Dienstag, 12. September 2023

Was mich an 9/11 heute irritiert

 Doch, es machte Sinn, sich gestern zum x-ten Male eine Dokumentation von den Anschlägen des 11. September 2001 anzuschauen. Auch wenn sie bei Bertelsmann, d. h. n-tv, lief.

Denn bekanntlich verstehen wir Geschichte nicht in dem Moment, in dem sie passiert. Sondern nach Jahren, oder Jahrzehnten, wenn wir mehr Kontext haben und einige Folgen beobachten konnten.

Und so war ich seit 20 Jahren hin- und hergerissen. Um die Jahrtausendwende war ich ein großer Fan von Amerika. Ich war 1998 zum ersten Mal dort gewesen, 1999 zum zweiten Mal. Und 2im Herbst 000 habe ich dort geheiratet. Als 9/11 passierte hatten meine Frau und ich schon Flugtickets nach New York gebucht, keine drei Wochen später sollte es los gehen.

Ich arbeitete bei Big Blue und war erfüllt vom Rausch des Internets und der Technologiebörsen. Die Welt schien uns offen, die Möglichkeiten so groß wie seit 100 Jahren nicht. Und dann kamen die Söhne eines abergläubischen Höhlenmenschen und zerstörten uns alles. Indem sie die Kräfte des Westens gegen sich selbst lenkten, eigene hatten sie nämlich nicht.

Komischerweise hatte ich schon im April 2001 eine Vorahnung über die kommenden Zeiten gehabt, ohne dass ich sie selbst besonders ernst nahm. George W. Bush war gerade im Amt, da brachte ein US Kampfjet ein chinesisches Flugzeug im chinesischen Flugraum zum Absturz. Als ich das abends in den Nachrichten sah dachte ich: "George W. Bush werden wir noch in olivgrüner Uniform erleben." Fünf Monate später war es soweit. Allerdings nicht in einer Frontstellung gegen China. Und nicht als Angreifer.

Ich erinnere mich an ungezählte Gesprächsabende mit Freunden im Kaffee Einstein in der Kurfürstenstraße, an Themenabende in der American Academy (mit Richard Clarke und Peter Frey), Lesungen mit US-Autoren (Franzen, Eugenidis, Auster). Und an eine Überschrift auf einer US Newssite. Ein Zitat von Hillary Clinton: "The president knew what?"

Dann kamen die Analysen, die Theorien. Die Behauptungen, die Türme seien gesprengt worden, die CIA sei mindestens eingeweiht gewesen, wenn sie es nicht gar gelenkt habe. Damals wurde der Begriff "Verschwörungstheoretiker" populär. Das kritische Denken kam im Wesen aus der Mode. Wie eigentlich alles, was zu verteidigen unsere Regierungen seitdem immer wieder vorgeben, während sie es abschaffen.

Von M. Bröckers gab es ein Buch, in dem er nachweisen wollte, die Türme hätten nicht durch die Last der Flugzeuge und deren Brände einstürzen können. Es gab sogar eine ZDF-Sendung über dieses Thema.

Was mir gestern aber zum ersten Mal ins Auge sprang war dies: Wie konnten die angeblich nur in Simulatoren und Sportflugzeugen trainierten Terroristen mehrere Passagiermaschinen auf Reiseflughöhen  in ihre Gewalt bringen und im Sturzflug korrekt in eng begrenzte Ziele lenken?

Das sind Manöver, die eine höhere Präzision als ein Landeanflug unter technisch erschwerten Bedingungen erfordern. Wie kann man da auf Anhieb drei Treffer landen (2 Türme und das Pentagon)? 

Wikipedia schreibt dazu:

Im Mai 2000 erhielten die ebenfalls als Piloten vorgesehenen Atta, Al-Shehhi und Jarrah ihre Einreisevisa für die USA. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in den USA im Juni 2000 besuchten Atta und Al-Shehhi eine Flugschule in Florida und erwarben schließlich im Dezember 2000 ihre Berufspilotenlizenzen, die sie zum Führen von Flugzeugen mit einem Gesamtgewicht von 5,7 Tonnen und zur Beförderung von maximal 9 Passagieren berechtigte. 
Ziad Jarrah besuchte zeitgleich ebenfalls die gleiche Flugschule in Florida. Er kehrte jedoch zwischenzeitlich nach Deutschland zu seiner in Bochum lebenden Freundin zurück und besuchte eine Flugschule im nahe gelegenen Mülheim an der Ruhr, um dort weitere Übungsstunden zum Erwerb einer Privatpilotenlizenz zu absolvieren.[96] 
Im Anschluss an die Lizenzerteilungen begannen die Attentäter das Training am Simulator für Passagierflugzeuge. Jarrah und Handschur buchten Übungsflüge mit Kleinflugzeugen im Raum New York und Washington, D.C., um Flugrouten, Luftverkehr und Topografie kennenzulernen. Es folgten zahlreiche Erkundungsflüge nach Los Angeles und Las Vegas. 

Persönliche Notiz am Rande: Ich bewegte mich im Jahr 2000 zwischen ähnlichen Orten wie einige der Terroristen. Ich wohnte in einer Nachbarstadt von Mülheim an der Ruhr und hatte einen Projekteinsatz in Hamburg (dem Wohnort der Terrorzelle, in dem Olaf Scholz Innensenator war). Unsere Urlaubsreisen führten 1999 und 2000 nach New York. 

Nennt mir ein weltgeschichtliches Großereignis, in dem verdeckte, staatliche Agenten keine große Rolle gespielt haben. Nimm Putsche, nimm Terroranschläge. Sollten die Anschläge des 11. September das erste Ereignis dieser Dimension sein, das ohne Zutun oder auch nur Mitwisser staatlicher Stellen stattfand?

1 Kommentar:

  1. David15.9.23

    In Sachen USA sind all die vermeintlichen Fakten, die über die letzten Jahrzehnte hinweg eben als "Fakten", "Wahrheit", "Demokratie" etc. verkauft worden sind, aus meiner Sicht Lügen der schlimmsten Art gewesen. Ganz bewußt sind Ereignisse menschenverachtend in Gang gesetzt worden, man schaue sich nur mal die Liste der Aggressionen über die Zeit hinweg an. Beispiele muß ich dazu nicht nennen.
    Ich habe in den letzten Jahren "dazugelernt" und habe heute ein völlig anderes Weltbild. Angesichts der Geschehnisse kann das nicht anders sein, solange man noch bei einigermaßen klarem Verstand ist.
    Was 9/11 angeht, so wird im Artikel ein Argument ausgeführt, das aus meiner Sicht absolut valide - und natürlich unbeantwortet ist, ja, die Problematik wurde bislang kaum angesprochen. Und auch klar: Es gibt noch eine große Zahl anderer "Ungereimtheiten".
    Und dann ist die Schlußfolgerung im Beitrag unvermeidbar und mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch richtig, ich zitiere: "Sollten die Anschläge des 11. September das erste Ereignis dieser Dimension sein, das ohne Zutun oder auch nur Mitwisser staatlicher Stellen stattfand?"
    Die Antwort lautet knapp und klar: Natürlich nicht. NATÜRLICH NICHT!

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