtigen Fragen zu stellen. Die Qualität der Ideen hängt von der Qualität der Fragen ab. "Gehet hin und überlegt Euch neue Produkte" geht nicht. Ist eh nie so ernst gemeint. Wir kennen das: Kaufleute schauen auf Techniker herab. Techniker schauen auf Designer herab.

Also hat McKinney eine Sammlung von "richtigen", oder wie er sie nennt: Killerfragen, aufgeschrieben. Er behandelt diese Fragen seit drei Jahren in seinem Podcast und Blog. Ich bin seit Februar 2006 dabei :-)

Machen wir die Probe aufs Exempel:

Frage #1: Auf welchen Annahmen betreiben wir unser heutiges Fahrzeuggeschäft?
Genauer gesagt: "betrieben wir"?

Antwort #1:
1. Auf der Annahme, dass die meisten Leute beim Kauf ihres Autos keinen Wert auf Design, aber viel Wert auf elektronische Features legen (schließlich fließen die meisten FuE Aufwendungen in die Fahrzeugelektronik).
2. Auf der Annahme, dass Kunden für ihr Auto ein Budget zur Verfügung haben, das bis zur Hälfte des Budgets für eine Immobilie betragen kann.

So, und was passiert, wenn das Gegenteil dieser Annahmen wahr ist?

1. Wir müssten die Budgets für Elektronikentwicklung kürzen und jene fürs Design erhöhen.
2. Wenn die Kunden weniger Budget haben, und nicht mehr nur subventionierte Dienstwagen das Neuwagengeschäft ausmachen sollen, müssen die Entwicklungsausgaben insgesamt gekürzt werden. Das kann zu einer Reduktion von Varianten führen oder zu einer Reduktion der Ausstattung. Damit sinkt das Budget für die Elektronikentwicklung aber noch stärker.



Sources: www.killerinnovations.com

Phil McKinney: "Kreativität ist ein Skill, den jeder hat."

Jeder kann kreativ sein, muss es aber trainieren. So Phil McKinney, Chefinnovator bei HP, in einem FORBES Interivew.

Er sagt: Es fängt damit an, die richtigen Fragen zu stellen. Die Qualität der Ideen hängt von der Qualität der Fragen ab. "Gehet hin und überlegt Euch neue Produkte" geht nicht. Ist eh nie so ernst gemeint. Wir kennen das: Kaufleute schauen auf Techniker herab. Techniker schauen auf Designer herab.

Also hat McKinney eine Sammlung von "richtigen", oder wie er sie nennt: Killerfragen, aufgeschrieben. Er behandelt diese Fragen seit drei Jahren in seinem Podcast und Blog. Ich bin seit Februar 2006 dabei :-)

Machen wir die Probe aufs Exempel:

Frage #1: Auf welchen Annahmen betreiben wir unser heutiges Fahrzeuggeschäft?
Genauer gesagt: "betrieben wir"?

Antwort #1:
1. Auf der Annahme, dass die meisten Leute beim Kauf ihres Autos keinen Wert auf Design, aber viel Wert auf elektronische Features legen (schließlich fließen die meisten FuE Aufwendungen in die Fahrzeugelektronik).
2. Auf der Annahme, dass Kunden für ihr Auto ein Budget zur Verfügung haben, das bis zur Hälfte des Budgets für eine Immobilie betragen kann.

So, und was passiert, wenn das Gegenteil dieser Annahmen wahr ist?

1. Wir müssten die Budgets für Elektronikentwicklung kürzen und jene fürs Design erhöhen.
2. Wenn die Kunden weniger Budget haben, und nicht mehr nur subventionierte Dienstwagen das Neuwagengeschäft ausmachen sollen, müssen die Entwicklungsausgaben insgesamt gekürzt werden. Das kann zu einer Reduktion von Varianten führen oder zu einer Reduktion der Ausstattung. Damit sinkt das Budget für die Elektronikentwicklung aber noch stärker.



Sources: www.killerinnovations.com

BMW Mitarbeiter bevorzugen Fremdfabrikate

Eine Ursache für die Krise bei BMW scheint die Beliebtheit mancher Fremdfabrikate bei den Mitarbeitern zu sein. So jedenfalls muss man eine Postkartenaktion auf den Werksparkplätzen werten, über die die Süddeutsche berichtet. Tenor: "Lieber Kollege, wenn Du schon gerne bei uns arbeitest, warum kaufst Du nicht unser Produkt?"

Vertrieb, Personalabteilung und Betriebsrat zeigen hier vereint, dass sie die Produktstrategie ihres Unternehmens nicht verstanden haben: BMW baut emotionale Autos. Design und Motorisierung sind die Motive von BMW-Käufern. Aber arbeitet bei BMW nur die eigene Zielgruppe? Oder bei sonst einem deutschen Konzern?

Klare Antwort: Nein. Bestes Beispiel war Hartmuth Mehdorn, der erklärtermaßen lieber in ein Flugzeug stieg als in seinen ICE. Auch andere Manager dieses Konzerns, die z.B. für den Service verantwortlich sind, fahren offensichtlich nie Zug.

Es kann natürlich auch sein, dass die Beliebtheit fremder Marken im Hause BMW ein solches Ausmaß angenommen hat, dass man nun mit einer Kampagne gegensteuern muss. Wenn das so wäre, würde der Vertrieb aber auch einen Fehler begehen. Dann stellte sich nämlich die Frage nach dem WARUM und der eigenen Produktstrategie.

Dienstag, 16. Juni 2009

Megaanmeldungen

Großunternehmen gehen dazu über, in ihren Patentanmeldungen besonders viele Ansprüche zu formulieren. Anmeldeschriften mit mehr als 100 DIN A 4 Seiten sind keine Seltenheit mehr.

Das Kalkül dieser Anmelder: Zeitgewinn durch lange Prüfzeiten. Da bereits die Anmeldung eines Patentes dem Anmelder gewisse Rechte verleiht, hat der Zustand der Unsicherheit über die Erteilungschancen mehr Wert, als ein negativer Prüfbericht oder die Ablehnung. Für Wettbewerber kann dies Anlass genug sein, andere Entwicklungspfade einzuschlagen. Und das bezweckt dieser Anmelder.

Sonntag, 14. Juni 2009

Peugeot feiert Gesamtsieg in Le Mans

"Never change a winning system" könnte man im Nachhinein dem Audi Rennteam raten. Denn Peugeot hat heute einen Doppelsieg in Le Mans errungen. Im Gegensatz zu Audi ging Peugeot mit den in den vergangenen Jahren eprobten Wagen an den Start. Diesmal sollte es klappen. Audi kam mit von 12 auf 10 Zylinder "down-gesizten" neuen Dieseln und wurde mit dem neuen R15 immerhin Dritter.


Photo: Peugeot

Trotzdem geht für Audi ein äußerst erfolgreiches Le Mans Jahrzehnt zu Ende. Sage und schreibe achtmal hieß es am Ende: "Vorsprung durch Technik". Genauer: durch Dieseltechnik. Audi hat den Diesel rennfähig gemacht und geht damit in die Geschichte des Rennsport ein. Kann auch sein, dass die Ära der puren Antriebe bald zu Ende geht. Angeblich arbeiten einige Konstrukteure hinter den Kulissen schon an Hybridprototypen für den Renneinsatz. Es wäre die logische Weiterentwicklung der Taktik, mit der Audi so erfolgreich war. Der verbrauchsarme Diesel reduziert ganz einfach die Anzahl der nötigen Tankstopps.

Ein Hybridantrieb ermöglicht es, beim Bremsen die Batterie eines Elektroantriebes zu laden und die gespeicherte Energie beim nächsten Beschleunigen als Drehmoment abzurufen. Der Verbrennungsmotor kann dann entsprechend etwas schwächer ausgelegt werden und verbraucht weniger Kraftstoff.

Auch der andere deutsche Kontrukteur, Porsche, fährt mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause. Porsche gewann mit dem Spyder im LMP2 Classement (das ist die etwas leistungsschwächere Prototypenklasse). Auch den von Michelin gestifteten "Green Challenge" für das beste Verhältnis aus Rundenzahl und Kraftstoffverbrauch gewann der Porsche RS Spyder. Und das dürfte etwas Balsam auf die geschundene Seele sein... Doch im seriennahen LMGT2 Classement fielen die 911 GTS leider reihenweise aus. Sinnigerweise ging einer der 911er mit Benzinleitungsproblemen aus und sprang nicht mehr an...

So oder so. Das Peugeot-Team freute sich verdient und herzlich. In Frankreich wird heute gefeiert.

Freitag, 12. Juni 2009

Morgen gehts los!

Die Zeit zwischen zwei Rennen nennt man warten.
Steve McQueen in "Le Mans".

Morgen ist das Warten vorbei. Früher waren Porsche (Chefkonstrukteur: Ferdinand Piech) und Ferrari die Rivalen der Rennbahn. Heute sind es die Dieselspezialisten Audi und Peugeot.


Szene aus "Le Mans"

Mittwoch, 10. Juni 2009

Mit GM werden hoffentlich auch die schlechten Manieren abgewrackt

GM ist gescheitert. Seine Kultur im Umgang mit Zulieferern und Kunden können wir als überholt ansehen. Prof. Hans-Erich Müller von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht hat für die Hans-Böckler-Stiftung die Lieferantenbeziehungen von GM untersucht. Und deren Beitrag zum Misserfolg des Unternehmens.

GM kaufte zum einen andere Fahrzeughersteller und deren Marken auf. Dann vereinheitlichte es die Fahrzeugtechnologien "unter der Haube" über die Marken hinweg. Und beraubte die einst wertvollen Marken ihrer Identitäten und damit ihres Wertes. Außerdem sourcte GM eine Produktion aus und bündelte seine Entwicklung (z.B. bei OPEL in Rüsselsheim).

GM gliederte seine früher eigene Fertigung nicht nur aus. Es setzte seine neu gegründeten Zulieferer auch sofort unter Preisdruck und nutzte seine Quasimonopolstellung aus, z.B. bei Delphi. Müller beschreibt in seiner Studie, wie GM mit schlechten Manieren die Beziehungen zu seinen Zulieferern verschliss.

Die Gegenstrategie der Zulieferer war, die Abhängigkeit vom einzigen Kunden GM zu reduzieren. Man investierte immer weniger in die speziell für GM notwendigen Anlagen. Das ging zulasten der Qualität.

Die Outsourcingstrategie a la GM - ausgliedern und auspressen - basierte auf einer Fehlinterpretation der Strategien japanischer Hersteller. Auch diese hatten outgesourct. Allerdings nicht hauptsächlich um eigene Einkaufskosten durch direkten Preisdruck zu sparen. Sondern um die Expertisen besser zu sortieren. Toyota -so Müller- pflegt seine Lieferantenbeziehungen intensiv. So entstehen lange Jahre der Zusammenarbeit auf allen Unternehmensebenen. Auf beiden Seiten ist man sich der gegenseitigen Abhängigkeiten sehr bewusst.

Quelle: www.boecklerimpuls.de

Die Manieren, die sich die GM-Manager über die Jahre im Umgang mit anderen angeeeignet hatte, haben sie kürzlich auch bei einem Treffen mit der Bundesregierung offen gelegt. Sie handeln immer noch von oben herab. Und wollen nicht anerkennen, dass ihre Zeit abgelaufen ist.

Montag, 8. Juni 2009

20 Jahre nach dem Mauerfall: Das KaDeWe schließt

Das KaDeWe ist die einzige Karstadtfiliale, in der wir in den letzten Jahren eingekauft haben (hüstel..). Es kann nichts für die Unfähigkeiten seiner Konzernmanager, geht jetzt aber mit den Bach hinunter.

Die Westberliner sind fassungslos. Erst schloss der Bahnhof Zoo. Dann der Flughafen Tempelhof.

Westberlin is nich mehr...

Sonntag, 7. Juni 2009

Firmenstrom

Genauso wird es in vielen Büros kommen, dank Lithium-Ionen Technik: Akkus im Büro aufladen, zuhause entladen ;-)

(Link zum Dilbert bei VDI-N)

Freitag, 5. Juni 2009

Der betörende Glanz der Dummheit

Wäre Koch-Mehrin ein Einzelfall, wäre alles nicht so schlimm. Ich weiß aus früherer Arbeit in der FDP aber leider: Es gibt sie überall. Penetrant, berechnend, gnadenlos, unpolitisch und faul. Sie kandidieren für bezahlte Parteiämter und sobald sie den Laden etwas kennen, nennen sie das "politische Kompetenz". Fragt man sie nach ihrem Programm, ihrer politischen RIchtung, wird es richtig peinlich.

Es kostet viel Mühe, solche Leute in Schach zu halten, um Schaden von der Integrität eines Verbandes abzuwenden. Auffallend oft sind es Leute ohne Berufsabschluss oder Freiberufler, denen ihre Aussichtslosigkeit in ihrem Beruf klar geworden ist. Da wird die Parteikarriere als allerletzte Chance begriffen. Und man glaubt als Außenstehender nicht, wie verwahrlost manche Menschen innerlich sind, die sich allen ernstes zum "bürgerlichen Lager" zählen.

Ein dummer Mensch ist unorginell, unkreativ, humorlos und gegenüber anderen - in die er sich ja mangels Feingefühl nicht hineinversetzen kann - mitleidlos, rücksichtslos und intolerant.

Es gibt keine phantasielosen, unsensiblen Kinder. Wie phantasievoll einer im späteren Leben sein wird, ist - stark vereinfacht - abhängig von der Quantität und Qualität der Anregungen, die seine angeborene Phantasie erhält; wie viel Sensibilität er entwickelt, von der Quantität und Qualität der Verletzungen, die man seiner Psyche zufügt.

Hier liegt vermutlich der Schlüssel zur geringeren Intelligenz außerordentlich schöner Menschen: Sie werden seltener verletzt.

Esther Vilar 1990

Dienstag, 2. Juni 2009

Namensvorschläge für Berlins neuen Flughafen gesucht

Der Tagesspiegel hat einen Namenswettbewerb angeleiert, den er nicht mehr los werden wird (Link).

Hier meine Vorschläge:

Deep-Space-Nein Airport

Der Internationale

Umwelt-Zoni-Flughafen

Schall-Mauer-Flughafen


Sonntag, 31. Mai 2009

Perhappies :-)

Eine frühere Kollegin erzählte mal vor Jahren, dass es bei Verabredungen ihrer Tochter im Teenageralter immer erst fünf Minuten vor dem Termin klar sei, ob dieser tatsächlich stattfinde. Es könne nämlich passieren, dass man fünf Minuten vor der Zeit feststelle, dass es noch etwas besseres gebe wo man hingehen könne, oder dass man einfach keine Lust habe. Und per SMS sei es ja technisch einfach, die anderen über das eigene Befinden auf dem Laufenden zu halten.

Inzwischen sind diese Teenager im Berufsleben angekommen. Und sie haben ihre Kultur mitgebracht. Statt SMS nutzen sie heute MS Outlook (weil SMS im Corporate Network nicht funktioniert). Und ihre Eltern haben sie inzwischen auch von den Vorteilen ihrer Sitte überzeugt: Der Anteil von "Unter Vorbehalt"-Zusagen auf Outlookeinladungen hat sich in den letzten 6 Jahren verdoppelt.

Soziologen nennen diese Leute "Perhappies". Weil sie immer nur mit perhaps antworten, und dabei glücklich sind.

Erfinder dieser Kultur des sich nicht festlegens ist Franz Beckenbauer ("Schaun mer mal" - so hätte man eigentlich den Button im Outlook bezeichnen müssen).

Perhappies nerven Leute, die etwas zu planen und zu organisieren haben. Perhappies sind aber auch eine Antwort auf das gebrochene Committment der Autoritäten. Wo Manager ihre Fehler von Mitarbeitern ausbaden lassen und ihre Verantwortung auf anonyme Instanzen ("Märkte", "Krise") abwälzen oder prinzipiell ablehnen, da lehnen dann irgendwann auch die Mitarbeiter ihre Verbindlichkeit ab. Sie sagen unterschriebene Arbeitsverträge einen Tag vor dem Einstieg ins Unternehmen ab. Sie sagen ihre Mitarbeit am Projekt kurzfristig ab. Immer, weil sie kurzfristig etwas besseres gefunden haben.

Wären Perhappies konsequent, würden sie das Angestelltenverhältnis an sich ablehnen, und sich als Freiberufler mit einer Fülle von Gelegenheiten umgeben. Doch die müssten erarbeitet werden. Und man müsste überhaupt Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Und das lehnen Perhappies wiederum strikt ab. Das sehen sie genau so wenig ein, wie ihre Manager. Beide beziehen ja ihre Identität und behaupten ihren Marktwert daraus, dass man ihnen überhaupt Gelegenheiten bietet. Erfüllen müssen sie diese aber nur selten, weil sie immer auf dem Sprung sind. Sie bringen selten Ergebnisse, weil sie etwas immer nur anfangen. Sie müssen nur einen guten Start in einem Projekt mit viel Renommee hinlegen. Ausbaden können das dann diese altmodischen Typen, die sich früh auf etwas festlegen können (weil man denen, aus Sicht der Perhappies, wohl keine Angebote macht).

Und so sind Perhappies am Ende des Tages genau die richtigen Angestellten für große Konzerne.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Beruf und Berufung

Dass es mit dem materiellen Wohlstand wirklich bergab gehen wird, erkennt man auch daran, dass die kreativen, kulturellen Werke besser werden. Ich wühle mich gerade durch die Reze(n)sionen der Cannes Filmfestspiele. "Das weiße Band" und "Antichrist" interessieren mich besonders.

Die Zeit unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkrieges hatte ja schon einmal Stefan Zweig mit seiner "Welt von gestern" sehr lebhaft eingefangen. Haneke, wie Zweig Österreicher, hält die Kamera in "Das weiße Band" hingegen auf die alltägliche, selbstverständliche Gewalt. Die irre Vorstellung von Psychopathen, über andere Menschen verfügen zu können als Haupttriebfeder in Politik, Wirtschaft und Familie. Gut, dass wir das heute überwunden haben.

Nebenbei erstaunte mich ein Interview mit Charlotte Gainsbourg: Ihr Job hat mit meinem so viele Gemeinsamkeiten:

Wie hat von Trier Ihnen Ihre Rolle vor dem Dreh erklärt? Und wie haben Sie sich vorbereitet?

Er hat gar nichts erklärt! Ich habe mich selbst vorbereitet, allerdings nicht völlig auf eigene Faust, sondern mit einem Schauspielcoach, den ich schon kannte, per Telefon. Ich war am Anfang extrem nervös, denn Lars hat wirklich keine einzige meiner Fragen beantwortet. Er sagte immer wieder, er wisse es auch nicht - er war so vage! Und man konnte sehen, dass er damit sehr viel Spaß hatte. Er hatte Vergnügen daran, sich dumm zu stellen. Aber ich musste mit irgendjemandem sprechen und meine Ideen teilen. Für diese Diskussionen brauchte ich einen Vertrauten. Das half mir sehr, mir den Passionsweg in seinen ganzen emotionalen Stufen klarzumachen,...

(Quelle: FAZ)

Berufene brauchen keine Coaches

Dass es mit dem materiellen Wohlstand wirklich bergab gehen wird, erkennt man auch daran, dass die kreativen, kulturellen Werke besser werden. Ich wühle mich gerade durch die Reze(n)sionen der Cannes Filmfestspiele. "Das weiße Band" und "Antichrist" interessieren mich besonders.

Die Zeit unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkrieges hatte ja schon einmal Stefan Zweig mit seiner "Welt von gestern" sehr lebhaft eingefangen. Haneke, wie Zweig Österreicher, hält die Kamera in "Das weiße Band" hingegen auf die alltägliche, selbstverständliche Gewalt. Die irre Vorstellung von Psychopathen, über andere Menschen verfügen zu können als Haupttriebfeder in Politik, Wirtschaft und Familie. Gut, dass wir das heute überwunden haben.

Nebenbei erstaunte mich ein Interview mit Charlotte Gainsbourg: Ihr Job hat mit meinem so viele Gemeinsamkeiten:

Wie hat von Trier Ihnen Ihre Rolle vor dem Dreh erklärt? Und wie haben Sie sich vorbereitet?

Er hat gar nichts erklärt! Ich habe mich selbst vorbereitet, allerdings nicht völlig auf eigene Faust, sondern mit einem Schauspielcoach, den ich schon kannte, per Telefon. Ich war am Anfang extrem nervös, denn Lars hat wirklich keine einzige meiner Fragen beantwortet. Er sagte immer wieder, er wisse es auch nicht - er war so vage! Und man konnte sehen, dass er damit sehr viel Spaß hatte. Er hatte Vergnügen daran, sich dumm zu stellen. Aber ich musste mit irgendjemandem sprechen und meine Ideen teilen. Für diese Diskussionen brauchte ich einen Vertrauten. Das half mir sehr, mir den Passionsweg in seinen ganzen emotionalen Stufen klarzumachen,...

(Quelle: FAZ)

Sonntag, 24. Mai 2009

Sportliche VW-Vorstände

Während VW Aufsichtsrat Piech und Vorstandschef Winterkorn eine Runde im Autokorso des Deutschen Meisters drehten, stieg Entwicklungsvorstand Hackenberg gleich in einen Rennwagen: Er steuert einen der Erdgas-Sciroccos GT24-CNG (Compressed Natural Gas) auf dem 24h-Rennen am Nürburgring.

In einem Interview mit Sport Auto erklärt er, welche Rolle Erdgasantriebe demnächst bei VW spielen werden (Link).

Mehr Infos über den Renn Scirocco gibt es bei Volkswagen-Motorsport.com.

Live verfolgen kann man das Rennen auf DSF.

Samstag, 23. Mai 2009

Es läuft und läuft und läuft...

Wolfsburg wird Meister!

In meinen Mittagspausen beim Gifhorner Griechen habe ich folgendes gelernt: In Niedersachsen geht man entweder zur EIntracht (Braunschweig) oder zu 96. Vom Vfl Wolfsburg erzählt man sich noch heute, dass man auf der Straße Freikarten für DFB-Pokalspiele verteilte, um in der Sportschau nicht allzu trostlos auszusehen. Erst gaanz allmählich, und nur wegen der beharrlichen Förderung von VW sei das was herangewechsen.

Nicht glauben konnte ich, dass VW vor zig Jahren der Eintracht mal die Sponsorenschaft angeboten hatte, von der heute der VfL so profitiert. In Braunschweig habe man dankend abgelehnt. Vielleicht schaut man heute dort sehr nachdenklich nach Wolfsburg.

Auf dem Porscheplatz wird's heute rund gehen. Die Stadt ist ja sehr praktisch organisiert. Das Stadion liegt am Mittellandkanal (wie das VW-Werk). Auf der anderen Kanalseite liegt der Bahnhof und dahinter beginnt die City. Kurze Wege also für die Meistermannschaft.

Und die Bayern?

Zitat der Woche

The ultimate innovation 'aha' moment is that initial observation of an undiscovered need and knowing you're the first to recognize it.

Phil McKinney auf Twitter

Beam uns jetzt rauf, Schrotti

Wohin mit dem abgewrackten Schrott?

Schrott ist Kunst. Während man am Rathenauplatz in Wilmersdorf noch dem einzelnen Cadillac huldigt, sind wir in Mitte schon weiter: Etliche Schätze der Baureihen Kadett, Golf I und Ford Escort sind hier in sehr kompakter Form in einem Kaufhaus in der Friedrichstrasse zu besichtigen. Es türmt sich vom Untergeschoss bis zur Decke. Unten kann man seine Abwrackprämie gleich in einen Espresso eintauschen.

Mahnmal der Abwrackprämie

Und nur wenige Hausnummern weiter bietet die VW-Niederlassung "Unter den Linden" Innovationen für alle an.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Happy trades

There once was a startup in Berlin
Who knew more trade secrets than Merlin.
But when it acquired
The spirits required
People would not give a sterlin'.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Range-Extender

Das Dilemma ist offensichtlich. Beim Antrieb haben wir die Wahl zwischen zwei Kombinationen:
1. Einem Energiespeicher mit sehr hoher Dichte, der einen ineffizienten Antrieb speist - den klassischen Verbrennungsmotor.
2. Einem Energiespeicher mit niedriger Dichte, der einen hocheffizienten Antrieb speist - den Elektroantrieb.

Der einzige Vorteil des fossilen Antriebes ist seine Reichweite. Alles andere spricht für den Elektroantrieb.

Und es gibt nur eine Lösung, die die Vorteile beider Alternativen kombiniert: Den seriellen Hybridantrieb, sprich den Elektroantrieb mit einem "Notstromaggregat", das wir als Range-Extender bezeichnen und das wir aus den Tagen der Elektrifizierung der Bundesbahn kennen.

Der Range-Extender löst außerdem das Problem der Innenraumbeheizung im Winter. Und er vermeidet das Problem des "kalten Stop-and-Go Verkehrs", sprich: dass der Verbrennungsmotor eines Parallelhybrid beim morgendlichen Pendeln kaum warm wird, also viel länger im verschleißträchtigen und verbrauchshohen Bereich gefahren wird.

Es gibt nicht viele Automobilhersteller, die einen seriellen Hybrid in der Entwicklung haben. Einer von ihnen ist: General Motors.

Sonntag, 17. Mai 2009

Unruheszenario

Das Szenario, aus dem heraus sich soziale Unruhen entwickeln, muss gar nicht eine noch kommende Massenarbeitslosigkeit jenseits der fünf Millionen sein. Denn möglicherweise kriegen wir schon in diesem Jahr die Kurve und der Arbeitsmarkt stabilisiert sich auf niedrigem Niveau.

Doch selbst wenn es der Wirtschaft bald wieder besser gehen sollte, z.B. durch die Einrichtung von Bad Banks: Der Staat wird auf absehbare Zeit auf seinen Rekordschulden sitzen bleiben. Er wird auch Sozialleistungen kürzen müssen. Und aus dieser Kontroverse: Der Staat hilft den Bonusbankern und kürzt Arbeitslosengelder und Hartz IV - dies erleben oder auch nur ansehen zu müssen, das könnte noch mehr als die Hunderttausend Verdi Demonstranten gestern mobilisieren...

Vorwärtszitate

Am Freitag habe ich in einem Meeting erläutert, was "Vorwärtszitate" von Patentschriften sind. Man muss hierfür auf zwei hintereinander liegende Vergangenheitsformen zurückgreifen: "Nachdem Dein Werk zitiert wurde".
Setzt man das Werk in die Gegenwart, liegen die Zitate in der Zukunft. Und was ich damit machen werde: "Wenn Dein Werk zitiert sein wird." Das liegt im Futur II.

Wozu wir das getan haben werden, erzähle ich jetzt noch nicht...;-) Wer von eigenen Vorwärtszitaten ausgeht und in seine Kreativplanung einbezieht, ist jedenfalls ein Optimist.

Ganz im Gegenteil zu Roger Willemsen. Sein letztes Werk "Der Knacks" behandelt das pessimistische Futur II: "Du wirst ... gewesen sein." In der Annahme, dass Du genau jetzt einen Knacks bekommen hast, der langfristig eine Veränderung einleitet. Aber kann man nicht auch eine Stärke daraus beziehen? "Egal wie groß der Ärger momentan auch ist, er wird eines Tages gewesen sein."

Ist das Futur I für viele Industriemanager schon eine herausfordernde Abstraktion, so kommen bei Futur II nur noch die wenigsten mit. Es klingt ja schon viel zu futuristisch.
Wer in Futur II denken kann, schaut aus der fernen Zukunft zurück auf die -aus heutiger Sicht- nahe Zukunft. Und zieht vorab Schlüsse aus beiden.

Ich selbst befinde mich gerade im Futur II in Bezug auf 2007.

Vorwärtszitate

Am Freitag habe ich in einem Meeting erläutert, was "Vorwärtszitate" von Patentschriften sind. Man muss hierfür auf zwei hintereinander liegende Vergangenheitsformen zurückgreifen: "Nachdem Dein Werk zitiert wurde".
Setzt man das Werk in die Gegenwart, liegen die Zitate in der Zukunft. Und was ich damit machen werde: "Wenn Dein Werk zitiert sein wird." Das liegt im Futur II.

Wozu wir das getan haben werden, erzähle ich jetzt noch nicht...;-) Wer von eigenen Vorwärtszitaten ausgeht und in seine Kreativplanung einbezieht, ist jedenfalls ein Optimist.

Ganz im Gegenteil zu Roger Willemsen. Sein letztes Werk "Der Knacks" behandelt das pessimistische Futur II: "Du wirst ... gewesen sein." In der Annahme, dass Du genau jetzt einen Knacks bekommen hast, der langfristig eine Veränderung einleitet. Aber kann man nicht auch eine Stärke daraus beziehen? "Egal wie groß der Ärger momentan auch ist, er wird eines Tages gewesen sein."

Ist das Futur I für viele Industriemanager schon eine herausfordernde Abstraktion, so kommen bei Futur II nur noch die wenigsten mit. Es klingt ja schon viel zu futuristisch.
Wer in Futur II denken kann, schaut aus der fernen Zukunft zurück auf die -aus heutiger Sicht- nahe Zukunft. Und zieht vorab Schlüsse aus beiden.

Ich selbst befinde mich gerade im Futur II in Bezug auf 2007.

"Lastenheft, das unsere Ingenieure viele schlaflose Nächte gekostet hat."

Gut, das kennt fast jeder Entwickler. Aber nur selten wird dies bei einer Produktpräsentation nicht nur erwähnt, sondern hervorgehoben. Das muss schon ein Unternehmen sein, dass sich immer noch als Ingenieursunternehmen versteht.

Porsche gibt die "Inaugurationsrede" des Marketingvorstands für den Panamera in Shanghai in der neuesten Ausgabe seines Podcastes wieder. Man kann dieser einiges über das Selbstverständnis des Unternehmens entnehmen...

Die Panamerapodcasts (wie auch die übrigen) gibt es hier: Link

Freitag, 15. Mai 2009

"Every day is a winding road"

Was dem Piech sein Phaeton wird dem Wiedeking sein Panamera sein. Ich bin sehr gespannt auf die ersten Zahlen für die Panamera Bestellungen. Liegen sie über den Erwartungen, wird das W.W.'s Standing stärken. Sollte der Panamera floppen -was ich befürchte- würde es schwer für ihn. Denn nach dem Cayman wäre das die zweite Enttäuschung in der Ära Wiedeking.

Der Bluesports, den man gemeinsam mit VW entwickelt, müsste es dann reissen.

Kurz gesagt: Nicht nur in Finanzfragen stellt sich derzeit die Frage nach der richtigen Strategie. Auch in der Modellpolitik...

Donnerstag, 14. Mai 2009

Mehr Auto-nomie

Machen wir uns nichts vor: Der Geschichten über sterbende und untote Dinosaurierer sind wir überdrüssig. Jeden Abend die gleichen Nachrichten aus der Intensivstation der Old Economy, die bei uns Mitleid auslösen sollen.

Die Frage ist doch: Warum sollen wir Mitleid haben mit Unternehmen, die uns schon als Kunden oder Mitarbeiter genervt und als "Zielgruppe" nur angeödet haben? Die unsere Erwartung von Produkt-, Service- und Führungsqualität als Provokation empfinden?

Wir erleben gerade -hoffentlich- den Niedergang, die Abwrackung von ideenlosen, konformistischen Verwaltungsoffizieren, die den Wilhelmismus ihrer Familien nach dem Krieg auf unsere Wirtschaft übertrugen und daraus einen Anspruch auf Führung ableiteten. Die Chaos angerichtet haben, indem sie ihr Inneres auf ihre Organisation projizierten. Und die aus der intimen Kenntnis dieses Chaos heute wiederum einen Anspruch auf Führung ableiten.
Deren Idealvorstellung von einem Mitarbeiter der "bespitzelte Untertan" (Martin Lindner) ist. Diese Verwaltungsoffiziere nutzen die Medien um uns einzureden, dass ihr Untergang auch unser Untergang sein werde (Schaeffler). Aber das wäre nur dann der Fall, wenn wir das selber glaubten. Ich glaube das aber nicht. Denn ich sehe auf der anderen Seite: neue Unternehmer durch den Asphalt stoßen. Und ich frage mich nicht mehr OB, sondern nur noch WIE ich ein Teil davon werden kann.

Grüne Designer und Ingenieure mit eigenen Ideen von der gerade erwachenden Sehnsucht nach "Auto-nomie" sind die Trendsetter der Stunde. Da ist ein Drang nach Selbstversorgung und Tauschwirtschaft als Strategie gegen die Krise des Alten. Der Brunnen und die eigenen Obststräucher im Garten. Windrad und Solarthermie zur Energieversorgung des Hofes.
Unser Auto auf Elektroantrieb umzurüsten wäre viel sinnvoller als die hundertste Pirouette mit dem Beamer vor einem "Lenkungskreis" zu drehen.

"Grün" als Ausdruck von Lebens- und Gestaltungswillen, nicht als Alibi für Untätigkeit und schlechte Laune. Mehr Design, weniger Beamerfolien.

Dienstag, 12. Mai 2009

Ölflecken auf dem Boden mit Zement entfernen

Wer hätte das gedacht: Ölflecken auf dem Boden lassen sich leicht mit Zement entfernen. Einfach aufstreuen und nach 15min. abfegen. (Quelle: SWR)

Tips zur Klimaanlage im Auto

Das gegenwärtig verwendete Kühlmittel für Klimaanlagen in Autos darf ab 2011 in der EU nicht mehr ausgeliefert werden. Denn es ist ein Treibhausgas. (Eingeführt wurde es übrigens in den Neunzigern, weil sein Vorgänger schädlich für die Ozonschicht war. Wir erinnern uns: Tetrafluor...) Die Regel gilt nur für Neuwagen - genauer: neue Modelle.
Ersetzt wird das Kühlmittel durch einen alten Bekannten: CO2 (!). Im Unterschied zu den bisherigen Kältemitteln, wird das CO2 aber nicht extra produziert, sondern der Atmosphäre entnommen. Das von Honneywell entwickelte Kältemittel ist leicht brennbar und sollte vermieden werden (Video: ARD Ratgeber Auto).

Eine Klimaanlage im Auto verbraucht unter Vollast im Kleinwagen 0,5 .. 1,0 Liter Kraftstoff, in einer größeren Limousine bis zu 2 Liter Kraftstoff pro 100km. Am besten regelt man die Temperatur auf 21°C. Die gängige Praxis, ein aufgeheiztes Auto erst einmal auf 15° runter zu kühlen, verbraucht nicht nur wesentlich mehr Kraftstoff. Sie ist obendrein ungesund, weil die Luft dann sehr trocken wird. Viel besser ist es, die Fenster zu öffnen und den Fahrtwind für die erste Abkühlungsstufe zu nutzen.

Übrigens bilden sich auf dem Wärmetauscher der Klimaanlage unter ungünstigen Bedingungen mit der Zeit Keime, die in den Innenraum getragen werden. Man erkennt dies am fauligen Geruch im Auto. Die Ursache für die Entstehung ist Feuchtigkeit auf dem Wärmetauscher, die nach dem Abstellen des Autos stehen bleibt. Das einfachste Mittel dagegen ist es, die Klimaanlage 2km vor dem Ziel abzuschalten, und den Wärmetauscher vom Fahrtwind trocknen zu lassen.

Montag, 11. Mai 2009

Interessanter Fall: Die Mikroantennen der Fa. Fractus



Die Fractus S.A. mit Sitz in Barcelona ist spezialisiert auf kleine, sog. "fraktale" Antennen, die sich in Handies integrieren lassen. Ihr verdanken wir das Verschwinden der äußerlich sichtbaren Stummelantenne am Handy - und das bei steigender Funktionalität wie z.B. Datenverbindungen.

1995 reichte Fractus das weltweit erste Patent für eine fraktale Antenne ein. Inzwischen besitzt die Firma ein Patentportfolio von rd. 80 Schutzrechten. Die Patentfamilien listet das Unternehmen auf seiner Website (Link).

Nun wirft Fractus den Handyherstellern Samsung, LG, RIM, Pantech, Kyocera, Palm, HTC, Sharp, UTStarcom und Sanyo vor, seine Patentrechte verletzt zu haben. (Quelle: Onlinekosten.de)

Für bereits erteilte Patente darf ein Patentinhaber auf Unterlassung, d.h. Stop von Produktion und Vertrieb, klagen. Sowie auf Schadenersatz, z.B. entgangene Lizenzeinnahmen.

Die beklagten Unternehmen haben folgende Möglichkeiten zu reagieren:
a) Einigung mit Fractus über einen Lizenzvertrag (die nachhaltigste Variante)
b) Klage auf Nichtigkeit gegen die besagten Patente (ein teures Glücksspiel)
c) Die beklagten Produkte vom Markt nehmen und neue entwickeln (die zeitraubendste und vermutlich teuerste Variante)

Wenn b) nicht funktioniert, d.h. die Patente bestätigt werden, müssten die Patentverletzer anschließend zusätzlich den Weg ) oder b) gehen.

Sonntag, 10. Mai 2009

Porsche ist auch Opfer falscher Klimapolitik

Alles fing damit an, dass die EU Kommission die CO2-Emissionen von Autos senken wollte. Als Maßnahme überlegte sie sich einen Grenzwert und drakonische Geldstrafen für Hersteller, deren Flotte diesen Grenzwert übersteigt. "Flotte" als Bezugsgröße meint, man bildet einen mit den Absatzzahlen gewichteten Mittelwert aus allen angebotenen Modellen.

Bei Porsche rechnete man schnell ob man für die bald jährlich fälligen Geldstraßen nicht gleich einen anderen Automobilhersteller mit niedrigen Flottenverbräuchen übernehme könne. EU-Kommissar Verheugen sagte damals, es genügten 50% plus eine Aktie um in den Genuss einer Flottenverrechnung zu kommen.

Was lag da also näher, als eine Übernahme von VW durchzurechnen? Das war die Zeit, als Porsche glänzende Gewinne machte, aber VW nicht und an der Börse relativ günstig zu haben war. Tja, und da nahm das Schicksal seinen bekannten Lauf.

Besonders bitter schmeckt, dass die EU sowohl Auslöser der Übernahmepläne als auch ihr Prellbock war. Denn die demonstrative "Nichtbefassung" mit der gesetzeswidrigen Novelle der Bundesregierung für das VW-Gesetz fuhr das Übernahmeprojekt in den Graben.

Man sieht an der Porsche-VW Geschichte, welche Schäden eine falsche Umweltpolitik bzw. eine inkonsequente EU-Politik anrichten kann. Ein und der gleiche Porsche wird mal mit CO2-Strafgeldern belegt und mal nicht, abhängig nur von der Frage, ob man sich mit einer anderen Konzernflotte verrechnen darf. Dazu kommt, dass die Stückzahlen von Sportwagen immer um Größenordnungen unter denen der sog. Volumenherstellern liegen. Die Kilometerleistung ist bei den meisten auch niedriger als der Durchschnitt, wovon man sich z.B. durch einen Blick in die Onlinemärkte für Gebrauchtwagen überzeugen kann. Ein Porsche Cayenne hat deshalb eine hohe Symbolkraft für das Thema Energieverschwendung. Tatsächlich spielt er aber kaum eine Rolle, weil von ihm für den Weltmarkt nur rund 40.000 Stück pro Jahr produziert werden.

Die einzig richtige CO2-Maßnahme ist und bleibt deshalb die Steuerung über die Verbrauchssteuer. Aber auch hier argumentiert die Politik nie schlüssig.

Bundesumweltminister Gabriel z.B. findet hohe Energiepreise nur gut, wenn er selbst der Preistreiber ist. Wenn hingegen der Eindruck von Preisabsprachen und Monopolgewinnen bei den Energieunternehmen entsteht, scheut er sich nicht, von unsozialen Energiepreisen zu sprechen. Als würde es Otto-Normal-Motor interessieren, ob er gerade für den Staat oder die Energiemultis tief in die Tasche greifen muss.

Porsche hat mit den letzten Modellpflegen die Verbräuche für jeweils mindestens ein Modell jeder Baureihe unter 10l/100km gesenkt. Es wäre den Hersteller vermutlich billiger gekommen, die Strafsteuern einfach durch Downsizing und emsige Ingenieursarbeit zu mildern.


Niedriger cw-Wert, kleine Windangriffsfläche, niedriger Verbrauch: Der 924S

So ein Hybrid wird im Stadtverkehr gar nicht warm

Ein Beispiel für ein Problem, dass durch unbewusste, falsche Annahmen auftritt ist das folgende:

Ein Elektroantrieb erzeugt kaum Abwärme, eben weil er einen hohen Wirkungsgrad hat. Wie also beheizt man ein Elektroauto im Winter? Glücklich, wer einen Range-Extender (sprich: Notstromaggregat) an Bord hat.

Beim Hybridantrieb kommt noch ein Effekt dazu: Man fährt ja nur im Stop-and-Go elektrisch. Sobald es voran geht, will man thermisch fahren. Problem: Der Verbrennungsmotor wird im Stadtverkehr weniger benutzt und deshalb kaum warm. Fährt also mit schlechtem Wirkungsgrad und verschleißt zudem schneller, weil der Anteil kalter Fahrten steigt.

Was hat das mit falschen Annahmen zu tun? Dass sich die Entwicklung nur um ihre Aufgabe kümmert, die vorher definiert wird. Probleme, die DURCH das Entwicklungsziel an sich entstehen, werden erst in Angriff genommen, wenn sie bewusst werden. Die Kaltfahrt ist nicht Ergebnis einer Fehlentwicklung. Sondern der selbstverständlich warme Motor, der sich durch die bisherigen Kalt-und Warmlaufregelung schnell in den Betriebspunkt bringt und im Winter die Insassen wärmt, ist eine falsche Annahme.

Was bedeutet das jetzt, für die modellbasierte Entwicklung? Und für die funktionsorientierte...?

Samstag, 9. Mai 2009

Zitat der Woche

Wenn der normale Bürger mit seinem Auto für fünf Minuten falsch parkt, hat er sofort ein Ticket. Aber wenn kriminelles Pack ein paar Ecken weiter Autos anzündet, dann entscheidet sich der Innensenator der rot-roten Regierung für eine Höflichkeitsstrategie, nach dem Motto: Man darf diese armen, erregten Männer nicht noch mehr reizen.

Guido Westerwelle