Ich gebe zu, manchmal gehts mir auch so: Ich soll eine Präsentation, eine Excelanalyse einen Projektplan oder einen Bericht entwerfen oder reviewen. Zeit am Stück, die Konzentration erfodert. Keine Besprechung, kein Telefonat, keine Email. Ich soll einfach am Stück etwas arbeiten. Das kann ich am besten im ICE, weil ich da offline bin. Am LAN vernetzt macht sich immer wieder der innere Wecker bemerkbar: Gibts nichts neues? - Check die Emails, lies die RSS Feeds, die Followers Tweets.. Musste ich nicht noch wen anrufen?
Für Onlinejunkes gibt es jetzt neue Diät - Anwendungen: Die Selbstkontrolle. Eine Anwendung, in der man einen Stundenplan für Offlinezeiten hinterlegt, in denen die DSL- oder LAN-Verbindung abgeschaltet wird.
Link: Macfreedom
25 November 2009
Datenpflege
Es ist ein eigen Ding mit den Daten. Die Leute da draußen erzeugen ungefragt ohne Ende private Daten, die für gewisse Zielgruppen interessant sind. Sie erzeugen sie einfach. Und für weniger als fünf Euro kann man bei den meisten jede Sorge über Datenschutz ausräumen.
Fordert man die Leute aber dazu auf, bewusst Daten zu erzeugen, dann tun sie's nicht. Partout nicht.
Z.B. in Unternehmen. Ich kannte es schon von CRM-Projekten: Vertriebler fahren zum Kunden, aber sie berichten nicht darüber. Weder über die bereits geleisteten Termine, denn die liegen ja schon in der Vergangenheit und wozu sollen sie darüber berichten? Geht doch keinen was an. Und über geplante Termine berichten sie auch nicht, denn: wozu sich unnötig gegenüber dem Chef oder Controlling festlegen und sich verpflichten? Am Ende bringt der Termin nichts. Ja und die Basisdaten, die Visitenkartendaten von Potenzialkunden, die gibt man natürlich auch nicht preis, denn davon lebt man!
Heute arbeite ich im Entwicklungsprozess und es ist genau das gleiche Kreuz. Was beim CRM das Cross Selling Potenzial ist, nämlich zu erkennen, welche Kunden- und Produktdaten aufeinander passen könnten, das sind in der Elektronikentwicklung eines Automobilherstellers die über das Bordnetz vernetzten Funktionen. Und die stellen die Intelligenz in der Autoelektronik dar. Einparkassistenten, ESP, ABS etc. kommen dadurch zustande, dass Sensordaten über das Bordnetz ausgetauscht werden können und über das gleiche Netz verschiedene Aktoren aktiviert werden können. Das ABS z.B. erkennt ein blockierendes bremsendes Rad, in dem es jede Radumlaufgeschwindigkeit mit den anderen und mit der Geschwindigkeit des Gesamtfahrzeugs vergleicht und blockierte Räder von der Bremse löst.
Wer solch eine vernetzte Funktion realisieren soll, muss wissen, was die beteiligten Bauteile planen. Wann sie ihren Beitrag zur Funktion leisten können. Doch wie ist das mit den Planungsdaten in der Datenbank einer bereichsübergreifenden Entwicklung? Richtig: Man sträubt sich, seine Releaseplanung bereit zu stellen. Denn: die bereits realisierten Funktionen gibts ja schon, wozu nachdokumentieren? Und die noch kommenden Funktionen? Nun, da legt man sich mal lieber nicht so fest. Man weiß ja nicht, ob es auch so klappt. Und wie stünde man da...?
Man kann also noch so tolle Prozesse mit noch so tollen Tools beschließen. Wenn man diejenigen, von deren Daten die ganze Angelegenheit lebt, keinen Anreiz haben, ihre Daten einzugeben, dann ist alles umsonst. Noch schlimmer als keine Daten sind nur noch falsche Daten.
Der Anreiz für die Datenpflege liegt eigentlich darin, dass man die Anzahl der Meetings mit wechselnden Teilnehmern aber zu den immer gleichen Themen reduziert. 10 Meetings weniger, wenn man dafür das System füttert. Das verschafft so viel Luft, das müsste jeden reizen. Aaber, da bleibt immer noch die Barriere, dass man sich öffentlich auf seine Planung festlegen muss. Und das Argument "Datenschutz" kann hier im Ernst niemand bringen. Aber wenn das alle tun, und sich alle dabei auch mal ver-tun und dafür niemanden der Kopf abgerissen wird, dann müsste man sich doch allmählich an einen vernetzten Prozess mit schönen Single-Data-Entries annähern, oder?
Fordert man die Leute aber dazu auf, bewusst Daten zu erzeugen, dann tun sie's nicht. Partout nicht.
Z.B. in Unternehmen. Ich kannte es schon von CRM-Projekten: Vertriebler fahren zum Kunden, aber sie berichten nicht darüber. Weder über die bereits geleisteten Termine, denn die liegen ja schon in der Vergangenheit und wozu sollen sie darüber berichten? Geht doch keinen was an. Und über geplante Termine berichten sie auch nicht, denn: wozu sich unnötig gegenüber dem Chef oder Controlling festlegen und sich verpflichten? Am Ende bringt der Termin nichts. Ja und die Basisdaten, die Visitenkartendaten von Potenzialkunden, die gibt man natürlich auch nicht preis, denn davon lebt man!
Heute arbeite ich im Entwicklungsprozess und es ist genau das gleiche Kreuz. Was beim CRM das Cross Selling Potenzial ist, nämlich zu erkennen, welche Kunden- und Produktdaten aufeinander passen könnten, das sind in der Elektronikentwicklung eines Automobilherstellers die über das Bordnetz vernetzten Funktionen. Und die stellen die Intelligenz in der Autoelektronik dar. Einparkassistenten, ESP, ABS etc. kommen dadurch zustande, dass Sensordaten über das Bordnetz ausgetauscht werden können und über das gleiche Netz verschiedene Aktoren aktiviert werden können. Das ABS z.B. erkennt ein blockierendes bremsendes Rad, in dem es jede Radumlaufgeschwindigkeit mit den anderen und mit der Geschwindigkeit des Gesamtfahrzeugs vergleicht und blockierte Räder von der Bremse löst.
Wer solch eine vernetzte Funktion realisieren soll, muss wissen, was die beteiligten Bauteile planen. Wann sie ihren Beitrag zur Funktion leisten können. Doch wie ist das mit den Planungsdaten in der Datenbank einer bereichsübergreifenden Entwicklung? Richtig: Man sträubt sich, seine Releaseplanung bereit zu stellen. Denn: die bereits realisierten Funktionen gibts ja schon, wozu nachdokumentieren? Und die noch kommenden Funktionen? Nun, da legt man sich mal lieber nicht so fest. Man weiß ja nicht, ob es auch so klappt. Und wie stünde man da...?
Man kann also noch so tolle Prozesse mit noch so tollen Tools beschließen. Wenn man diejenigen, von deren Daten die ganze Angelegenheit lebt, keinen Anreiz haben, ihre Daten einzugeben, dann ist alles umsonst. Noch schlimmer als keine Daten sind nur noch falsche Daten.
Der Anreiz für die Datenpflege liegt eigentlich darin, dass man die Anzahl der Meetings mit wechselnden Teilnehmern aber zu den immer gleichen Themen reduziert. 10 Meetings weniger, wenn man dafür das System füttert. Das verschafft so viel Luft, das müsste jeden reizen. Aaber, da bleibt immer noch die Barriere, dass man sich öffentlich auf seine Planung festlegen muss. Und das Argument "Datenschutz" kann hier im Ernst niemand bringen. Aber wenn das alle tun, und sich alle dabei auch mal ver-tun und dafür niemanden der Kopf abgerissen wird, dann müsste man sich doch allmählich an einen vernetzten Prozess mit schönen Single-Data-Entries annähern, oder?
23 November 2009
NRW Innenminister lässt demonstrierende Studenten verhaften
Angela Merkel hat innerhalb weniger Tage zwei überregionalen Zeitungen Interviews gegeben. Im FAZ-Interview warf sie ihrem Volk vor, es habe das Wesen der Krise noch nicht verstanden. Natürlich, ohne selbst etwas zum Verständnis beizutragen. Sie sagte nichts zu den wahren Ursachen und noch bestehenden Risiken.
Am Donnerstag erschien ein weiteres Inteview mit ihr in der ZEIT. Auch hier, ausschweifende Rede ohne Tacheles.
Merkel gibt sich wie eine Bundespräsidentin, die so tut als habe sie verstanden, ihr Herrschaftswissen aber für sich behält. Allen ernstes teilt sie im ZEIT-Interview mit, sie sei froh, dass immer noch mehr als die Hälfte der Menschen diesen Staat befürworte und dass es noch ruhig sei, auf den Straßen. Man dürfe die Menschen nicht mit zu vielen Veränderungen konfrontieren. - Na wer hat uns denn mit all den vonstatten gehenden "Veränderungen" "konfrontiert"? Wer hat sozusagen, diese Front eröffnet, wenn nicht die Finanzindustrie und ihre Lobbyisten im Finanzministerium.
Die Folgen dieser Financial Crimes bekommen nun u.a. die öffentlichen Hochschulen zu spüren. Deren Etats werden -wie in Hamburg- gekürzt. Ein Affront: Zuerst wurden Studiengebühren eingeführt mit dem Argument, gute Bildung habe ihren Preis. Nun zahlen die Studenten hohe Gebühren und bekommen dafür weniger. Obendrein wurde die Reform der Diplomstudiengänge in typisch verschulter Hochschullehrermanier verbockt.
In NRW sind die Studenten dafür auf die Straße gegangen. Bei einer Demo in der Essener Innenstadt ordnete der liberale Innenminister Wolf einen Kessel mit Festnahmen an (Ruhrbarone).
Merkel erkärt nichts und tut so als würde sie uns vor dem Schlimmsten bewahren. Als seien wir die deutschen Michel, die sich nicht für die große Weltpolitik interessieren. Gleichzeitig lässt sie die Verursacher dieser Systemkrise (wie Staatssekretär Jörg Asmussen) die Gesetze schreiben, nach denen die Steuerzahler für die Schäden dieser Täterschicht aufzukommen haben. In den Ländern werden die Bildungsetats gekürzt. CDU-Politiker wie Merz halten Lobesreden auf den Kapitalismus.
Der Philosoph Enzensberger beschrieb schon Anfang der Neunziger unsere "Aussichten auf einen Bürgerkrieg". Auch wenn er die kommende Finanzkrise so konkret nicht kommen sehen konnte. Mit seiner Ahnung lag er im Prinzip richtig.
Am Donnerstag erschien ein weiteres Inteview mit ihr in der ZEIT. Auch hier, ausschweifende Rede ohne Tacheles.
Merkel gibt sich wie eine Bundespräsidentin, die so tut als habe sie verstanden, ihr Herrschaftswissen aber für sich behält. Allen ernstes teilt sie im ZEIT-Interview mit, sie sei froh, dass immer noch mehr als die Hälfte der Menschen diesen Staat befürworte und dass es noch ruhig sei, auf den Straßen. Man dürfe die Menschen nicht mit zu vielen Veränderungen konfrontieren. - Na wer hat uns denn mit all den vonstatten gehenden "Veränderungen" "konfrontiert"? Wer hat sozusagen, diese Front eröffnet, wenn nicht die Finanzindustrie und ihre Lobbyisten im Finanzministerium.
Die Folgen dieser Financial Crimes bekommen nun u.a. die öffentlichen Hochschulen zu spüren. Deren Etats werden -wie in Hamburg- gekürzt. Ein Affront: Zuerst wurden Studiengebühren eingeführt mit dem Argument, gute Bildung habe ihren Preis. Nun zahlen die Studenten hohe Gebühren und bekommen dafür weniger. Obendrein wurde die Reform der Diplomstudiengänge in typisch verschulter Hochschullehrermanier verbockt.
In NRW sind die Studenten dafür auf die Straße gegangen. Bei einer Demo in der Essener Innenstadt ordnete der liberale Innenminister Wolf einen Kessel mit Festnahmen an (Ruhrbarone).
Merkel erkärt nichts und tut so als würde sie uns vor dem Schlimmsten bewahren. Als seien wir die deutschen Michel, die sich nicht für die große Weltpolitik interessieren. Gleichzeitig lässt sie die Verursacher dieser Systemkrise (wie Staatssekretär Jörg Asmussen) die Gesetze schreiben, nach denen die Steuerzahler für die Schäden dieser Täterschicht aufzukommen haben. In den Ländern werden die Bildungsetats gekürzt. CDU-Politiker wie Merz halten Lobesreden auf den Kapitalismus.
Der Philosoph Enzensberger beschrieb schon Anfang der Neunziger unsere "Aussichten auf einen Bürgerkrieg". Auch wenn er die kommende Finanzkrise so konkret nicht kommen sehen konnte. Mit seiner Ahnung lag er im Prinzip richtig.
21 November 2009
"Sänk you for träwweling"
Bei der Bahn werden ausländische Bahnhöfe ja immer in der jeweiligen Landessprache angegeben. Z.B. fährt ein IC über Berlin nach Stettin. Auf polnisch: Szczecin, sprich: Tschetschin. Am Mittwoch gab der Schaffner eines Regionalzuges von Gifhorn nach Wolfsburg durch:
"In Wolfsburg haben Sie Anschluss an einen Intercity nach Tsche..tschenien."
Niemand im Zug bemerkte den Versprecher..
"In Wolfsburg haben Sie Anschluss an einen Intercity nach Tsche..tschenien."
Niemand im Zug bemerkte den Versprecher..
20 November 2009
Jörg Asmussen - covered by WMP?
Am Rande des "Fests des Friedens" bekam ich am 9. November einen Tip: "Pass auf, wenn Du im Fall Asmussen weiter forschst und überleg Dir, was Du blogst. Vor allem: Verschlüssele Deine Emails."
Zu spät. Bereits am Freitagabend davor bekam dieser Blog Besuch von einem vermeintlich anonymen Asmussenfreund.
Der Mitarbeiter postete einen Kommentar gegen meine Kritik am Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Bankenlobbyisten Jörg Asmussen. (Meinen viel aussagekräftigeren Beitrag vom April hatte er beim googlen wohl übersehen.) Der Kommentator hinterließ keinen Namen und surfte anonym. So weit, so langweilig. Interessant war nur, was als URL Referral von seinem Server an meinen Blogserver übergeben wurde: Es war der Mailserver der Lobbyorganisation WMP Eurocom AG.
In Vorstand und Aufsichtsrat der WMP sitzen illustre Namen aus den 80ern und 90ern wie Rupert Scholz, Hans-Hermann Tiedje, Bernd Schiphorst, Schmidt-Deguelle aber auch Hans-Dietrich Genscher und Roland Berger.
Auf den ersten Blick erinnert das an "Unternehmensberatungen" abgehalfterter Industriemanager, die auf ihre alten Tage ihre noch verwertbaren Kundenkontake für ein paar Euro an Unternehmen verscherbeln.
Aber die WMP ist eine andere Nummer. Zur Erinnerung: WMP wurde 2003 bekannt, als der damalige Chef der frisch umbenannten Arbeitsagentur einen "Beratervertrag" in Millionenhöhe freihändig an WMP vergeben hatte.
Wie seriös ist die WMP? Auf ihrer Website präsentiert sie stolz einen "Code of Conduct". Doch während PR-Agenturen aus Gründen der Transparenz auf ihren Webseiten normalerweise auch Kunden nennen, wie in diesem Beispiel Hill & Knowlton, schweigt sich WMP ausgerechnet darüber aus. Man erfährt schlicht nicht, was WMP für wen treibt. Diskretion gehört anscheinend zum Geschäft. Gehört das anonyme Lobbying in Internetforen auch dazu?
In den vergangenen Monaten war von verschiedenen Fällen zu lesen, in denen Agenturen verdeckte PR-Aktivitäten zugunsten ihrer Klienten durchführten.
- Der Politblog der Ruhrbarone wird immer wieder von Stimmungsmachern für Politiker oder Parteien heimgesucht, die sich fälschlicherweise für anonym halten.
- LobbyControl deckte auf, dass Hartmut Mehdorn im Web massiv Stimmung für den Börsengang der Bahn machen ließ (Link).
Auf FAZ.de warnte mich schon Ende Oktober ein Leser davor, im Fall Asmussen zu tief zu graben und darüber zu berichten. Da ging es um die überraschende Entscheidung Schäubles und Merkels, Asmussen als SPD-Staatssekretär im Amt zu belassen.
Anfang dieser Woche bekam mein Blog schon wieder Besuch von einem Interessenten an Postings zum Fall Asmussen. Diesmal vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Beamten für IT-Sicherheit haben sich gleich mal eine viertel Stunde auf dem Server umgesehen. Eine Stunde später schaute WMP dann noch mal auf der Seite nach.
Zu spät. Bereits am Freitagabend davor bekam dieser Blog Besuch von einem vermeintlich anonymen Asmussenfreund.
Der Mitarbeiter postete einen Kommentar gegen meine Kritik am Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und Bankenlobbyisten Jörg Asmussen. (Meinen viel aussagekräftigeren Beitrag vom April hatte er beim googlen wohl übersehen.) Der Kommentator hinterließ keinen Namen und surfte anonym. So weit, so langweilig. Interessant war nur, was als URL Referral von seinem Server an meinen Blogserver übergeben wurde: Es war der Mailserver der Lobbyorganisation WMP Eurocom AG.
In Vorstand und Aufsichtsrat der WMP sitzen illustre Namen aus den 80ern und 90ern wie Rupert Scholz, Hans-Hermann Tiedje, Bernd Schiphorst, Schmidt-Deguelle aber auch Hans-Dietrich Genscher und Roland Berger.
Auf den ersten Blick erinnert das an "Unternehmensberatungen" abgehalfterter Industriemanager, die auf ihre alten Tage ihre noch verwertbaren Kundenkontake für ein paar Euro an Unternehmen verscherbeln.
Aber die WMP ist eine andere Nummer. Zur Erinnerung: WMP wurde 2003 bekannt, als der damalige Chef der frisch umbenannten Arbeitsagentur einen "Beratervertrag" in Millionenhöhe freihändig an WMP vergeben hatte.
Wie seriös ist die WMP? Auf ihrer Website präsentiert sie stolz einen "Code of Conduct". Doch während PR-Agenturen aus Gründen der Transparenz auf ihren Webseiten normalerweise auch Kunden nennen, wie in diesem Beispiel Hill & Knowlton, schweigt sich WMP ausgerechnet darüber aus. Man erfährt schlicht nicht, was WMP für wen treibt. Diskretion gehört anscheinend zum Geschäft. Gehört das anonyme Lobbying in Internetforen auch dazu?
In den vergangenen Monaten war von verschiedenen Fällen zu lesen, in denen Agenturen verdeckte PR-Aktivitäten zugunsten ihrer Klienten durchführten.
- Der Politblog der Ruhrbarone wird immer wieder von Stimmungsmachern für Politiker oder Parteien heimgesucht, die sich fälschlicherweise für anonym halten.
- LobbyControl deckte auf, dass Hartmut Mehdorn im Web massiv Stimmung für den Börsengang der Bahn machen ließ (Link).
Auf FAZ.de warnte mich schon Ende Oktober ein Leser davor, im Fall Asmussen zu tief zu graben und darüber zu berichten. Da ging es um die überraschende Entscheidung Schäubles und Merkels, Asmussen als SPD-Staatssekretär im Amt zu belassen.
Anfang dieser Woche bekam mein Blog schon wieder Besuch von einem Interessenten an Postings zum Fall Asmussen. Diesmal vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Beamten für IT-Sicherheit haben sich gleich mal eine viertel Stunde auf dem Server umgesehen. Eine Stunde später schaute WMP dann noch mal auf der Seite nach.
Labels:
Finanzkrise,
Wahl2009
18 November 2009
Priol und Schramm
Priol: Die neue Regierung fährt in der Krise auf Sicht. Hat der Kauder gesagt.
Schramm: Das hat die Titanic auch gemacht. Aber wer hat auf der unsinkbaren Titanic Tempo und Kurs bestimmt? Der Mehrheitsaktionär. Und der saß in London City im trockenen.
Schramm: Das hat die Titanic auch gemacht. Aber wer hat auf der unsinkbaren Titanic Tempo und Kurs bestimmt? Der Mehrheitsaktionär. Und der saß in London City im trockenen.
Vor-Merz
Im letzten Herbst, als Investmentbanker Volkswirtschaften rund um den Globus an den Rand des Bankrotts gezockt hatten, veröffentlichte er juvenil-trotzig sein Buch "Mehr Kapitalismus wagen". Bekannt geworden war er mit seiner Steuererklärung, die auf einen Bierdeckel passt, wenn es nur noch drei Stufentarife gebe. Einer Rosstäuschung, denn nicht der Steuertarif macht unser Steuersystem kompliziert und ungerecht, sondern die Berechnung der Bemessungsgrundlage.
Von Merkel wurde er abgehalftert. Jetzt soll er ein Comeback planen: Als CDU Kandidat für den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Die Berliner Zeitung hat eine Umfrage gemacht und festgestellt, Merz würde vor allem in Ostberlin punkten. Aber will er denn überhaupt? Die CDU hatte schon einmal bei ihm angefragt, da hatte er abgelehnt. War vielleicht das richtige Timing, denn seitdem sind etliche Buhmänner in die Wüste geschickt worden.
Von Merkel wurde er abgehalftert. Jetzt soll er ein Comeback planen: Als CDU Kandidat für den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Die Berliner Zeitung hat eine Umfrage gemacht und festgestellt, Merz würde vor allem in Ostberlin punkten. Aber will er denn überhaupt? Die CDU hatte schon einmal bei ihm angefragt, da hatte er abgelehnt. War vielleicht das richtige Timing, denn seitdem sind etliche Buhmänner in die Wüste geschickt worden.
17 November 2009
Kurznachrichten
Rohde & Schwarz Teisnach baut Ladestationen für RWE Standorte in Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main und München.
Daimler kündigt Kurzarbeit für Gesamt 2010 an - und steigt ins Formel 1 Geschäft ein.
BMW Motorradfabrik Spandau beendet Kurzarbeit für seine 1.800 Mitarbeiter.
In Berlin ist endlich ein Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Autobrandstifter erlassen worden.
Vattenfall erhöht Berliner Strompreise für Private um 6% und für Gewerbe um 9% als Ausgleich für den Ausfall des billigen Hamburger Atomstroms. Also, die Kosten für das Missmanagement des Vattenfall Vorstandes zahlt vor allem das Berliner Gewerbe. Bei der letzten Strompreiserhöhung in Berlin hatte Vattenfall 200.000 Kunden verloren. Darunter auch uns..
Daimler kündigt Kurzarbeit für Gesamt 2010 an - und steigt ins Formel 1 Geschäft ein.
BMW Motorradfabrik Spandau beendet Kurzarbeit für seine 1.800 Mitarbeiter.
In Berlin ist endlich ein Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Autobrandstifter erlassen worden.
Vattenfall erhöht Berliner Strompreise für Private um 6% und für Gewerbe um 9% als Ausgleich für den Ausfall des billigen Hamburger Atomstroms. Also, die Kosten für das Missmanagement des Vattenfall Vorstandes zahlt vor allem das Berliner Gewerbe. Bei der letzten Strompreiserhöhung in Berlin hatte Vattenfall 200.000 Kunden verloren. Darunter auch uns..
16 November 2009
Ingolstadt senkt CO2 mit intelligenten Ampelschaltungen
Ingolstadt hat es besser als Berlin. Hier werden intelligente Ampelschaltungen getestet. Die Schaltungen werden so lange verändert, bis die Anzahl der Stopps auf bestimmten Strecken minimiert ist. Bis zu 20% weniger Stopps werden dabei erzielt.
In Berlin läuft es umgekehrt: Unintelligente Senatorinnen legen den Verkehr lahm mit dummen roten Wellen und Tempolimits in Umweltzonen, die nachweislich nichts bringen.
In Berlin läuft es umgekehrt: Unintelligente Senatorinnen legen den Verkehr lahm mit dummen roten Wellen und Tempolimits in Umweltzonen, die nachweislich nichts bringen.
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