Montag, 15. Juli 2013

Merkels Wähler verstehen die Botschaft ihres Schweigens

Autoritäres Totschweigen sichert Merkel den Vorsprung in den Meinungsumfragen. Sie hat genau verstanden, wie wir Deutschen in Krisenzeiten ticken. Krieg ist ok, solange wir davon zu Hause nichts mitkriegen. Das gilt auch für Wirtschaftskriege oder kalte Bürgerkriege wie den jetzigen: Angi, es ist ok wenn Du uns abhören lässt und wir unsere Gehaltserhöhungen durch Steuererhöhungen für die Bankenrettungen wieder verlieren. Solange Du uns den islamistischen Terror und das griechische Elend vom Hals hälst. Das sind die. Die sind weit weg. Man muss sehen, wo man bleibt. Da man das nicht aussprechen kann, schweigt man drüber. Merkel hat das verstanden.

Die Frage ist, ob und wann der Wirtschaftskrieg zu uns nach Hause kommt. Solange Chinesen und Russen unsere Autos kaufen halten wir durch. Und seht, Opel könnte es jetzt wieder schaffen. Aber schon brechen die Kollegen von Peugeot ein. Minus fünfzehn Prozent Absatzeinbruch im ersten Halbjahr. Hat sich ein Unternehmen von solchen Zahlen schon mal erholt? Ein Familienbetrieb mit 200.000 Mitarbeitern, davon 100.000 in Frankreich. Das wird brutal. Genau so wie für Fiat. Fiat und Peugeot sind die beiden europäischen Autohersteller, die mangels starker Partner nicht in neue Modell investieren können.

 Die Welt hat sich gewandelt, aber wir werden erst später erkennen, in welche Richtung.

Ich spüre den Wandel deutlich. Als sei wieder einmal einer dieser Superzyklen herum, nach denen man nicht mehr derselbe ist. Viele Dinge, die unser heutiges Leben prägen, haben wir vor langer Zeit begonnen. Alles lief, doch auf einmal stottert alles auf einmal. Es versetzt uns nicht in Panik, aber es wird uns gerade bewusst. Zeit für Veränderungen. Change before you have to.

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