Dienstag, 2. Februar 2021

Anschauungsunterricht für den Dunning-Kruger Effekt

Wer etwas mehr Lebenserfahrung hat kennt von Zeitgenossen mit weniger Erfahrung aber mehr Geltungsbedürfnis dieses Phänomen. Sie beschäftigen sich zum ersten Mal tiefer mit einer Sache und meinen anschließend, sie erfunden zu haben. Und rennen dann herum um jedermann ungefragt an ihrer Weisheit teilhaben zu lassen. Der Dunning-Kruger Effekt beschreibt die verzerrte Selbsteinschätzung inkompetenter Leute, das eigene Wissen und Können zu überschätzen.

Ganz anderes die Leute, von denen ich im Laufe der Jahre gelernt habe. Indem sie immer mehr lernten erkannten sie vor allem, dass man nie auslernt. Und umso zurückhaltender sind sie in Diskussionen. Sie klinken sich höchstens ein, wenn sie neue Details hören, die selbst sie noch nicht kannten. Es ist ihnen egal geworden, wie andere über eine Sache denken. Denn die meisten Leute geben ja doch nur wieder, was sie bei anderen gelesen oder gehört haben. Ohne Reflexion. So etwas langweilt nur.

Wir zogen vor 20 Jahren nach Berlin.  Und ein halbes Jahr später gab es den 11. September. Wir trafen uns  abends mit Freunden, die "schon länger hier lebten". Und wir besuchten "Themenabende" der Parteien. Und da wurde mir schnell klar, dass ich gar nichts weiß. Ich versuchte zwar stets mich mit Zeitungslektüre auf Ballhöhe zu halten, aber das reicht beileibe nicht. Man kennt zwar grundlegende Zusammenhänge und damit schon mehr als die meisten anderen. Aber man kennt eigentlich nur gefärbte Zusammenfassungen.

Heute ist es noch schwieriger, weil man die meisten Tageszeitungen eigentlich vergessen kann. So wie die meisten Berufe inzwischen ziemlich heruntergekommen sind und jeder für alles schnell angelernt wird, denn es muss ja nur bis zum nächsten Quartalsbericht oder zur nächsten Finanzierungsrunde reichen, gilt das auch für den Journalismus. 

Und es gilt ganz besonders für Politiker. Wie Angela Merkel, Jens Spahn und Markus Söder vor die Kameras getreten sind, das spottete wirklich jeder Beschreibung. Sie hatten auf dem "Impfgipfel" offenbar  zum ersten Mal gehört, wie ein Unternehmen funktioniert. Dass da geforscht, entwickelt, getestet und dann produziert wird. Dass da Rohstoffe reingehen und dann produziert und dann geliefert wird. Jens Spahn hat sogar gelernt, dass Impfmittelhersteller Pumpen einsetzen und in der jetzigen Phase könne "jede kleine Pumpe, die ausfalle, zu einer Lieferverzögerung führen".

Ja, liebe Kinder, so ist das nun mal in der großen weiten Welt. In der Welt da draußen in den Laboren und Fabriken. Jens Spahn weiß, dass die meisten Deutschen nichts davon wissen, und deshalb erklärt er es ihnen stolz.

Während dessen gibt Markus Söder seine "Insights" (so nennen seine Berater sicher dass, was er jetzt zu haben  meint) zum Besten. Söder sagt, weil man an den Lieferverzögerungen nichts machen könne "muss man halt jetzt zum Erwartungsmanagement greifen". 

Und davor, vor allen Leuten, die sich anmaßen sich selbst für Journalisten zu halten, erlaubte sich die Kanzlerin verbale Unverschämtheiten, die selbst für ihre Maßstäbe ungewöhnlich waren.

Sie sagte, der Austausch mit den Herstellern habe "mehr Realismus" in die Debatte gebracht und "Wunder dürfe man jetzt nicht erwarten".

Meint sie einen Realismus, den es vorher nicht gab, als sie Spahn das Zepter aus der Hand nahm um es unserer allseits anerkannten Beschaffungsexpertin Ursula von der Leyen zu geben? Meint sie mit "Wunder", dass wir von der EU Kommission die Performance, die USA, UK und Israel vorgelebt haben?

Es gibt Leute, die fühlen sich provoziert, wenn man von ihnen Qualität erwartet. Und die wissen immer, wenn sie schützend vor sich zerren können. Kritik? Bitte hier entlang, dort sitzen die Hersteller. Erwartungen? Oh, die müssen sie bei sich selbst beeinflussen. 

Merkel erklärte uns dann bis zur Erschöpfung wie das ist mit  den Ampullen und ob die jetzt "immer gleich geliefert werden oder am Ende der Woche". Wenn sie einen Satz beendete, wusste niemand (inklusive sie selbst) mehr, wie der Satz begonnen hatte. 

Aber der Prozess stimmt. Und der "Nationale Impfplan" wird jetzt abgeleitet aus der "Nationalen Impfstrategie". 

Gott sei bei uns.

Donnerstag, 28. Januar 2021

Die Einsamkeit der Anforderungsmanager und IT-Architekten

 Ich soll mal wieder einen Workshop machen. Einen Workshop, wo ich meine "Befunde adressieren" kann. Bei Unkundigen.

Dabei hatte ich nur angemerkt, dass unser Gefilde inzwischen so komplex ist, dass wir Anforderungen nicht mehr auf dem Flur auf Zuruf aufnehmen, sondern jetzt endlich mal oben anfangen und uns runter hangeln müssen.

Die Zeit, wo wir nicht wissen, worauf wir hinauswollen und auf welchem Weg sollte jetzt vorbei sein. Wir sollten inzwischen zumindest wissen, wie wir de-facto arbeiten und was wir dazu benutzen.

Oder in meinen Worten: So etwas wie Prozesse und eine Facharchitektur kennen. Aber schon diese Begriffe lösen bei unseren nur Kopfkratzen aus. 

Ich war neulich ausgebrochen, als ich hörte, dass irgendein Unterabteilungsleiter mit irgendeinem Mitarbeiter mal aufschreiben wollte, wie wir hier eigentlich arbeiten. Einerseits gut, denn da hatte jemand erkannt, dass wir das tun müssen. Andererseits hatte er durch Zuhören allein noch nicht erkannt, dass das auch irgendwas zu tun hat mit dem, was wir hier so machen.

Ich sagte also in unserem "Regeltermin", dass es so nicht weiter geht. Dass wir jetzt wenigstens innerhalb einer HA übergreifend denken und arbeiten müssen. Ich würde nicht länger als Bestellannahme fungieren.

Und da rede ich nur über drei Unterabteilungen und zwei Systeme. Unser Datenfluss erstrecke sich aber über viel mehr. Und ohne ein fachliches Programmmanagement werden wir nie in einen sinnvollen Zustand  kommen. Und außerdem habe ich keine Lust mehr, den Dingen hinterher zu laufen.

Ich erntete von oben Zustimmung, von den unteren Reihen Schweigen. Es ging so aus, dass ich die Aufgabe bekam, einen Workshop vorzubereiten. Allein natürlich, denn irgendeinen Gleichgesinnten und Verständigen habe ich hier nicht.

Ich hätte das gerne als wichtigste Aufgabe der Woche gehandhabt. All die nervenden Befunde, Erkenntnisse und Vorschläge mal aufschreiben. Aber man braucht dazu Zeit. Und man will ja auch etwas Pepp reinbringen, kreativ sein.

Das war nun leider nicht möglich, da mich die gleichen Leute wie gewohnt in ihre Adhoc Runden zogen. Ich bin ja nicht nur irgendwas mit Fachprojektleiter und Programm"Koordinator". Ich bin ja auch Hotline, Vertreter, Finanzen, Coach, Arbeitsgruppenleiter usw. 

Und 20x 10 Minuten sind nunmal nicht das gleiche wie 3 Stunden am Stück wo man in einen Flow kommt.

Und dass ich das in Folien gießen soll, stört mich auch. Wir haben völlig die Kompetenz verlernt, komprimiert, fokussiert zu sprechen und ebenso zuzuhören. 

Das war in dem Digital Lab anders. Ich hatte mich mit den Architekten so gut verstanden, dass wir es sofort auf unseren beschreibbaren Wänden festhalten konnten. Ganz wenig Verständnisdiskussion, dafür ganz viel Fortschritt.

Darauf darf ich hier nicht derzeit nicht hoffen.

Freitag, 22. Januar 2021

Holte sich Hubert Kah seine Vorlage von "Rosemarie" bei Fischer-Z?

Auf meinem Streifzug durch die frühen 80er Jahre, bin ich auch auf Fisher Z gestoßen. Die Ökos, die damals von ihren älteren Geschwistern ihre Platten in die Klasse mitbrachten, hörten z. B. Fischer Z. Zeitgenossen von damals dürfte "Cruise Missiles" noch in den Ohren vergraben sein.

Ökos hatten damals mit der Neuen Deutschen Welle nichts am Hut. Der Spaß suchende, Auto fahrende Markus mit den Deutschlandfähnchen in der ZDF Hitparade war ihnen ein Graus. Und BAP distanzierten sich hart von der NDW, als sie es in die Charts schafften.
Und umgekehrt: New Waver hörten keine Peacemusik. 

Deshalb ist beiden wohl entgangen, wie sehr "Pretty Paracetamol" von 1980 doch Hubert Kah's "Rosemarie" von 1982 ähnelt:

Freitag, 15. Januar 2021

Wir müssen die Grenze zu Tschechien schließen

Die Qualität der Coronapolitik bemisst sich nicht an Fallzahlen, sondern an Intensiv- und Todesfällen. Das sah die Bundesregierung bis zu ihrem Versagen auch so.

Betrachtet man die 7-Tages-Kurven der Todesfälle von Deutschland und seinen Nachbarn, wird klar was man tun muss: Die Grenze zu Tschechien schließen.


Quelle: https://ourworldindata.org/coronavirus




Mittwoch, 13. Januar 2021

Berliner Senat verweigert Argumente für 15km-Leine

 BILD prägte den Begriff vorige Woche und viele haben ihn aufgegriffen: Die 15km Zone ist eine "Leine". Diese Metapher passt zum "Maulkorb". Und der Kampfhund ist inzwischen das, was überforderte Karrierepolitiker im mündigen, aufsässigen Bürger sehen.

Die RBB Abendschau hatte gestern Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) vorgeladen. Zum Glück war der einzige regierungskritische Moderator an dem Abend dran, Sascha Hingst.

Er frage Ramona Pop nach dem Sinn der 15km Leine: "Ich darf zum Joggen jetzt nicht mehr raus in den Wald fahren, um den Leuten aus dem Weg zu gehen sondern muss ab jetzt im Tiergarten laufen und mich mit den anderen drängen. Welchen Sinn soll das haben?"

Ramona Pop: "Ja, äh, das haben wir ja gemeinsam mit der Bundesregierung beschlossen und wir wollten vermeiden dass es überall andere Regeln gibt."

Hingst: "Aber müssen Regeln nicht auch funktionieren?"

Pop: "Äh ja, tut sie ja auch, auch in Berlin. Wir wollen vermeiden, dass sich die Leute am Wochenende wieder beim Skifahren drängeln."

Hingst: "In Berlin?! Sie können uns doch nicht mit den Skigebieten in den Alpen vergleichen."

Pop: "Also wir haben Hinweise, dass Berliner am Wochenende ins Erzgebirge gefahren sind. Das wollen wir abstellen."

Hingst: "Das höre ich zum ersten Mal."

Pop: "Ja, und darüber hinaus müssen wir hier ja mitmachen, weil alle anderen es auch machen und wir müssen da solidarisch sein."

Irgendwann wurde es Hingst zu blöd und er beendete das Interview.  Es taugte aber immerhin dazu, Intelligenz Leuten vorzuführen, wie dumm dieser Senat ist.

Link zur Abendschau:https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20210112_1930/Bewegungsradius_berlin.html 

Dienstag, 12. Januar 2021

Zensurwillkür führt zu Kurseinbrüchen bei Twitter und Facebook

 Die Zensurmaßnahmen, insbesondere die Sperrung von Donald Trump, hat bei Twitter und Facebook zu starken Einbrüchen ihrer Aktienkurse geführt. Gut so. Die Marktmechanismen funktionieren offenbar. Wer sich zum Inquisitor auf der eigenen Diskussionsplattform aufschwingt, muss wieder lernen was freie Märkte und Meinungsfreiheit sind.

Twitter:

Facebook:

Donald Trump hatte auf Twitter fast 90 Millionen Follower, in der Realität hatte er mehr als 70 Millionen Wähler. Wer meint, diese einfach mundtot machen zu können, und das auch noch ohne Grund, muss es halt finanziell merken.

Twitter und Facebook haben hier aber nur fortgesetzt, was New York Times und Washington Post schon lange vorgelebt hatten. Wer den Diskurs unterdrückt, wer investigative Journalisten diffamiert und bedroht (wie im Fall Snowden), der muss geerdet werden. Und die einzige Sprache, die diese Leute verstehen ist Boykott. 

Übrigens gehört die Washington Post ja inzwischen Jeff Bezos. Es wird Zeit für mich, dass ich nach 22 Jahren meinen Account bei Amazon kündige. Bei Facebook und Twitter bin ich ja schon lange nicht mehr.









Samstag, 9. Januar 2021

Die Meldung des Tages..

 .. kommt von der NZZ.

Aber war es nicht Merkel, die unsere Impfdosen verschenkt, und Müller, der Impfdosen weggeschmissen hatte?



Donnerstag, 7. Januar 2021

Was für ein Jahresstart

Gerade erst hatte auch der letzte Zeitgenosse seine Hoffnung darauf ausgedrückt, dass 2021 nur besser werden könne, da luden Merkel, Söder und Müller zu einer Pressekonferenz ein.

Weil die Datenlage bzgl. neuer Fälle so diffus sei, müsse man jetzt vorbeugen und die Maßnahmen verlängern und verschärfen, sagte Markus Söder. Merkel verkündete mit emotionslosem Apparatischikton,  dass Haushalte jetzt nur noch 1 Besucher empfangen dürfen und um Hotspots mit mehr als 200 Fällen pro 100.000 Einwohner eine 15km Ausgangssperre verhängt werde. Ach und Merkel witzelte auch über das eine oder andere Bonmot bei der Besprechung mit "der Wissenschaft". Aber ansonsten sei alles in die richtigen Gremien und Prozesse eingekippt. Zu dem von BILD enthüllten Skandal über gezielt verschleppte Impfstoffbestellungen äußerte sich Merkel erst auf Journalistennachfrage.

Interessant fand ich die Theorie der Ruhrbarone, dass Merkel und von der Leyen deshalb so wenig Biontech Impfstoff bestellt hatten, weil sie diesen für "Gentechnik" (also Teufelszeug) hielten.

Wie erleichtert dürfte man also in der Koalition gewesen sein, als gestern Abend die Fernsehbilder über Proteste vor dem Washingtoner Capitol gesendet wurden. Trump Anhänger gaben dort ihrem Protest über die dubiosen Vorfälle bei den Wahlen und ihrer Auszählung Ausdruck. Später versammelten sich einige von ihnen auf der Treppe und vor dem Eingang des Capitols. Einige drangen auch ins Gebäude ein. Es soll eine Schießerei gegeben haben.

Wir schalteten quer durch die verfügbaren Sender. Und waren froh, nicht nur linientreue Töne zu hören. So berichtete z. B. auf dem eigentlich linientreuen Bertelsmannsender n-tv ein besonnener  und nachdenklicher Korrespondent live aus Washington. Hinzugeschaltet war ein strategisch und politisch denkender, aber nicht konformistischer Politologe aus Köln, der die naiven Fragen der Studiomoderatorin gerade rückte. Im Ersten (Tagesthemen extra) gab Tante Erna hilflos ihrem Erstaunen Ausdruck. Euronews berichtete live mit deutschem Ton. Die BBC gab den notorischen Hasser auf Trump und seinen "Mob". "Mob" war dann auch die Vokabel, die Washington Post, CNN und Konsorten ab sofort im Gleichklang verwendeten. 

Auch Phoenix berichtete live. Und zwar bereits seit der Rede von Trump. Und just als Trump anfing, seine Vorwürfe gegen die Gerichtsentscheidungen zu begründeten, blendete die Regie aus und schaltete ins Studio um, wo der Moderator seinen Experten zu den "unbegründeten" Vorwürfen Trumps befragte. Gelernt ist halt gelernt.

Montag, 4. Januar 2021

Merkels Coronapolitik ist nicht besser als Trump's oder Johnson's

 Wenn ich dieses faktenfreie Gelaber höre oder lese. Leute die sich über Trump und Johnson erheben und Merkel für ihre Coronapolitik preisen. Dabei liegen alle drei Länder gleichauf, wenn man normierte Todesfälle nimmt (Quelle: World in Data).

Deutschland liegt mit den USA quasi gleichauf und liegt weit über dem EU-Durchschnitt. Der EU-Durchschnitt wiederum liegt weit über den Durchschnitten von Nordamerika, Südamerika und vor allem Asien. Deutschland hat auch weitaus mehr Tote pro Einwohner als Schweden und Spanien.

Aber wenn man die gleichen Leute mit diesen Fakten konfrontiert, machen sie sofort die nächste unbewiesene Behauptung auf: In UK und USA liegt es an der Regierung, in Deutschland liegt es an der Uneinsichtigkeit des Volkes. Das Volk soll nicht Skifahren und Rodeln. Nicht an der frischen Luft aufhalten. Wohl aber soll das Volk Bahnfahren, denn das gilt amtlich als ungefährlich. 

Es ist eine Propaganda am Werk und sie hat es so leicht, weil etwa die Hälfte der Deutschen immer noch das Ideal vom konformistischen Untertan lebt, der sich nach nichts mehr sehnt, als seine freiheitswilligen, mündigen Mitbürger anschwärzen zu können.





Samstag, 2. Januar 2021

Unterbrecher in Diskussionen

Die Neigung mancher Zeitgenossen, andere sofort zu unterbrechen, wenn ein Stichwort bei ihnen eine Assoziation auslöst, trifft und nervt nicht nur Frauen. 

Dieses Verhalten ist nicht nur respektlos sondern auch destruktiv für die Konzentration, besonders in Audiomeetings. Beobachtete Motive sind:

- Dominanztrieb (Ich rede, also bin ich.)

- Lenkung einer Diskussion vom unsicheren ins vertraute Gelände

- Angst, eine Gelegenheit zur Profilierung zu verpassen.

Höfliches Schweigen wird oft als Schwäche oder gar Zustimmung ausgelegt. Es hilft mehr, selbst einfach weiterzureden bis sich ein dritter beschwert, dass er nichts mehr versteht. 

https://slate.com/human-interest/2014/07/study-men-interrupt-women-more-in-tech-workplaces-but-high-ranking-women-learn-to-interrupt.html

Freitag, 1. Januar 2021

Eine wachsende Bereitschaft, Freiheitsrechte zu opfern

 Es gibt im Westen eine wachsende Bereitschaft, Freiheitsrechte zu opfern. Und ich frage mich, woher das kommt.

1. Welle: Das Recht auf Privatsphäre

Diesen Konformismus der Staats- und sog. Qualitätsmedien gibt es nicht erst seit 2015. Der wurde in den USA schon nach den Snowden-Enthüllungen sichtbar. Er äußerte sich in den Angriffen us-amerikanischer Medien nicht auf Barack Obama's Geheimdienstpolitik gegen das eigene  Volk, sondern gegen Snowden selbst. Seit dem 11. Sept. 2001 galt die Aufhebung der Privatheit als legitimes Mittel für die Terrorabwehr.  Das Ausmaß von Umfang und Tiefe blieb aber bis Snowden eher unbekannt. Die Antwort der Linientreuen war: Wer nichts zu verbergen hat, der ist nicht gegen die vollständige Überwachung.

Für die meisten US-Bürger hieß das, sie mussten nun abwägen zwischen dem Komfort und der Eitelkeitsbefriedigung, die ihnen die neuen sozialen Netze brachten - und dem Risiko, vollständig überwacht zu werden. Es half der Regierung, dass in den Jahren zuvor die Bildungsstandards gesunken waren (bzw. exklusiver gemacht worden waren). Eitle, unsichere Bürger sind Regimen immer lieber, als aufgeklärte, mündige Bürger, die ihre Rechte einfordern.

Der einzige Unterschied zwischen Barack Obamas Überwachungspolitik und der Dystopie von George Orwell in "1984" ist: George Orwell lässt die Bürger von ihrer Überwachung wissen. Die Absicht ist, Wohlverhalten zu erzeugen und Abweichungen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Barack Obama erzählte seinen Bürgern nichts davon. Er wollte den Zugriff post-mortem und erstmal feststellen, welche Bevölkerungsgruppen denn überhaupt zur "Abweichung" neigen. (Man kann vielleicht sagen: Donald Trump adressierte später genau diese Leute: Die vom Schnüffelstaat die Schnauze voll hatten.)

2. Welle: Das Recht auf nationale Selbstbestimmung

Nach Snowden kam der nächste Angriff: Auf die nationalen Identitäten der europäischen Mitgliedsländer. Friedensnobelpreisträger Obama setzte bei Merkel durch, dass die EU helfen würde, syrische Bürgerkriegsflüchtlinge ins Land zu lassen. Er richtete seine Forderung gegen die EU, nicht gegen die arabischen Nachbarstaaten Syriens. Und wo er schon einmal dabei war, erweiterte er den Scope dieser Forderung ebenso auf Einwanderer aus Afrika, Afghanistan, Somalia etc. Er und seine "Think Tanks" setzten die Ideologie in die Welt, nach der die westliche Welt, insbesondere Europa, den früheren Kolonien etwas schulde: Wiedergutmachung. Offenbar zählten die bereits geleisteten Milliarden an Entwicklungshilfe nicht. 

Und so kam zum Angriff auf die individuelle Selbstbestimmung durch Überwachung der Angriff auf die nationale Selbstbestimmung durch Zwangseinwanderung. Im Kern des Angriffs steht die nationale Identität. Nein, vielleicht haben wir schon seit längerem sowie so keine nationalen Identitäten mehr. Aber zumindest identifizieren wir uns immer noch mit Nationen, die überwiegend kulturell übereinstimmen, wie z. B. die Demokratien in Europa, Amerika und Asien.

3. Welle: Das Recht auf Freizügigkeit und Mobilität

Greta Thunberg ließ man die dritte Welle starten: Den Angriff auf das Recht auf persönliche Freizügigkeit durch individuelle Mobilität - sprich: Das eigene Auto. Den Vorwand liefert hier die Erzählung von der globalen, menschengemachten Erwärmung des Klimas. Da dieses Risiko in die Zukunft projiziert ist (übrigens schon seit langem), war es opportun, eine Vertreterin der Jugend diese Kampagne bestreiten zu lassen.

Hierzu passt die Unwilligkeit der jungen Generation Z Verantwortung für Besitz zu übernehmen. Sie legt sich eh ungern fest ("Generation Maybe") und benutzt lieber Mietwagen und Elektroauto die draußen herumstehen. Sie wollen sie benutzen, nicht warten und pflegen. Zumal sie solche handwerklichen Fertigkeiten eh nicht mehr lernen. 

Und weitere Wellen sind schon formuliert und geplant. 

4. Welle: Coronapolitik

Auch mit der Todesangst vor einer Virusinfektion lassen sich Freiheitsrechte einschränken oder abschaffen. Wir erleben es gerade live, wie wir uns daran gewöhnen Menschenansammlungen (wie auf Demonstrationen oder kulturellen Darbietungen) für ungewöhnlich zu halten. Die Fronst zwischen linientreuen, naiven und selbstdenkenden mündigen Bürgern, die die Freiheitseinschränkungen höchstens für ein letztes Mittel halten, spaltet inzwischen wirklich unser Land.

5. Welle: Das Recht auf Wahlen

Wo Sachzwänge herrschen, kann man die Entscheidung nicht den Leuten überlassen. So begründete der Gründer von "Extinction Rebellion" seine Ablehnung der Demokratie und die Einführung einer Ökodiktatur. Wir Demokraten hätten nach seinen Worten unsere "Chance (auf Einsicht in die Notwendigkeit) gehabt. Und jetzt sei Schluss mit lustig.

Die Abschaffung des Mehrheitsprinzips spielt auch jenen in die Hände, die Minderheiten immer mehr Rechte und Privilegien zuschanzen wollen. Rassismus und Diskriminierung seien "strukturelle Gewalten" von Mehrheiten gegen Minderheiten und das spreche gegen das Mehrheitsprinzip. 

Wem nutzt das?

Zuerst nutzt das den Regierungen einer enorm gewachsenen Weltbevölkerung. Überwachung, Bewegungseinschränkung und Unselbständigkeit in Form von Abhängigkeiten staatlicher Dienstleistungen waren schon immer die Mittel von Sozialisten und Kommunisten. Aber warum spielen immer mehr Teile der Bevölkerungen da mit?
Ich denke, die Reaktion auf die Abschaffung der Privatsphäre hat die Antwort schon gegeben: Leute geben ihre Mündigkeit gerne ab, weil es bequem ist. Und noch mehr, wenn es zusätzlich Eitelkeiten in Form öffentlicher Anerkennung für konformes Verhalten ("Nachhaltigkeit", Antirassimus,...) einbringt.
Der Kosename "Mutti" für Kanzlerin Merkel war ebenfalls ein Zeichen dafür. Die Popularität der aus Berlin stammenden Familienministerin Gipfel, die mit der quietschenden Stimme und der Kindergartensprache, bedient dieses Muster auch.

Für mündige Bürger sind das ganz schlechte Zeichen. Wenn Katrin Göring-Eckardt erstmal Bundespräsidentin ist, Markus Söder Bundeskanzler, die Autoindustrie untergegangen und die demokratisch-christlich-jüdische Kultur durch eine archaische Scharia ersetzt ist, wird die wertschöpfende Schicht hoffentlich das Land verlassen (solange es noch geht). Zwangsarbeit hat es in unserem Land ja auch schon mal gegeben. Und wie eine MdEP der grünen Fraktion ja neulich gesagt haben soll: "Die arbeitslosen Autobauer können wir dringend in der Altenpflege gebrauchen."

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Silvester 2020: "Friede den Eigentumswohnungen!"

 Ich habe gerade mal gestöbert, was ich in früheren Dezembern hier gebloggt hatte. Manches sahen ich und andere schon früh kommen. Den Abstieg unserer früheren Werte Freiheit und Mitbestimmung zum Beispiel. Aber auch die nahende Ankunft von etwas was noch nicht konkret erkennbar ist. Eine Mischung aus Sozialismus und Globalisierung. Nur die Pandemie sah natürlich niemand voraus. 

Aber die Pandemie hat die genannten Entwicklungen beschleunigt. Wir sind heute noch unfreier, etwa die Hälfte der Leute geben ihre Selbstbestimmung gerne ab, nennen sich selbst nicht mehr Bürger sondern "Menschen".

Was ich früher nur in den "sozialen Medien" mit Unbekannten erlebte, habe ich dieses Jahr zum ersten Mal im eigenen Bekanntenkreis erlebt: Ende der Diskussion, Kontaktabbruch - schön gepaart mit Doppelmoral.

Da war z. B. der Geschäftsführer, der das gemeinsame Schulfreundetreffen im Sommer, als Corona auf einem Minimum war, absagte mit Verweis auf die Regierung (die aus seiner Sicht "einen guten Job" macht). Und uns dann vor Weihnachten, als Corona im Maximum war, erzählte,  er uns seine Freundin würden jetzt die Eltern besuchen. Und der auf meine kritische Rückfrage nach dem RIsiko, polemisch wurde. Und da war die Pensionärin, die sich im Treppenhaus stets als "Risikogruppe" bezeichnete und um Rücksicht bat (Bitte Maske tragen!) und uns dann Anfang  Dezember erzählte, sie fliege in kürze nach Südeuropa, ihren Sohn besuchen.

Da sind die Postings der Fachhochschulabsolventen auf WhatsApp, die die Regierung preisen und Oppositionelle verdammen und für dumm verkaufen. Die nicht mehr selber denken, nicht mehr selber recherchieren und lieber alles schlucken. Ihre Lieblingsgegenfrage lautet: "Glaubst Du denn Du weißt es besser als unsere Bundeskanzlerin?".

Ich bin schon kurz davor, pauschal alle unter Universitätsabschluss aus meinem Kreis auszuschließen. Aber da würde ich auch wieder vielen Unrecht tun. Da ist der kritisch denkende Werkstattmechaniker, der Fahrlehrer und natürlich alle Verwandten, die nicht studiert haben. 

Aber vielleicht muss ich die Selektion nur schärfen. Vielleicht sind die Halbgebildeten die schlimmsten. Die FH- und BA-Absolventen also. Die Zweitklassigen, die sich so gerne mit Drittklassigen umgeben. 

Wir sehen in dieser Woche, wie unsere Regierung es nicht hinbekommen hat, Deutschland mit einer ausreichenden Lieferung von Impfstoffen zu versorgen. Jens Spahn hat es allen Ernstes geschafft, dass Deutschland genau so viele Impfdosen bekam wie Malta und Portugal und nennt das dann "europäische Solidarität". Wir sollen uns gefälligst am Anblick der Impfdosen erfreuen, nicht deren Nutzung "beanspruchen": Zwar haben wir BioNTech mit Millionen gefördert, aber daraus leitet sich nach Spahn "kein Anspruch" ab. 

Und natürlich gehört zur "europäischen Lösung" auch, dass Macron die Absatzmärkte von Sanofi sichert. Die sind zwar später dran, aber es ist halt solidarisch, jetzt zu warten, bis die soweit sind..

Der Gesundheitsschutz tritt hier hinter europäische Symbol- und Interessenspolitik zurück. Das muss man sich mal vorstellen. So handfest war kein Querdenkerprotest wie die Politik der Bundesrepublik.

Zu den Lichtblicken in diesem Jahr gehörte ganz sicher der wieder erwachte Protest, der unbändige Wille der mündigen Bürger zur Freiheit. Auch die Achse der Guten mitsamt ihrem Podcast In Dubiose gehört zu den Lichtblicken in diesem Jahr. 

So, Feuerwerk und Böller sind verboten worden. Landesinnenminister drohen den Bürger bei Zuwiderhandlung. Das arabisch-türkisch-bosnische Prekariat nehmen sie von ihren Drohungen aus und nennen es in Berlin z. B. "Die Polizei wird nicht überall sein können." Dies ist zu übersetzen in: "Die Polizei wird den Weg des geringsten Widerstandes gehen, der gleichzeitig der Weg der maximalen Bußgeldeinnahmen sein wird: Den Weg in die Siedlungen der werktätigen Bürger.": 

Und so zitiere ich Euch Bürgern zum Jahreswechsel den Freiheitskämpfer Georg Büchner: "Friede den Eigentumswohnungen, Krieg den Ministerialbüros."

(Link zum Hessischen Landboten)

Dienstag, 29. Dezember 2020

Nebelwerfer Andreas Geisel

 Ja klar, Innensenator Andreas Geisel (früher SED, jetzt SPD) hat die Lage im Griff:

  • Das Feuerwerks- und Böllerverbote wird natürlich nur von den braven Deutschen eingehalten werden. Aber von bestimmten Milieus natürlich nicht. 
So erreicht er beides: Die deutsche Feuerwerksindustrie geht in die Knie und die türkisch-arabischen "Jungs" haben weiterhin ihren Spaß, die decken sich bekanntlich nicht bei Aldi und Lidl ein sondern haben eigene Kanäle (RBB).
  • "Die Pandemie setzt den Clans zu." sagte er in der Abendschau, "Die Einnahmen von Prostitution und Schutzgeldern sinken". Und: "Wir haben in diesem Jahr viel erreicht, weil wir sie unter Druck gesetzt haben." (RBB)
Wer sich mal mit den Maffiajägern in Italien beschäftigt hat, weiß: Solange Andreas Geisel nicht mit Personenschutz und sicherer Weste herumlaufen muss, hat er niemanden unter Druck gesetzt. Der Deal lautet in solchen Fällen: Platzpatronen und viel Blaulicht für die Kameras. Vor Gericht verschwindet dann alles im Nebel und die Berliner Presse behandelt die Sache im Feuilleton, weil ja auch Bushido, der Verweinte, seine Auftritte hat. 

Übrigens hat auch RBB Moderator Volker Wieprecht den von den Grünen vorgeschlagenen Neusprech für Clankriminelle übernommen: Er "ordnete" die Schießerei in der Stresemannstraße brav und verschleiernd der "Organisierten Kriminalität" zu. Andreas Geisel war da noch nicht so weit, verfiel in alte Gewohnheiten und sprach weiter von Clankriminellen... (RBB Video).

Die Anfänge der "Fridays for Future"..

 .. findet man künstlerisch verewigt an der Gedenkstätte des 17. Juni. Diese befindet sich -gut versteckt- an  der Außenmauer des Bundesfinanzministeriums, Leipziger Ecke Wilhelmstraße. In der vorderen Reihe der Blaublusen die FDJ-Sekretärinnen für Agitation und Propaganda und Jugendvertreterinnen der Betriebsgewerkschaften.



Montag, 28. Dezember 2020

Berlin im Lockdown

Markt und Straßen stehn verlassen,

Still erleuchtet jedes Haus,

Sinnend geh’ ich durch die Gassen,

Alles sieht so festlich aus.


Und ich wandre aus den Mauern

Bis hinaus in’s freie Feld,

Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!

So ähnlich könnte von Eichendorff auch heute dichten - wenn ihm nach Dichten noch zumute wäre. Ein Rundgang zwischen Landwehrkanal und Potsdamer Platz. Diese Stille. Nur die Schüsse der Clankriminellen und ein feiger Maffioso, der in den Kanal plumpst..









"No More Lockdown", van Morrison

"Stand and Deliver", Eric Clapton feat. van Morrison

Seit Snowden ist der Konformismus noch gewachsen

Der regierungstreue Konformismus früherer Qualitätsmedien begann in den USA mit dem Krieg gegen den Terror. Ich würde die Anfangsphase auch eher als Patriotismus beschreiben. Zum Konformismus wurde es in meinen Augen erst, als es die ersten Enthüllungen über staatlichen Missbrauch von Überwachung und Operationen im Ausland gab sowie Fakenews der Bush-Regierung. 

Wer gegen die Überwachung war, galt als unpatriotisch. Aber wer einer Regierung noch die Stange hält, wenn diese sich gegen das eigene Volk wendet, den bezeichne ich als linientreu und konformistisch. So etwas gab es im geteilten Deutschland in der DDR. Aber in der freien westlichen Welt kannte zumindest ich so etwas früher nicht.

Erinnern wir uns: Als der Guardian die Enthüllungen von Edward Snowden veröffentlichte, kritisierten amerikanische Medien nicht die enthüllte Tat, sondern den der sie enthüllt hatte. Und zu dieser Zeit regierte Barack Obama.

Glenn Greenwald beschrieb in seinem Buch "Die globale Überwachung - Der Fall Snowden", wie amerikanische Tageszeitungen wie z. B. die Washington Post vor Artikeln mit  echten Neuigkeiten über den Regierungsapparat diesen vorher fragte, ob die Veröffentlichung ok für diese sei. Sie unterwarfen sich einer vorauseilenden Zensur um Ärger mit den Juristen von Ministerien zu vermeiden.

Dieser Medienkonformismus schwappte erst im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 auch nach Deutschland. Während Barack Obama die Untergrabung der amerikanischen Demokratie mit der "nationalen Sicherheit" begründete, legten er oder andere unserer Bundeskanzlerin und den Hauptstadtmedien das Wort vom "Humanismus" in den Mund. Ab hier schalteten etliche Tageszeitungen, die bis dahin mit wacher Aufmerksamkeit und der Verpflichtung auf Wahrheit geglänzt hatten, auf Linientreue um.

In dieser Phase, 2015 bis ca. viertes Quartal 2020, las man so gut wie nichts über Enthüllungen von Regierungshandeln. Die Kritik richtete sich fortan gegen die Opposition, insbesondere die AfD und gelegentlich die FDP, wenn sie AfD-Positionen zu früh zu nahe kam. Grüne und Linkspartei blieben geschützt, da diese das Regierungshandeln unterstützten.

Die Enthüllungen über die Bafin, den Handel ihrer Mitarbeiter mit Wirecard Aktien, war die erste Enthüllungsgeschichte seit etlichen Jahren. Die Enthüllungen über Wirecard selbst waren dagegen nicht von einer deutschen Zeitung sondern von der Financial Times gekommen, die dafür in Deutschland sogar noch angeklagt wurde.

Eric Snowden ist regierungstreuen Journalisten suspekt, weil er den EU-Funktionären und europäischen Regierungen suspekt ist. Und warum dies? Bei allen Kontroversen gibt es eine systemübergreifende Solidarität zwischen Regierungen, wenn die Werte die sie angeblich schützen, gegen sie verwandt werden. Das führt unterm Strich dazu, dass die meisten Europäer sich über die Erkenntnisse von Eric Snowdens Enthüllungen kaum Gedanken gemacht haben. 

Das ist paradox: Früher wäre die deutsche Mentalität gewesen: Überwachung (also Einschränkung der persönlichen Freiheit) ist ok, wenn sie die Sicherheit erhöht. 

Die gleichen Deutschen sind heute aber dagegen, die Sicherheit zu erhöhen, wenn dies zu Freiheitseinschränkungen beim Milieu der Terroristen führt. Diese Deutschen lassen sich sogar einreden, das Terrorrisiko sei kleiner als die Chance auf einen Sechster im  Lotto.

Also verkürzt gesagt: Nachteile für sie selbst sind ok, aber Nachteile für andere -wenn es um das gleiche Ziel geht, Sicherheit- sind nicht mehr ok. 

In dieses Denkschema passte auch Merkels Verhalten. Diese empörte sich über das PRISM Programm erst, als nicht mehr nur die deutsche Bevölkerung abgehört wurde, sondern auch die deutsche Regierung.

Der Gegenbeweis gegen die Behauptung, wir Deutschen würden von der Überwachung selbst profitieren, weil wir durch amerikanische Hinweise an deutsche Sicherheitsorgane vor Terror geschützt würden, ist seit dem 19. Dezember 2016, dem Attentat an der Gedächtniskirche auch widerlegt. Hier verhinderten Erkenntnisse der Überwachung sogar den rechtzeitigen Zugriff des Attentäters, weil er später noch Nutzen bringen sollte. Aber auch das regt bis heute keinen Deutschen auf.

Wir wissen nicht, ob und welche Deals zwischen Friedensnobelpreisträger Barack Obama und Angela Merkel damals gelaufen sind, damit Merkel nicht weiter auf dem PRISM Thema herumreitett. Die Annahme, dass inzwischen auch deutsche Geheimdienste von den abgehörten Daten der NSA profitieren, würde manches erklären. Z. B. die Willfährigkeit, mit der Merkel der unkontrollierten Einwanderung durch Grenzöffnung zustimmte. 

Inzwischen sind sieben Jahre seit den Snowden Enthüllungen vergangen. Glaubt jemand, dass der Umfang kleiner geworden ist? Dass sich die Analysemöglichkeiten verschlechtert haben? Dass Regierungen inzwischen öfter auf etwas verzichten was technisch möglich geworden ist?

Die Dilettanz mit der zumindest die Bundesregierung immer noch IT-Lösungen umsetzt (Stichwort Corona-App) lässt uns zumindest hoffen, dass sie vom Machbaren noch weit entfernt ist. Andererseits laufen die wirklich wichtigen staatlichen IT-Programme nicht in den Händen von wahlkämpfenden Ministern, sondern in Bundesbehörden mit grauen Fassaden.

Gegen die NSA war die Stasi ein Knabenchor. Die NSA leistet nicht das gleiche wie die Stasi mit effizienteren Mitteln. Sondern sie nutzt die Effizienz heutiger Mittel um eine weltweite Stasi zu spielen. Und sie bietet ihre Erkenntnisse auf dem Dienstemarkt sicher nicht umsonst an. 

Ganz sicher in die Hände spielt ihnen eine Gesellschaft, die sich alle zwei Jahre für  mehrere hundert Dollar oder Euro eine neue Wanze beschafft, diese bereitwillig überall mit hin trägt und ihre Passfotos in Form von Selfies auf Cloudservern der Hersteller und Netzbetreiber ablegt. Und in sozialen Netzen keine Fragen über ihre Linientreue offen lässt.

Der Wortschatz der Neosozialisten

Ein Unterscheidungsmerkmal zwischen alter und neuer Linke ist der Grad an Bildung. Die alte Linke sah in Bildung und Aufklärung eine Errungenschaft, die den unteren Schichten erschlossen werden sollte, so dass auch sie Zugang zum (materiellen) Aufstieg haben.

Die neue Linke lehnt Bildung ab, da zu mühselig und oft in geistige Überforderung mündend. Der neue Linke ist nicht aufstiegswillig sondern er will andere zum Abstieg bringen, auch jene, die ihm den nicht verdienten Wohlstand gewährleisten.

Hier trifft sich der westliche neue Linke mit den ebenso ungebildeten Massen der arabischen und afrikanischen Welt. Alle zusammen denunzieren sie die Aufklärung, Bildung und Wissenschaft als weiß, männlich und neuerdings "kolonialistisch". 

Damit ändern sich auch die Bausteine der politischen Argumentation. Mangels Fähigkeit zur Ratio initiieren sie eine Renaissance der Moral und Esoterik.

Das schlägt sich in folgenden Antagonismen nieder:

Aus Argumentation wird -> Erzählung

Aus dem Argument wird -> Haltung

Aus der Ideologie einer Interessengruppe wird -> die Moral der Gemeinschaft

Aus dem befreiten ich wird -> ein neuer Gruppenzwang

Aus dem mündigen Bürger wird -> der anspruchsberechtigte Mensch

Aus dem Bildungsethos wird ->  der angelernte Bachelor

Das Diplom wird degradiert zu -> Sammlung von Zertifikaten

Aus der Wertschöpfung wird -> die Verteilung

Aus Recherche, Ermittlung, Beweisführung wird -> die moralisch begründete Bewertung

Aus Fortschritt (Zugewinn an Erkenntnis, Wohlstand,..) wird -> Transformation (Neuverteilung)

Aus Geschichte wird -> Narrativ

Aus Geschichtsforschung wird -> Mythos

Sonntag, 27. Dezember 2020

Merkel und Sahin kneifen bei Impfung


Es ist wieder mal typisch. Während andere mutig und demonstrativ voran gehen, kneifen Merkel und sogar der Entwickler des Biontech Impfstoffs Ugür Sahin. 
Dabei verstecken sie sich - CDUdeutscher geht es nicht- hinter „Vorschriften“: