Samstag, 7. März 2026

"Nur mit uns!" - wie drei Damen den Niedergang der IG Metall besorgen

In den kommenden Wochen finden nicht nur Landtagswahlen statt, sondern auch Betriebsratswahlen. Und da wird es spannend, wie die IG Metall in den Betrieben der Autoindustrie abschneiden wird. Denn dort kehrt man längst die Scherben auf, die die Gewerkschaft Hand in Hand mit schwarz-riot-grünen Politikern und ihnen willfährig gefolgten Managern angerichtet haben. Solange das faktische Verbrennerverbot noch weit weg war, hefteten sich alle die moralischen Orden ans Revers. Große Worte große Pläne. Sie alle scheiterten. So wie schon beim Versuch, eigene Softwareentwicklungskapazitäten aufzubauen. 

Über Management und Politik steht schon viel geschrieben. Man muss aber auch die Gewerkschaften mal etwas ungeschminkter bewerten. Denn bei DGB, IG Metall und den meisten Betriebsräten herrschte seit einiger Zeit der woke Zeitgeist, der immer weniger vom Geschäft verstand, noch weniger vom Wettbewerb aber viel von Gendermainstream, Klimawandel und Migration. "Wir lassen nicht zu, dass Umwelt und Arbeit gegeneinander ausgespielt werden." war das Mantra. Auf deutsch: "Wir lassen nicht zu, dass wir den Widerspruch zwischen unseren Wolkenkuckucksheimen und der Realität offen aussprechen. Wir lassen uns nicht spalten." Jetzt überrollt die Realität die Wolkenkucksheime und die drei Damen von DGB, IG Metall und Betriebsrat stehen mit leeren Händen da. 

Die IG Metall ist fest entschlossen, der SPD zu folgen. Ihre Wahlvideos in den "sozialen Netzwerken" bestehen aus Buchstabenwürfeln, die man von einem Gewerkschaftssekretariat ins nächste wirft und dabei satt in die Kamera lächelt. "Besser für Euch." lautet die Botschaft an die Mitglieder. "Ohne uns wäre alles noch schlimmer. Lasst Euch nicht spalten." 

Die meisten Angestellten haben kein Lust mehr auf solche Verdummungsangriffe. Sie fühlen sich zum ersten Mal im Leben ernsthaft in ihrer Existenz bedroht. Da kommen hohle Phrasen von übergewichtigen "Vertrauenskörpern" nicht gut an. "Ich wundere mich, warum es auf den Stra0en so ruhig ist" zitierte die FAZ im Herbst einen Bürgermeister, der von einer Werksschließung bedroht war.

Die BR Kandidatinnen der IG Metall geben Frage & Antwort Sitzungen. Und immer wenn mal jemand ein echtes Problem im Betrieb anspricht, verweist die Aufsteigerin im BR ihn an seinen Chef. "Das können wir nicht allgemein regeln, das musst du mit deinem Chef abstimmen."

Währenddessen startete der IG Metall Wahlkampf mit teurem Materialeinsatz. Der Auftakt in Wolfsburg wurde live im Web übertragen und man sah Kulissen und Medieneinsatz vom Feinsten. Also von der Form her. Inhaltlich war da gar nix. Eine Wahlkampfrede der BR Vorsitzenden sieht so aus:

  1. Leute, es ist Wahlkampf! 
  2. Wir sind die Besten!
  3. Die IG Metall hat eine große und lange Geschichte
  4. Deshalb sind wir die Besten!
  5. Es liegt jetzt nur an Euch, der Basis, ob wir gewinnen!
  6. Geht jetzt raus, Plakate aufhängen!
Kein Programm, keine Botschaften, keine Ziele, nichts. Nichts womit sich ein bedrohter Arbeitnehmer identifizerten könnte. Die Funktionärin verweist auf die große Vergangenheit und wir sollen den Schluss ziehen, dass auch sie deshalb eine Große ist.

Und die Basis gehorcht. Sie geht nicht nur Plakate aufhängen, sie reißt auch die der Opposition ab. Die Roten sind bestens organisiert. Denn, auch wenn es nicht mehr um Arbeitnehmerinteressen geht, um Posten und Macht und Karrieren geht es immer noch.

Es kommt noch besser. Auf der letzten Betriebsversammlung, so berichten Zeitungen, bezeichnet eine IG Metall Kandidatin die oppositionellen Listen als Rattenfänger. Das ist das Niveau der IG Metall. 

Leider ist die Opposition ziemlich zersplitter in mehrere Listen. Es gibt da noch die Christliche Gewerkschaft (schon seit langem) und neue Listen, die an keiner Partei hängen, sondern sich "frei" aufgestellt haben.

Aber nicht nur die BR Vorsitzende spricht nur in Worthülsen. Das gleiche gilt für die IG Metall Vorsitzende Fahimi und die DGB Chefin Benner. Beide haben nie in der Produktion eines Industriebetriebes gearbeitet. Aber beide wissen, wie man in linken Organisationen aus Mitgliedsbeiträgen Karrieren macht. Die Schwäche der Gewerkschaften liegt auch an ihnen. 

Die IG Metall Kasse ist prall gefüllt. Und es gab in der Vergangenheit genügend Provokationen der Arbeitgeber, die einen Streik gerechtfertigt hätten. Aber da bevorzugt man lieber den Kuschelkurs. Denn man will ja irgendwann vom BR Vorsitz auf den Personalvorstand wechseln. Da sollte man es sich im Aufsichtsrat nicht allzu doll verscherzen. 

Mit anderen Worten: Die DGB Gewerkschaften sind Teil des Problems.


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