Donnerstag, 12. März 2020

Merkel widersetzt sich WHO Empfehlungen

Die WHO hat COVID-19 gestern zur Pandemie erklärt und an ihre Empfehlung "robustes Containment (Quarantäne)" und "Kontrollaktivitäten" (bei der Einreise) erinnert. Link: WHO



Zur gleichen Zeit provozierte Merkel den WHO Vorsitzenden mit ihrer Pressekonferenz in Berlin mit der Aussage: "Man muss ja nicht, wenn man aus einem Risikogebiet zurückkommt am nächsten Tag zu einem Fußballspiel gehen."

Statt "Kontrollaktivitäten" also "man muss ja nicht". Mit ihrer sprachlichen Armut brachte sie gestern noch weitere Bonmots. Alles in allem ist die Coronakrise nur ein Anwendungsfall für Verwaltungsstrukturen und -prozesse. Den Rest müssen "die Menschen" von sich aus organisieren und "ihr Herz" füreinander entdecken.


Der Regierungssender Deutschlandfunk tutete sogleich in das Horn seiner Herrin. Volker Finthammer findet es supi. Er hält es für eine "richtige Entscheidung", dass die Regierung -anders als es die WHO fordert- keine Verbote ausspreche sondern auf einen "Lernprozess und rationales Verhalten der Bürger" setze.
Quelle: DLF


Montag, 9. März 2020

Merkel schweigt weiterhin, RKI hält Risiko nach 2 Toten für "mäßig"

Vor einer Woche handelte Merkels Videobotschaft von "Rassismus und Integration". Da war das Coronavirus bereits im vollen Anmarsch auf Deutschland. Hamsterkäufe, ausverkaufte Schutzmasken machten die Runde. Aus Italien kamen üble Nachrichten über viele Todesopfer und die Abriegelung des Nordens. Von Merkel kam: nichts.

Inzwischen gibt es in Deutschland zwei Todesopfer. Und Merkels Videobotschaft handelte gestern vom Frauentag und Gleichberechtigung.

Quelle: YouTube Kanal


Aber immerhin: Die Bundesregierung hat die Krise inzwischen wenigstens zur Kenntnis genommen und als Topthema auf ihrer Website.


Erfährt der Bürger hier handfeste Informationen und Handlungsempfehlungen oder gar -anweisungen? Weiterhin sind Händewaschen und Niesetikette die "wichtigsten" Ratschläge des Gesundheitsministers. Dazu appelliert er an unsere "Eigenverantwortung". (Etwas was diese Bundesregierung ansonsten fürchtet wie der Teufel das Weihwasser.)

Was Arbeitnehmer in ihren Betrieben erfahren, erfahren diese auch als Bürger: Appelle und "Empfehlungen". Damit können sich Autoritäten später immer gut aus der Affäre ziehen: Handelt man nicht und es erwischt einen, hat man gegen die "Empfehlung" gehandelt und ist selbst Schuld. Handelt man übertrieben vorsichtig, kann man sich ebenfalls nicht auf die Regierung berufen, den diese hatte ja nicht angewiesen sondern "empfohlen".

Das Robert-Koch-Institut stuft das Risiko für die Bevölkerung von "niedrig bis mäßig" nun hoch auf "mäßig":


Und schließlich noch - nur für Dokumentationszwecke- die Fallstatistik nach Bundesländern. Sachsen-Anhalt steht auf dieser Liste nicht. Denn es hat bis heute keinen einzigen Infektionsfall.



Randnotiz:
Die Börsen sind heute im Sturzflug gefallen. Die Panik ist nun da. Der DAX fiel um 8% auf 10.625.



Flüchtlingsheime zu Quarantänestationen

Düsseldorf und Mülheim sind die ersten Städte, die Flüchtlingsheime zu Quarantänestationen umfunktionieren werden. Wie kann man da in Berlin noch Phantasien über die Aufnahme von Flüchtlingen pflegen?

Ich war am Wochenende im Ruhrgebiet. Wir machten am Samstagvormittag einen Spaziergang durch die Siedlung und den Schrebergärten. Meinem Vater fiel sofort auf, wie leer die Straßen und die Gärten sind. Trotz Sonnenschein. Die Autos standen vor den Häusern, von den Bewohnern war niemand zu sehen. Alle Hamsterkäufe waren schon unter der Woche erledigt worden. Begaben sich die Leute jetzt in freiwillige Quarantäne? Die Sicherheitsinstinkte greifen.

In Norditalien und Frankreich grassiert der Virus schon richtig und hat viele Tote gefordert. In deutschen Talkshows wechselt man täglich seine Meinung über unsere Nachbarländer und über das Risiko, das vom Virus ausgeht. Nur wenige begeben sich da aus ihrer moralischen und angelesenen fachlichen Überheblichkeit. Niemand fragt, warum Sachsen-Anhalt bisher überhaupt keine Infizierten hat, und warum es in Osteuropa auch besser aussieht als bei uns. Und dass Polen Grenzkontrollen für deutsche Reisebusse eingeführt hat.

Stattdessen fordern Habeck und Baerbock die Aufnahme von "unbegleiteten" Flüchtlingskindern. Erdogan unterstützt den IS in Syrien und entsendet die Opfer seiner Politik in die EU. Und die deutschen Gutmenschen unterwerfen sich sogleich. Ich habe von den Grünen noch kein Wort des Mitgefühls für Coronaopfer gehört. Aber den IS unterstützen sie völlig ungeniert.

In deutschen Aufnahmelagern wird es eng werden. Denn Grüne und Rote haben eine Denkschwäche wenn es um dynamische Entwicklungen geht. Weder haben sie ein Verständnis für Märkte, noch für Demographien noch für exponentielle Entwicklungen in der Medizin.

Als nächstes werden wir von denen sicher hören, dass man jetzt nicht "Geflüchtete" gegen Coronaopfer "ausspielen" darf. Syrische, afghanische und sonstige arabische Kinder stehen den Grünen näher als ihre eigenen im Kindergarten. Das ist der wahre Kulturbruch und Firnisriss in Deutschland: Der grüne Hass auf die eigene Familie, Verwandte, Nachbarn und Landsleute.

Freitag, 6. März 2020

Seehofer blockiert Aufklärungsarbeit zum Berliner Terroranschlag

Wenn ein Minister oder die Kanzlerin die "rückhaltlose Aufklärung" eines Terroranschlags verspricht, ist das fast immer die erste Lüge in diesem Fall.

So auch beim bisher größten der islamistischen Anschläge in Deutschland, dem an der Gedächtniskirche. Telepolis berichtete am 02.03.2020, wie Seehofer eine öffentliche Zeugenvernehmung des Berliner AH Untersuchungsausschuss kurzerhand für nicht-öffentlich erklären ließ.

Noch immer also sind unsere Geheimdienste und der "Verfassungsschutz" den Diensten anderer Länder mehr verpflichtet als dem eigenen Volk. Damit befinden sich unsere Geheimdienste aus meiner Sicht in einer Legitimationskrise. Selbst wenn man dem Kalkül von Kollateralschäden zustimmt um die Keimzellen der Terroristen zu vernichten (wie in diesem Fall geschehen) kann man nicht so mit unserer Verfassung umspringen und nach Gutsherrenart gesetzliche Regeln und Rechte außer Kraft setzen.

Dass unsere Medien -bis auf Telepolis- darüber NICHT berichteten, finde ich ebenso bezeichnend. Das einzige gute an diesem Fall: es wird jetzt sichtbar, wie Innenministerium und Dienst hemmenden Einfluss auf die Presse nehmen.

Quelle: Telepolis

Mittwoch, 4. März 2020

Konservatismus kann Leben retten

Bei CATO las ich, konservativ zu sein heiße, vor allem Verluste zu empfinden. Ich empfinde vor allem drohende Verluste. Man muss mehr verteidigen, als man noch gewinnen zu können glaubt. Die Jahre des Aufbaus, des Singens, des Sichfindens, Partner finden etc. liegen hinter einem Gott sei Dank, denn sie waren auch anstrengend. Man will die Ernte auch in die Scheune bringen.

Um so allergischer bin ich gegen alle geworden, die glauben, das Gleiche nur durch Anspruch, Forderung, Raub erreichen, oder gar mir wegnehmen zu können. Verachtung habe ich für die, die sich mit denen gemein machen, obwohl sie selbst beste Voraussetzungen haben, es mir nach zu tun. Die vor allem moralisch anderen gefallen wollen - aber auch insgeheim anders handeln.

Wenn der Berliner Virenforscher Droste jetzt sagt, nicht das Wohl des Einzelnen sei wichtig, sondern das der Gesellschaft, höre ich da die Stimme des Sozialismus. Die stets bereit ist, den Klugen den Dummen, den Fleißigen den Faulen zu opfern.

Ich verstehe heute viel besser den Widerstand von Patrioten gegen die Einführung der Demokratie 1918. Mag Wilhelm Zwo auch nicht die hellste Kerze auf der Torte gewesen sein und ebenso seine Generäle, die Deutschland ins Verderben führten. Aber man erinnerte sich auch an gute Beispiel und an den Wert einer handlungsfähigen Organisation. Eines funktionierenden Staates.

Vor allem aber erkannten sicher die, die ein Auge für Führungsqualität hatten, wer da vor den Toren Einlass begehrte. Wir haben die Scheidemanns und Eberts als Nationalhelden beigebracht bekommen. Aber wer von den Protagonisten hatte schon einmal Verantwortung und Führung bewiesen? "Gerechtigkeit" zu fordern ist das eine. Aber einen Laden am Laufen halten oder gar wieder auf die Beine bringen, erfordert mehr als zänkisch geforderte "Gerechtigkeit".

Solange da keine Fähigen sind, sind Demokratien -genau so wie Märkte- nur Theorie. Die Frage ist doch, welche Verhältnisse formen gute Köpfe? Die uns nach außen verteidigen wollen und nach innen ihr Land zum Blühen bringen können? Die dann auch Handel treiben. Aber dabei doch nicht zuerst das Wohl aller, sondern zuerst das der eigenen im Sinn haben.

Wenn ich es recht bedenke, führen wir uns mit Epochenbezeichnungen wie Nachkriegszeit, Nachwendezeit in die Irre. Das ist viel zu kurz gedacht. Wir müssten eigentlich auf einen Pfad der Stärke und des Wachstums kommen, den wir vor den beiden Weltkriegen hatten. Wissenschafts- und ingeneieursgetriebenen Wohlstand, Handel und eine Sicherheitsarchitektur.

Wie degeneriert muss man eigentlich sein, wenn man in intelligenten Patrioten wie Trump, Johnson, Kaczynski vor allem Nationalisten sieht? Weltpolitik ist doch kein Kindergarten mit Mutti.

Ich verstehe also den Zorn, den viele empfanden, weil sie die Linken nach 1918 für Verräter hielten. Aber nicht im Sinne der Dolchstoßlegende. Den Dolch hatten Kaiser und Generäle schon selbst geführt. So wie heute Merkel, de Maiziere und Seehofer. Aber im Sinne von Verrat an dem, was man mal hatte und woran man glaubte.

Nein, Konservatismus ist nicht Rückständigkeit. In der Evolution gibt es nur ganz wenig Experiment und vor allem Bewahrung. Alles was dem Überleben hilft wird genommen, alles andere verworfen. Vor allem aber stößt die Natur nicht viele Mutationen gleichzeitig an. So etwas führt schnell ins Chaos und Verderben. Wer sich aber danach sehnt, möge sich dem hingeben. Aber bitte still im eigenen Kämmerlein.

Einen Hauch von Selbstverteidigung und gesundem Volksempfinden erleben wir in diesen Tagen, wo die Bürger ihre Supermärkte leer kaufen. Einige und das sicher aus dummer Panik. Aber andere tun es auch strategisch - aus Mißtrauen in die Fähigkeiten unserer Regierung. Von Jens Spahn bis Dilek Kalayci.

Das sind, die ihr Gold im Garten vergraben und nicht auf Befehl der Regierung abliefern. Das sind die, die überleben werden.

Sonntag, 1. März 2020

Kollateralschäden

Das Miltärvideo, das Wikileaks berühmt machte zeigt einen Kollateralschaden im Krieg gegen den islamistischen Terrorismus. Es ist ein Krieg der USA, denn die Verbündeten trauen sich ja nicht. Die Verbündeten betrachten  es viel mehr als ihre Rolle, die Amerikaner auf ihre Fehler bei der Rettung der zivilisierten Welt hinzuweisen. Ja, höre ich Sie jetzt fragen, geht es noch dekadenter?

Aber immer doch im rotgrünen Europa. Deutsche Linke von Gabriel über den Altliberalen Baum, die PKK-Abgeordnete der Linkspartei bis Wallraf genieren sich nicht, jetzt den Helden zu spielen, in dem sie "Freiheit für Julian Assange" fordern. Momentum gibt ihnen eine besondere Enthüllung, die diesmal nicht auf Wikileaks geleakt wurde, sondern von einem UM-Mitarbeiter direkt kommuniziert wurde: Dass die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange konstruiert waren.

Dies Enthüllung wirft m. E. viel mehr ein Licht auf diese #MeeToo Heizerinnen als auf die Amerikaner. Aber diese Gelegenheit lassen Wallraff und Genossen verstreichen.

Wenn deutsche Linke Partei für amerikanischer Whittle Blower ergreifen, ist Vorsicht vor der Parteinahme angebracht. Es geht denen nicht um Menschenrechte usw.. Dann würden sie ja auch pausenlos gegen islamistische Terroristen und Henker protestieren. Nee, es geht denen nur um ihren Antiamerikanismus.

Und deshalb mache ich da noch nicht mit. Arabische Kollateralschaden, die ja hier der Treiber des linken Protestes sind, interessiere mich eigentlich nicht. Wo sind Gabriel, Baum und Wallraff aber bei  deutsch-amerikanischen Kollateralschaden auf dem Berliner Weihnachtsmarkt? Das war doch genau dasselbe? Verfassungsschutz, BKA und die LKA's von NRW und Berlin ließen Anis Amri freien Lauf, weil er sie auf die Spur zu IS-Camps in Libyen und Tunesien bringen sollte. Wo sind da die "Plädoyers für den Rechtsstaat"?

Die Idee von Wikileaks hat eine Schwäche, wenn da immer jemand zweierlei Maß anlegt bei der Entscheidung was veröffentlicht wird und was nicht.

Wo sind die Enthüllungen über Merkel? Ihre DDR-Vergangenheit, ihre Entscheidungen bei ihren Gesetzesverstößen? Wie kann es sein, dass über die seit 15 Jahren regierende Bundeskanzlerin, mächtigste Frau in Europa, Spalteten von Europa, Deutschland und der CDU nichts enthüllt wird? Doch sicher nicht, weil da nichts zu enthüllen ist?

Ich wünsche Assange einen fairen Prozess. Ich freue mich, dass die erfundenen Vergewaltigungsvorwürfe vom Tisch sind. Und wir alle merken uns, wie schnell so etwas aus der Luft gegriffen wird, wenn es opportun ist. Aber Geheimnisverrat bleibt Geheimnisverrat. Und arabische Kollateralschaden im Kampf gegen islamistischen Terrorismus, der mich in meiner Heimat oder in befreundeten Ländern bedroht, sind für mich sekundär.

Samstag, 29. Februar 2020

NDR Podcast mit Christian Drosten

Auf Platz 1 der Podcast Charts ist der NDR Podcast mit Christian Drosten, Virologe an der Charite, gesprungen (Link).

Drosten ist einer der zwei öffentlichen Protagonisten, der andere ist der Chef des Robert Koch Institutes und Tierarzt (!) Lothar Wieler.

Die Reporterin kommt gleich zur Sache und fragt, welche Todesfallrate denn aktuell gelte. Das RKI publiziere derzeit 1-2%. Drosten selbst kommuniziert 0,5%. Den Unterschied erklärt er so: Das RKI ist eine Behörde, die muss sich an die offiziellen Zahlen und Rechenwege halten. Er selbst rechne China und Italien raus, weil er den Zahlen nicht glaube, und komme dann auf eine höchstens halb so hohe Sterblichkeitsrate wie das RKI. Er müsse sich für seinen Rechenweg gar nicht rechtfertigen, denn als Universitätsprofessor unterliege er nicht den Vorschriften einer Behörde sondern der freien Forschung..

Drosten ist damit in der öffentlichen Debatte der Optimist. Auf die Frage, was er denn derzeit privat tue um seine Familie zu schützen: Nichts.

Von Atemschutzmasken (wie sie sich die Bundesregierung bestellt hat) hält er: Nichts.
Von Desinfektionsmitteln am Handwaschbecken hält er: Nichts.

Was mir an dieser Haltung unverständlich ist sein Umgang mit Unbekannten. Wenn man ein Risiko abschätzen will, muss man doch gerade die Evidenzen, also die Länder mit hohen Fallzahlen, pessimistisch abschätzen. Und nicht ausklammern.

Der junge, wuschelige Professor aus Berlin passt in den Zeitgeist, den deutschen zumindest. Während andere Länder ihre Grenzen schließen, fragt unser Innenminister: Wie denn? Wenn andere Länder Städte abriegeln, sagt er: Kann ich nichts zu sagen, ich weiß zuwenig.

Jens Spahn und sein Krisenstab hat gestern u. a. folgendes beschlossen und kommuniziert:

  • Ab jetzt werden die "Prinzipien" des RKI für die Bewertung von Risiken angelegt.
  • Diese Prinzipien sind ziemlich theoretisch und brauchen Input, der nicht immer vorliegt.
  • Und deshalb hat das Bundesgesundheitsministerium die Anwendung dieser Prinzipien an die privaten Veranstalter und Gesundheitsämter delegiert!
D. h. überall in Deutschland versuchen jetzt Angestellte von Gesundheitsämtern Informationen über die Belüftung von Konzert- und Messehallen und der Herkunft der Besucher zu bekommen um entscheiden zu können, ob sie eine Absagung erzwingen. Damit geraten sie in mehrfachen Stress: Sie machen Überstunden, denn diese Ämter sind schon mit anderen Problemen ausgelastet. Bei zu pessimistischer Vorgehensweise werden die Veranstalter Gegendruck machen. Agieren sie zu lasch, werden sie von ihren Bürgermeistern kritisiert werden.

Aber der Jens Spahn sagte gestern im Ersten, er habe "ganz viel Respekt" für die überlasteten Mitarbeiter, an die er die Verantwortung delegiert habe. Und auch in der Welt würde sich Deutschland damit hohes Ansehen erarbeiten (das ist ja bei der Vertretung deutscher Interessen immer das Wichtigste: was die anderen über uns denken..).

Boris Johnson hat den Coronavirus zur "Government's Top Priority" erklärt. Er sagte das dem Guardian. Als ich nach entsprechenden Statements der Bundeskanzlerin suchte fand ich: Nichts. Ein Blick in ihren Kalender vermittelt aber, welche Prioritäten sie gerade pflegt. (n-tv und WELT behaupten heute, Merkel habe sich gestern bei einem Auftritt in Stralsund geäußert. Was ich glaube ist: Merkel ist schon seit längerem in ärztlicher Behandlung. Aber nicht wegen Corona.)


Also wir müssen uns mal wieder selber helfen, sollen dabei aber nicht in Panik geraten, weil wir dann die Schwachstellen unseres staatlichen Gemeinwesens offenlegen würden. Die Experten betreiben Beschwichtigung oder haben zu wenig Ahnung, weil sie in ihren Chefsessel nicht aufgrund ihrer Eignung geraten sind.

Die Regale mit Konserven und Hygieneartikel waren in unserem Lidl gestern schon leer gefegt. Die Leute sind nicht dumm wie der Bankkaufmann aus Ahaus es für seine Bewerbung um den CDU Vizevorsitz gebrauchen könnte..

Donnerstag, 27. Februar 2020

Spahn vermittelt autoritären Aktionismus

Nur der Dokumentation wegen: Die Bundesregierung aktualisiert jetzt öfter ihre Websiteinhalte zum Coronavirus. Aber trotz der wachsenden Ausbreitungsgeschwindkeit versucht sie immer noch zu beschwichtigen. Jens Spahn spricht von einer "geänderten" Lage, nicht von einer verschlechterten. Er sagt, am Geld sollen die Tests nicht scheitern, aber man solle auch nicht mit jeden Husten und Schnupfen zum Arzt gehen.








Meine Damen und Herren, wer in den letzten Wintern eine Arztpraxis aufgesucht hat, der weiß wer bei "jedem Husten und Schnupfen" zum Arzt geht, wenn nicht zur Notaufnahme. Die meisten erkälteten Deutschen schleppen sich auch mit Husten und Schnupfen zur Arbeit.

Spahn sagt zusammengefasst: Er hat untersucht, wie die Bürokratien in Deutschland bei einer Krise zusammenarbeiten müssen und hat dazu Emailverteiler und Telefonlisten angelegt. Ja und die telefonieren jetzt täglich. Klingt ja gut zu sagen: Ich stehe täglich in Kontakt.

Aber vor allem verweist Spahn für alles Konkrete auf die Gesundsminister der Länder und die Gesundheitsheitsämter der Städte. Und auf die Website des Robert Koch Instituts, das mit Kleinbuchstaben und Langtext seine Sicht der Dinge darstellt. Aber was man konkret tun muss, wenn man zur Risikogruppe gehört und Symptome einer Grippe hat, steht da nicht. Bzw. steht da: "Finden Sie es gemeinsam mit Ihrem Hausarzt heraus!".

Spahn vermittelt autoritären Aktionismus. Und sagt schon jetzt. Wenn etwas Entscheidendes schief gehen wird, dann wird es an den Akteuren in den Ländern und Städten gelegen haben.

Ich prophezeie schon jetzt: Auf dem CDU Sonderparteitag wird dieser Mann wie ein Mühlstein um den Hals von Laschet hängen. Und das ist das einzig Gute an dieser Person.

Friedrich Merz beim Politischen Aschermittwoch

Das war schlau von Friedrich Merz, seine Aschermittwochrede in Thüringen zu halten. Dem Gegenpol zu Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Und Apolda ist die Heimatstadt von Mike Mohring.



Denn nur in Thüringen kann Merz symbolisieren, wie er das größte Problem der CDU lösen will: Indem er enttäuschte Wähler von der AfD zurückholt.

Merz zeigt Loyalität und bekennt sich zum Bürgertum. Und zum Antikommunismus.Und schon ist er bei Ramelow. Der keine Mehrheit mehr hat aber vehement beansprucht, als MP wiedergewählt zu werden.

"Der eigentliche Fehler war die Arroganz, die Überheblichkeit zu sagen: Ich stelle mich hier zur Wahl, und erwarte dass andere mitstimmen, obwohl sie es im Wahlkampf anders gesagt haben. Das war der eigentliche Auslöser."

Dann knöpft er sich die Linkspartei vor. "die mit unserem Land nichts am Hut hat. Da gibt es eine Gruppe, die nennt sich Marx21. Eine Gruppe von Trotzkisten, alle vom Verfassungsschutz beobachtet. Und da zieht sich eine gerade Linie von denen die als Biedermann daher kommen bis zu den Krawallen und Ausschreitungen in Leipzig Connewitz. Und da gibt es eine Abgeordnete im Sächsischen Landtag, die stellt diesen Chaoten noch das vom Steuerzahler bezahlte Wahlkreisbüro zur Verfügung, damit die ihre Logistik vorbereiten können. Mit so einer Partei hat die CDU nichts zu tun."

So eine Haltung interpretieren die Praktikanten von ZEIT und Süddeutscher natürlich als "rechts". Und deshalb ist genau das ein Grund zu sagen: Ja, ich denke rechts. Denn rechts heißt: Anstand, Rechtsstaatlichkeit, Distanzierung von Gewalt.

Mittwoch, 26. Februar 2020

Rudi's Rotte

Rudi sagt: Reicht jetzt mit dem Gerede. Der Reichtum im Berliner Speckgürtel muss neu verteilt werden. Er will keine Anträge schreiben, er will "umsetzen".



In Stahnsdorf haben er und seine Rotte jetzt wieder zugeschlagen und ein Haus mit Garten besetzt. Die Hausherrin sagte der Presse: Ich dachte die wollten raus aus dem Garten und ich müsste nur das Gartentor öffnen. Aber auf halbem Wege griffen mich die beiden größten Tiere der Rotte an. Und dann merkte ich: die wollen nicht raus aus dem Garten. Die wollen rein in unser Haus!

Und was spräche dagegen? Ich meine, PETA-Petitionen unterschreiben ist das eine. Aber es müssen Taten folgen. Und jetzt bitte nicht davon reden, wie man sie wieder los wird. jetzt sind sie nunmal hier. Es wäre so Nazi, jetzt mit Pfeil und Bogen Wildschweine zu jagen.

Dienstag, 25. Februar 2020

Jens Spahn folgt der Merkel'schen Beschwichtungskommunikation

Coronavirus? Für die Bundesregierung ist am Rosenmontag noch gar nichts passiert. Auf ihrer Website stehen als Primärthemen der Amoklauf von Hanau und die Diskussion um die Grundrente. Man muss runter scrollen, zu den Sekundärthemen, um das Thema Virus (unten links) zu finden:

Um diese Zeit ist Norditalien schon abgeriegelt. Für alles Weitere (also für "Interessierte", Experten und so weiter) wird auf die Website des Kollegen Spahn verwiesen.

Doch dessen Website ist morgens nicht erreichbar und zeigt ein genauso verwirrtes Bild wie der Minister selbst:


Sucht man weiter findet man die FAQ's der Bundesregierung und liest wörtlich:
"Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung hierzulande durch die neue Atemwegserkrankung aus China ist aktuell weiterhin gering - trotz der bekannten einzelnen Fälle von Corona-Infizierte in Deutschland." 


Um diese Zeit, als das Coronovirus ernsthaft in Europa angekommen ist, beschäftigen sich die CDU Spitzen mit der verlorenen Hamburg-Wahl, mit der Kandidatur des Gesundheitsministers für den CDU-Vorsitz und mit ihrem Streit mit der Thüringischen CDU. Die Nochvorsitzende AKK hält den Zeitpunkt für gekommen, jetzt mal die SPD anzugreifen. Wegen des Wahlkampfs in Hamburg.

Unser Bundespräsident, dessen Amt man ja auch irgendwie mit dem "Wohl des deutschen Volkes" verbindet, weilt zur Zeit in Afrika.

Im Staatsfernsehen (RBB Abendschau) hören wir den Virologen von der Charite sagen, dass es vor allem Alte treffe. (Und blitzartig denkt man: ach so, "alte weiße Männer". Die belasten nach Neo-linker Lesart eh nur die Rente und hetzen gegen das Neue Deutschland)

Jens Spahn wird ins Gewitter geraten, weil er keinen Plan hat. Wenn er davon spricht, dass "alles vorbereitet" sei, dann meint er damit nicht Medikamente und Krankenhauskapazitäten. Sondern, dass alles zwischen EU, Bund und Ländern "koordiniert" sei. Damit wiederum meint er, dass man Emailadressen ausgetauscht und Verteiler erstellt hat. Wenn mal was ist.. Die gegenüberliegenden Stellen bei EU und Land Brandenburg bestätigten das gestern eindrucksvoll mit Pressekonferenzen: "Wir sind gut vorbereitet, weil wir Koordinationsverbindungen hergestellt haben."

Wen es dann noch selbst trifft, der muss selber Schuld sein.

Sonntag, 23. Februar 2020

Richard Feynman und wie er die Quantenphysik sah

Wenn Sie glauben, Sie verstehen die Quantentheorie... dann verstehen Sie die Quantentheorie nicht.
Richard Feynman (Physiker)

Dieses Zitat habe ich bei Richard Dawkins gefunden. In dem Zusammenhang erklärt er einen wichtigen Unterschied zwischen Wissenschaft und Technologie aus Sicht unserer Sinneswahrnehmung und unseres Verständnisses der Welt - man könnte auch sagen: unserer inneren Modellierung der Welt. Demnach haben wir die großen wissenschaftlichen Erkenntnisse anfangs kaum verstanden. Weil sie kontraintuitiv waren. Dies wiederum, weil unsere Sinneswahrnehmung der physischen Welt einen kleineren Schlitz vom Gesamtspektrum darstellt als die Sehschlitze einer Burka oder Ku-Klux-Klan Umhangs von der sichtbaren Welt erfassen..
Wissenschaft tut -anders als Technologie- dem gesunden Menschenverstand ganz allgemein Gewalt an.
Richard Dawkins

Manche Erkenntnisse wollen wir aber auch nicht wahrhaben, weil sie unseren Interessen und Absichten widersprechen. So erinnere ich mich an eine tiefgehende Enttäuschung im Physik-Leistungskurs. Wir lernten, dass Atome ganz überwiegend aus leerem (im materiellen Sinne) Raum bestehen. Und dass das was wir als Körper und als Berührung eines Körpers wahrnehmen, nicht dem Stofflichen dieses Körpers entspricht, sondern den Feldkräften, die in ihm und um ihn herum wirken. Ich stellte mir also vor, dass ich meine Freundin niemals wirklich berühre. Sondern nur erlebe, wie die Elektronen auf den Außenbahnen ihrer Hautatome die Elektronen um meine Hautatome abstoßen.. Als ich das meinen damaligen Freunden zu erklären versuchte, lachten sie nur. Ich interpretierte ihr Lachen als "selbst Schuld, wenn Du Dich so sehr um Aufklärung bemühst".

Ich erinnere mich auch, wie ich in einer anderen Physikstunde über Wahrscheinlichkeitswellen mit meinem Banknachbarn über die Interpretation von Aufenthaltswahrscheinlichkeiten diskutierten. Er war ein Einserkandidat, ich ein Zweierkandidat. Er fand die Interpretation in unsere Erfahrungswelt gar nicht so wichtig, er nahm sie rein mathematisch. Mir aber war Verständnis einer Sache Bedingung für die Akzeptanz einer Sache. Und ich fragte unseren Lehrer, ob man sagen könne. Wahrscheinlichkeit sei hier nur die Projektion eines Gruppenverhaltens auf ein Element dieser Gruppe. Das bejahte er, ergänzte aber auch: "Wir verstehen die wenigsten Dinge von der Physik. Wir gewöhnen uns nur an sie, halten das aber für Verständnis."

Diese "Erkenntnis" über die menschliche Aufnahmefähigkeit von der Welt nahm ich wiederum mit in meinen Philosophiekurs und konfrontierte uns dort damit. Ich erinnere mich grob daran, dass unser bester Schüler in dem Kurs eine bessere Antwort parat hatte als unser Lehrer. (Daran erkannte ich den Unterschied zwischen Philosophieren und der bloßen Wiedergabe der Philosophien anderer Leute.."

Mit solchen Themen kann man gute Abende bei einem Bier oder zwei verbringen. Aber es zeigt auch, wie viel Arbeit wissenschaftliche Erkenntnis ist. Und selbst wenn man wissenschaftliche Daten in einer Qualität hat, die einem genügen, ist die Interpretation der zugehörigen Mathematik ein großer zweiter Schritt.

Oft dachte ich, wie gut dass ich in dieser Zeit lebe, wo wir die wichtigsten Erkenntnisse alle schon haben. Man kann rückwirkend über die Verteidigungskämpfe von Kirchen und Fürsten lächeln. Dass sie nicht hinnehmen wollten, dass die Erde eine rotierende Kugel ist und sich um die Sonne dreht. "Woran hätten sie die Wahrheit erkennen sollen - sie ist ja kontraintuitiv? Wie hätte eine Erfahrung sein sollen, die die Erde rotieren und um die Sonne ziehen lässt?" zitiert Dawkins die alten Philosophen. Und sagt, dass es dazu keine Antwort gab weil wir keine entsprechende Sinneswahrnehmung haben.
Also dazu hätte ich eine prompte Antwort gehabt: Daran, dass wir weder Fahrtwind noch eine Beschleunigung spüren, hätte ich "erkannt", dass die Erde nicht rotiert oder um die Sonne läuft. Wenn ich im Auto oder im Bus eine Kurve fahre, bemerke ich einen kleinen ausgleichenden Wind. Ich hätte das also auch von einer fahrenden und rotierenden Erde erwartet..
Dawkins sagt, der wandernde Sternenhimmel sei ein weiterer Hinweis auf die Rotation der Erde  gewesen. Aber deren Deutung lag wiederum in der Hoheit der Mächtigen...

So wie heute das Klima. Auch hier bin ich mir ganz sicher: in nur wenigen Jahren werden wir die heutige Hysterie nicht mehr verstehen. Wir werden sie als Symptom der westlichen Dekadenz deuten. Einer Gesellschaft, die an sich selbst satt geworden war. Die verhätschelt, verwöhnt, überfüttert wurde vom Wohlstand, den ihre Väter und Großväter begründet hatten. Die sich neuen Faschisten unterwarf, die -wie früher die Hexen- Andersdenkende für das Wetter, für verhagelte Ernten und Überschwemmungen verantwortlich machen wird.

Ich bin einerseits froh, den Höhepunkt der freiheitlichen Welt miterlebt zu haben. Aber ich bin ratlos und weiß noch nicht wohin, angesichts unseres sich abzeichnenden kulturellen Niedergangs.

Dienstag, 18. Februar 2020

Verpönte Eigeninteressen

Manches läuft seit längerem schräg in unserem Land. Nicht nur die Konformität der Altparteien und Medien. Auch andere Beobachtungen erkläre ich mir mit Konformismus, sinkender Bildung und Feigheit:
  • Die Autolobby VDA hatte absolut nichts unternommen gegen die willkürlich festgelegten NOx-Grenzwerte und die CO2-Grenzwerte.
  • Die Arbeitgeberverbände wehren sich nicht gegen die Deindustrialisierung.
  • Die IG Metall will in der Automobilbranche auf Tarifforderungen verzichten - trotz allseits proklamierten Fachkräftemangel.
  • Vom Bund der Steuerzahler hört man nur noch 1x im Jahr: wenn sie ihr Schwarzbuch vorstellen.
Die Vertretung vitaler Eigeninteressen ist inzwischen völlig verpönt. Fachkräfte wehren sich weder gegen ihre Gewerkschaften noch gegen die Rekordabgabenlast. Und Unternehmer wehren sich nicht mehr gegen staatliche Repressionen - sondern tragen jeden schädlichen Unsinn der Regierung mit.

Stattdessen nehmen es alle hin, dass sich die GroKo-Parteien vier Jahre mit sich selbst beschäftigen.

Montag, 17. Februar 2020

Polen ist mein neues Berlin

Ich habe mir gestern eine App für einen Polnisch-Kurs gesucht und herunter geladen. Vor über zehn Jahren hatte ich schon einmal angefangen Polnisch zu lernen. Damals -nach der EU-Osterweiterung- interessierte uns das Land als geographische Heimat unserer Großeltern (aus Schlesien). Als als Land der Vergangenheit. Inzwischen könnte Polen für uns auch das Land der Zukunft sein.

Wir planen noch nichts Reales. Nicht die Bewegung dorthin. Aber konkreter wird die "Roadmap" dorthin. Und die Sprache zu lernen ist eine Conditio-sine-qua-non.

Sagen wir so: So utopisch (und richtig) meine Vision 1987 war, irgendwann nach Berlin zu ziehen, so etwa ist heute unsere Vision, kurz hinter die Grenze zu ziehen. Ein Wunsch, der weit weg scheint.

Nach Berlin kam ich mit etlicher Verspätung, insbesondere verpasste ich den Mauerfall. In Polen werden wir sein müssen, bevor wieder eine Mauer gebaut ist..

Samstag, 15. Februar 2020

Rezension von Richard Dawkins' "Gotteswahn"

In "Der Gotteswahn" führt der Evolutionsbiologe Richard Dawkins einen eindrucksvolles Beweis gegen die Weltreligionen und für seinen atheistischen Standpunkt. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mich intellektuell so beeindruckt hat.

Es ist natürlich naheliegend, dass ein Evolutionsforscher alle Argumente gegen naiven Glauben und insbesondere die Kreationisten, die Zweifler an der Evolution, zur Hand hat. Aber Dawkins beleuchtet den Glauben, wie wir ihn als Kind gelernt und als Erwachsene aus Angst weitergeführt haben, von allen Seiten.

Es fängt recht harmlos an mit Gedanken, die wir alle schon mal hatten: Wie kann Gott alles wissen und lenken und gleichzeitig nicht verantwortlich sein? Wie können Leute zu ihm beten und um Bevorzugung zulasten anderer Gläubiger bitten?

Er greift vor allem die Überhöhung der sogenannten heiligen Schriften an. Er liest allen Weltreligionen die Leviten, indem er brutale Zitate für seine Klage gegen die Prediger und Religionsoberhäupter heranzieht. So zieht er z. B. nicht minder gegen den Koran zu Felde als ein gewisser Thilo Sarrazin in "Feindliche Übernahme". Aber genau so zieht er gegen das Alte und das Neue Testament und findet die brutalen Stellen, die auch wir teilweise noch kennen. Da gibt es Brandopfer für Gott, ganze Städte werden in Schutt und Asche gelegt vom rächenden Gott.

Alle Religionen fangen ihre Gläubigen schon als Kinder. In die Kinder wird die Angst vor dem strafenden Gott gepflanzt. Diese Ängste beherrschen manche Leute ihr ganzes Leben lang. So regieren die Kirchen und die Imame. Und das andere Extrem ist das Versprechen des ewigen Lebens und im Koran sogar die soundsovielten Jungfrauen für Märtyrer.

Kein Wunder, dass sich Herrscher diese Ängste und Verheißungen, an die sie in der Regel selbst nicht glauben, zunutze machten und machen. Dawkins zitiert: "Der Dumme verfällt dem Glauben, der Intelligente lehnt ihn ab und der Herrscher missbraucht ihn."

So kommt Dawkins auch zum islamischen Terrorismus. Er geht so weit zu sagen: Die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus ist sinnlos, denn die Islamisten berufen sich auf die gleiche Schrift wie alle anderen Muslime. Und es gibt keine muslimische Instanz die hier redaktionell oder exegetisch eingreift. Man lasse dem Islamvirus freien Lauf, wenn man den Terrorismus nur auf eine Überinterpretation einer Schrift zurückführe, die auch ihre schönen Stellen habe. Der Glaube an sich sei das Problem.

Eine seiner konkreten Forderungen ist die Verhinderung, Minderjährige zu Mitgliedern von Religionen zu machen. Das solle jeder selbst entscheiden, wenn er zurechnungsfähig ist.

Er bringt ein Gegenbeispiel: Man stelle sich eine Gruppe von Kindergartenkindern vor, in denen sich einige als Atheisten, Agnostiker oder säkulare Humanisten bezeichnen würden. Da würde jeder lachen. Aber vierjährige Christen, Juden oder Moslems gelten als normal...

Mich hat er rational vollends überzeugt. Allerdings empfinde ich es doch als schwierig, mich von jedweder Religiosität (oder wie ich es benennen soll) zu distanzieren. Aus meiner Sicht führt Dawkins einen Beweis gegen die Überhöhung der alten Schriften und dem was irdische Führer und Ideologen daraus gemacht haben.

Er führt keinen Beweis gegen das Staunen, die Ehrfurcht und die Freude über die Welt, die Natur, das Universum. Ich muss sagen, der Anblick des Sternenhimmels oder Aufnahmen von Raumsonden faszinieren mich mit einer Intensität, die andere wohl beim Anblick des Papstes, des Kreuzes, der Thora oder des Quaders in Mekka empfinden.

Freitag, 14. Februar 2020

Beyond Budgetierung

Schönster Tag der Woche :-) Aber auch: was für eine Woche.. Als ich Anfang der Woche eine Initiative startete um mal die Geheimnisse unseres Budgeting zu lüften, kam denn doch schnell "Feedback".
Einladung an den Veranstalter. Seine schriftliche Rückfrage: Worum soll es hier gehen, ich verstehe nicht...
Meine schriftliche Antwort: Wir sind es, die nicht verstehen. Aber wir wollen verstehen. Und das Reizwort: Transparenz
Danach kam die Reaktion telefonisch: Gereizte Stimme, so wie wenn man sich angegriffen fühlt.
Die Stimme erklärte mir, alles sei sehr komplex, und fragte, ob ich schon mal dabei gewesen sei. Jedenfalls seien die Aussichten für eine Initiative aussichtslos... Aber man könne mich mal einladen zur nächsten Veranstaltung..

Am nächsten Tag schon änderten sich die Rahmenbedingungen. Wer von der Hauptversammlung beim süddeutschen Luxusautohersteller gelesen hat, weiß was dieses Jahr ansteht: Die deutschen Autohersteller werden das Appeasement unserer Regierung gegenüber den EU-Vorgaben ausbaden. Das erste Jahr, in dem Strafzahlungen für CO2-Flottengrenzwertüberchreitungen Realität werden.

Wäre es da nicht sinnvoll investiertes Geld, wenn man die positiven Treiber deshalb so schnell wie möglich "auf die Straße brächte"?

"Nein, das Budget hat nichts mit unseren Bedarfen zu tun." -
"Ich dachte wir gehen gerade voran mit Digitalisierung usw.?" -
"Schon, aber wir müssen mit dem auskommen, was man uns gibt."
"Also die ganze Darstellung unserer Kosten-Nutzen-Effekte dient nicht der Finanzplanung sondern nur der Verteilung dessen, was man uns gibt?"

Leute, wir sind offenbar nicht nur nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Ich habe Bedenken, ob wir überhaupt schon irgendwo angekommen sind. Ich weiß nicht ganz genau, ob wir näher am Kreml oder am Hofstaat sind. Aber die Lage ist ganz sicher noch nicht ernst genug, um an den Bedarf eines Wandels wirklich zu glauben. Denn man lebt ihn nicht nur nicht vor, man lehnt es brüsk ab, sich selbst für adressiert zu halten.

Daimler bricht ein, Tesla nutzt das Allzeithoch seiner Aktie für eine Kapitalerhöhung. China meldet einen Autoabsatzeinbruch von 20%. Aber Gemach, das ist doch kein Weckruf für "uns", sondern für "euch".

Ich bin gespannt, wie lange der Einstellboom für "Bachelors of fine arts" noch geht und Geld für solche unproduktiven Projekte da sein wird.

Montag, 10. Februar 2020

Ein Tag im Leben eines Projektleiters

Tja, gestern noch in Polen und heute konnten sie mir alle gestohlen bleiben.. Wegen des Sturms machte ich Homeoffice. Ich kochte früh eine Kanne Kaffee mit unserer Melitta Filterkaffeemaschine. Und nach dem ersten Skype gab es einen Knall, der mich zusammenzucken ließ. Es klang irgendwie hart, fast elektrisch. Aber alle elektrischen Geräte in meinem Arbeitszimmer schienen heile.

Irgendwann trug ich die Kaffeekanne in die Küche und wunderte mich über ein Geräusch darin: Siehe da, der Thermoglaskolben lag in Scherben. Wie jetzt: nach einem Jahr geht die Kanne kaputt? Markenprodukt Melitta? Ich ging auf die Webseite, wo ich das Ding für etwas über 70 EUR gekauft hatte. Und siehe da: da hatten sich schon andere Kunden beschwert, denen das gleiche passiert war. Und Melitta hat die Kaffeemaschine inzwischen als "Auslaufmodell" um 50% reduziert, was ich originell finde..

Was ich aber eigentlich erzählen wollte: Unsere Branche ist wieder vorsichtig geworden und kürzt deshalb die Budgets. Auch für IT-Proujekte. Gut, kann man machen, aber nicht ohne Folgen. Erst recht nicht, wenn erheblich gekürzt wird. Und dann ging es los. Der Versuch, zu "eskalieren" (neben der Wunderwaffe "Taskforce" der zweite Lieblingsbegriff von Automobilmanagern). "Wir müssen klar machen, was die Kürzungen bewirken werden." schrieb ein Kollege. "Ja, aber das haben wir doch schon im Projektsteckbrief beschrieben, was passiert, wenn ein Umfang nicht finanziert wird."
- "Ja, aber anscheinend lesen die das nicht." schrieb der Organisator der Budgetrunde, in der die freigebenden Mittel auf Projekte verteilt werden. "Und deshalb sollten wir jetzt nochmal die Steckbriefe in eine Powerpoint packen und ihr solltet alle noch mal überlegen, wofür Ihr Geld beantragt habt."

Ich dachte: Wie? Weil es vom Vorstand nicht gelesen oder nicht verstanden wurde, sollen wir das gleiche noch mal tun?

Und da flatterte auch schon die nächste Email rein: "Auch seitens Fachbereiche müssen wir auf Bereichsleiterebene noch mal klar machen, was das bedeutet." Und dann brauchen wir auch noch ein Blatt für die Markenvorstände und dann für die Konzernvorstandsrunde, die sich aus den Markenverostandsvorsitzenden zusammen setzt."

Ich brach innerlich schon zusammen. Und eruierte erstmal, wie dieses Gremium da eigentlich so tickt, Wer geht da rein, was machen die und warum funktioniert das nicht?

Kam raus, dass wir Stille Post Bottom-Up spielen: Wir schreiben 19 Projektsteckbriefe in denen wir Umfänge verargumentieren und diese Steckbriefe liest irgendwer dem Vorstand vor bis dieser einnickt... Kein Mensch versteht so etwas.

"Warum haben wir keinen Top-Ansatz, der von den Marken- und Bereichszielen ausgeht, diese dann auf benötigte fachliche Fähigkeiten herunterreicht und darunter hängen wir dann die benötigten Entwicklungsumfänge?" fragte ich in die Runde. "So etwas braucht man ja nicht nur für Budgetanträge, sondern jedesmal wenn man jemandem erklären will, was wir hier machen und wozu wir es machen. Zweck und Zusammenhang." Woanders nennt man es Facharchitektur: Wie die Struktur eines IT-Systems die Struktur einer Organisation unterstützt.

Da ich Glück mit meinen Chefs habe, bekam ich sofort Unterstützung und wir luden den Kopf unserer "Antragsgruppe", die jährlich die genehmigten Gelder aufteilt. Sofort kam die Rückfrage, worum es denn gehe und ob man nicht die IT dafür brauche...

Es ist ganz offensichtlich, dass hier seit Jahren etwas intransparent vor sich hingewurschtelt hat und nie hat es jemanden interessiert, wie die Entscheidungen eigentlich zustande kommen. Und vermutlich hat es stets genügt, einem Vorstand irgendwelche Buzzwords vorzulesen und nie hat der verstanden, was er da eigentlich genehmigt. Aber genau so leiden die Entwicklungsabläufe seit Jahren unter inkonsistenten Datenflüssen, also nicht fertiggebauten Autobahnabschnitten, neu genehmigten Landstraßen als Workarounds usw.

Mit dem Spruch "Von Software verstehe ich nichts." kokettiert man auf höchsten Ebenen immer noch lustig in Verwaltung und DAX-Konzernen. Es wird Zeit, dass wir das ändern..!

Sonntag, 9. Februar 2020

In Misdroy

Wenn Du als Berliner oder Brandenburger mal wieder Freiheit atmen willst, dann fahre rüber nach Polen. Mag Dir die Sprache auch fremd sein, die Straßenbilder, die Speisekarten, das Glockengeläut, die spielenden Kinder auf den Straßen und am Strand werden Dir bekannt vorkommen - und erinnern Dich wehmütig daran, dass es in Deutschland auch mal so war.


Innere Workshops

Im Februar oder zu Ostern sind wir schon früher zu Kurzurlauben und "inneren Workshops" aufgebrochen. Statt guten Vorsätzen zu Neujahr schreiben wir lieber ein paar Flipcharts voll. So waren wir schon im Tessin, auf Mallorca, auf Rügen und im Spreewald.

Mal ging es um's Selbständigmachen, mal um Projektideen. Mal um private Vorhaben. So entstanden ein Patentinfoservice, die Suche und Kauf eines Porsche Youngtimer und einer Datsche. Man gibt sich selbst neuen Schwung, aber das klappt nur, wenn man rausfährt. 
Hat man sich Freitagnachmittags erstmal aus dem rotgrünen Verkehrschaos erst mal rausgewühlt auf die A11 und hat die Abfahrt "Bernau bei Berlin" hinter sich, kann man Gas geben Richtung Stettin.

Der Sendersuchlauf ergibt nur Schwachsinn. "Ich mach et Radio an und paar Minuten später wieder aus, denn da kommt außer Peinlichkeiten wirklich gar kein Ton heraus." sangen die Linken vor 40 Jahren. Heute sitzen sie in den Sendern und versorgen uns mit Staatsfunk. (Wussten Sie eigentlich - da wir gerade an Wandlitz vorbeigefahren sind, dass die Berichte über die Bonzensiedlungen weit übertrieben waren? Und dass es nicht mehr "Bonzen" heißt, sondern "Eliten"? Das hat der DLF herausgefunden: Hier.)

Nee und was Merkel da diese Woche betrieben hat, war auch kein Putsch. Steht ja schließlich in unserem Grundgesetz, dass eine Ministerpräsidentwahl erst dann gültig wird, wenn die Frau Bundeskanzlerin ihre Zustimmung gegeben hat. Auch obliegt es ihr, Staatssekretäre zu entlassen, die dem frisch gewählten MP gratuliert hatten und sich nicht -wie Doro Bär- in den Staub warfen, als die Bundeskanzlerin ihren Daumen über den MP senkte. Wo kämen wir hin, wenn hier jeder machen würde, was er will? Merkel will, dass das Kabinett aus Ex-SEDlern weiterregiert, und nicht so ein dahergelaufener FDP-MP.

Als wir Freitagabend über die Grenze Richtung Stettin fuhren, überkam uns kurz ein Gefühl von "geschafft". Oder genauer gesagt: Das Bewusstsein, die Ahnung, dass so einmal kommen könnte. 

Übrigens, Merkel: Beliebt ist sie hier nicht gerade, wie man an mehreren Ecken zu lesen bekam (ich meine die Schreibschrift am oberen Ende):


Unser Hotel liegt am Strand von Misdroy. Misdroy liegt auf einer Insel, da die Oder an ihrem Ende ein bisschen "ausfranst" und ein Haff bildet. Bekannter ist vermutlich das westlich gelegene Swinemünde.



In Polen macht man nicht so ein Gewese um Autos und Parkplätze. Man fährt mit dem Auto vor's Hotel und kann sogar direkt davor parken, wenn noch Platz ist. Ansonsten gibt es Sammelparkplätze. In den Restaurants gibt es noch Handfestes. Veganer mit Milchbärten haben wir hier nicht gesehen. Auch keine herumlungernden Goldstücke. Es gibt sie hier schlicht nicht. Dass wir im ganzen Ort auch keine Polizei gesehen haben, könnte damit zusammenhängen, dass offene Präsenz hier nicht so nötig ist.

Der Anblick altvertrauter, aber verloren gegangener Sitten, und das Gefühl von Sicherheit befreit den Geist und lüftet das Gemüt. 

Zurück zu Vinyl - aber warum?

Abends an der Bar, die erste Idee: Wir hatten neulich einen neu angeschafften Plattenspieler mit unserem BOSE Lautsprecher verbunden. Seitdem können wir wieder Schallplatten hören. Da der Plattenspieler aber mehr ein Retrogerät ist, und das ganze mehr eine Gagidee für einen Geburtstag war, ist der Sound nicht so doll. Aber zum ersten Mal dachte ich länger darüber nach, warum Leute wieder angefangen haben, Vinyl zu kaufen. Die Frage brachte ich neulich auch zu einem Ex-Kollegen. Zusammen mit der Frage, ob man Cinchyausgänge (für Lautsprecher) einfach so auf den AUX-Eingang eines BOSE-Lautsprechers legen kann. Und was eigentlich dahinter steckt.

Kurz und gut: Am Ende ist es das freie "Austoben" der Oberschwingungen, die uns den Vinyl Klang so angenehmer als etwas Digitalisiertes machen. (Ich wollte hier ursprünglich ein anderes Wort verwenden, aber die Rechtschreibkorrektur "korrigiert" es hartnäckig zu "Gesammeltes"..). Während die CD den Dynamikbereich erweiterte, schnitt sie aber durch ihre begrenzte Abtastrate das Frequenzband oben ab. Auch wenn man sagt: "im unhörbaren Bereich", würde ich mich gerne heute noch einmal selbst davon überzeugen. Aber jedenfalls ist durch den Übergang zu MP3, verbunden mit dem Senden via Bluetooth ganz sicher noch mehr verloren gegangen. Ich dachte also, dass wir zurück müssen zu Vinyl. Aber halte ohne den Dynamikverlust damaliger 33 U/min. Schon früher war die Antwort darauf die Maxisingle. Diese hatte den Durchmesser einer LP, spielte aber mit 45 U/min. und hatte eine breitere Rille, was die Dynamik verbesserte.

In diese Richtung bräuchten wir also eine Erfindung, die uns unsere Lieblingsalben durchgängig mit Maxi-Single Qualität oder besser hörbar macht. Ich fand schnell heraus, die die österreichische Firma rebeat ein Verfahren für die Herstellung von "HD-Vinyls" mittels Laser zum Patent angemeldet hat. Aber das optimiert m. E. nur die klassische LP. Man müsste noch einen Schritt weiter gehen.

Modellierung und Erwartungshaltung 

Am nächsten Morgen blieben wir mit folgender Erkenntnis beim Frühstück hängen: Vor einigen Jahren ging ein Nobelpreis an die Erforschung, wie unser Gehirn die räumliche Vorstellung modelliert. Und ein zentraler Mechanismus für die erfolgreiche Benutzung unserer Raumvorstellung ist die Vorausberechnung und also die Erwartungshaltung, wann unsere Füße beim Gehen wieder auf Boden treffen. Wir kennen den Effekt von einer stillstehenden Rolltreppe: Unser Gedächtnis hat hier das Modell einer Dynamik gespeichert, dass es beim Betreten und Verlassen der Rolltreppe abruft und anwendet. Steht die Rolltreppe still, kommen wir fast ins Stolpern.

Ich glaube, dass "Erwartung" ein ganz zentraler Bestandteil unseres Denkens auch in anderen Bereichen ist. Beim Musikhören z. B. erwarten wir, welche "Kurve" die Melodie als nächstes nimmt. Ähnlich ist es beim Ansehen eines Schauspiels: Die Charaktere erzeugen in uns eine Erwartungshaltung, wie sie als nächstes auf den Verlauf der Handlung reagieren. Hingegen kostet uns das Lernen von beiden Mühe. Hören wir ein Musikstück zum ersten Mal, erkennen wir nur die Form: Den Rhythmus, Tonfolgen. Aber wir haben noch keine Erwartung an die nächsten Töne, da wir die Melodie noch nicht gelernt haben. Ähnlich mühselig ist das Erlernen von Charakteren in der ersten Folge einer Serie, oder auch in einem Roman, den wir lesen.

Und wiederum ähnlich muss es mit Veränderungen im Arbeitsleben sein. Z. B. wenn wir eine neue Methode lernen. Am Anfang ist jeder neue Schritt mühselig und entspricht keiner Erwartung.

"Der Mensch ist ein Gewohnheitstier" sagt es schon eigentlich. Aber der dahinter liegende Mechanismus im Gehirn ist die Modellierung. Und vor allem die Mühe für das Erlernen eines neuen Modells. Und vielleicht kann uns am Ende die Neurobiologie Antworten geben auf die Frage, wie man Leute zu Veränderungen von Arbeitsabläufen bewegen kann.

Bauland

Das eigentliche Thema aber war die Konkretisierung der späteren Fluchtroute. Zwei Faktoren spielen dabei eine besonders große Rolle: die Entfernung und die Sprache. Es ist leicht gesagt, "in New York fühlen wir uns auch schon fast wie zu Hause." Die Preise sind dort anders und ich kann nicht einschätzen, wie dauerhaft es dort Arbeit für "German Engineering" gibt. In Polen ist es umgekehrt. Da ist die Sprache eine große Hürde. Aber man hört immer wieder von Leuten, die es gelernt haben, einfach indem sie immer wieder nach Polen gefahren sind. Eine Bleibe in guter Lage ist in Polen indes -noch- sehr erschwinglich.

Während man sich nun also in Deutschland über Gauland aufregt und Bauland nicht zur Reife bringt, sind die Polen einfach direkter. An schönsten Strandlagen errichten sie keine Bauverbote sondern Siedlungen. Vor zwei Jahren flatterte uns mal so ein Prospekt für Misdroy ins Haus und jetzt konnten wir besichtigen, was daraus wurde. 50 qm mit Meerblick sollten damals etwas über 100.000 EUR kosten. Jetzt kann man sagen: Glückwunsch, wer sich getraut hat!



Steht man vor Ort und sagt einander: Stell es Dir vor: hier wohnen wir jetzt. Und wir fahren Einkaufen. Wie geht es von hier weiter? Die Ostseelage ist doch eher was für den Ruhestand. Und wie ist das mit dem Meeresspiegel? Ein Ex-Kollege aus Sankt Petersburg erzählte, die Zukunft seiner Stadt liege unter Null. Aber wie sicher ist die Prognose und ab wann soll sie eintreffen? Zumindest liegen diese Häuser hier hinter einem Deich und sie guten oben drüber (allerdings auch durch die Bäume).

Aber wer gerne selbst mal schauen will: Hier ein aktuelles Angebot (Link).

Ich habe eine Kollegin aus Stettin. Ich muss die noch mal befragen, wie ihre daheim gebliebene Familie das sieht.

Montag, 3. Februar 2020

Wir kriegen einen frühen Frühling

"Glauben Sie, dass wir einen frühen Frühling kriegen?" ist genau die Frage, die einem Anfang Februar durch den Kopf geht. Aus seinem Hotelzimmer sieht Phil Schneereste in den Vorgärten der Siedlung. Draußen ist noch Winter, aber im Kopf beginnt die erste Phase des Frühlings: die Tage werden länger, der Nachtfrost verzieht sich. Wir atmen auf.

Es waren deutsche Einwanderer, die Maria Lichtmess nach Pennsylvania brachten. Und weil es dort keine Dachse gab, schauten sie einfach auf's Murmeltier. Und so begann eine -wie ich finde- sehr nette Tradition.

Und auch den Film schaue ich mir immer wieder gerne an. Phil erlebt genau an dem Tag, der Hoffnung auf die Bestätigung eines frühen Frühlings die ewige Wiederholung des beruflich Gleichen. Sein Ausweichen in Zynismus, die Ausnutzung der Vorhersehbarkeit seines Arbeitstages für die Erfüllung fremder Erwartungen, ist von außen leicht zu kritisieren. Weniger leicht, wenn man es selbst so erlebt. 

Phil kommt erst weiter, als er sich auf seine eigenen Ressourcen besinnt. In sich rein hört. Fremde Erwartungen an ihn abschüttelt. Da ist doch was, was verschütt gegangen ist? Buddel es aus. Und du wirst sehen, wie anders es weiter geht.

So gesehen ist "Und täglich grüßt das Murmeltier" keine Identifikation mit der eigenen Zeitschleife, sondern die Aufforderung aus ihr auszubrechen.

Mein Wochenende begann mit dem Treffen mit einem Ex-Kollegen. Wir sitzen quasi an den entgegengesetzten Enden der Produktentwicklung. Und glauben voneinander, der andere habe es gerade besser. 

Aber die Synthese aus zwei Lamentos war am Ende etwas Drittes: die Erkenntnis unserer Ressourcen. "in der richtigen Umgebung würden wir wieder richtig zusammen spielen." So hatten wir es ja bereits erlebt. Und auch wenn die Frage "Wo denn?" nicht sofort gelöst werden kann, hilft einem der Blick auf die eigenen Kräfte schon mal weiter.

Das sind so Momente von denen man später sagt: Da begann die Wende, denn da wurde mir etwas klar.

Die Branche in der wir uns bewegen, wird noch manche enge Kurve durchfahren müssen. Da ist die Gegenwart eh nur eine Momentaufnahme. Und erfüllt nur einen Zweck, der später wie ein Puzzleteil von vielen zu etwas Größeren passen würde.

Die Tage werden entlang des Februar zwei Stunden länger. Nächstes Wochenende verbringen wir an der polnischen Ostsee. Auftanken, Ideen brainstormen, Pläne machen. 

Ich habe meinen Schatten gestern übrigens nicht gesehen. Wir kriegen einen frühen Frühling :-)




Montag, 27. Januar 2020

Synthetische Kraftstoffe?

In der neuesten Folge seines (empfehlenswerten) Podcasts "Alte Schule" interviewt der Autofotograph und -journalist Karsten Arndt Wolfgang Porsche.

Dabei kommen sie auch auf die aktuellen CO2-Ziele zu sprechen. An einer Stelle sagt Wolfgang Porsche, mit der Einführung synthetischer Kraftstoffe könnten wir mit einem Schlag die CO2-Emissionen fast aller bereits zugelassenen Autos um 90% reduzieren. Denn: gängige Motoren vertragen synthetische Kraftstoffe.

Oha! Dieser Aspekt war mir bisher entgangen. Das wäre natürlich klasse. Und es stimmt ja: Letztenendes ist es nicht der Motor, sondern der Kraftstoff der entscheidend über die Emissionen bzw. die Gesamtbilanz bestimmt.

Ich muss mich damit mal beschäftigen..

Dienstag, 21. Januar 2020

Bestand an Porsche Transaxle Modellen 2019

Der Bestand an Porsche Transaxle Modellen 2019:
Quelle: KBA

Aus der Statistik"Fahrzeugzulassungen (FZ) Bestand an Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern nach Herstellern und Handelsnamen", die das Kraftfahrtbundesamt jährlich veröffentlicht.

Demnach kurven von meinem Modell 924S in Deutschland noch 1.167 Exemplare herum. Vom Typ 928 sind dagegen nur noch 319 zugelassen? Das ist arg wenig..


Samstag, 18. Januar 2020

Von der Kompetenz des Nein-Sagens

Zu den Dingen, die ich im Berufsleben am wenigsten akzeptiere, ist die Überblendung von Inkompetenz mit Überheblichkeit. "Man muss nichts wissen, wenn man sich alles herleiten kann" - so spricht man, wenn man nichts weiß. Schlimm, wenn man sich obendrein nichts herleiten kann. Auch ist "Wir müssen hier nichts bewerten oder verstehen, wir müssen nur moderieren." kein funktionierender Ansatz für einen Workshop. Wenn man die Struktur des Objekts nicht kennt, weiß man auch nicht, worauf man beim Moderieren achten müsste.

Erfahrung macht schnell, sicher und gut. Natürlich nur, wenn sie sich nicht mit Halsstarre paart, sondern mit Intelligenz und Empathie und mit Offenheit.

Erfahrene gehen sicher mit ihrer Unsicherheit um. Trauen sich auszusprechen, was sie nicht wissen. Unerfahrene, auch -oder insbesondere- Ältere, überspielen eigene Unsicherheit mit Überheblichkeit. Solche, die eine höhere Erziehung genossen haben, verstehen es auch, mit Pose und Rhetorik die anderen in die Defensive zu bringen. Sie versprechen Stakeholdern alles und suchen im Hinterkopf nach Untergebenen, die ihre unhaltbaren Versprechen einlösen müssen. "Ein Berater darf keine Angst zeigen" offenbart die Paranoia des Ahnungslosen.

Experten und gute Berater haben keine Angst vor Unwissen, die sie verbergen müssen. Was sie nicht wissen oder verstehen, sprechen sie eben an. Denn in der Welt der Digitalisierung überblickt niemand alles. Und nur mit Fragen kommt man in den Dialog.

Ich kenne erfahrene Spezialistinnen, die nie auf die Idee kämen, einen Auftrag außerhalb ihrer Kompetenzzone anzunehmen. Und sie würden das genau so ansprechen. Und wenn ein Kunde sie trotzdem engagieren will, tut er das in Kenntnis des Risikos.

Ich habe mit IT-Architektinnen zusammen gearbeitet, in denen der Satz "Das weiß ich nicht, das müssen wir herausfinden." der Eisbrecher war. Ich habe auch mit Beraterinnen zusammengearbeitet, die nur die Sätze des Kunden repetiert haben. Bis der Kunde merkte, dass bei ihr gar nichts haften bleibt, nichts sortiert, zugeordnet oder bewertet wird. Kein inneres Modell am wirken war, das die Muster der realen Welt bewertete.

Wer zu früh Manager wurde, kennt diese innere Sicherheit des "Nein"-Sagens nicht. Nein ist für sie oder ihn immer eine kleine Niederlage. Ich kenne auch keine funktionierende Strategie, bei der man sich Kompetenz immer dazu kauft und man selbst lediglich "moderiert" oder gar "steuert". Niemand steuert ein Ding, von dem er nichts versteht, irgendwo hin. Darauf gebe ich Brief und Siegel.

Samstag, 23. November 2019

Soundtrack "Le Mans 66"

Den haben wir gestern im Kino gesehen. Ein Klassefilm, der die Geschichte des Rennsports und seiner Kultur - aber auch das Geschäftsgebaren hinter den Kulissen noch einmal aufleben lässt.

Wer schon einmal den Namen Shelby oder Ken Miles gehört hat und wissen wollte, wer das ist. Wer sich schon an den Kämpfen zwischen Porsche in Steve McQueen's "Le Mans" nicht satt sehen und hören konnte, der muss diesen Film sehen. Da wird der Kinosaal zur Boxengasse.

Matt Damon und Kollegen in Höchstform:

Soundtrack:


Filmszenen:

Mittwoch, 13. November 2019

Langweilige Zeiten?

Ehrlich gesagt ist mir gerade ein bisschen langweilig. Auch beruflich. Klingt überraschend? Nun, einerseits passiert sehr viel. Andererseits hantieren wir doch hauptsächlich mit Dingen, die es schon lange gibt: Elektromotoren gibt es seit 100 Jahren. Digitale Cockpits? Haben wir nicht erfunden, führen wir nur jetzt erst ein. Digitale Medien? Gähn. Vernetzung, Online Updates? Touchscreen? Digitalisierung?? Behauptet da jemand, das sei neu?

Neu ist, dass nun auch gelernte Maschinenbauer das in ihre Produkte einbauen und "integrieren" müssen. Neu sind die agilen Methoden (und Mentalitäten), die mit einem Bruchteil der früher hierarchischen, wie Behörden tickenden, Silos auskommen. Und das ist das einzige, was mir daran Spaß macht: Transparenz zu schaffen, im Ganzen zu denken, jeden zum Mitdenken aufzufordern und sich selbst aus dem Ziel abzuleiten, was er für seinen Beitrag tun muss.

Oh ja, es war (und ist) ein Kampf. Als ich das erste Mal eine Besprechung (mit Beschlüssen und Aufgaben) auf einem Confluence Wiki dokumentierte, und alle anschließend eine Email mit ihren Aufgaben vom Server bekamen, sprangen einige im Dreieck: Ich sei nicht befugt, ihnen Aufgaben zuzuteilen...

Wenn man da vorher in einem "Lab" gearbeitet hat, fasst man sich nur an den Kopf. Und ich hatte mehrere solcher Kämpfe. Und ich bin geblieben und sie sind gegangen. Und wir haben gemacht, was ich vorgeschlagen (und exerziert) hatte und ich bekam erst noch mehr "Eskalation" und jetzt machen wir, was ich von Anfang vorgeschlagen habe.

Ich erlebe das mit Genugtuung. Für Euphorie bin ich zu müde. Abgekämpft. Vor allem, dass ich da meist allein kämpfen muss - und viel Kommunikation in rückwärtige Absicherung stecken muss, kostet mich viel Energie. Es funktioniert am Ende, ja. Aber ich fühle mich auch ein bisschen ermattet.

Und ich merke, dass ich mich selbst nicht mehr mit glitzernden Innovationen motivieren kann. Sondern mit dem Erlebnis, dass Leute ihre Meinung ändern, ihren Widerstand aufgeben.

Andererseits habe ich da gerade einen interessanten Blog über Apple's erste Smart Glases gelesen. Und welchen Beitrag die Erfahrungen mit ihren Air Tods (den drahtlosen Kopfhören) machen. Wie diese auch als Geräuschfilter gegen die Außenwelt wirken, und eine Funkverbindung zu Kontakten aufbauen können. Wie man sich mit diesen Dingern im Ohr in einer Disco mit jemand anderem verbinden kann und gut verständlich telefonieren kann.

Das könnte noch aufregend werden. Aufregender jedenfalls als digitale Autos... ;-)

Montag, 4. November 2019

Wie Apples Softwarequalität unter Tim Cook schwindet..

Ich lege mich da jetzt fest. Unter dem Nachfolger von Steve Jobs, Tim Cook, geht es mit der Softwarequalität bei Apple bergab.

Davon zeugen nicht nur die vielen Bugfixes in immer kürzeren Abständen für iOS. Sondern auch die abnehmende Qualität der Mac OS Apps:

Beispiel iTunes Ablösung:

Die Bedienoberfläche der Ersatz Apps Music und Podcast ist schlecht. Das Pflegen von Listen, das Suchen von Titeln hat sich extrem verschlechtert. Es gibt keine Textlisten mehr, in denen man lange Listen im Blick hat und filtern kann. Stattdessen ist alles bunter geworden, mit Coverfotos etc. und die Listenelemente sind nicht mehr filterbar und nicht mehr einfach in Playlists verschiebbar.


Die Bedienung von "Podcasts" gibt noch mehr Rätsel auf. Unter iTunes konnte man alle abonnierten Podcasts schön listen und darunter konnte man die angebotenen Episoden aufklappen. Man konnte wählen, ob man automatisch alles Neue herunterladen will oder fallweise.


Beispiel iDVD
Diese wurde ersatzlos gestrichen. Seitdem gibt es für Verwandte und Freunde keine animierten Foto- und Video-DVDen mehr.

Beispiel Fotos (früher: iPhotos)
Zuerst wurde der wunderbare Fotobuch und -kalender Druckservice ersatzlos eingestellt. Dieser Dienst hatte Premiumqualität und die Artefakte konnten direkt aus der Anwendung bestellt werden.

Als Ersatz wurden Apps von Drittanbietern empfohlen. Ich hatte mich für die deutsche App CEWE entschieden. Auch diese hat einen halbwegs passablen Gestaltungseditor und man bestellt direkt aus der App via Upload.

Heute gelernt: Seit dem Mac OS Upgrade auf 64Bit funktioniert die Integration mit der Fotos Library nicht mehr. Jetzt kann ich nicht mal mehr Kalender bestellen!

Ich werde jetzt zu Foto Meyer wechseln. Die sitzen in Schöneberg und sind ein lupenreiner Fotoladen. Ich werde meine Fotos exportieren und in deren Web App hochladen. Mit der Integration mit Apple Fotos ist es dann aber vorbei.

Tim Cook hat in seinen Jahren immer viel zur sozialen Kultur in seinem Unternehmen gepostet. Dabei scheinen die Ansprüche an die Softwarequalität allerdings verloren gegangen zu sein :-(

Es gibt damit weniger Gründe, die den höheren Preis von Apple Produkten rechtfertigen.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Manager im Digital Lab..

Die Welt der Autosoftware ist auf bestem Weg dorthin, wo sie keinen Erfolg haben wird: Ins Land der eitlen Könige und gefühlten Popstars.

Solche Projekte wie ein Betriebssystem für die eigenen Steuergeräte entwickelt man am besten von klein auf. Mit einem Kernteam, dem man einigermaßen planbare Randbedingungen gibt (wie z. B. eine künftige Hardware Architektur, Anzahl der Steuergeräte, Vernetzungsbandbreiten und -qualitäten).

Man muss ja erstmal vertraut werden damit, wie sich Zuliefererarbeit "von innen" anfühlt. Dann erstmal die Kernfunktionalitäten entwickeln und dann ausbauen.

Aber nicht: Wir gründen eine neue Division mit 5.000 Leuten und bedienen alle Marken und ordnen uns sofort dem nächsten Serienstarttermin unter. Damit landet man wieder da, wo man mal abgesprungen war: Bei einem Softwarechaos, das der höchsten Priorität ("bringt es irgendwie zum Laufen") entspricht.

Meine Prognose ist: Das wird schief gehen, länger dauern. Und nach dem ersten Serienstart wird man das Gewerk eben nicht direkt weiterverwenden können, sondern weit zurück gehen müssen, um aus all den gemachten Fehlern zu lernen.

Zudem drängeln sich etliche Manager in die Sache, die man nicht braucht, aber die einen Versorgungsanspruch auf einen Rang haben. Und die sich die Sache gerne ans Revert heften würden. Räder, die nicht antreiben, sondern bestenfalls mitlaufen ("Schleppmoment") und nicht bremsen.

Schade. Wenn wir diese erste Welle dann hinter uns haben werde ich fast schon ein Kandidat für die Altersteilzeit sein ;-).

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Nobelpreis und Buchmesse

Die  Nobelpreisvergaben und die Frankfurter Buchmesse sind immer noch zwei Ereignisse, auf die ich mich im Herbst freue. Das ist aber mehr alte Gewohnheit. Da gab es früher immer gute Artikel und Beilagen in den großen Tageszeitungen. Man konnte ein Wochenende durchlesen und verstehen. Man konnte versinken, abtauchen in andere Welten.

Heute sind entweder meine Ansprüche gestiegen oder das ganze ist verflacht. Die FAZ beschreibt die Nobelpreise immer noch sehr ausführlich schon am nächsten Tag. Und auch so, dass man das Wichtigste versteht - was haben die Preisträger gemacht und warum hat das die Wissenschaft weitergebracht? Aber ich lese es seit einiger Zeit immer mit dem Hintergedanken daran, an wen die in den letzten Jahren Friedensnobelpreise und Literaturnobelpreise vergeben haben. Da war der Eindruck entstanden, der Nobelpreis gehöre jetzt auch zu den Substanzen, die von einer neuen Generation substanzloser Moralisten missbraucht und verschlissen werden.

Um so mehr freute mich gestern der Literaturnobelpreis für Peter Handke. Ich habe zwar kein Buch von ihm zu Ende geschafft. (Vielleicht wurde er mir einfach nur zu früh aufgezwungen in der Schule.) Dafür habe ich das eine oder andere frühere Interview von ihm in Erinnerung. Und dass er mal für die Serben Partei ergriff. Damals war das für mich ein Zeichen dafür, dass die Linken sie auch nicht alle stramm haben. Wie konnte er nur? Aus intellektueller Überheblichkeit? Oder war er der erste, der verstanden hatte, worum es den Serben eigentlich ging..? Ich bin hier auch in manchen Fragen zu einer "Neubewertung" gekommen.

Dann aber wieder Kommentare in der Art, "dann sollten sie zum Ausgleich wenigstens den Friedensnobelpreis an Greta vergeben". Sollte das passieren, interessiert mich diese Veranstaltung endgültig nicht mehr. 

Ähnlich die Buchmesse. Deutsche Nachwuchsautoren haben ja schon lange nichts mehr mitzuteilen. Wenn man die eine oder Rezension liest oder Berichte von Lesungen und sog. Festivals und "Literaturtagen" in der Wannsee Villa oder anderswo, dann überkommt einen nicht einmal mehr Mitleid. So viel Nabelschau und wortreiche Leere gibt es glaube ich in keinem anderen Land. Aber es passt andererseits zu den Leuten, die mir in der U-Bahn und S-Bahn gegenüber sitzen. Oder die man auf Veranstaltungen sieht, wenn man sich doch mal überwindet, hinzugehen (Danish hat da gerade sehr schön von seinem Besuch der Berlin Foto Week geschrieben: Link :-).

Ich lese seit langem nichts mehr, was mich nicht in irgendeiner Weise berührt. Deshalb kommen die "Gabentische" in Buchhandlungen meistens nicht in Frage für mich. Ich muss mich durchwühlen, suchen, sporadisch lesen, um mal einen Treffer zu landen. Auch zu den großen Themen Wiedervereinigung, Europa, den Verfall unserer intellektuellen Substanz, zündende Beiträge zu Forschung und Technik.. von unserer Seite: nichts.
Auch Fachliteratur: von deutscher Seite: fast nichts.

Und so nehmen Nobelpreis und Buchmesse allmählich Plätze ein wie Weihnachten und Silvester. Man macht es halt, es war ja mal schön. Aber die eigene innere Struktur ist längst darüber hinweg.

Dienstag, 17. September 2019

Autokrise von innen

Wie die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie ist? Sie ist wunderbar. Überall wachsen neue Abteilungen aus dem Boden, die die Branche in die Zukunft führen werden: Diversitymanagement, Feelgoodmanagement, Meldesysteme, es ist alles da, um strategische Entscheidungen über Asynchron- vs. Synchron, Schleifring- vs. Käfigläufer oder Statorwicklungen zu treffen. Auch beim Insourcing der Softwareentwicklung läuft alles bestens. Das mittlere Management trachtet nach Kopfzahlen, zerrupft die agilen schlanken Vorgehensmodelle und erfindet jede Menge Workflows und Koordinatorenstellen, die ein schlankes Management sicherstellen.

In den Intranets und auf LinkedIn reicht man einander Fotos von bunten Kickoff-Events. Dauernd feiert man sich irgendwo selbst, oder dass man der Konkurrenz jemanden abgeworben hat, der weiß wie es geht. Alle sind "thrilled", "so excited" über neue Titel. Bunte Wände, Bällebäder, Fernlenkautos. Wir sind soo verspielt..!

Agile Entwicklung ist wie Liberalismus. Eine gute Idee und mit den Richtigen funktioniert sie auch. Allerdings zieht sich auch jede Menge nichtsnutzige Motten und Trittbrettfahrer an.

Ich höre die Guten sagen: "Ich glaube nicht mehr, dass wir es hinkriegen. Dafür glaube ich jetzt an kommende Vorruhestands- und Altersteilzeitpakete." Denn dafür ist noch genug Substanz da. Im Prinzip wird die Substanz jetzt aufgeteilt. Zwischen den Guten, die bald gehen. Und denen, die Substanz mit Entschiedenheit opfern wollen.

Du siehst es kommen. Du siehst, woran es fehlt. Aber alle wollen feiern. Weil sie moralisch doch auf der richtigen Seite sind. Die älteren Opportunisten tragen das schiefe, wissende Lächeln der Zyniker. Die jungen Frauen posten Aufrufe, Urlaub für die große Klimademo am 20.9. zu nehmen. Die Diversitymanagerin bewirbt ihre Roadshow mit Stellwänden und Sitzwürfeln. Und irgendwo, in einer Halle außerhalb der Kameras passen die Ladestecker nicht in die Ladebuchse. Weil technische Fragen in der Agenda nach unten gerutscht waren. Verbreitet also schlechte Stimmung, stresst rum, macht sich verdächtig. Ein alter weißer Mann. Wer hat den denn bestellt? Geht gar nicht. Anna-Luise, steht der schon auf Deiner Liste?

Sonntag, 15. September 2019

Blackout

Die Leute stellen sich den Blackout vor wie eine durchgebrannte Sicherung. Licht aus. Ersatzsicherungen suchen. Sicherungskasten öffnen und Sicherung ersetzen. Bzw. den Kippschalter wieder einschalten.

Aber so einfach wird das nicht. Einen größeren Netzverbund wieder einzuschalten ist eine größere Sache. Sicherlich muss man hier Fehlerabschaltungen vom Frequenz- oder Unterspannungsschutz unterscheiden. Aber aufwendig wäre es schon.

Vor dem Wiedereinschalten muss man die Störungsursachen isolieren bzw. beseitigen. Stehende Kurzschlüsse muss man korrigieren. Eingeschaltete Schalten muss man ausschalten oder ihren Netzabschnitt -oder das gesamte Teilnetz- von der darüber liegenden Spannungsebene trennen.

Und dann sukzessive eine stabile Spannung aufbauen. Erst dann wieder Lasten einzuschalten.

Warum erzähle ich das? Weil größere Blackouts nicht nur lästig sind. Sondern auch, je länger sie dauern, Unruhen und Unsicherheit auslösen. Sollte der Wiederaufbau nicht binnen weniger Tage gelingen, und passiert es ausgerechnet im Winter, kann es für die Regierung schnell ungemütlich werden.

Man sollte heute keinen Putsch planen, in dem nicht auch ein Blackout eine Rolle spielt.

Freitag, 6. September 2019

Inbetween Days

Nächste Woche beginnt die IAA. Das war mal -zusammen mit der IFA- ein Highlight des Jahres. Im Herbst fahren die Bauern ihre Ernte ein, und wir Industrie- und Stadtleute schauen mal rum, was wir uns demnächst so gönnen könnten. Für das was wir geerntet haben. (Wenn da nach Steuern noch was übrig ist.)

Klar war immer: Nur wer gesät hat, und seinen Acker oder seine Plantagen bearbeitet hat, kann auch etwas ernten. Auch klar war: Ernten ist gut, keine Sünde.

Heute ist das alles anders. Da sind immer mehr Leute, die noch nie etwas gesät oder geackert haben und die uns unsere Ernte mies machen wollen. Die uns Horden von Wilden auf den Acker treiben, die wir gefälligst "ausbilden" sollen, und mit denen wir unsere Ernte "teilen" sollen. Einfach so. Ohne Not.

Die uns das Auto fahren mies machen, also blockieren und verteuern. Und während der Rest der Welt Adams Smith's Lehren aus dem "Wohlstand der Nationen" folgt, schaffen wir das Eigentum wieder ab. Auto mieten, statt besitzen. Wohnung mieten, statt besitzen. Mieten entlastet von Verantwortung, man hat einen Dummen, der wieder repariert. Man hat eine Nanny, die man anrufen kann, wenn der Abfluss verstopft ist.

Die Nachwuchswähler sind klamm. Die Regierung erzählt ihnen, das sei gar nicht schlimm. Man könne schließlich alles "teilen" und mieten. Und die Vermieter sind Kapitalisten. Die muss man melken, denn das ist moralisch richtig.

Die einzigen Selbständigen, die man z. B. in Kreuzberg hätschelt und tätschelt sind die Dealer im Park. Die "gehören dazu", sagt Monika Herrmann. Die gleiche Monika, die gegen amerikanische Investoren hetzt, wenn die hier Arbeitsplätze schaffen wollen.

Andererseits: Warum wehrt sich da niemand? Weil es zum Selbstverständnis des Bürgertums gehört, darauf zu warten, bzw. zu "erwarten", dass sich ein anderer kümmert. Wo ist der Dumme, der den Widerstand wagt und organisiert? Den man dann zuerst der "Polemik" bezichtigt und dessen Ernte man dann aber gerne mit einsteckt. Merkel und Westerwelle waren auf diesen Wegen in ihre Ämter gekommen. Beide steckten die Ernte der Emanzipation ein, für die andere auf dem Acker geschwitzt hatten.

Auch die AfD spielt die Rolle des nützlichen, mutigen Idioten. Die meisten Forderungen von Bernd Lucke haben CDU und SPD damals heftig attackiert und später ins eigene Programm aufgenommen.

Die Autohersteller werden sich nächste Woche für ihre Elektropremieren feiern lassen. Aber was man aus der Branche so liest und hört, klingt nicht rosig. Nächstes Jahr um die Zeit werden wir über Arbeitsplatzabbau, Abfindungs- und Altersteilzeitprogramme diskutieren. Wir werden sehen, wie gut die neuen Tochterunternehmen ("Digital Labs") leisten und an die Prozesse ihrer Mütter angeschlossen sind. Ich sage: es wird knirschen.

Ich spreche Leute, die sagen: Weißt Du, ich habe es ihnen (den Lenkungskreisen) jetzt x-mal erklärt. Aber sie verstehen es nicht. Sie haben es versäumt, sich rechtzeitig weiterzubilden. Sie denken immer noch in alten "Solution Matrices", Plan-Build-Run-Blueprints, und sie verstehen den Übergang vom Modell zum Produkt nicht. Sie verstehen nicht, wie eine Softwarefactory funktioniert. Vor allem aber: Sie glauben, dass man jeden Monat wichtige Entscheidungen wieder umschmeißen kann.

Unser HR Manager ziehen feiernd durch die Frauencommunities und posieren für "Diversity"-Fotos. Schön war die Zeit, werden sie in ein, zwei Jahren sagen. Ebenso wie diverse Startupnight-Organisatoren, die sich ihre Buzzwords um die Ohren hauen und die Arbeit immer schön abschieben.

Mir hat man diese Woche eine Rolle bei der Beratungstochter angeboten: Sie suchen einen, der die Aufträge der Mutter in einer Expertendomäne annimmt. Und dann externe Berater rekrutiert, die Ahnung vom Thema haben. Und der in einem Lenkungskreis über den Verbrauch des Budgets (und den Zuwachs an Powerpointfolien) berichtet. Muss ich nicht kommentieren, oder?

Also Sandwichposition. Unter mir die Anspruchsgruppen mit Beamtenmentalität. Die "Aufträge" brauchen, wenn sie etwas tun sollen. Und über mir Manager und Soziologen, die Buzzwords raushauen und meine Sprache kontrollieren.

Ein früherer Beraterkollege (einer der Guten aus Düsseldorf) sagte mir mal: Du hälst das nur aus, wenn Du Dich zwingst, das Projekt nicht an Deinen eigenen Ansprüchen zu messen, sondern an den Ansprüchen Deiner Kunden.

Da hat er sicherlich recht. Aber so viel Verdrängungsarbeit grenzt an Schizophrenie.

Donnerstag, 5. September 2019

Nachruf auf den Meister

Steve Jobs traf sich einmal mit Martin Winterkorn. Überliefert ist, dass Jobs ihn etwa eine Stunde lang warten ließ. Als er dann kam, habe sich Winterkorn entrüstet. Das war "Wiko" nicht gewohnt. Das empfand er als Demütigung. 

Jobs habe kein Wort auf Winterkorns Entrüstung geantwortet. Sondern kehrt gemacht und gegangen. 

In dem Moment war er also so wortkarg wie Winterkorns Ziehvater. Und womöglich hat er genau damit den richtigen Knopf gedrückt um ihn so richtig zu demütigen.

Denn auch Piech sprach nicht mehr als unbedingt nötig. Aber wer zu ihm "gebeten" wurde, bereitete sich darauf so akribisch vor wie beim ersten Bühnenauftritt in der Theatergruppe in der Schule. 

In der Sonderepisode seines Podcasts "Alte Schule", hat Karsten Arndt Aussagen seiner Interviewpartner, allesamt frühere Rennfahrer, über Piech zusammen getragen. Ist absolut hörenswert: Link

Es schärft das Bild des Genius, das man sich bis dato erarbeitet hat. Z. B. wird oft gesagt, Piech sei ein genialer Ingenieur gewesen, der den Porsche 917 und den Audi Quattro erfunden habe. Schaut man genauer hin, war es nicht immer Piech selbst, der etwas erfunden hatte. Aber er war jemand, der über das Lösungsportfolio seiner besten Ingenieure für potenzielle Probleme oder Entwicklungsziele genauestens kannte und sofort entschied, wenn er von einer Lösung für ein aufgetretenes Problem wusste. So ähnlich verfuhr auch Steve Jobs. Er hielt sich auf dem Laufenden und kombinierte. 

Natürlich war Ferdinand Piech auch Ingenieur und Erfinder. Man findet bei DEPATISNET 86 DE Schriften. Die erste Anmeldung erfolgte 1965, die letzte 2001.

Und vor allem ist Höchstleistung in der technischen Entwicklung oft Teamwork. Man braucht die Richtigen (die besten) um sich herum, wenn man sich über Zeichnungen und Bildschirme beugt. Anschließend will man nicht durch "Gremien" gehen müssen, um eine Entscheidung zu kriegen. Am besten gehört ein Mächtiger mit zum Team. 

So erzählt ein früherer Rennfahrer davon, die Bremse des Porsche 917 sei ihm zu weich gewesen. (Der Pedalweg sei für seine Körpergröße zu lang gewesen). Ansonsten sei er vom 917 aber begeistert gewesen. Er bekam einen Termin bei Piech und der gesamte Dialog habe aus folgenden Sätzen bestanden:
Piech: Die Bremse tut es immer noch nicht?
Kauhsen: Nee.
Piech: Ok.

Man wartet dann auf die Aufforderung, etwas näher auszuführen, warum und inwiefern. Doch die Sekretärin habe dann zu ihm gesagt: Es ist schon vorbei. Mehr redet er nicht.

Genau so reden, Leute in der Werkstatt oder im "Digital Lab", die einander vertrauen und ansonsten in ihre Arbeit vertieft sind. Das sind wir heute überhaupt nicht mehr gewohnt. Wir werden derzeit dazu erzogen, bei der Kommunikation auf "Gewaltfreiheit" zu achten und unseren Gegenübern "save spaces" anzubieten. Schon allein das Aufblicken vom Bildschirm, die Registrierung, wer da neben Dir steht, die Registrierung 'ah, ein Mitglied einer Minderheit, jetzt muss ich aber aufpassen, was ich sage' kostet Dich soviel Denk- und Gedächtnisleistung, dass Du ganz sicher aus Deinem Flow kommst. 

Mein Umgang damit ist, schnell zu lernen, wer in meinem Team die Guten sind. Und zu denen einen Draht aufzubauen, eine Vertrauensbasis, auf der man sich später keinen Kopp mehr machen muss, ob man etwas Falsches sagt. Denn dann lernt man: Auch Minderheiten machen Witze - über andere Minderheiten. Aber die Guten unter ihnen denken über Identität und so weiter gar nicht viel nach. Die wollen auch einfach nur vorankommen.

So gesehen ist dieser ganze Soziologenkram, der jetzt in die Konzerne gespült wird, vor allem eine Strategie, Spitzenleistungen zu kappen. Mit Bachelors of Art werden wir die Meisterleistungen der Vergangenheit ganz sicher nicht mehr hinbekommen.

Trotzdem bin ich froh, dass die Zeit der totalen Hierarchie vorbei ist. Angst ist kein guter Motivator. Ohne Angst waren nur die, die "es" geschafft hatten, dazu zu gehören. Angst war es, die zu Tricks verleitete. 

Dienstag, 3. September 2019

In der Boxengasse...

Während jedes agile Softwareprojekt heute mit der Frage nach dem "Wozu?" und der "Vision" (was wollen wir tun können?), und dazu alle Beteiligten in einem Raum zusammen kommen, läuft das mit der Anbindung an das Gesamtprodukt oft noch "Old School".

Dann kommen zwar alle zusammen. Aber Old School hat noch nie etwas davon gehört. Z. B. dass es hinter der eigenen Ziellinie "Freigabe Serie" noch weiter geht. Man kann nicht noch Fehler ausmerzen wollen, während das Band läuft. Man muss wissen: bevor das Band anläuft, kommt die Zulassung (oder halt nicht).

Aber auch umgekehrt: Habe ich nicht monatelang gepredigt, dass "die Hausaufgaben" (neudeutsch: Definitions of Done) wichtiger sind, als der vollständige Funktionsumfang? Nein, Herr Projektleiter, diese eine Premiumfunktion haben wir zum Serienanlauf nicht mehr reinbekommen. Dafür ist aber das, was Sie bekommen, vollumfänglich integriert, getestet und dokumentiert. Das werden Sie daran erkennen, dass die nächsten Releases schneller kommen als gewohnt. Denn: Wir haben es nicht nur "irgendwie hinbekommen", sondern wir haben geliefert.

Was? Nein, als Feuerlöschhelden betrachten wir uns auch gar nicht. Uns genügt es, jede Nacht gut schlafen zu können. Ja, kann sein, dass das früher anders war.

Aber auch umgekehrt: Es dreht sich im Auto nicht alles um Software. Da sind auch noch mechanische Bauteile.. Und am Ende muss das wie gesagt erfolgreich durch die Instanzen gehen. Und zwar rechtzeitig. Also: jeder Sprint und jeder Meilenstein endet mit: Integriert, getestet, dokumentiert. Und der Systemarchitekt muss nicken.

Tja. Und nur nebenbei: Müssen wir uns wirklich dieses Rennen gegen die Smartphonehersteller liefern? Sollten wir uns nicht auf das konzentrieren, was wir am besten kennen und können? Wie, ach so: die Strategie sieht vor, das alles wegzuschmeißen. Wieso nennt Ihr das Strategie? Ach so, Berater. Ja, ist immer gut, alles auf einmal über Bord zu werfen und 1.000 neue Dinge gleichzeitig anzufangen. Und dabei nicht zu merken, wo man sich selbst widerspricht.

Vom emissionsfreien Elektroauto reden, und das meiste Geld mit SUV's verdienen. Von Nachhaltigkeit reden und selbst den sog. klimaneutralen Fußabdruck um ein Vielfaches übertreffen. Aus "Gründen". Und das alles für einen Hype.

Fiat Chrysler, FCA, z. B. die mache da gar nichts. Die haben ein paar Teslaaktien gekauft. Irgendein Italiener hatte da in Brüssel rein verhandelt, dass man sich entweder verausgaben muss oder ein paar Aktien kauft. Genau so wie sie rein verhandelten, dass jede Variante einzeln zugelassen werden muss. Ist reiner Zufall, dass das vor allem die Hersteller trifft, die von Variantenvielfalt leben.

Nee, da muss man nicht mitverhandeln. Es reicht, denn erzeugten Druck nach innen weiterzugeben. Die machen das schon, die deutschen Ingenieure. Ja, die sind ansonsten die Deppen der Nation, aber wenn es darum geht, Schaden vom Wohlstand abzuwenden, dann zitiert Ihr sie gerne herbei. Egal ob Ihr Konzernjuristen seid, oder Annelenas aus dem Grünen Vorstand (oder beides!).

Wichtig, Strategen, ist: Man muss die Buzzwords parat haben. Nicht verstehen. Und schon gar nicht realisieren müssen.

Das gute, Strategen, ist: Bald wird für solche Späße kein Geld mehr da sein. Dann werden wir uns wieder auf das Wesentliche besinnen.